Karriere-Interview: Ricarda Landgrebe, Editor-at-Large bei Grazia Deutschland

Wenn es ein echtes Must-have für den Sommer gibt, dann ist es eine Zeitschrift. Ob für den Flug, Strand oder ein Nachmittag auf dem Balkon – nie wird der Nutzen von auf Papier gedruckten Texten deutlicher, als in diesen absoluten Freizeit-Momenten, in denen man entweder keinen Handy-Empfang hat oder Sonne, Sand und Meerwasser die teure Technik kaputt machen könnten.

Ricarda Landgrebe arbeitet für eines der erfolgreichsten internationalen Hochglanz-Fashion-Magazine: die deutsche Grazia mit einer laut IVW aktuell garantiert verkauften Auflage von 152.000 Exemplaren. Jessie hat das Heft im Abo und jeden Donnerstag freuen wir uns über die neue Lektüre im Briefkasten.

Wie Ricarda ihren Traumjob ergattern konnte, wie ihr Arbeitsalltag bei einer wöchentlich erscheinenden Zeitschrift aussieht und wie sich die 30-Jährige auf Interviews mit Promis vorbereitet, lest ihr hier!

Liebe Ricarda, du bist Editor-at-Large bei der deutschen Grazia. Was bedeutet das?

Zugegeben, ich werde öfter auf den Titel angesprochen, da er in Deutschland nicht so geläufig ist wie im englischen Sprachraum. Ein Editor-at-Large ist ein leitender Redakteur für besondere Aufgaben, der keinem speziellen Ressort zugehörig ist und größere Lesestücke schreibt. Darüber hinaus bin ich als Mitglied der Chefredaktion auch für die konzeptionelle Ausrichtung des Hefts verantwortlich.

Was zählt zu deinen Aufgaben?

Bei Grazia kümmere ich mich vor allem um die Mode-, Beauty- und Lifestylethemen. In der Chefredaktion geht es viel ums sogenannte „Blattmachen“. Konkret heißt das: Was sind die wichtigsten Themen der Woche und wie erzählen wir sie mit einem ganz eigenen Dreh. Neben der kreativen Seite muss man aber auch immer wirtschaftlich denken: Welche Geschichten und Optiken verkaufen auf dem Titel gut? Wie akquirieren wir Anzeigen und wie schaffen wir neue Erlösquellen?

Wie kann man sich den Arbeitsalltag bei einem wöchentlich erscheinenden Magazin vorstellen?

Der Tag beginnt um halb zehn mit der Themenrecherche und im Anschluss treffen wir uns mit den Ressortleitern zur Konferenz. Hier zeigt die Fotoredaktion aktuelle Bilder und jedes Ressort stellt seine Ideen vor. Oft entstehen in dieser Runde besonders kreative Einfälle. Danach werden Geschichten mit den Grafikern besprochen und die Redakteure beginnen mit der Textarbeit. Über den Tag verteilt nimmt die Chefredaktion Layouts und Texte ab. Zwischendurch stehen Termine mit Modefirmen und Interviews mit Stars oder Designern an und oft sind auch noch am Abend oder Wochenende Veranstaltungen.

Wir haben uns kennengelernt als du Volontärin der Axel-Springer-Journalistenschule warst. Würdest du sagen, dass sich die Ausbildung gelohnt hat und wenn ja warum?

Nach meinem Modejournalismus-Studium an der AMD wollte ich ein Volontariat machen, um mich thematisch breit aufzustellen. Die Axel-Springer-Akademie fand ich vor allem wegen des crossmedialen Ansatzes spannend. Was am Ende aber am meisten gebracht hat, waren die Kontakte, die man in der Zeit knüpfen konnte. Wenn man ehrlich ist, werden Jobs in dieser Branche selten über Stellenausschreibungen vergeben – vieles läuft über Beziehungen und Empfehlungen. Deshalb sind Praktika wichtig.

Ich wollte auch auf die Springer-Akademie, wurde aber abgelehnt. Wie schwierig hast du die Aufnahmeprüfung empfunden und was war deiner Meinung nach der Grund, warum du schließlich aufgenommen wurdest?

Das Auswahlverfahren besteht aus einem Wissenstest, man muss unter Zeitdruck eine Reportage schreiben und es gibt ein Gespräch mit wichtigen Chefredakteuren. Ich weiß nicht, wie ich in welchen Bereichen abgeschnitten habe, aber das Schreiben hat mir wenig Sorge bereitet. Respekt hatte ich vor dem Wissens- und Bildertest, in dem Themen aus völlig unterschiedlichen Bereichen geprüft werden.

