Mein Modefilm Hayashi Girls Don’t Give a Fu*k und die Geschichte dahinter

Seit gestern ist mein neuer Modefilm für meinen Store Hayashi online. Zusammen mit Katinka Omir habe ich schon mehrere Modefilme realisiert. Angefangen hat alles mit Hayashi loves you, in der ich durch die Pariser und New Yorker Modewoche düste. Dieses Projekt sollte jedoch etwas Neues zeigen und nicht nur hinter die Kulissen eines Modeladens blicken. Die

Seit gestern ist mein neuer Modefilm für meinen Store Hayashi online. Zusammen mit Katinka Omir habe ich schon mehrere Modefilme realisiert. Angefangen hat alles mit Hayashi loves you, in der ich durch die Pariser und New Yorker Modewoche düste.

Dieses Projekt sollte jedoch etwas Neues zeigen und nicht nur hinter die Kulissen eines Modeladens blicken. Die Fashion Weeks werden immer zugänglicher und sind mittlerweile Hauptthema in allen Modemagazinen. Durch viele Blogs und Liveschaltungen weiss heutzutage jeder, was während einer Modenschau passiert und wie es in den Showrooms aussieht. Der Beruf des Einkäufers ist schon oft durchleuchtet worden und selbst Einkäufer werden zu Popstars – siehe Justin O’Shea.

Die Modewelt hat sich in den letzten 9 Jahren (so lange gibt es meinen Store Hayashi schon) mehr als verändert:

War früher der Zugang zu Modenschauen nur Prominenten, wenigen Bloggern und Einkäufern vorenthalten, kann nun jeder live am Computer die Shows mitverfolgen. Wir wissen durch Blogs schon längst, was nächste Saison in den Stores zu sehen ist und können die Teile oftmals direkt nach der Show in einigen Stores kaufen – wie zum Beispiel bei Vetements. Die meisten Designer hatten zu Beginn meiner Arbeit als Einkäuferin zwei Kollektionen im Jahr, die durchdacht, innovativ und überraschend waren.

Heutzutage werden meist sechs (!) Kollektionen pro Jahr an den Kunden gebracht. Wer soll das denn alles kaufen? Und bleibt die Innovation nicht auf der Strecke? Kann ich mit dieser schnellen Taktung als Kunde überhaupt noch Schritt halten? Ist das Ganze nur Marketing oder noch Kunst? frage ich mich sehr oft und schaue kritisch auf den Modezirkus.

Diese und weitere Gedanken brachten uns auf die Idee, mal wieder das wesentliche abzuklopfen. Worauf kommt es wirklich an? Für wen wird der ganze Rummel denn veranstaltet? Genau: Für dich und für mich.

Deshalb dachten Katinka und ich, wir räumen mal auf mit der klischeebehafteten Oberflächlichkeit in der Mode und auch in unserem Alltag: Diäten, Konsumverhalten, Lifestyle. Was suggeriert uns die Mode- und Werbewelt da eigentlich?

Wieder die neueste Ernährungstheorie, sei es zuckerfrei, glutenfrei, high carb, low carb, nur Grünzeug oder am besten gar nichts mehr? Mittlerweile bekommt man als Frau in Führungspositionen Zuschüsse von manchen Arbeitgebern, wenn man seine Eizellen einfriert – geht’s noch? Während Girlboss dann also fleißig Privates hinten anstellt, kümmert sie sich am besten täglich um das gesunde Workout und ach ja, Freunde sind ja auch noch da. Wer heute mal kein Bildchen von der wilden Party oder dem lustigen Dinner mit Bekannten postet und lieber mal alleine gegen die Wand gucken will, ist raus aus der Szene.

Der Stress, den wir uns machen, in nahezu jeder Situation perfekt sein zu wollen, alles zu erleben und zu dokumentieren und möglichst frei von Verpflichtungen unser Leben zu leben (natürlich dokumentiert auf Snapchat oder retuschiert auf Instagram), ist mehr als fragwürdig. Manchmal schaue ich mir meinen Instagram-Kanal an, werde kurz neidisch und merke dann: Das bin ja ich! In dem ganzen Trubel, den ich habe, vergesse ich manchmal selbst, dass ich das ja gerade alles erlebe.

Und deshalb ist unsere Message mit diesem Film ganz klar: Don’t give a fuck!! Sei du selbst, lebe wie du willst und versuche, nicht allen zu gefallen. Mach, was dir Spaß macht. Jage keinen Bildchen hinterher, sondern höre auf deinen Bauch. Willst du heute Abend wirklich ausgehen oder mal alleine die Gedanken ordnen? Willst du wirklich die perfekte Figur oder macht dir die Pizza mit dem Freund abends so viel Spaß, dass der Verzicht gar nicht so viel Sinn macht? Brauche ich immer so viele Menschen um mich oder schaue ich lieber mal nach innen und denke nach, bevor ich das 10. Champagnergläschen kippe und Smalltalk halte? Fragen, die ich mir mit jedem Jahr mehr stelle.

