Kolumne: #moreromance fängt bei uns selbst an – und wieso ich gerade keine Blogs mehr lese

Vor zwei Wochen saß ich während der Bread & Butter auf Einladung von mint & berry im Rahmen der „The World needs more Romance“-Kampagne auf einer Bühne und sprach mit lieben Kolleginnen über die deutsche Kommentarkultur und Hate Speech in sozialen Medien, berichtete von eigenen Erfahrungen im Umgang mit negativen Beiträgen und wieso mich das auch nach 10 Jahren nicht kalt lässt.

Zu dem Thema gibt es viel zu besprechen, es gibt viele Ansätze, Meinungen, Ideen – und vor allen Dingen keine Universalantwort auf die Frage, wieso der Umgang im Netz so viel harscher als im echten Leben ist. Denn da geht man schliesslich auch nicht auf wildfremde Personen zu und teilt mit, dass man die Visage, das Outfit, die Weltanschauung oder den Job unter aller Kanone findet. Eine schlaue Person hat mal über die deutsche Blog-Kommentarkultur und die Einführung unserer Nettiquette gesagt: „Menschen lesen deinen Blog. Wenn dein Blog dein Zuhause, dein Wohnzimmer ist und deine Leser deine Gäste sind, dann geht man doch eigentlich davon aus, dass sie dir Zuhause auch nicht in dein Wohnzimmer kacken.“

Mich beschäftigt daher schon immer die Frage: Woher kommt das Mitteilungsbedürfnis, Gehässiges oder Böses zu schreiben, gern unter dem Deckmantel der konstruktiven Kritik, um der Person so richtig eins auszuwischen? Und ich spreche hier nicht von Kommentaren, die ein Outfit blöd finden. Damit konnte ich schon immer leben, Geschmäcker sind verschieden. Ich kann an einer, na, sagen wir zwei, Händen die Personen abzählen, die meine Arbeit und mich als Person einfach unendlich doof finden. Und das seit Jahren unter verschiedenen Namen und anderen Email-Adressen kundtun. Sie formulieren gewieft und haben nichts anderes im Sinn, als meine Arbeit und meine persönlichen Erfolge schlecht zu machen. Meinen Lebensstil – oder das, was man öffentlich mitbekommt – kritisieren.

Auch hier: Jeder darf mich doof finden. Gar nicht anzuecken stelle ich mir ziemlich langweilig vor. Für mich ist daher die Frage nach der Kontinuität und den Beweggründen interessant. Wie viel Unmut muss man in sich tragen, jahrelang einem Blog oder einer Person zu folgen, die man nicht leiden kann? Das muss doch unangenehm sein?

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Rock: mint & berry. Das Shirt, sowie andere Teile der Merch Kollektion sind voraussichtlich ab Ende nächster Woche wieder im Onlineshop erhältlich.

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Der Gewinn beinhaltet:

  • 3 Nächte im Kakslauttanen Arctic Resort in Finnland mit Frühstück & 3-Gänge-Menü
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Mitmachen kannst du bis Sonntag, den 08.10.2017 um 23:59 Uhr. Aus allen Einsendungen sucht sich eine Jury den schönsten ‚Act Of Romance’ aus und gibt den Gewinner gleich am Montag, den 09.10.2017 bekannt.

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Ich möchte es also ehrlich nachvollziehen können. Zum Beispiel habe ich in meinem ganzen Leben keinen einzigen gehässigen Kommentar geschrieben. Oder mich einfach mal ausgekotzt. Selbst wenn ich was Gemeines gedacht habe (da kann ich mich von Zeit zu Zeit auch nicht ausnehmen), dann habe ich es niemals schriftlich formuliert und anonym abgeschickt. Dazu fehlt mir nicht nur die Zeit, das ist in meiner Welt schlicht und ergreifend unlogisch.

Aber wenn man den aktiven Part des Niederschreibens mal ausklammert, so hat die Aktion doch oftmals mit persönlichem Unmut und Unzufriedenheit zu tun. Das kenne ich von mir selbst; ich muss nur mal wieder eine schlechte Nacht mit meinem Baby gehabt haben, da platzt mir bei jeder Kleinigkeit sofort die Hutschnur. Die Explosion bekommt in 99 Prozent aller Fälle mein Partner ab, was mir schnell leid tut, er es mir aber nicht übel nimmt. Besondere Umstände eben. Außerdem habe ich das Glück, tolle Freunde zu haben. Mir hilft das simple Prinzip des „drüber sprechens“. Zu verstehen, woher die eigene Unzufriedenheit kommt, welche Lösungen man dafür finden kann. Oftmals reicht es auch schon, sich Dinge von der Seele zu reden und dann ist wieder alles gut. Was aber, wenn man das nicht kann, wenn man viel zu viel in sich reinfrisst und den genauen Grund für die Frustration gar nicht kennt?

