#PFW: Die 5 wichtigsten Trendlektionen aus der Spring 2019 Kollektion von Chloé

Das französische Luxuslabel Chloé war für seine Neuausrichtung im vergangenen Jahr lange auf der Suche nach einer geeigneten Person. Es sollte jemand sein, der die große Tradition des Hauses modern übersetzt – jemand mit Erfahrung, der trotzdem jung ist, aber die Mammutaufgabe Chloé meistern kann. Die Ernennung von Natacha Ramsay-Levi zur Chefdesignerin läutete daher eine neue Ära in dem traditionsreichen Modeunternehmen ein.

Eine heiß gehandelte Kandidatin war sie nicht zwingend, Ramsay-Levi war recht unbekannt. Als zuletzt rechte Hand von Nicolas Ghesquière (aktuell bei Louis Vuitton) arbeitete sie eher im Hintergrund, stieg dennoch immer weiter auf. Ramsay-Levi fing als Praktikantin bei Balenciaga an und war dort und später bei Louis Vuitton insgesamt über 15 Jahre lang seine stellvertretende Designerin.

Ramsay-Levi, die trotz ihrer französischen Herkunft vor allem für klare Linien und androgynes Design steht, bewies schon mit ihrer ersten Kollektion für Chloé, dass sich französische Leichtigkeit wunderbar mit Coolness und harten Linien kombinieren lässt. Ein Jahr nach ihrem Debüt blicken wir auf ihre aktuelle Kollektion, in der man Ghesquières Designhandschrift noch immer gut erkennen kann.

Text: Alexandra Kutek

 

Alle Fotos via Vogue Runway

1. Patchwork in Tuchoptik

Seinen Ursprung hat Patchwork in Wirtschaftskrisen, wo Kleidung knapp gewesen ist und aus der Not heraus alte Stoffreste einfach zu neuen Teilen zusammengenäht wurden. Bei Chloé kommen die Pieces wesentlich luxuriöser daher. Das kreative mal-Paisley-mal-Blumen-Chaos in Seidentuchoptik ziert Kleider in allen Längen und Schnitten, Hosen und Blusen. I-Tüpfelchen sind die cremefarbenen Gürtel aus Seilen mit Seemannsknoten, die sich wie ein roter Faden in fast jedem Look durch die Kollektion ziehen.

2. Schmuck-Overload

Ramsay-Levi möchte das Urlaubsgefühl in den Alltag bringen – und das übersetzte sie offensichtlich vor allem in vielen Schmuckstücken, die wie zusammengewürfelt wirken: gigantische, skulptural-anmutende Ohrringe, Ketten mit Anhängern, viele Statement-Ringe und Cuffs, die fast schon wie Talismane aussehen. Dazu gab es Fußkettchen und dicke Ringe für die Zehen. So macht Mode Spaß! Denn dieser Trend funktioniert einfach bei jedem.

3. Hippie Modernism

Dem Alltag entfliehen und einfach der Realität entschwinden – scheint diese Saison ein großes Thema zu sein. Wer ist überrascht? Schließlich braucht man nur auf sein Handy zu schauen und wird von News, Benachrichtigungen und E-Mails bombardiert. Wie wäre es mal mit einem Digital Detox?

Ramsay-Levis Antwort auf diesen wachsenden Wunsch ist der moderne Hippie, der seit langem im Hause Chloé für das unbeschwerte Lebensgefühl steht. Die Designerin bekleidet mit Maxikleidern, Tuniken sowie fließenden Stoffen und bezeichnet ihre Entwürfe als „hippie modernism“ oder „New Boho age“.

4. Plissee

Wer hätte es gedacht, dass Plissee früher ein Zeichen von Luxus war. Bereits die alten Ägypter entwickelten die erste Technik, um Kleidung zu plissieren. Da dies sehr aufwendig war, war Plissee – auch in den folgenden Epochen – ein Luxus- und Statussymbol, man erinnere sich an Könige mit plissierten Halskrausen wie zum Beispiel bei Elisabeth I.. Auch bei Chloé strahlt der zarte Faltenwurf die genau richtige Portion Chic, mühelose Anmut und raffinierter Sinnlichkeit aus.

5. Lange Silhouetten

Wenn es eine Sache gibt, die wir uns spätestens für die kommende Saison hinter die Löffel schreiben sollten, dann ist das laut Ramsay-Levi mit großer Sicherheit das folgende Wort: überlang. Überlange Hosenbeine? Klingt unpraktisch? Sieht aber sehr gut aus, denn es verlängert optisch das Bein und streckt die gesamte Silhouette. Lange Beine sind zwar von Vorteil, müssen aber nicht sein.

Bilder im Header via Vogue Runway

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