Die Aufregung ist aber unbegründet, wenn man sich über das aktuelle Zeitgeschehen informiert und viele Zeitungen und Bücher liest. Etwas Glück gehört sicher auch dazu: In meinem Fall vielleicht, dass einige Mitbewerber nicht wussten, dass Agyness Deyn ein britisches Model ist?

Während des Volontariates absolviert man mehrere Stationen in verschiedenen Redaktionen. Welche war für dich die lehrreichste und warum?

Neben meinen Stationen bei Bild.de und Welt kompakt habe ich in der Wirtschaftsredaktion des Spiegel hospitiert, für mich die spannendste Station. Hier war ich mit meinem Background erst eimal ein Exot, konnte aber Modegeschichten aus einem ganz anderen Blickwinkel erzählen. Als ich etwa in einem Artikel mit der Berlin Fashion Week abrechnete, wurde er in der Modebranche viel diskutiert, da man solche Töne hier nicht sehr häufig hört – eine bereichernde Erfahrung.

Du hast nach dem Volontariat in der Onlineredaktion von Stylebook gearbeitet. Was hat dir bei diesem Posten am meisten Spaß gemacht?

Die Zeit in der Entwicklungsredaktion war spannend. Es macht Spaß, ein neues Projekt mit aufzubauen und zu sehen, wie es wächst. Nach dem Launch der Seite habe ich schnell die stellvertretende Leitung bekommen und hatte Verantwortung für Inhalte und Personal. Was ich an der Online-Arbeit mag, ist der direkte Kontakt zum Leser.

Wie sah dein Arbeitsalltag als festangestellte Redakteurin aus?

Ähnlich wie jetzt. Arbeitsbeginn war morgens um halb acht und startete mit der Themensuche, es gab eine Morgen- Nachmittags- und Abendkonferenz mit den Kollegen von Bild.de. Dazwischen habe ich recherchiert, geschrieben, redigiert – und immer die Klickzahlen im Blick gehabt.

Ich persönlich hatte immer Schiss vor der Themenkonferenz mit den Chefredakteuren. Wie hast du den Druck damals nach sensationellen Fotos und immer besseren Klickzahlen empfunden?

Sicherlich verspürt man einen gewissen Druck, tolle Themen zu liefern aber das ist für mich auch immer ein Antrieb. Für ein Thema zu kämpfen, ist wichtig und besonders schön finde ich es, wenn man eine Idee hat und sie mit Kollegen weiterspinnt. Schmunzeln und den Kopf schütteln musste ich, wenn Bilder von Busenblitzern sehr viel öfter geklickt wurden, als Artikel über die neuesten Laufstegtrends.

Wir sprechen auf Journelles immer wieder über das Verhältnis von Onlinemedien und Printzeitungen bzw. das immer mehr Zeitschriften eingestellt werden und die Leute die Nachrichten auf den Handy lesen. Wie schätzt du die Zukunftschancen für Printmagazine ein?

Ich bin crossmedial in den Journalismus eingestiegen und habe Print und online nie als Konkurrenz gesehen – vielmehr finde ich, dass sich beides ergänzt. Ich bin mir sicher, dass interessante Geschichten immer gefragt sein werden und jede Geschichte lässt sich gedruckt und online verschieden erzählen.

Bei Grazia geht es vorrangig um Mode und Promis. Funktionieren diese Themen deiner Meinung nach besser gedruckt oder online?

Es kommt darauf an: Opulente Modestrecken sehen großformatig auf einer Magazinseite toll aus und bei Nachstyling-Themen kann man online direkt auf Shops verlinken.

Wie hältst du dich selbst über die Geschehnisse in der Welt und neue Trends auf dem Laufenden?

Morgens im Bett lese ich auf dem iPhone Spiegel Online und checke Instagram, beim Frühstück höre ich Deutschlandradio und in der Redaktion liegen Bild und die Süddeutsche auf meinem Tisch und ich verschaffe mir auf den Onlineseiten der New York Times, Daily Mail, WWD und BoF einen Überblick. Ich habe meinen Facebook-Account so eingerichtet, dass er mir als Newsfeed von Blogs, Magazinen und Zeitungen dient und am Wochenende lese ich gern britische Magazine und Supplements von Zeitungen.