Die mint & berry Merch Collection zur #moreromance Kampagne

„Wir sind der Meinung, dass man jeder Gemeinheit etwas Positives entgegensetzen kann. Mit unserer limitierten Kollektion setzen wir mit fünf exklusiven Produkten ein Statement für #moreromance. Wir glauben, dass wir alle jeden Tag etwas Gutes tun können. Auch in der digitalen Welt. Deshalb geht der gesamte Erlös der More Romance Merch Kollektion an die Organisation DIGITALE HELDEN GmbH. Das Programm bildet Schüler*innen aus, die jüngere Schüler*innen beim Umgang mit persönlichen Daten im Internet, sozialen Netzwerken und bei der Prävention von Cybermobbing beraten.“

Zehn Jahre lang kannte ich dieses gefrustet sein nicht. Da muss ich ehrlich sein: Mir schien die Sonne aus dem Allerwertesten. Ganz einfach, weil alles bestens lief. Selbst wenn ich gern an mir und meiner Arbeit zweifle; es ist auch ein Motor, der mich antreibt. Vor allen Dingen aber hat es mir geholfen, nie nach rechts oder links zu schauen. Sondern immer nach vorn, getreu dem Motto: Veränderungen und neue Ideen kommen aus mir selbst heraus. Nicht, weil man abkupfert, kopiert oder beständige Erfolgsmodelle für sich adaptiert. Das Business hat ein ein Mordstempo drauf, also habe ich immer Neues ausprobiert. Aus meiner persönlichen Sicht bin ich damit erfolgreich gefahren. Trotzdem habe ich in jüngster Vergangenheit eine neue Seite an mir entdeckt: Ich habe angefangen, zu vergleichen.

Ausgerechnet nach der Geburt meines Sohnes habe ich nach rechts und links geschaut. Da lag ich dann zuhause im Wochenbett, mit dem grössten Glück in meinen Armen, und bekam beim Scrollen auf Instagram so richtig schlechte Laune. Ich habe einen Anflug von neidischen Gedanken gehabt, mich gefragt, wieso Influencer X diese Kollaboration hat und ich nicht, Blogger Y auf diese oder jene Reise eingeladen wurde und ich nicht und mich über Agentur Z geärgert, die plötzlich kein Budget mehr für uns aber für andere hatten.

Noch maßloser ärgerte mich daran aber, dass ich diese Gedanken überhaupt hatte. Jahrelang war ich davon verschont geblieben und fiel dann – in der bedeutsamsten Zeit meines bisherigen Lebens – auf diese Oberflächlichkeit rein? Von der ich selbst ein Teil bin und selbst gern nur Positives zeige und suggeriere?

Es hat mich einige Wochen gekostet, mit diesen neuen Gefühlen umzugehen und weitere Wochen, um diese wieder loszuwerden. Denn klar, in erster Linie hatte ich, insbesondere bei der Gründung meiner Familie, Existenzängste. Schließlich vergleicht man sich immer mit Kollegen, die in derselben Branche mit denselben Kunden arbeiten. Konkurrenz belebt das Geschäft und so. In zweiter Linie war es die Furcht vor dem persönlichen Versagen und der Chance, als Neu-Mama in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Nicht mehr relevant oder interessant gefunden zu werden. Diese Panik veranlasste auch, dass ich drei Wochen nach der Geburt wieder arbeitete und die ursprünglich eingerichtete Abwesenheitsnotiz „Im Mutterschutz“ löschte. Immerhin stand ja das Weihnachtsgeschäft vor der Tür und die Selbstständigkeit ließ es gar nicht anders zu. Oder? Im Nachhinein hätte ich mir gern eine längere Auszeit genommen.

Gerade weil mir bewusst ist, dass ich in einer privilegierten Situation (= toller Job, tolle Familie, tolle Reisen, tolle Freunde, tolle Mode) bin und trotz alledem diese schlechten Gedanken gegenüber anderen, mir zum Teil unbekannten Menschen, hegte, begann ich zu verstehen, was ein möglicher Motor für so viel Unmut und zum Teil auch Hass sein könnte. Wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist, projiziert man dies auf andere.

