Die schwedische Online-Kunstgalerie „The Ode To“ und die Demokratisierung der Kunst

Der schwedische Onlineshop hat sich der Demokratisierung der Kunst sowie der Förderung von Künstlerinnen verschrieben

Seit ich im Frühjahr über die neuen skandinavischen Onlineshops für Wohnaccessoires berichtet habe, verfolge ich besonders gespannt die Entwicklung von „The Ode To“. Der schwedische Onlineshop, in dessen Portfolio sich in erster Linie die Werke weiblicher Künstlerinnen befinden, hat sich der Demokratisierung der Kunst verschrieben. Ein Trend, der sich seit einiger Zeit beobachten lässt, und an dem das Internet einen nicht unerheblichen Anteil hat. Der Weg zur eigenen Kunstsammlung führt nicht mehr zwingend über etablierte Galerien – immer mehr junge Künstler bieten ihrer ebenso jungen Zielgruppe ihre Werke zu durchaus erschwinglichen Preisen über Onlineplattformen an.

Anna Lukins und Helena Carlberg, die beiden Gründerinnen von The Ode To, erkannten das Bedürfnis, das eigene Zuhause mit einzigartigen Objekten zu gestalten – auch ohne entsprechend großes Budget. So starteten sie im April 2018 ihr eigenes Business mit einer Vernissage und einem Pop-up bei & Other Stories in Stockholm. Deutlich zu spüren ist dabei der Einfluss und die Verbindung zur Modeszene auf die Arbeit der beiden. Helena Carlberg war Teil des Gründungsteams von & Other Stories.

Leidenschaft für Gleichberechtigung

Und nicht nur auf der monetären Ebene setzen sich die beiden Frauen für Gleichberechtigung ein – derselben Haltung zugrunde liegt ihr Konzept, weibliche Kunst zu fördern. Zwar sind an den Kunsthochschulen, in künstlerischen Berufen und auch als Kundinnen Frauen in der Überzahl, doch immer noch werden mehr männliche Künstler gefördert, ausgezeichnet und besser bezahlt.

Die Herbstkollektion 2018

Mein Favorit unter den Herbstneulingen sind die grafischen Keramikskulpturen von Tufva Design aus Stockholm. Auch die handgefertigten Collagen des deutschen Künstlers B.D. Graft fanden Einzug ins Portfolio. Die Italienerin Alina Vergnano machte sich mit ihren minimalistischen Zeichnungen bereits einen Namen und entwickelte nun exklusiv für The Ode To einen Linolschnitt auf roher Leinwand. Die britische Illustratorin Charlotte Taylor schuf zwei Sondereditionen mit architektonisch inspirierten Bildern. Mit an Bord ist auch die Keramikerin Lisa Hellrup, mit ihren zarten, von der Natur inspirierten Skulpturen. Die Dänin Helle Mardahl fügt mit den verspielten Glasskulpturen ihrer handgefertigten Candy Collection einen Farbtupfer hinzu. Die Ode To setzt auch auf die Zusammenarbeit mit der renommierten Künstlerin Kristiina Haataja (von der ich bereits im Frühling schwärmte) in Form einer Wandskulptur fort. Alle Produkte sind handgefertigt und werden nur in kleinen Auflagen produziert.

Von Tine

Ich beobachte gerne, überall und immer, ich mache sozusagen Fotos mit den Augen. Ein fester Bestandteil meiner Arbeit als Grafikerin ist das Erstellen von Moodboards. Dabei entdecke ich täglich Neues aus den unterschiedlichsten Bereichen. Seit 2011 stelle ich meine Entdeckungen regelmässig auf meinem Blog Inattendu vor. Oft werde ich gefragt, ob ich nicht den Drang verspüre, all die schönen Dinge auch kaufen zu müssen. Zum Glück nicht, denn sobald ich etwas gepostet habe, habe ich ohnehin schon ein wenig das Gefühl, als würde es mir gehören. Dass „posten“ hier in der Schweiz auch „einkaufen“ bedeutet, ist also vielleicht mehr als nur Zufall?

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