Bevor du zur Grazia nach Hamburg gegangen bist, warst du bei Bunte in München als stellvertretende Modeleitung tätig. Wie wichtig ist deiner Meinung nach die örtliche Flexibilität in deinem Beruf und wie schwer ist dir der Umzug in den Süden gefallen?

Flexibilität ist sehr wichtig und war für mich nie ein Problem – letztlich ist die Bereitschaft aber immer auch eine Frage der Lebensumstände und es kommt natürlich darauf an, wie gut das Jobangebot ist.

War der Umzug ein taktischer Zug für deine Karriere? Immerhin ist die Bunte nicht gerade ein Trendmagazin…

Als das Angebot von Bunte kam, musste ich nicht lang überlegen. Das Magazin ist eine Institution und ich konnte mit tollen Journalisten wie Patricia Riekel und Paul Sahner zusammenarbeiten. Ähnlich wie in der Zeit beim Spiegel konnte ich auch hier Modegeschichten aus einem anderen Blickwinkel erzählen – hier mehr aus einer People-Perspektive.

Wie konnte dich die Redaktion von Grazia dann nach Hamburg locken?

Das war nicht schwer. Ich mag Hamburg, habe hier viel Freunde und bin Grazia-Fan der ersten Stunde. Es war immer ein Traum, für das Heft zu arbeiten.

Was vermisst du an Berlin, was hast du in München lieben gelernt und warum fühlst du dich jetzt in Hamburg zuhause?

An Berlin mochte ich das Nachtleben, in München war die Nähe zur Natur toll und Hamburg ist ein guter Mix aus beidem: Es ist urban, ohne zu überfordern.

In welchem Stadtteil lebst du und wo trifft man dich am Wochenende?

Ich wohne in Eimsbüttel. Samstagvormittags gehe ich hier auf dem Markt einkaufen, radele zur Yogastunde und treffe mich am Nachmittag mit Freunden zum Kaffeetrinken in der Schanze oder schaue in meiner Hamburger Lieblingsboutique Linette vorbei. Abends lade ich Freunde zum Dinner ein oder steige in den Zug Richtung Berlin – richtig gute Ausgeh-Möglichkeiten habe ich in Hamburg nämlich noch nicht entdeckt.

Zuletzt gab es bei eurem Verlag Gruner + Jahr große personelle Veränderungen. Viele früher fest angestellte Redakteure müssen jetzt frei arbeiten. Inwieweit hat man selbst in einer Festanstellung bei einem erfolgreichen Magazin die Sorge, dass morgen alles anderes bzw. vorbei sein kann?

Ich mache mich nicht verrückt, weil spannende, gut recherchierte Themen und tolle Texte immer gefragt sein werden. Außerdem habe ich gelernt, Veränderungen anzunehmen und darin Chancen zu erkennen.

In den Medien geht es viel um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und die gleiche Bezahlung. Welche Erfahrungen hast du in diesem Punkt gemacht?

Die Diskussion ist wichtig, aber ich habe in meinem Umfeld bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht – was sicher auch daran liegt, dass in der Modebranche viele Frauen Führungspositionen haben. Hier herrscht ja eher ein Mangel an Männern und ich würde mir eine Männerquote wünschen.

Wie gehst du mit Stress um bzw. wie gelingt es dir, unter Hochdruck einen guten Text zu schreiben?

Yoga ist mein Ausgleich. Oft entstehen unter Druck die besten Ideen und Texte aber ich glaube, dass Kreativität auch Freiraum und Zeit braucht und bei längeren Texten versuche ich, mir diese auch zu nehmen.

Welche Themen liegen dir als Journalistin besonders am Herzen?

Am liebsten schreibe ich Reportagen und ich mag Modegeschichten mit Business-Bezug.

Als Blogger bekommt man viele Samples und Einladungen: Ist das bei euch auch so?

Es soll ja Zeiten gegeben haben, in denen Moderedakteure Schubkarren voller Designertaschen bekommen haben. Das habe ich nie miterlebt, entweder ist es sehr lang her oder ein Mode-Mythos.

Wie kann man sich die Requisite bei euch in der Redaktion vorstellen und wie oft schaust Du zufällig dort vorbei?

Es ist ein Irrglaube, dass sich Moderedakteure wie bei „Der Teufel trägt Prada“ in der Requisite bedienen. Alle Teile sind geliehen und werden direkt nach dem Shooting zurückgeschickt. Manch ein Designer-Komplett-Look ist sogar so begehrt, dass wir ihn nur für eine halbe Stunde geliehen bekommen, um schnell ein tolles Motiv zu fotografieren.

