Highlights der London Fashion Week SS20: Burberry, JW Anderson, Victoria Beckham, Erdem

Die Modewoche in London ist schon wieder passé: Fünf Tage lang gab es jeden Tag gefühlt 30 Shows zu sehen, Trends en masse wurden präsentiert – mal mehr und mal weniger ansprechend. Während die Designer nun mal eine Nacht durchschlafen dürfen, blicken wir zurück auf das Schönste von den Londoner Laufstegen. Enjoy!

Burberry

An die Stelle von knalligen Farben tritt der Fokus auf Texturen und Materialien. Kleidungsstücke fallen nicht von Weitem ins Auge – viel mehr offenbart sich erst bei genauerem Hinsehen die ganze Pracht und Raffinesse. Gemeint ist die neue Kollektion von Burberry und seinem Chefdesigner Riccardo Tisci.

Unter dem Titel „Evolution“ präsentierte der ehemalige Givenchy-Kreativdirektor eine Hommage an das britische Modehaus und wurde vor allem von der viktorianischen Ära inspiriert, die sich in schmalen Taillen, Spitze und aufwändig-geschnittenen Ärmeln widerspiegelt.

Riccardo Tisci bleibt mit Burberry weiter auf Verjüngungskurs und präsentiert mutige und verspielte Schnitte mit extravaganten Details, die gesamte Wirkung der Kollektion bleibt durch die einfachen Farben dennoch erwachsen und gelassen.

Bilder via Burberry PR

JW Anderson

Ob Preppy Chic, Royal High-Class-Schönheit oder Punk Gang Girl – die London Fashion Week bietet stets eine Vielzahl eingängiger Stile. Wie die Stadt London selbst. Dass dort auf den Laufstegen manchmal keine modische Revolution ins Rollen kommt, ist nicht neu, trotzdem gibt es mit Labels wie JW Anderson immer auch spannende Highlights.

Wirklich nicht zu übersehen war die Präsenz von gemusterten Looks, mal gestreift, mal stark geblümt. Oft kamen diese als Ensembles daher oder aber in Form von raffiniertem Material-Mix und/oder Fransen. Da es sich um die Sommerkollektionen handelt, waren vor allem die Strickkombinationen interessant. Da wäre zum einen ein pastellgelbes Kleid auf Spaghettiträgern oder ein weißes Midikleid mit Rollkragen. Ich stelle mir ja unter Sommer doch etwas anderes vor, aber da sich die Jahreszeit immer mehr in den September/Oktober zieht, und damit der Winter in den Frühling, erscheint es mir nur clever, die Grenzen der Jahreszeiten zusehends auf den Laufstegen verschwimmen zu lassen.

Und sonst so? Glitzersteine waren ein großes Thema: Auf vielen Mänteln und Kleidern trugen die Models ein interessantes BH-Gestell. Auch Kleider aus Baumwolle hatten Löcher, die mit Glitzersteinen umrandet waren. Immer wieder spannend, Herr Anderson!

Bilder via JW Anderson

Erdem

Ob Blümchen, Volants oder feine Stoffe: Riesige Überraschungen bleiben aus bei Erdem, trotzdem sind seine Kollektionen herrlich verspielt und wahrhaft schön anzuschauen.

Was mich an dem britisch-türkischen Designer, Erdem Moralıoğlu, besonders fasziniert, ist die Wahl seiner Inspiration. Denn auch diese Saison ist die Geschichte um die Kollektion spannend: Stilistisch faszinierte ihn Tina Modotti, ein gebürtige Italienerin, Schauspielerin in Hollywood, Fotografin, Revolutionärin und Kommunistin (sie reiste mit der Mexikanischen Kommunistischen Partei nach Russland), bevor sie unter verdächtigen Umständen einen frühen Tod fand. “She found a cause that she believed was right, fought for it, and eventually suffered the biggest consequence“, sagte Erdem über seine Inspiration, die er in voluminösen Proportionen, Lochstickereien, Seidentüchern und gerade geschnittene Kleider übersetzte.

Bilder via Erdem

Victoria Beckham

Auch unabhängig voneinander ist Beige omnipräsent auf den Laufstegen. Vor allem in Kombination mit Karomustern ist sie beliebter Bestandteil der neuen Kollektion von Victoria Beckham. Was lange als Renter-Beige galt, wird seit einigen Jahren wieder als Trend (Klassiker war es schon immer) zelebriert. Auch Karo zeigt sich ebenfalls resistent und liefert für die kommende Saison einen der wichtigsten Muster-Trends. Nicht zu vergessen: florale Prints! Der geblümte Jumpsuit mit One-Shoulder finde ich ganz besonders hübsch!

Beige und Karo ist zwar nicht neues, doch manchmal ist es gut seiner Richtung treu zu bleiben; das macht Victoria Beckham auch aus: Anstatt sich auf Trend-orientierte It-Pieces zu verlassen, um einen Hype mitzunehmen, konzentriert sie sich auf tragbare Basics: Hier wird viel mit klassischen Schnitten, eleganten Suits und Mänteln sowie meist zurückgenommenen Farben gearbeitet. Ihr Erfolg gibt ihr recht!

Bilder via Vogue Runway

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