Was habe ich getan, um mich davon zu befreien und mich wieder zu fokussieren?

Ich habe vorerst aufgehört, Blogs zu lesen. Ich habe aufgehört, endlos durch Instagram zu scrollen und mir Instagram Stories von Personen anzusehen, die mich nicht interessieren. Alles und jeder, der mir indirekt oder direkt ein ungutes Gefühl beschert hat, aus meinem Umfeld gestrichen. Das ist keineswegs persönlich gemeint,  aber es hat mir geholfen, wieder klarer zu sehen und mich auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren. Denn wenn eines wirklich Gift für die eigene Zufriedenheit ist, dann ist es der Vergleich mit anderen.

#moreromance beginnt in meinem Fall also bei mir selbst: Wenn ich gut zu mir bin, bin ich es auch zu dir.

  • In freundlicher Kooperation mit mint & berry

Kommentare

  1. So wahr. Abgesehen davon finde ich Dich super und vor allem konsequent, dass Du einfach mal aufgehört hast, Blogs zu lesen. Deinen Blog werde ich auf jeden Fall weiterlesen, da ich Dich und das was Dich ausmacht außerordentlich schätze.
    xx Rena

  2. Tina häger sagte am

    Liebe Jessie!
    Das ist einfach ganz grosse Klasse! Ich folge Dir und Journelles von Anfang an, seit 2012 und habe besonders in der letzten Zeit sehr bewundert, wie Du das alles schaffst und wie professionell Du die verschiedensten neuen Abenteuer mit Deiner Familie + Journelles meisterst.
    Wunderbar geschrieben und analysiert zeugt dieser Text davon, dass Du eben weit entfernt davon bist eine oberflächliche Modetussi zu sein, sondern eine tiefgründige, kluge, erfolgreiche, moderne Frau und Mutter!
    Es stimmt einfach, der einfachste Weg unzufrieden zu werden ist, sich ständig zu vergleichen. Dies zu durchschauen ist eine Sache, es zu verändern ungleich schwerer. Aber : Wir schaffen das 😉
    Dies ist mein erster Kommentar – ever
    Also weiterhin chapeau, mach weiter so, Du bist wunderbar!
    Tina

  3. Liebe Jessie,

    ich sehe das wie Du: Mehr Respekt und Freundlichkeit fehlen in unserer Gesellschaft. Man muss aber gerade bei öffentlichen Websites (und das sind Blogazines ja) unterscheiden zwischen Hatern (Hass und Beleidigungen gehen gar nicht) und kritischem Nachfragen.

    Ich finde viel schlimmer, wenn alles so wischiwaschi-„oh wie toll, love it“-mäßig kommentiert und null hinterfragt wird. Das ist gerade in der heutigen Gesellschaft und in den (unruhigen politischen und gesellschaftlichen) Zeiten, in denen wir leben, unglaublich wichtig und man sollte nicht alles unzerkaut schlucken, was einem vorgesetzt wird (Biedermeier). Manchmal wird`s mir Angst und Bange, wenn ich den (positiven) und unreflektierten „Stuss“ unter so manchen Artikeln (natürlich nicht nur hier, sondern allgemein auf Nachrichtenplattformen, Blogs, Magazinen etc.) lese und mir denke: Wo haben die Leute ihren Verstand gelassen?

    Ich glaube, dass man als öffentliche Plattform sich einfach ein richtig dickes Fell zulegen und mit anders tickenden Menschen klar kommen und sich auf sich konzentrieren muss. Sehr bewunderswert finde ich als Beispiel Anna von Mangoblüte, die im Laufe der Jahre richtig viel einkassiert hat, sich aber immer treu geblieben ist und sich nicht hat vom Weg abbringen lassen. Sie hat verdammte Charakterstärke, das bewundere ich sehr (ich hätte nach den Shitstorms bestimmt nen Strick gesucht).

