Unsere Leseempfehlung: Reisetagebuch: Mayakoba, Mexiko

Mein Tulum Travel Guide

Neulich habe ich mich daran erinnert, wie ich mit meinen Eltern Reisen gebucht habe. Neben Modezeitschriften habe ich im Alter von 12 oder 13 nur zu gern Reisekataloge von Tui oder Neckermann durchgeblättert und die Hotels auf Mallorca durchforstet. Mich haben vielleicht andere Kriterien interessiert (ein sehr großer Pool, bestenfalls mit Rutsche, oder ein ordentliches Animationsprogramm), aber ich habe schon damals mit großer Hingabe die Leistungen mit den Kosten verglichen. Mama musste mir dann immer das Budget sagen und ich suchte in den kleingedruckten Preisboxen nach den besten Unterkünften.

Ein Wahnsinn, wie sich das Entdecken von Urlaubsorten oder die Art zu reisen verändert haben. Reisebüros haben in meinem Leben nie eine Rolle gespielt, ich finde Urlaubsdestinationen durch Instagram, Reiseblogs und auf Empfehlung meiner Freunde – und buche mir meine Reise im Netz selbst individuell zusammen. Das benötigt unheimlich viel Zeit und Recherchearbeit, bereitet mir insgeheim aber sehr viel Spaß. Nicht anders sind in den vergangenen Jahren unsere Reisen nach Bali, Formentera, Marrakesch, Ibiza, die Seychellen, Santorini, Singapur, die amerikanische Westküste (inklusive L.A.) zustande gekommen. Ich habe mir mein Reiseveranstalter-Cap aufgesetzt und recherchiert, was das Zeug hält.

Als klar war, dass wir die lang ersehnte Reise an die Ostküste von Mexiko machen würden (mein Mayakoba-Tagebuch lest ihr hier), stand für mich auch sofort der Besuch in Tulum fest. Meine Assoziationen: Coqui Coqui, Lieblingsdestination vieler New Yorker, ursprünglich, hippie-esque, traumhafter Strand, die berühmten Maya-Ruinen. Im Winter reist auch gern halb Berlin an die wunderschöne Riviera Maya auf der Halbinsel Quintana Roo, die ans karibische Meer angrenzt. Traumdestination? Check! Hier ist mein Travel Guide für euch.

Tulum Beach

Zunächst mal muss man wissen, dass Tulum Beach und Tulum zwei unterschiedliche Orte sind, die mit dem Auto etwa 15 Minuten voneinander entfernt sind. Wer Strandurlaub möchte, dem lege ich Tulum Beach ans Herz, denn die zahlreichen Hotels liegen an einem kilometerlangen wilden und schönen Strand nebeneinander, ohne dass es überfüllt wirkt. Im Gegenteil, so herrlich entspannt und weitläufig sind die wenigsten Strände dieses traumhaften Ausmaßes.

Der Ort ist im Prinzip eine einzige Straße, auf der sich die Hotels, Restaurants (meist auf der Dschungel-Seite) und Boutiquen aneinander reihen. Einen Gehweg gibt es nicht, weshalb die Straße nicht zum Flanieren geeignet ist – das beliebteste Fortbewegungsmittel ist daher das Fahrrad oder das Taxi (kostet immer 5 Dollar). Ein Auto zu mieten ist ebenfalls nicht schlecht, um die Ausflüge zu machen. Nur ist die Parkplatzsituation in Tulum Beach eher dürftig. Wir haben tagsüber immer lange Spaziergänge am Strand gemacht, um zu verschiedenen Restaurants zu gelangen.

Aktivitäten rund um Tulum

(die wir mit Baby nicht machen konnten)

In den Cenoten um Tulum schwimmen gehen. Cenoten sind Dolinen aus Kalkgestein gefüllt mit Grundwasser, die meist mit unterirdischen Flüssen miteinander verbunden sind. Natürliche, eiskalte Pools sozusagen, die nicht nur wunderschön weil kristallklar aussehen, sondern auch zahlreiche Fischarten und Fledermäuse beherbergen. Die bekanntesten um Tulum herum sind die Grand Cenote (etwa 5 Minuten entfernt von der City), die Cenote Zazil-ha (knapp 10 Kilometer entfernt) und die Cenote Dos Oios (23 Kilometer nördlich von Tulum). Es handelt sich um Touristen-Magneten, daher empfiehlt es sich früh morgens oder am späten Nachmittag hinzufahren.