Mode-Journalismus ist meistens harmlos, Promi-Journalismus nicht unumstritten. Vor einigen Wochen hat sich Jennifer Aniston in einer Kolumne für „The Huffington Post“ über die fortwährenden Schwangerschaftsgerüchte und ständige Belagerung von Fotografen beschwert. Welchen Anspruch hast du an dich selbst als Promi-Reporterin und wie kann man dennoch exklusive Geschichten ergattern?

Tatsächlich haben wir aus Jennifer Anistons mutigem Bekenntnis, dass man weder Mann noch Kind braucht, um eine tolle Frau zu sein, eine Titelgeschichte gemacht und viele positive Leserbriefe bekommen. Klar, auch wir spekulieren mal mit einem Augenzwinkern über mögliche Schwangerschaften aber Grazia bringt keine bösen und boulevardesken Behauptungsgeschichten. Das ist sicher auch ein Grund, warum Stars gern mit uns reden.

Wie oft musst du in der Woche auf Veranstaltungen gehen? Wie kommst du mit den Leuten, die du treffen willst, ins Gespräch und wie schafft man Vertrauen zwischen sich und einem Promi?

Es gibt Wochen, in denen an wirklich jedem Tag eine Abendveranstaltung ansteht. Zum Glück trifft man dort meist nette Kollegen, sodass es selten unangenehme Situationen gibt oder man allein in der Ecke steht. Es gibt kein Geheimrezept, um Vertrauen zu einer prominenten Person aufzubauen und es ist wie bei jeder zwischenmenschlichen Beziehung – mit manchen Leuten klickt es sofort, mit anderen nie. Was sich aber immer auszahlt, ist eine gute Interviewvorbereitung und ehrliches Interesse.

Was hat sich im Laufe der Zeit als das für dich perfekte Outfit zu solchen Terminen entpuppt?

Da man oft direkt von der Redaktion zum Termin muss, habe ich immer ein Paar Heels im Büro stehen. Sie können einen Look komplett drehen und sorgen für eine souveräne Ausstrahlung. Ich trage gern Kleider und in der Redaktion kombiniere ich sie zu flachen Riemchensandalen und wechsele sie für Termine gegen Midi-Heels aus Wildleder.

Eine Begegnung, die du niemals vergessen wirst war mit…?

Die skurrilsten Begegnungen mit Stars hatte ich in Fahrstühlen: Einmal wurde ich im Paternosteraufzug von Will Smith erschreckt, ein anderes Mal stieg Noel Gallagher in den Fahrstuhl und hat mich auf eine Party eingeladen. Beruflich gesehen ist mir der Promiaspekt aber gar nicht so wichtig. Völlig unglamourös, aber einer der schönsten und lustigsten Job-Termine, war zum Beispiel das Treffen mit einer Gruppe von Rentnern, die Rollatoren getestet haben.

Wen würdest du gerne mal interviewen?

Gaia Repossi, Sofia Coppola, Morrissey und Vincent Gallo.

Wie geht man mit Promis um, die als „schwierig“ gelten?

Interessanterweise erlebe ich oft die als schwierig geltenden Stars sehr entspannt und unkompliziert. Empathie ist extrem wichtig – und genaues Zuhören. Meist reagieren Prominente pampig, wenn sie das Gefühl haben, dass man sie nicht ernst nimmt. Viel schlimmer als exzentrische Stars finde ich jene mit Plastiklächeln und PR-Floskeln. Und wenn ein Star mal ausrastet, hat man doch wenigstens eine interessante Geschichte, die man aufschreiben kann.

Was tust du, wenn du vor einem Interview aufgeregt bist, damit sich die Nervosität legt?

Etwas Aufregung gehört immer dazu. Wenn das Interview fußläufig zu erreichen ist, spaziere ich gern dorthin – dabei kann ich mich gut sammeln.

Last but not least: Warum sollten wir deiner Meinung nach keine Ausgabe der Grazia verpassen?

Wie bereits gesagt, bin ich Fan der ersten Stunde und was ich als Leserin schon immer an dem Magazin mochte, waren fundierte Modegeschichten, ein wöchentliches Trend-Update und überraschende Zeitgeist-Themen mit einem besonderen Blickwinkel, Humor und einer eigenen Haltung.

Vielen Dank für deine Zeit, liebe Ricarda!

