Karriere-Interview mit Julia White und Silke Voigtländer vom Interior Design Service wit + voi

Etwas über ein Jahr ist es nun her, dass ich über das Berliner Gespann Julia White und Silke Voigtländer und ihren Interior Design Service wit & voi berichtet habe. Mit ihrer Idee von einem persönlichen Beratungskonzept, dass Kunden mit ihren Einrichtungsproblemen unter die Arme greift, haben die beiden einen echten Höhenflug erlebt.

Wie sie das erste Jahr seit ihrer Gründung erlebt haben, welche Pläne sie noch verwirklichen wollen und welchen Einrichtungsgegenstand es in jeder Wohnung geben sollte, verraten uns die beiden im Karriere-Interview.

Ihr habt wit & voi 2015 gegründet. Wie habt ihr das erste Jahr erlebt?

Julia: Das erste Jahr verging wie im Flug, obwohl so viel Aufregendes passiert ist. Monate vor unserem Launch hatten wir bereits angefangen unsere gemeinsame Idee von einem hochwertigen und bezahlbaren Interior Design Service zu definieren und umzusetzen. Obwohl wir uns erst seit einem halben Jahr kannten, hatten wir genau die gleichen Vorstellungen und Ansprüche an wit & voi. Dann sind wir im Oktober 2015 online gegangen und bekamen nach 4 Wochen so viele Anfragen, dass wir gar nicht wussten, wie uns geschieht und zudem gar nicht hinterher kamen. Wir sind quasi direkt ins kalte Wasser geschubst worden und es war genau richtig so. Mit einem groben Fahrplan, viel Flexibilität, Leidenschaft, Spaß an der Sache und unserem Ziel vor Augen, haben wir also das erste Jahr bezwungen und es war ein wundervolles Jahr. Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt, an spannenden Projekten gearbeitet, viele Kooperationen für uns gewinnen können, unser Netzwerk weiter ausgebaut und vor allem immer viel gelacht.

Wovor hattet ihr am meisten Angst?

Silke: Große Ängste hatten wir keine, aber am meisten Unsicherheiten bestanden darin, dass sich womöglich niemand für unseren Service interessieren könnte und wir in Nullkommanichts pleite sind. Was ehrlich gesagt gar nicht so unwahrscheinlich war, bei unserem wirklich minimalen Startkapital. Wir wollten mit der Bootstrapping Finanzierung unabhängig und schuldenfrei bleiben und sind es nach wie vor. Dennoch schwingt natürlich immer eine gewisse Nervosität mit, dass irgendwann die Kunden wegbleiben. Aber wir haben noch so viele Ideen, dass es hoffentlich nie soweit kommt.

Ansonsten ist natürlich immer auch eine Angst da, dass man als Team doch nicht so gut zusammenpasst wie man es sich vorher ausgemalt hat. Da braucht es schon ein paar heikle Momente, die einem zeigen, dass man wirklich gut zusammen funktioniert und auch die nächsten Herausforderungen gemeinsam meistern wird. Wir hatten großes Glück, dass wir uns beide sehr schätzen, immer offen und ehrlich miteinander umgehen und uns hundertprozentig auf den anderen verlassen können. Wie in einer guten Ehe eben.

Was macht euch bei eurem Job am meisten Spaß?

Silke: Am schönsten ist die Interdisziplinarität. Wir entwickeln wunderschöne, individuelle Interior Design Konzepte für tolle Kunden, wir shooten die Endergebnisse, wir stylen die Sets, wir spielen Floristen, wir verkabeln Lampen, tapezieren Wände, schleppen Möbel und implementieren den einen oder anderen Code-Schnipsel. Da wir bis jetzt alles selber machen, bekommen wir Einblicke in alle Bereiche, können all unsere Skills nutzen und lernen stetig dazu. Das ist unfassbar toll!

Julia: Also eigentlich macht so ziemlich alles Spaß! Denn das Tolle ist ja, dass wir jedes kleine Detail, jedes Bild, jeden Text, jeden Facebook- und Twitter-Post, sogar die ein oder andere Programmierung auf der Webseite selbst gestalten und bestimmen. Aber wenn ich mir doch eine ganz besondere Sache herauspicke, dann würde ich sagen, dass die Arbeit mit den Kunden am meisten Spaß macht und gleichzeitig auch die größte Herausforderung ist. Denn wir versuchen in einer sehr kurzen Zeit, unsere Kunden so gut wie möglich zu verstehen und ihre Persönlichkeit zu erkennen, damit wir ihnen das beste Ergebnis für die Einrichtung ihres Zuhauses entwickeln können. Der Moment, wenn wir den Kunden die ersten Ideen präsentieren und wir erkennen, dass sie sich wirklich verstanden fühlen oder im Konzept wiederfinden, der ist einfach am besten. Denn dann wissen wir, dass sie sich am Ende des Projektes in ihrer Wohnung richtig wohl fühlen werden, und dass wir unsere Arbeit gut gemacht haben.