Die Ruinen von Coba besuchen. Im Landesinneren und etwa 45 Minuten von Tulum entfernt liegt die Ruinenstätte der Maya.

Die Maya-Stadt Chichén Itzá besuchen.

Mit Schildkröten schnorcheln in Akumal. Auf diesen Tagestrip bin ich unendlich neidisch!

Kitesurfen lernen. Das Meer und der Wind sind fantastisch, um Kitesurfen zu lernen. Am ganzen Strand sind kleine Buden verteilt, die Kurse anbieten. Auch schön: den Kitesurfen zuschauen.

Partyparty! Tulum ist bekannt für elektronische Parties am Strand. Besonders schön soll es bei der Full Moon Party im Papaya Playa Project Hotel, im Gitano oder im neu eröffneten Casa Malca zugehen.

Die Maya-Ruinen direkt an der Küste

Mein Kleid ist von Edited the Label

Die Maya-Stätte direkt an der Riviera Maya ist einzigartig und ein beliebter Touristenmagnet. Wenn man den Touristenmassen ausweichen will, sollte man gleich morgens um 9 Uhr hingehen – oder am späten Nachmittag! Der letzte Einlass ist um 16.15 Uhr. Der Eintritt beträgt 65 Pesos.

Die schönsten 6 Boutiquen in Tulum

Bohemian Strandkleider, Kaftane, Traumfänger, Boho-Schmuck, Strandkörbe und Panama-Hüte: Es gibt zahlreiche Boutiquen in Tulum Beach, aber nur wenige haben mein Herz wirklich höher schlagen lassen. Urlaubsschnäppchen lassen sich le nicht machen, vielmehr handelt es sich um internationale Beachwear-Marken und ein paar einheimische mexikanische Labels, die ziemlich hohe Preise aufrufen.

  • Hoki Poki Kana – Versteckt ganz am Ende eines Hinterhofs mit lauter Boutiquen ist Hoki Poki Kana mein Favorit. Es gibt Brands wie Lisa Marie Fernandez und die eigene Hausmarke
  • Wanderlust Boutique – lose Hängerchen mit offenen Säumen, Strohhüte, bestickte Tuniken. Schön, aber leider auch kostspielig
  • La Troupe – Hier habe ich so gut wie jedes dritte Kleid anprobiert. So schön und besonders.
  • Bendito Tulum – das Highlight sind hier die wirklich schönen Traumfänger
  • KM33 – Hüte, Körbe, Schmuck
  • Wild Sea Boutique – ganz neu in Tulum! Hier habe ich das Kleid von Natalie Martin und die Fransenohrringe (nebenstehend) gekauft.

 

All diese Boutiquen liegen übrigens sehr nah beieinander. In etwa auf der Höhe des Gitano-Restaurants!

Unsere Lieblingsrestaurants in Tulum

Egal, wer uns einen Tipp gegeben hat, drei Restaurants in Tulum Beach wurden einfach immer genannt. Das „Hartwood“ für lokale Küche, das „Casa Banana“ für Fleisch und das „Gitano“ für mexikanische Fusion-Küche. In letzterem hängt die Discokugel schon für die anschließende Party bereit. Weil diese Tipps aber jeder bekommt, sollte man bestenfalls reservieren. Im Hartwood ist das jedoch nur am selben Tag zwischen 14 und 15 Uhr möglich, weshalb wir keinen Platz bekommen haben und am Abend mit Baby nicht zwei Stunden auf einen Tisch warten wollten. Es gibt aber auch super Alternativen und diese hier haben uns besonders gut gefallen:

  • Lunch im Nomade: Hands down die besten Tacos des Ortes! Man sitzt im Sand auf marokkanischen Kissen mit Ausblick aufs Meer, die Musik ist etwas lauter als anderswo und es wäre wirklich perfekt gewesen, hätte die mit Silikon vollgepumpte New Yorker Society nicht tierisch genervt.
  • Lunch im Hotel Nest: So hübsch und klein und wahnsinnig lecker!
  • Dinner im Casa Banana: Fleisch-Liebhaber werden hier so richtig glücklich. Und um 19h bekommt man noch easy einen Tisch ohne reservieren.
  • Vegan: Eigentlich nicht mein Ding, aber das „Restaurare“ ist sehr zu empfehlen. Kokosnuss-Ceviche und Mayan Curry, mjam! Dort waren allerdings ziemlich viele Mosquitos unterwegs.
  • Italienisches Essen: Schönes Interior, sehr lecker, sehr teuer – im Posada Margherita. Im Coco Hotel gibt es auch die Pizzeria Juanita Diavola, die ich empfehlen kann.
  • Gutes Mittagessen am Strand gab es auch im Ziggy’s, aber es waren einfach zu viele Junggesellenabschiede vor Ort…
  • In Tulum City haben wir leckere Säfte und eine frische Kokosnuss im La Flor de Michoacán getrunken
  • Sehr gutes Abendessen gibt es im eher unscheinbaren Cenzontle. Auf der kleinen Karte klingen die Gerichte erst mal unspektakulärer, als sie sind. Unheimlich leckerer Schweinebraten!

Tipps

  • Unbedingt am Abend Mückenschutz auftragen
  • Währung: Dollar und Pesos. Wenn man aber bar mit Pesos bezahlt, bekommt man manchmal sogar 15% off
  • Bargeld dabei haben: In vielen Restaurants wird nur Cash akzeptiert
  • Akku aufladen und die Taschenlampenfunktion des Handys nutzen – oder einfach eine Taschenlampe mitnehmen, denn im Dschungel isses düster 🙂

Hotels

Bei den Preisen, die in Tulum Beach für die Hotels aufgerufen werden, denkt man automatisch, dass dort ein Luxus-Boutique-Hotel neben dem nächsten steht. Eigentlich ist aber das Gegenteil der Fall, denn man zahlt hier für den direkten Strandzugang und das ursprüngliche Gefühl – die Hotels sind zwar alle auf ihre Art schön, aber doch recht basic. Ich habe sehr viele Bewertungen auf Portalen gelesen und man kann eigentlich wenig falsch machen – und wer in der Nebensaison kommt, wird auf jeden Fall mehr für sein Geld bekommen. Empfohlen wurden mir im Vorfeld das Nomade (ziemlich hip hip) und Casa Malca (tolles Design) sowie das Azulik (spektakulärer Ausblick, adults only und ohne Strom), Papaya Playa Project (Party hard) und die Casa Violeta (basic aber vernünftige Preise).

Wir waren in zwei Hotels:

My Way Boutique Hotel

Ein hübsches gemütliches Hotel eher zu Beginn des Ortes mit nur 7 Cabanas, tollen Strandliegen, gutem Frühstück und nettem Service. Unser Zimmer hatte sogar einen Whirlpool auf dem Dach, den wir nie benutzt haben. Und das Housekeeping hat uns täglich schöne Handtuchfiguren gebaut. Auch das Abendessen war toll, wenn auch etwas einsam am Strand. Auszusetzen gab es am My Way rein gar nichts, nur ist es eben auch kein Schnäppchen.

Hotel Chiringuito

Wir haben das Hotel gebucht, als es nur zwei Bewertungen gab, denn es hat erst vor zwei Monaten offiziell eröffnet. Das merkt man dem Chiringuito am südlichen Ende des Ortes auch an – es ist zwar super hübsch, durchgestylt, mit traumhaftem Pool, aber die Details stimmten noch nicht. Die Zimmer sind super spärlich eingerichtet, nicht mal ein Telefon oder Fön war bei der Ausstattung dabei. Wasser wurde nur auf Nachfrage nachgefüllt, der Cappuccino beim Frühstück kostet extra, dafür ist ein leckeres Rührei beim Continental Breakfast dabei. Der Betonboden sieht zwar cool aus, aber wenn dieser nicht abgeschliffen wird, hat man ständig schmirgelnden Sand unter den Füßen. Der Strandabschnitt ist traumhaft, vielleicht sogar schöner als im Norden beim My Way, aber es gibt lediglich 4 Liegen für 13 Zimmer. Und keine Sonnenschirme?! Bei einem Preis von rund 400 Dollar pro Nacht muss sowas einfach besser sitzen.