Kommentare

  1. Wow, was für ein interessantes Interview. Tolle Frau! Immer schön so einen intensiven Einblick zu kriegen 🙂 Freue mich schon auf die nächsten Interviews

  2. Katharina sagte am

    Gutes Intwerview, sympathische Redakteurin mit interessanter Karriere. Allerdings gehört die Grazia mit Sicherheit auch zu den Magazinen, die Jennifer Aniston das Leben mit „Wann wird die arme Frau endlich geheiratete/schwanger“-Geschichten Anlass zu berechtigter Wut und zu ihrem Artikel gegeben haben. Einfach durch diese dauernden Spekulationen mit leicht mitleidigem Unterton – so augenzwinkernd sie auch sein mögen. Denn sie suggerieren, dass Aniston als Frau nicht komplett ist, ohne Mann und Kind. Ist ein schwieriges Feld, der Boulevard-Journalismus, zu dem die Grazia ja letztlich auch ein Stück weit gehört – und es ist sicher nicht einfach, sich da sauber durchzunavigieren. Ich bin mir zum Berispiel auch relativ sicher, dass Natalie Portman die Headline „Natalie Portman – Betrügt sie ihren Mann“ (siehe Grazia-Cover oben) nicht als augenzwinkernd empfindet, sondern womöglich sogar als bösartig.

  3. Ein sehr gutes Interview, was sicherlich auch an den gut durchdachten und direkten Fragen liegt. Super!
    Was ich bei der Grazia immer leicht merkwürdig finde, ist, dass die Modethemen immer viel besser recherchiert sind als die Promigeschichten, die letzendlich immer nur Spekulationen und, sorry, leicht dämlich, sind. Schön auch, dass wirklich jedes einzelne Mal erwähnt wird dass Heidi Klum 13 Jahre älter ist als ihr Freund.
    Lese die Zeitschrift, wenn ich sie mir kaufe, immer von hinten und höre dann irgendwo in der Mitte auf. Das Heft als solches ist einfach nicht stimmig, was schade ist, weil ich denke, dass dort sehr talentierte Frauen und Männer arbeiten – sieht man sehr gut an Ricarda Landgrebe.

  4. Geht mir auch so – die Promi-News überblättere ich: noch ne Heidi-Klum-Story, noch ein neues Model für LdCaprio….gähn! Und absolut beliebig. Die Modestrecken sind oft SEHR schön fotografiert, in letzter Zeit haben sie allerdings eine etwas andere Handschrift, die mir nicht so gefällt – Geschmackssache eben. Auf jeden Fall ein ernstzunehmendes, wöchentliches Modemagazin. Stellt sich die Frage, ob nicht eine Konzentration auf Mode/Beauty und meinetwegen noch Lifestyle dem Heft ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt sichern würde. Ohne Promis und Bekenntnisse à la „Hilfe, mein Kind ist nicht von mir“.
    Schönes Interview, danke!
    su

  5. Tolles Interview, Alexa! Du hast die Springer Schule gar nicht nötig, deine Fragen sind immer on point und wirklich hintergründig.

    Was die Grazia betrifft, so habe ich immer den Eindruck, dass die Promi-Stories „abgeschrieben“ sind. Oder dpa-Meldungen. Oder schlecht übersetzt. Der Mehrwert bleibt in der Regel aus, und der Humor, den ich generell an der Zeitung sonst sehr schätze, ist hier entweder deplaziert oder gar nicht vorhanden.

  6. Die Grazia ist eine von zwei Mainstream-„Frauenmagazinen“ die ich überhaupt mal lese (neben der sehr gut geschriebenen Emotion). Ich schätze den Wortwitz der Überschriften und den bunten Themenmix.
    Allerdings muss ich auch sagen: Die Grazia beteiligt sich ebenso wie jedes Klatschblatt und jede Promi-Website dieser Welt an der frauenverachtenden Tendenz, jede Single-Frau als verzweifelt-suchend und eine Frau ohne Kind als unvollständig darzustellen.

  7. Ich liebe eure Karriere-Interview und vor allem eure erfrischenden Fragen. Um ehrlich zu sein, habe ich seit Jahren keine GRAZIA mehr in den Händen gehalten. Mich haben die Promi-Eskapaden als Anreißer etwas abgeschreckt. Fand auch die Aufmachung zu dem Blogger-Casting eher ungünstig. Wurde ja dann vom Wortlaut angepasst. Aber irgendwie kommt die Zeitschrift für mich persönlich nicht an die Vogue oder an Harper’s Bazaar ran.

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