Dabei liegt der Sinn eigentlich ganz nah, nämlich im eigenen Herzchen. Und wenn ich mir Zeit nehme, öfter mal der Stille zu lauschen, dann höre ich bestimmt den richtigen Takt, der für mein Leben passt.

In diesem Sinne: Don’t give a f*ck!

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Produkte im Film:

Strickkleid (Kaffeeszene): Mira Mikati, Vogelohrring: Stella Jean, Kleid und Haarband (Wäscheszene): Vivetta; roter Mantel (Frühstückszene): For Restless Sleepers,  Kleid (Kleiderschrankszene): MSGM, Taschen (Taschenszene): Candy Johnson, Olympia le Tan, Schuhe (Schuhszene): MarniRed Valentino (alle Produkte erhältlich bei Hayashi)

Hayashi Fashion Film: Katinka Omir
Hayashi Girl: Kerstin Görling
Script, Camera, Edit: Katinka Omir
Stylist, Set Stylist: Kerstin Görling

Von Kerstin

Mein Name ist Kerstin Görling und ich lebe in Frankfurt am Main. Ich bin Einkäuferin und Inhaberin von Hayashi. Vor der Eröffnung 2007 habe ich Fashionmanagement in Düsseldorf studiert – seitdem lebe ich meinen Traum. Um die neuesten Kollektionen zu sehen und einzukaufen, reise ich jede Saison in die Showrooms und zu Fashionshows nach Paris, Mailand oder New York. Um mich zu inspirieren, lese ich viel und halte meine Augen offen, um neue Formen und Farben zu erspüren.

Ihr findet mich neben Journelles bei instagram (@hayashi_shop) und auf dem Hayashi Blog!

Kommentare (18) anzeigen

18 Antworten auf „Mein Modefilm Hayashi Girls Don’t Give a Fu*k und die Geschichte dahinter“

Ganz, ganz bezaubernd! Und falls Du auch alles sprichst: seeeehr schöne Stimme!
Jetzt gehe ich mit einem Lächeln durch den Tag. LG Hannah

Liebe Kerstin, du bist einfach ein zauberhafter, bunter, einmalig kreativer Mensch!! Tolle Message vom Video und süß umgesetzt… Ist das deine Stimme?
Bin ein großer Fan von eurem Blogazine und freu mich Jedes mal reinzuschauen 🙂 Alles Liebe!!!

Liebe Kerstin,
Der Film ist toll und vor allem bist du toll! Deine Looks sind mega, du bist wirklich ein kleines Kunstwerk. Mach weiter so!
Viele Grüße, Monika

Ich find die Idee zu dem Film nett, aber natürlicher und schöner hätte ich es auf deutsch gefunden – oder einem echten englischen Akzent.

Aber mit der Grundaussage hast Du absolut recht!
Bleib so bunt! 🙂

Wundervoll! Ich weiß garnicht, wie oft ich ihn mir gestern angeschaut habe <3 und ich finde diesen Artikel dazu ganz toll! Vor allem erschreckt es much selber, wie oft ich das perfekte Foto machen möchte anstatt den Moment zu genießen. Nö, nicht mehr!

Absolut! Ich nehme dieses großartige Video ebenfalls zum Anlass, mehr Entspannung und Raum für den eigenen Rhythmus zu zulassen. Da muss ich ihn gleich nochmal anschauen 😉

Allerliebsten Dank für Eure schönen Worte. Ich freue mich sehr. Und um es zu verraten: ja, die Stimme ist meine eigene.

wunderschönes video und du bist überhaupt eine riesen inspiration! verrätst du wo es diesen wahnsinns teppich gibt auf dem du im video liegst? so einen brauch ich ganz ganz dringend! bussi!

Ich bin sehr beeindruckt! Toller Film, tolle Message, alle Klischees werden auf die Schippe genommen, haha! Gut so!
Und der Text vom Artikel hat mich auch berührt. Nur Wahres! Danke <3
lg
Esra

[…] Don’t Give A Shit! Ist das Motto der lieben Kerstin, Inhaberin des Stores Hayashi und Bloggerin auf Journelles, die sich über alle Klischees der Menschen in der Mode auf sehr sympathische Art und Weise lustig macht. Und die im Übrigen leider sehr wahr sind. […]

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.