Habt ihr Fragen? Her damit, ich beantworte sie euch gern! Auf Mini Journelles erscheint bald noch ein „Travel with a baby“-Guide.

Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen absolut tollen, inspirierenden Post! Ich bin gerade daran meine Reise Anfang Mai nach Tulum zu planen, daher kommt der Post wie gerufen 🙂
    Liebe Grüsse, Mirjam

  2. Kristin sagte am

    Sehr schöner Artikel! Wir planen gerade unseren Honeymoon für Anfang November und wir liebäugeln mit Tulum. Würdest Du Tulum empfehlen oder welches Ziel wäre Dein Favorit für den Honeymoon?

    Liebe grüße
    Kristin

    • Verena sagte am

      Wir haben unsere Flitterwochen vor zwei Jahren auch in Tulum verbracht und vorher noch eine Woche auf Isla Holbox. Das war für uns wirklich die perfekte Mischung, da es auf Isla Holbox total entspannt war und es vom Flughafen in Cancun recht gut zu erreichen war. Nach einer Woche sind wir dann nach Tulum gefahren und haben von dort aus Ausflüge gemacht und den tollen Strand genossen.

  3. Ein wirklich schöner Bericht und anders als jener über Mayakoba, wirkt dieser auch nicht ganz so nach „in frdl. Zusammenarbeit mit“. Kann beide Herangehensweisen nachvollziehen, aber authentisch mag ich lieber. Nun ist das so gar nicht meine Art Urlaub zu machen (Georgien im Sommet sls Kontrastprogramm) und ich sage das Folgende ohne Neid, da es für mich lediglich eine Frage der unterschiedlichen Prioritätensetzung ist, aber 400€/Nacht ist schon ne stolze Nummer, vor der ich mit einem ordentlichen, monatlichen Einkommen trotzdem zusammenzucke. Auf der anderen Seite freut es mich auch sehr für Dich und andere, dass mittlerweile Bloggen+ selbst in Deutschland wohl mittlerweile richtig gut bezahlt wird, wenn man es richtig anstellt und das ist schon beeindruckend und sollte realistischer Ansporn für alle Mädels und Jungs sein, die manchmal an ihrem Traum zweifeln.
    Oh, jetzt bin ich vom Urlaubsbericht etwas abgedriftet, aber gut.

  4. Ein sehr schöner Bericht über Tulum! Ich war damals nur einen Tag in Tulum und fand es wunderschön… Mal sehen ob ich es noch einmal dort hin schaffe. Auf jeden Fall ist dein Beitrag abgespeichert 😉
    Liebst Kathi

  5. Malwina sagte am

    Diese Küste Mexikos ist einfach wunderschön. Wir waren letztes Jahr in Akumal, etwas nördlich von Tulum. Wir konnten direkt vom Zimmer aus mit den Schildkröten schnorcheln gehen.
    Das Hotel Akumal Bay Resort können wir wärmstens empfehlen. Tolle, luxuriöse Zimmer; 1A Strand, Hammer Essen und nettes, entspanntes und gut ausgebildetes Personal. Die anderen Gäste merkt man fast nicht…

  6. Das ist ja wirklich großartig! Das kann man ganz bequem „nachreisen“ und sicher sein, dass es gut ist.
    Also, nix wie weg aus dem grauen Himmel von Köln!
    Freu mich schon auf deine nächsten Destiantionen!

  7. Jessica sagte am

    Hi, really nice all the trip!

    I write you because I am going this April to Cancun with my 5 months baby, could you give me some tips, please? What should I bring? How’s going to the pyramids with a baby?

    Thanks,
    Jessica

  8. Ach sooo geniale Bilder! Wem Strandzugang vom Hotel nicht wichtig ist und ein Auto gemietet hat, dem empfehle ich das Hotel Inlakech 15min Fahrt vom Strand mitten im Dschungel gelegene Bungalows und in der Nähe der (tourifreien) Cenote Isla Alamo.

  9. Super Bericht! Danke! Für uns geht es im Juni nach Tulum : )
    Würdet ihr mir eure Lieblings Travel Blogs verraten? Das wäre toll! Gerade bin ich auch noch auf der Suche nach Rom Tips.

    Liebe Grüße!

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