Wie ist der typische wit & voi Kunde?

Silke: Der typische wit & voi Kunde ist auf jeden Fall großartig! Bis jetzt hatten wir ausnahmslos tolle, herzliche Kunden, die uns ihr vollstes Vertrauen geschenkt haben. Generell haben sie einfach Lust darauf sich helfen zu lassen und wertschätzen was wir tun. Sie mögen unseren Stil und sind offen für Veränderungen und neue Ideen. Teilweise haben sie bereits klare Vorstellungen was sie möchten und einfach keine Zeit sich selbst darum zu kümmern oder sie sind sich unsicher und haben nicht das richtige Händchen für eine stimmige Einrichtung. Während des Projekts entwickelt sich meist schnell eine freundschaftliche Beziehung, die manchmal sogar weit über die Projektzeit hinausgeht. Man könnte sogar sagen, man kennt seinen Kunden und seine Persönlichkeit hinterher so gut, wie die eines Freundes oder einer Freundin. Das ist natürlich ein superschönes Gefühl, denn was gibt es schon besseres als sich mit einer Freundin oder einem Freund über Einrichtungsideen auszutauschen und zu shoppen?

Welche Art Projekt würdet ihr gerne einmal realisieren?

Silke: Ich wollte schon immer mal eine Bar vom Konzept bis zum kleinsten Detail ganz nach meinen eigenen Vorstellungen gestalten. Schön dunkel und gediegen sollte es sein…und ein paar Kuriositäten müssten definitiv integriert werden. Da habe ich bereits so einige Ideen gesammelt…

Julia: Ach, da gibt es so viele… es könnte ein ganzes Hotel inklusive Lobby, Bar und Spa Bereich sein, ein unkonventionelles Büro, dessen räumliche Gestaltung flexible und moderne Arbeitsweisen unterstützt, ein Restaurant, das nach der kulinarischen Philosophie des Chefkochs aufgebaut ist oder die Gestaltung des Traumlofts, mit freier Hand und freiem Budget!

Habt ihr Familie? Wie managt ihr euer Privatleben neben eurer Firma?

Julia: Naja, unsere Familien sind noch relativ klein und überschaubar, außer unseren Männern, gibt es keine Kinder. Und damit die und unsere Freunde uns glücklich erhalten bleiben und unsere Kreativität und Energie nicht schwinden, haben Silke und ich von Anfang an beschlossen, dass wir versuchen werden, etwas Tolles aufzubauen, ohne uns zeitlich total zu unterdrücken und in Überstunden oder Wochenendarbeit zu ertränken. Das ein oder andere Mal kommt das schon vor, aber bisher haben wir dieses anfangs gesetzte Ziel gut erreicht. Das Wochenende ist für uns, unsere Beziehungen und Freundschaften einfach heilig und tut wit & voi richtig gut, da wir erholt und inspiriert in die neue Woche starten.

Zudem ist es für uns wichtig zu versuchen immer schnelle und dennoch durchdachte Entscheidungen zu treffen. Oft besprechen wir kurz, wie wir die anstehenden Arbeiten am besten angehen und legen dann los, auch gerne mal vom Home Office aus.

Es kommt schon vor, dass wir bei den Herangehensweisen unterschiedlicher Meinung sind. Allerdings haben wir gemerkt, dass das eigentlich eine große Stärke ist, denn wir ziehen uns damit gegenseitig immer mal wieder aus unserer Komfortzone und bringen uns in den Dingen weiter, die uns allein sonst vielleicht blockieren würden und schaffen es somit immer vorwärts zu gehen ohne zu stagnieren.

Und wenn es mal rasend schnell geht und alles auf einmal passiert, dann hilft nur noch gute Intuition, etwas Talent und Erfahrungen um die richtige Richtung zu finden. Glücklicherweise ähneln wir uns in dieser Hinsicht sehr und hatten auf unserem Weg auch immer die richtige Portion Glück.

Wohin wollt ihr mit wit+voi?