  4. Melissa sagte am

    Liebe Jessi,
    Sehr schön geschrieben, das regt zum Nachdenken an. Allerdings ist mir aufgefallen, dass sich teilweise auch in Blogs (und bei Journelles ist es mir auch mehr und mehr aufgefallen), schnippische Bemerkungen über andere (unordentliche Tasche von Yildiz etc.) finden, die zwar als ‚lieber Scherz/Insider‘ gemeint sind, aber doch ebenfalls in diese bewertende Richtung gehen. Das setzt dann auch irgendwie den Ton, der sich geändert hat und den ich so vorher nicht bei Dir/Deinen Beiträgen wahrgenommen habe. Ich bin zu 100% überzeugt, dass diese Anspielungen nicht böse gemeint sind, aber Anspielungen sind Anspielungen und hinterlassen beim Lesen einen komischen Beigeschmack, den ich so ehrlich gesagt gar nicht lesen möchte.
    Liebe Grüße
    Lissa

    • Huhu Lissa, ich glaube nicht, dass wir untereinander auch nur eine „schnippische“ Bemerkung abgeben, sondern wir gerne Witze machen. Es macht ehrlicherweise auch keinen Sinn, auf meinem eigenen Blogazine im Team schnippische Bermerkungen zu machen? Das mit der Tasche habe ich übrigens nicht geschrieben, ich denke mal du meinst Marie und da sie eng mit Yildiz befreundet ist, hat das sicher einen ganz anderen Background.
      LG Jessie

  5. Liebe Jessie, vielen Dank für deine offenen Worte! Wie krass, dass selbst du Selbstzweifel hast, hätte ich nicht gedacht, Aber klar, wahrscheinlich bekommen wir vieles gar nicht mit, was du / ihr euch so anhören, bzw. lesen müsst. Du hast es jedenfalls überhaupt nicht nötig zu zweifeln! Was du alles geschafft hast und leistest ist doch der Wahnsinn. Du bist nicht nur die Mutter aller deutschen Modeblogger sondern jetzt selbst auch noch eine „richtige“ Mama, inklusive mehrerer Firmen und Mitarbeiter. Das ist doch der Hammer. Mir geht es wie dir, ich frage mich so oft, wer diese Menschen sind, die einfach sinnlos und häufig verletzend kommentieren. Wer hat denn die Zeit dafür? Was gibt das diesen Menschen? Vermutlich hast du aber Recht und diese Menschen können einem nur Leid tun, weil sie selber kein Selbstwertgefühl haben und vermutlich einfach nur neidisch sind. Ich hoffe jedenfalls, dass ihr genauso weitermacht wie bisher und wünsche dir weiterhin alles Liebe und viel Power. Liebe Grüße Neele

  6. Ein wunderbare ehrlicher Text mit so einer tollen Message! Ich bin davon überzeugt, dass diese Welt ein besserer Ort wäre, wenn wir alle mehr lieben würden/könnten.
    In diesem Sinne, love you Jessie <3

  7. Schöner Text und schön, dass du schreibst, im Nachhinein hättest du dir gerne mehr Zeit im Wochenbett gegeben. Bisher hast du ja in einigen Interviews gesagt, dass der Wiedereinstieg nach 3 Wochen deiner Selbständigkeit geschuldet ist, dir aber „ehrlicherweise auch schnell langweilig geworden wäre“. Dieser Nachsatz hat mich ehrlich gesagt ziemlich geärgert – weil es die Messlatte wieder viel zu hoch hängt. Es ist blöd genug, wenn man das machen MUSS (oder auch nur denkt, das zu müssen, wie du ja schreibst. Das sind ja legitime Ängste). Aber nach 3 Wochen mit einem Neugeborenen ist einem einfach nicht langweilig. Auch wenn alles supidupiganztollläuft. Versteh mich nicht falsch: ich finde es richtig richtig gut, gerade im Bereich Mütter/ Familie und Beruf, Vorbilder zu haben, die es anders machen als die meisten. Ich habe selbst nach 5 Monaten wieder angefangen zu arbeiten. Aber erst sowas rumposaunen (und damit natürlich zu vermitteln, wie wahnsinnig leistungsfähig man ist und wie locker man alles hinkriegt) und dann wieder sagen: eigentlich hätte ich mehr Zeit gebraucht… da hätte ich mir von Anfang an etwas mehr Reflektion gewünscht.

