Labelwatch: alle Augen auf Trademark

Bis vor drei Tagen wusste ich nicht, dass ich etwas in meinem Leben vermisst habe, ohne es zu merken. Die Rede ist von silbernen Ohrringen in Form kleiner Sardinen. Das klingt jetzt erst mal ein wenig seltsam, doch ich bin mir sicher, nachdem ihr diesen Artikel gelesen habt, werdet ihr hier ganz auf meiner Seite sein. Vergangenes Wochenende stolperte ich nämlich über eine wunderschöne Marke mit dem sehr ungünstigen Namen Trademark (doch dazu später mehr).

Trademark wurde bereits vor drei Jahren von den Stieftöchtern der Modegröße Tory Burch, Pookie und Louisa Burch, als Ready-to-Wear Marke für Damen gegründet. Die schlichten, intellektuellen Entwürfe überzeugten Fachpresse und Kunden sofort. Schnell jedoch schossen die Verkaufszahlen der exzentrischen und orginellen Taschen, Schuhe und des Schmucks derart in die Höhe, dass sie bald die Damenbekleidung überholten. Die beiden jungen Designerinnen reagierten schnell und pragmatisch.

Pookie und Louisa schlossen ihre Boutique in SoHo, New York und relaunchten Trademark als reines Accessoires- und Schuhlabel. Im Januar vergangenen Jahres präsentierten die beiden ihre erste Kollektion unter dem neuen Konzept. Die Taschen, Schuhe und der Schmuck von Trademark sollen zeitlose Begleiter werden, die mit ihrem durchdachten Design und Understatement überzeugen und jeden Look komplettieren. Ich würde sagen: mission accomplished. Beim Scrollen durch den hauseigenen Onlineshop gab es nicht ein Teil, das nicht Begierden geweckt hätte. Die Preise bewegen sich im gesunden Mittelfeld, was für mich heißt, dass ich ein wenig auf ein Teil sparen müsste, es aber nicht jenseits des Machbaren ist, hier mal zuzuschlagen.

Der Instagram-Account ist nicht nur eine Quelle von tollen Inspirationen und Moods, er spiegelt auch die DNA von Trademark perfekt wider. Der Spirit der Marke findet sich vor allem im liberalen Amerika der Siebzigerjahre. Wir denken an Annie Hall, eine junge Hillary Clinton und noch jüngere Meryl Streep. Der Somme of Love ist immer spürbar, Naturverbundenheit ebenso. Der Look ist der perfekte Mix aus der intellektuellen Ostküsten-Eleganz und lässigem Hippie-Schick.

Die Trademark-Frau ist selbstbewusst, bunt und unverwechselbar

Die Ledertaschen sind auf den ersten Blick unglaublich schlicht. Erst beim zweiten Hinsehen offenbaren sich liebevolle Details, wie kleine Beschläge, Tuchzipfel in Ginghammuster, die hier und da hervorblitzen. Aufwendig handgenähtes Leder wird kombiniert mit schlichtem Baumwollstoff, Trageriemen durchbrechen radikal und doch mühelos und elegant das Leder. Die Farben bewegen sich in erdigen Tönen, cremigem Weiß und gedeckten Grundfarben, gezielt akzentuiert mit Farbtupfern in türkis, senfgelb oder knallrot. Trademark hat sich dem amerikanischen Minimalismus verschrieben. Diese Zurückhaltung wird gekonnt gepaart mit einer charmanten Naivität. Die aktuelle Kollektion an Sandalen, Ballerinas und Sandaletten sind die perfekte Mischung aus Kindheitserinnerungen (geflochtenes Leder, Stoffschleifen) und zeitloser Eleganz.

Ich würde vom Fleck weg wirklich alle Modelle gerne in meinem Schuhregal aufreihen. Die ineinander verschlungenen, zweifarbigen Lederriemen der Sandalen sind für mich das Upgrade der Riemchensandalen, die vergangenen Sommer ihren großen Siegeszug angetreten haben.

Nun zu meinem Objekt der Begierde: dem Schmuck! Man schaut sich die wunderbar verqueren Ohrringe an und fragt sich, warum da nicht schon eher jemand drauf gekommen ist. Es macht schließlich einfach nur Sinn, sich vergoldete Stubenfliegen, silberne Sardinen und weibliche Torsi an die Ohrläppchen zu hängen. Wer da nicht ganz auf meiner Seite ist, für den*die gibt es auch schlichtere Designs. Schmucktechnisch ist aber in jedem Fall noch etwas Luft nach oben, ihr beiden! Ich möchte mehr sehen 😉

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Der Name der Marke ist im Übrigen wirklich tricky. Da er mir, wie eingangs erwähnt, auf Instagram über den Weg lief, ich mich aber beim besten Willen nicht mehr an den genauen Namen des Accounts erinnern konnte, wurde die Suchmaschine angeworfen. Wer einmal die Worte „Trademark” und „Label” gegoogelt hat weiß, wie fruchtbar diese Sache endet. Es hat mich locker eine halbe Stunde gekostet, bis ich schließlich auf die richtige Seite und den dazugehörenden Instagram-Account stieß. Tja, auch googeln will gelernt sein, nicht wahr?

Hier kommt meine bescheidene Trademark-Wishlist aus den Onlineshops:

Bilder im Header via Instagram.com/trdmrk, Trademark

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