#PFW: Saint Laurent Fall 2017 – und warum der neue Kreativdirektor Anthony Vaccarello und die Rückkehr nach Paris dem Label gut tun

In Paris zeigte Clare Waight Keller gerade ihre letzte Kollektion für Chloé – und alle fragen sich: Wie soll es ohne die Britin, die laut Grazia angeblich zu Givenchy wechselt, an der Spitze des französischen Modehauses weitergehen?

Ähnliche Reaktionen gab es, als Hedi Slimane vor gut einem Jahr das Handtuch bei Saint Laurent schmiss. Wer wäre in der Lage in seine Fußstapfen – und die des legendären Label-Gründers – zu treten?

Anthony Vaccarello nahm die Herausforderung an, nachdem ihn Donatella Versace zuvor als Gastdesigner zu Versus Versace geholt und er sein eigenes Label gegründete hatte, das für Saint Laurent vorerst auf Eis liegt.

Ein Belgier mit italienischen Wurzeln bei Saint Laurent? „Das passt ja gar nicht!“, dachten viele und lagen falsch, so wie die meisten Menschen falsch liegen, die sich gegen eine Frischzellenkur sträuben.

Schon das Debüt von Anthony Vaccarello wurde von der Presse gefeiert. Seine zweite Kollektion für Saint Laurent bestätigt nun, dass er der richtige Mann für den Job ist. Er macht Saint Laurent wieder weiblich, elegant und pariserisch.

Meine Favoriten: Lexi Boling in knallblauen Leder-Rüschen, das „LouLou“-Sweatshirt – eine Hommage an die YSL-Muse Loulou de La Falaise –, das geschlitze Samtkleid mit den Disco-Boots und die Lederjacken zu weißem Strick.

Hedi Slimane strich seiner Zeit das Yves aus dem Namen und verlegte das Headquarter von Paris nach Los Angeles  – jetzt kehrt die Unternehmenszentrale an die Seine zurück und damit bekommt das Label seine DNA wieder.

Slimanes grungigen Heroin-Chic setzt Anthony Vaccarello einen Champagner-Chic entgegen, der an die Anfänge von Yves Saint Laurent erinnert. Strass, Volants, Samt – man möchte sofort die Korken knallen lassen.  „Ich denke bei YSL immer an den Abend und Partys“, erklärte der Designer backstage nach der Show.

Dabei hat die Kollektion nichts mit Nostalgie zu tun, sondern erinnert uns daran, was einzig und allein wichtig ist: Die Vergangenheit anzuerkennen, ihr aber nicht nachweinen und stattdessen im Hier und Jetzt zu sein bzw. zu feiern.

Übrigens soll auch Pierre Bergé, Lebensgefährte und Geschäftspartner von Yves Saint Laurent, ganz hin und weg von der Kollektion gewesen sein. In dieser tiefschwarzen Nacht war Paris einmal mehr die Modehauptstadt der Welt. Merci, Anthony!

(Fotos: Vogue Runway)

Kommentare

  1. Mir gefällt das „neue“ Saint Laurent auch gut (Mit Yves im Namen wäre es noch besser, daran werde ich mich nie gewöhnen), ich fand es von Anfang an gut, dass Slimane gegangen ist. Meiner Meinung nach hat er es gegen Ende übertrieben und den Bogen überspannt, ich war seinem Glam-Rock Style mit Sternchen und Glitzer und dem ganzen Grunge-Karo-Leder überdrüssig. Klar, hat man immer noch, liebt man auch immer noch, aber es kam da einfach nichts Neues und bei ihm war es mir auch immer too much, da bekam ja alles noch Fransen, einen Stern oder Nieten. Mal schauen, was da noch so kommt. Guter Bericht auf jeden Fall!

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