Julia: Wir wollen, dass wit & voi sich als Marke für stilvolles, individuelles und dennoch bezahlbares Interior Design etabliert und unser Service als solcher von vielen Menschen ganz selbstverständlich genutzt wird. Wir möchten es immer einfacher machen sich mit unserer Hilfe ein geschmackvolles Zuhause einzurichten. Dazu gehört zum einen ein System aus digitalen Werkzeugen und flexiblen Prozessen, das unseren Service bezahlbar, unkompliziert, flexibel und zu einem Erlebnis macht und im Hintergrund stetig optimiert wird. Zum anderen ist es unser Netzwerk aus Designern und Partnern, das immer weiter ausgebaut werden soll. Dabei ist es uns sehr wichtig, dass alle Teammitglieder einen hohen Anspruch an sich selbst haben, viel Empathie für ihre Kunden aufbringen und tiefe Leidenschaft für ihre Arbeit empfinden. So unterstützen wir die kreative Zusammenarbeit zwischen unseren Designern und unseren Kunden, die allen Seiten richtig viel Spaß macht und vor allem inspirieren soll.

Die ganz entfernte Zukunftsmusik von der wir träumen, ist irgendwann unsere eigenen Möbel, Accessoires oder gar Leuchten zu entwerfen und zu produzieren… aber das ist momentan wirklich sehr, sehr weit weg.

Welches ist für euch der wichtigste Gegenstand in einer Wohnung?

Silke: Ein Zuhause ist ein Ort der Sicherheit, an dem man sich wohlfühlt und vor allem betten kann. Wenn man also die Grundfunktion eines Zuhauses betrachtet, ist der wichtigste Gegenstand das Bett oder vielmehr der Schlafplatz. Jeder braucht einen, jeder hat einen. Zudem verbringt man die entspannteste und entspannendste Zeit im Bett, man tankt neue Energie, man träumt irre Sachen, man bekommt die Gedanken frei und vieles, vieles mehr. Ich merke gerade, dass das Bett wohl auch mein zentraler Gegenstand ist.

Julia: Das ist eine schwierige Frage, denn alle Möbelstücke, Accessoires und Gegenstände schaffen gemeinsam ein gemütliches Zuhause, in dem man sich geborgen und wohl fühlt. Da ich in einer Familie mit zwei Geschwistern aufgewachsen bin und bei uns immer total viel los war, würde ich sagen, dass der Ess- und Wohnraum am wichtigsten sind, und somit wohl der Esstisch. Dort spielte sich immer alles ab – die Familie kommt zusammen um gemeinsam zu Essen, vom Tag zu erzählen. Dort wurden mit Hilfe von Mama oder Papa auch mal die Hausaufgaben gemacht. Er wird zum kommunikativen und sozialen Mittelpunkt der Wohnung.

Die meisten Parties und Feiern spielen sich am oder um den Esstisch herum ab, schließlich bildet er ja so etwas wie eine Art ‘Küchenerweiterung’, dort ist die Quelle für alles … und wie wir ja alle wissen, ist die Küche ja immer der wichtigste Ort einer Party!

Verratet uns einen Einrichtungstrick!

Silke: Die Verpackung macht’s. In einer Küche ist immer viel los, besonders in WGs. Bei dem ganzen Durcheinander aus Lebensmitteln, Verpackungen und Kochutensilien, ist es wichtig eine gewisse Linie reinzubringen, die das Auge entlastet. Sprich alle unschönen Verpackungen, die offen herumstehen, sollten eine neutrale Vorratsbehältnisse erhalten. So hat man ein Keramikdöschen für Zucker und Salz, Einmachgläser für Pasta und Linsen, antike Karaffen für Öl und Essig und zuletzt nicht den Pumpspender für das Spülmittel vergessen. All diese kleinen Details nimmt man unterbewusst wahr und empfindet den Raum als sehr viel harmonischer als zuvor. Die Lebensmittel sehen viel appetitlicher aus und man bekommt einfach Lust zu kochen.

Julia: Ich finde ein Wandspiegel ist ein wichtiges Accessoire, das einen Raum oder das persönliche Raumgefühl sehr stark beeinflussen kann. Vor allem in Wohnräumen, wo er weniger seine übliche Funktion erfüllt, sondern eher dekorativ agiert. Durch die Reflektionen im Spiegel erhält der Raum eine besondere, sehr sinnliche Tiefe und Verspieltheit. Sobald sich der Betrachter bewegt, verändert sich die reflektierte Perspektive und plötzlich wird die eigene Bewegung zu einer unabhängigen Bewegung im reflektierten Bild. Der Spiegel präsentiert sich sozusagen als ein sich immer veränderndes, sich bewegendes Kunstwerk im Raum. Ich finde diesen Moment wirklich interessant und bin jedesmal wieder überrascht, wie gut er funktioniert.

Und für alle, deren Weihnachtsgeschenk nicht gut angekommen ist: auf wit & voi kann man einen Gutschein für die erste Interior-Beratungsstunde mit einem professionellen Interior-Designer für nur 45 Euro bestellen!

Vielen Dank für das inspirierende Interview!

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