#PFW Spring 2019: Die ersten Highlights der Paris Fashion Week mit Dior und Jacquemus

Paris ist die wichtigste Modestadt – und musste das noch nie mit aller Kraft verteidigen. Die schönsten Kollektionen? Die kreativsten Designer? Megashows? Sogar Gucci zeigte nicht wie üblich in Mailand sondern in der französischen Hauptstadt – bei uns hat sich das Kribbeln beim Blick auf die Runways jetzt deutlich gesteigert!

Text von Alexandra Kutek

 

Bilder via Vogue Runway oder PR

Dior

Wenn Maria Grazia Chiuri ihre Kollektionen für Dior präsentiert, dann hat man das Gefühl, die Modewelt würde sich langsamer drehen. Fast stillstehen. Die Chefdesignerin kreiert mit ihren Präsentationen magische Momente in der Mode wie kaum eine andere.

Bei der Dior-Show für Frühjahr/Sommer 2019 im Hippodrom im Bois de Boulogne vermischte sie eine Runway-Show mit einer Dance-Performance. Chiuri hat sich vom Tanz als „befreienden Akt“ inspirieren lassen und mit der israelischen Choreographin Sharon Eyal zusammengearbeitet. Auf der Bühne bewegten sich die Tänzer unter fallenden Blüten ekstatisch herum, während die Models die Kollektion präsentierten.

Auch diese Kollektion setzt sich natürlich mit Frauen auseinander. Es ist Chiuris Thema! Bei ihrer Resort-Kollektion waren es mexikanische Rodeo-Reiterinnen, davor Studentinnen aus den 68er-Jahren und dieses Mal sind es Tänzerinnen.

Alle Fotos: Dior Spring 2019 via PR

Bei den Looks setzte sie auf hauchdünne Tanktops und lockere Kleider aus fließender Seide, die leicht flattern, sobald ein Windhauch den Stoff trifft. Dazu hautenge Bodys, feine Tüllröcke, Plisseestoffe in den verschiedensten Hautfarben und Overalls, die Chiuri als Hommage an die vier Elemente Luft, Feuer, Erde und Wasser entworfen hat. Grobe Cargohosen und Batik gaben der sonst zarten Kollektion eine raue Note.

Und auch diese Saison wieder mit dabei – die aktuelle Cash Cow des Labels: die Saddle Bag, für die es inzwischen eine ewige Warteliste gibt.

Backstage bei Dior:

Das Video zur Show:

Jacquemus

Jacquemus Muse ist seine Mutter, eine schöne Französin aus der Provence, die leider verstorben ist, doch in den Looks ihres Sohnes weiterlebt. Deshalb ist seine Mode kein abstraktes Konzept, sondern einfach, natürlich und verspielt. Auch diese Saison ist eine Hommage an seine verstorbene Mutter.

Der ehemalige LVMH-Prize-Gewinner Simon Porte Jacquemus zeigte sehr reizvolle und sinnliche Entwürfe, die die Schönheit der Frau zelebrieren. Cocktailkleider mit ewig-langen Fransen, lange Tuniken aus fließendem Stoff, hohe Schlitze, tiefe Ausschnitte und gestreifte Herrenhemden. Und eine Sache ist besonders aufgefallen: Statt dem XXL-Strohhut vom vergangenem Jahr gibts dieses Mal die XXL-Strohhandtasche. Seine Kollektion nannte er „La Riviera“, aber Sex on the Beach hätte es auch getan.

Es ist schon bemerkenswert, dass sich Jacquemus als kleines, unabhängige Label zu einer wichtigen Größe in der Mode entwickelt hat – dabei hat er sich viel selbst beigebracht, besuchte keine renommierte Modeschule. Sowas nennt man einfach ein Naturtalent, oder?

Alle Fotos: Jacquemus Spring 2019 via Vogue Runway

Gucci

Und dann singt Jane Birkin. Sie steht einfach von ihrem Stuhl auf und singt „Baby Alone in Babylone“. Alessandro Michele hatte im Namen Guccis in den legendären Nachtclub Le Palace eingeladen, wo Jane Birkin nach der Präsentation einen Überraschungsauftritt hatte.

Die Kollektion war gewohnt flippig, bunt, voller Fantasie – typisch Michele, typisch Gucci: Rüschen, Federn, Lurex, glitzernde Roben für die Damen, hautenge Shorts für die Männer, Dolly Parton als Motiv auf einem Sweatshirt und sogar ein weißer Papagei saß auf der Schulter eines Models.

Was sonst noch für Kribbeln in der Bauchgegend sorgt? Das seht ihr hier:

Gucci Spring 2019 via Vogue Runway

Saint Laurent

Kaum ein Kleidungsstil ist heute weniger repräsentiert als der der „sexy“ Verführung – zumindest der unter der gängigen Definition von „sexy“. Vom Mainstream bis zu modischen Minderheit ist fast alles vertreten: Menschen in farbenfrohen Looks, Gruftis, Punks, elegante Frauen in Bleistiftröcken, Jogginganzüge, der Scandi Chic, Pariser Chic. Nur von der wirklich, wirklich „sexy“ gekleideten Frau fehlt jede Spur, es sei denn, man ist in Paris und Saint Laurent lädt zur Modenschau.

Auch Anthony Vaccarello ließ es sich für Saint Laurent nicht nehmen, eine Megashow zu veranstalten. Seine Models ließ er über einen unter Wasser gesetzten Laufsteg laufen – mitten in Paris.

Der Designer liebt es knapp, sogar ultraknapp und eng. Seine Kollektionen sind immer Schwarz und immer sexy. Es gab enge Dreiviertelhosen mit hoher Taille, Smokingjacken, hauchzarte Seidenblusen, Minikleider, kurze Einteiler, Hotpants – und jede Menge Haut. Eine Kollektion als deutliche Antwort auf die Frage: Ist sexy tot?

Saint Laurent Spring 2019 via Vogue Runway

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