#PFW Spring 2019: Die Highlights der Paris Fashion Week mit Isabel Marant, Loewe, Valentino & Givenchy

Der Schock von vergangenem Freitag mit Hedi Slimane und Celine sitzt noch tief. Wie konnte er nur? Jessie hat bereits am Sonntag ihre Meinung zu dem Debüt niedergeschrieben. Doch wir haben selbstverständlich nicht nur Negatives aus Paris zu berichten. Einige Shows haben uns wie immer sehr gut gefallen, die wir euch an dieser Stelle in unserem zweiten Teil der Highlights von der Paris Fashion Week präsentieren möchten.

Text von Alexandra Kutek

 

Bilder via Vogue Runway oder PR

Isabel Marant

Ist es nicht toll, wenn eine Kollektion einfach tragbar ist? Man sie problemlos anziehen kann – ohne sich dabei verkleidet zu fühlen? Genau das schätzen wir so an den Entwürfen von Isabel Marant: mühelose und dennoch starke Ready-to-Wear, modern, feminin, mit diesem Hauch Boho – das ist der Look, für den die Entwürfe von Isabel Marant bereits seit 1994 stehen.

In dieser Kollektion scheint sich die 51-jährige Designerin von den 80er-, Anfang 90er-Jahre inspirieren lassen. Oversized Jeansjacken mit Leder- und Patchworkeinlagen, Bleached Denim, hohe Taillen, Riesenschulterpolstern à la Michael Jackson, Ultra-Slouchy-Boots und dazu Disco Vibes in Form von Lamee-Glitzer in Gold oder Silber. Kaia Gerber läuft wohl in jeder Show, was?

Loewe

Ob sich das spanische Modehaus einen passenderen Designer hätte schnappen können? Wohl kaum! Jonathan Anderson gehört nicht nur zu den Designern der Stunde, sondern hat erst 2008 sein eigenes – und inzwischen sehr erfolgreiches – Label JW Anderson gegründet.

Für diese Saison inszenierte der Jungdesigner die Loewe-Show in dem UNESCO-Gebäude in Paris inklusive hochkarätiger Kunst. In der einen Ecke standen Bürsten wie aus einer Waschanlage von Lara Favaretto, mitten in einem Raum große Körbe von Joe Hogan oder in einem weiteren Bereich auf der Erde stumme Schallplattenspieler, auf denen Vinyl oder Töpfergut kreiselten, von Ryoji Koie.

Photo by Kevin Tachman @kevintachman

Anderson ließ sich von der Moderne der Kunstgeschichte inspirieren, was sich, auf seine Kollektion übertragen, in matten und glänzenden Stoffen wie Wildleder und Satin widerspiegelte. Taschen aus Stroh wurden mit feinem Leder – die Kernkompetenz des Modehauses – kombiniert. Dazu gab es fließende Maxikleider oder Tuniken im Patchwork-Look, Oversize-Strick mit überlangen Ärmeln, Puffröcke oder opulente Straußenfedern auf der Brust. „Wir sind es so gewohnt, starke Menschen anzukleiden, aber was passiert mit der Verletzlichkeit? Was bedeutet Verletzlichkeit? Ich denke, dass man das in der Kleidung braucht, ich denke, dass es diese verletzliche Seite geben muss“, sagte er gegenüber der {Vogue}, die ihn vor der Show besucht hat.

Alle Fotos: Loewe Spring 2019 via PR

Valentino

Man kann es eigentlich gar nicht anders sagen: Die Kollektion von Pierpaolo Piccioli für Valentino war herrlich. Wunderbar üppig, fabelhaft, Handwerkskunst auf höchstem Niveau. Nichts anderes hätte man von dem Italiener auch erwartet. So schrieb Suzy Menkes bei den Haute Couture Schauen: „Pierpaolo of Valentino. The man of the moment in Paris haute couture“. Es ist schön zu sehen, dass das einstige Duo von Valentino, Maria Grazia Chiuri jetzt bei Dior und Pierpaolo Piccioli wunderbar alleine funktionieren.

Kommen wir zu den Looks bei Valentino: Die Show begann mit vielen schwarzen Outfits – und doch war jedes anders. Danach wurde es kräftiger. Es gab viele Kleider im typischen „Valentino“-Rot, kräftigem Orange oder komplett mit bunten Pailletten verziert. “I was thinking of paradises, about artists’ colonies of the past,” sagte der Designer bei {Vogue}. “There were reasons why artistic people went off to places like that – so they could live their identities. Today, everyone is talking about escapism. But I don’t believe in that – l think everyone should just live their identities in the city, or wherever they are.” Gerade in Zeiten der Flüchtlingskrise und steigenden Zahlen von Rechtsextremen ist es ein sehr aktuelles Thema, das Piccioli mit seiner Kollektion aufgreift.

Givenchy

In Riccardo Tiscis Fußstapfen treten? Nicht leicht! Aber die Designerin Clare Waight Keller beweist jede Saison aufs Neue, dass sie eine ebenbürtige Nachfolgerin bei Givenchy ist.

Für diese Kollektion ist Kellers Muse eine Frau, die sich die meiste Zeit ihres Lebens wie ein Mann kleidet und auch so verhält. Eine androgyne Schönheit, die Affären mit Frauen hat, aber Männer heiratet. Der Begriff „Non-binary“ kommt da in den Sinn: nicht Mann, nicht Frau – sondern Menschen, die sich nicht in den Kategorien „Frau“ oder „Mann“ repräsentiert sehen (laut der Zeit haben allein in Deutschland 2,5 Millionen Deutsche keine Lust auf diese Einordnung). Das Thema ist also aktueller denn je.

In der Kollektion gab es Lederjacken, die in Hosen gesteckt waren, breite Schultern, hochgeschnittene Stoffhosen und enge Taillen. Besonderes Highlight? Die Jacken-auf-Jacken-Looks sowie die über der Brust-endenden Tops und Jacken, die wie an eine Rüstung erinnern. Gut gemacht, Frau Keller!

Alle Fotos: Givenchy Spring 2019 via Vogue Runway

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