    • Genau, ich habe geschrieben, dass ich der Selbstständigkeit wegen sehr schnell wieder habe arbeiten müssen und ich weiß auch, dass mir schnell wieder langweilig geworden wäre. Das ist nicht unreflektiert, das empfinde ich immer noch so. Ich kann vom Typ her schlecht still sitzen. Trotzdem hätte ich gern mehr Zeit gehabt, das schließt sich ja nicht aus – man will doch immer das, was man gerade nicht hat. Wieso ärgert dich das? Es ist ja mein rein subjektives Empfinden. Du drückst mir mit deiner Erfahrung, dass einem „mit einem drei Wochen alten Kind nicht langweilig werden kann“ doch auch deine subjektive Meinung auf. Das finde ich unter Müttern wirklich schwierig: Dass stets kritisiert die werden muss und nur, weil man andere Erfahrungen gemacht hat, dieser Weg automatisch der Richtige sein muss. Ich wünsche mir da etwas mehr Gelassenheit und Verständnis untereinander – so handhaben wir es auch mit meinen Freundinnen, die Kinder haben: Man verurteilt sich nicht untereinander, nur weil man etwas anders macht als die andere. Jeder hat ein anderes Tempo, eine andere Herangehensweise. Man tut es so, wie es sich in dem Moment richtig anfühlt. Und da gibt es einfach kein richtig oder falsch.

      • Liebe Jessie,
        Danke für deine ausführliche Antwort. Keine Ahnung was du aus meinem Kommentar rausgelesen hast – aber Kritik an deinem Tempo oder deiner Herangehensweise habe ich nicht geäußert.

      • krass wie kann man denn nach 3 Wochen mit Baby Langeweile empfinden?! i am slightly geschockt und irgendwie tust du mir auch leid, dass du das so empfindest. Ich lese hier schon lange und mag den Blog mal mehr, mal weniger. Vermutlich eher mehr, sonst hätte ich mich ja als Leser verabschieden können. Ich schreibe nie meine echte Mail… (weil ich nicht will, dass ich SPAM erhalte). Und ich schreibe mal nettes, meistens nix und wenn ich ein Video wie das Vorstellen deiner XXL Handtaschen Kollektion gruselig finde, dann sage ich auch das. Aber das würde ich dir auch als Freundin zu Gast in deinem wohnzimmer sagen.

        • Huhu Tanja, nirgendwo steht, dass ich nach drei Wochen Langeweile hatte?! Haha, Fakt ist: Wie mans macht, ich kann es nicht jedem recht machen und erst recht nicht jeder Erwartung gerecht werden. Das ist auch noch ein Learning, mit dem man umgehen muss 😉

          • Ganz allgemein gesehen und nicht auf Jessie bezogen finde ich es sehr wohl legitim, die ersten Wochen und Monate mit seinem Baby als – nunja – nicht allzu intellektuell herausfordernd zu betrachten. Nur weil man die Routine aus Wickeln, Füttern und in den Schlaf wiegen auch als im wahrsten Sinne ermüdend empfinden kann, heißt das doch im Umkehrschluss nicht, dass man sein Kind nicht liebt, seine „motherhood regretted“ oder eine karrierebessessene Rabenmutter ist. Hier ist jede Mama (und Papa!) verschieden und ich finde es wirklich traurig, dass wenn man andeutet, dass beispielsweise die erste Zeit mit dem Baby zwar magisch ist, aber auch in seiner Gleichtönigkeit langweilig sein kann, gleich wieder die Giftpfeile fliegen.

          • Das war doch gar nicht der Punkt… ich finde es nur unnötig, erst zu vermitteln, dass der frühe Berufseinstieg selbstbestimmt war, nur um dann ein halbes Jahr später zu gestehen: ich hätte mir doch mehr Zeit nehmen sollen.
            Dieses ewige Vergleichen und sich schlecht fühlen kommt doch auch davon, dass sich Menschen aus der Öffentlichkeit auf eine gewisse Weise verkaufen wollen. DARAUF wollte ich hinaus.

          • Oh doch, ich kann das, was Jessie schreibt, nur bestätigen: als mein erster Sohn mitten im tiefsten Winter geboren wurde, (ich das Glück hatte, dass) er ständig geschlafen hat und auch sonst sehr pflegeleicht war und alle meine Freundinnen zu der Zeit noch keine Kinder hatten und arbeiteten war ich nicht nur einsam sondern mir war extrem langweilig. Das änderte sich bald, aber ja, das Gefühl kenne ich auch noch nur zu gut und macht mich überhaupt nicht zur schlechten oder nicht liebenden Mutter. Im Gegenteil! Weitere zwei Kinder später liebe ich die drei Jungs über alles in der Welt, aber brauche auch immer mal meine erwachsenen Auszeiten! Jessie, du bist super!

