Frischer Wind bei Burberry: Riccardo Tisci präsentiert Debütkollektion auf der London Fashion Week

Als Christopher Bailey nach 17 Jahren Burberry verließ, sprach man vom Ende einer Ära. Klar, dass es für seinen italienischen Nachfolger Riccardo Tisci keine einfache Aufgabe ist, das modische Erbe fortzuführen.

Was vielen endlich zeitgemäß erscheint, zwingt Nostalgiker in Gedenken an den guten, alten Chefdesigner in die Knie, wiederum andere sind hin und her gerissen zwischen Fortschritt und Wehmut. So ungefähr lassen sich die Veränderungen im Hause Burberry sowie die Debütkollektion von Riccardo Tisci zusammenfassen. Doch eines kann man nicht bestreiten: Es beginnt ein neues Kapitel für Burberry.

Text von Alexandra Kutek

 

Bilder via Vogue Runway & PR

Das Neue zulassen

Designerwechsel bedeuten nicht nur, dass ein neuer Namen hinter einem Label steht. Sie bedeuten Veränderung, eine neue Handschrift. Riccardo Tisci hat als neuer Kreativdirektor bereits vorab einiges geändert.

Er entschied sich zum Beispiel für ein neues Burberry-Logo. Bislang bestand es aus einem eleganten Schriftzug und der Figur eines Ritters. Nun weniger verspielt, dafür plakativer: Der Labelname ist serifenlos. Außerdem besteht das Monogramm aus ineinander verschlungenen Initialen von Gründer Thomas Burberry – ein orangefarbenes T durchkreuzt ein weißes B vor einem beigefarbenen Hintergrund.

Wenn ein Designer das Logo eines Modehauses verändert, dann ist das eine klare Ansage, keiner macht das besser als Hedi Slimane. Kurz nach seinem Antritt ließ er das „Yves“ aus dem Yves Saint Laurent entfernen und ganz aktuell bei Celine den Akzent wegstreichen. Die einen mögen es, die anderen sind an dieser Stelle genervt.

Und nicht nur das Logo sowie Monogramm sind bei Burberry ab jetzt anders: Das Unternehmen verkündete, dass es künftig auf Echtpelz und auf das Vernichten von unverkauften Produkten verzichten werde. Hier hatten wir bereits berichtet.

So war die Debütkollektion …

Bereits kurz vor Start der Show twitterte die Modejournalistin Vanessa Friedman: „No celebrities at this Burberry show. It’s a whole new era.“ Und das ist eine deutliche Ansage von Riccardo Tisci. Obwohl kaum Prominente zur Show eingeladen wurden – im Stream sah man durchaus einige bekannte Gesichter – gab es Supermodels wie Irina Shayk, Jourdan Dunn und Kendall Jenner auf dem Laufsteg.

Doch kommen wir mal zu der Kollektion: Die ersten Looks waren elegant, schick, sehr ladylike: Trenchcoats (auch mal aus Leder), Faltenröcke, hochgeschlossene Blusen mit Schleifen, sehr viel Braun und Beige, eingearbeitete Tücher. Und gerade als man sich an die zurückhaltenden Looks gewöhnt hatte, kam in der Mitte der Kollektion der Bruch: Leder-Miniröcke mit Reißverschlüssen, asymmetrische Schnitte, Cut-Outs, – alles jünger und experimenteller, ein wenig so wie aus seinen Givenchy-Zeiten.

Die Kollektion gibt uns einen guten, ersten Vorgeschmack, in welche Richtung er mit Burberry künftig gehen will. Am Ende lässt sich nur sagen: Goodbye Mister Bailey, es war uns wirklich eine Ehre! Welcome, Signore Tisci.

See Now Buy Now

See Now Buy Now“ – so lautet heute das neue Kredo vieler Modelabels. Um den Hunger nach Neuem schneller stillen zu können, sind viele Kollektionsteile mittlerweile sofort im Anschluss an die Schauen erhältlich. So waren die Kollektionen von Ralph Lauren oder Mansur Gavriel, die vergangene Woche bei der New York Fashion Week gezeigt wurden, direkt im Onlineshop erhältlich.

Burberry ist schon lange bekannt dafür, mit neuen Technologien zu arbeiten. So können die Kollektionen bereits seit 2016 direkt im Anschluss der Show gekauft werden. Der Unterschied diesmal: Ausgewählte Entwürfe von Riccardo Tisci sind über Instagram und WeChat (die beliebteste App in China) direkt nach der Debüt-Show erhältlich – und das auch nur für die nächsten 24 Stunden. So erzeugt man Hypes! Dass Burberry See Now Buy Now bei WeChat anbietet, zeigt auch, wie wichtig der chinesische Markt für das Modehaus ist. Ein cleverer Schachzug – und es werden sicherlich noch weitere folgen.

Noch mehr Eindrücke von der Show:

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