  8. Carolin sagte am

    Jessie, ein schöner und persönlicher Blog-Post! Auch ich gehöre zu den regelmäßigen Journelles-Lesern von Beginnan und zähle ihn zusammen mit JW zu meinen Lieblingsblogs. Ich bin sehr glücklich und im Reinen mit mir – trotzdem äußere ich auch mal Kritik, meines Erachtens konstruktive. Dass Kritikern hier nun unterstellt wird, sie wären nicht im Reinen mit sich, finde ich ein bisschen schade. Denn ich glaube nicht, dass jeder vernünftig formulierte kritische Kommentar nur ein Ventil für schlechte Laune, Unzufriedenheit etc. ist. Vielmehr liegt den konstruktiven Kritikern ihr (Lieblings-)Blog am Herzen und sie nehmen sich die Zeit für das Ausformulieren eines Kommentars, um eher zu helfen, ihn besser zu machen – ich kann da natürlich nicht für alle sprechen, aber zumindest ist das bei mir so.

    • Huhu, ich glaube da muss man auch ganz klar differenzieren; ich spreche ganz sicher nicht von grundsätzlicher Kritik, sondern den beschriebenen „Hater“-Kommentaren (doofes Wort). Verbesserungsvorschläge oder Anregungen sind immer cool, auch weil man dann aus seinem Dunstkreis rausschauen kann. Man lebt dann ja doch in einer Blase 😉

  9. Nina M. sagte am

    Danke für den schönen Text! Ich freue mich hier immer über Texte, die persönlich sind und in denen über ein abstrakteres (aber doch alltagsrelevantes) Thema reflektiert wird.

  10. Ich finde es toll wie ehrlich du über das Thema sprichst und auch den Gedanken, den du aufgreifst, dass es wichtig ist zunächst an sich selbst zu arbeiten und auch Probleme anzusprechen, sich etwas von der Seele zu reden. Ich glaube da ist viel wahres ran und es ist wirklich vorbildlich wie du darüber denkst und versuchst dementsprechend auch zu handeln:)!

  11. Kristin sagte am

    Hi Jessie,

    ich nutze diesen Beitrag hier, um mal eine kleine Liebeserklärung dazulassen.

    Ich lese dich schon ewig, bin seit deinen Anfängen bei LesMads dabei, als ihr noch durchs Belgische Viertel gestreift seid, Lucky Strike Parties besucht habt oder als Julia bei der Formel 1 dabei war. Mode ist zwar nicht wirklich mein Thema, aber ich fand dich immer so sympathisch, dass ich über all die Jahre dabei geblieben bin (und leider viel zu selten kommentiere, sorry).

    Ich fand es sehr spannend, deine Entwicklung mitzubekommen. Wie aus diesem Nebenjob eure Hauptaufgabe geworden ist, du zur absoluten Business-Frau, Ehefrau und schließlich auch Mama wurdest. Vielen Dank, dass du uns daran hast teilhaben lassen. Ich wollte dir sagen, dass du mich immer sehr inspiriert hast und ich finde, dass du immer sehr authentisch rüber kommst.

    Vielen vielen Dank!

    Und um jetzt auch noch was zum Thema zu sagen: mehr Leute sollten sich folgenden Spruch zu Herzen nehmen: wenn man nichts Nettes zu sagen hat, einfach mal die Klappe halten. Und damit meine ich nicht konstruktive Kritik, sondern Hater. Keine Ahnung, was Leute dazu bringt, ihren Hass in die Welt zu verbreiten. Da kann man einfach nur mit Freundlichkeit entgegenwirken.

    • Huhu Kristin, ich hatte gerade einen krassen Flashback dank deiner Köln-Beschreibung. Wahnsinn! Das ist echt 10 Jahre her <3 Ich danke dir für deine Worte und die lieben Blumen!

  12. Liebe Jessie,
    ich finde Dich sehr mutig, erstens weil Du uns von diesen verwirrenden neuen „Empfindungen“ berichtest und zweitens überhaupt, weil Du so offen bist. In einer Schwellensituation zu sein, das bringt nunmal viel Neues, Aufregendes und damit auch Verunsicherung mit sich und wir müssen in diesen Zeiten besonders gut für unseren Schutz sorgen, wie eine Schlange, die sich häutet. Wer kann es schon allen recht machen – niemand!

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