Karl Lagerfeld Modemethode: 5 Gründe, warum man die Ausstellung in der Bundeskunsthalle sehen muss

Wenn es um meine Heimatstadt Bonn geht, muss ich – gerade hier in Berlin – immer die Werbetrommel rühren. Neben der schönen Altstadt, den Biergärten am Rhein und der rheinischen Frohnatur gibt es jetzt einen weiteren, wirklich guten Grund nach Bonn zu fahren: Bis zum 13. September 2015 ist in der Bundeskunsthalle die u.a. von

Wenn es um meine Heimatstadt Bonn geht, muss ich – gerade hier in Berlin – immer die Werbetrommel rühren. Neben der schönen Altstadt, den Biergärten am Rhein und der rheinischen Frohnatur gibt es jetzt einen weiteren, wirklich guten Grund nach Bonn zu fahren: Bis zum 13. September 2015 ist in der Bundeskunsthalle die u.a. von Lady Amanda Harlech kuratierte Ausstellung „Karl Lagerfeld Modemethode“ zu sehen. Warum man sich die Kleider und Accessoires von Chanel, Fendi und Chloe unbedingt anschauen sollte, erfahrt ihr hier:

 

1. Faszination Haute Couture: Wer so wie ich noch nie ein echtes Haute Couture-Kleid aus der Nähe gesehen hat, der kommt in der Ausstellung aus dem Staunen nicht mehr raus. Tausende kleine Perlen, mühsam auf einen Umhang gestickt, eine Robe aus purem Gold, die ein Teil der Haute Couture-Kollektion für Frühjahr/Sommer 1996 war oder ein bodenlanges Gewand im Empire-Stil, das den Betrachter sofort in seinen Bann zieht – kein Wunder, dass Karl Lagerfeld all die Pariser Handwerksbetriebe wie Maison Michel (Hüte), Lesage (Stickereien), Desrues (Knöpfe), Lemarié (Federschmuck) nicht nur aufgekauft hat, sondern deren Fertigkeiten jedes Jahr in der „Métiers d’art“-Show zelebriert, wie zuletzt in Salzburg bzw. New York.

Chanel Haute Couture Herbst/Winter 2010-2011 (Foto: Bundeskunsthalle Bonn)
Chanel Haute Couture Herbst/Winter 2010-2011 (Foto: Bundeskunsthalle Bonn)

 

2. The Little Black Jacket: Man begreift, warum die Chanel-Jacke ein Klassiker ist. Zusammen mit meiner Mutter habe ich angesichts der in einem Kreis ausgestellten Modelle ein Spiel gespielt: Welche Jacke würdest du nehmen, wenn du dir eine aussuchen dürfest? Wir beiden fanden das schwarz-weiße Modell aus der Herbst/Winter-Kollektion für 1986/1987 am besten.

Best of Chanel Jacken (Foto: Bundeskunsthalle Bonn)
Best of Chanel Jacken (Foto: Bundeskunsthalle Bonn)

 

3. Karl Lagerfeld, das Jahrhundert-Genie: Nicht nur der gelbe Mantel mit Gürtelverschluss am Kragen und tiefem V-Ausschnitt am Rücken, mit dem Karl Lagerfeld 1954 den 1. Preis des Internationalen Wollsekretariats in der Kategorie „Mantel“ gewann und der ihm eine Assistenz-Stelle bei Pierre Balmain bescherte, machen es deutlich, sondern sowohl die Fendi- als auch Chloe-Abteilung, in denen der Umfang seines jahrzehntelangen Schaffens und Ideenreichtum, egal ob es sich dabei um Pelze, Handtaschen wie die Boy Bag oder Abendkleider handelt, sichtbar gemacht werden. Nicht zu vergessen seine eigene Linie, für die er auch noch entwirft!

Lagerfelds erster Knüller: Der gelbe Mantel, mit dem er 1954 den Preis des Wollsekretariats gewann (Foto: Bundeskunsthalle Bonn)
Lagerfelds erster Knüller: Der gelbe Mantel, mit dem er 1954 den Preis des Wollsekretariats gewann, nachgeschneidert von Deborah Milner (Foto: Bundeskunsthalle Bonn)

 

4. Forever Chloe: Lagerfelds Entwürfe für das französische Label sind aktueller denn je – zahlreiche Designs, wie u.a. die Perlen-Stickerei „Bugatti“ von 1983 oder das Zickzack-Motiv aus den Neunziger Jahren werden mmer wieder von Clare Waight Keller, der aktuellen Kreativdirektorin des Labels, aus den Archiven geholt und neu interpretiert.

Chloe "Bellisima" aus Ottoman und Organza, mit Glasperlen bestickt Herbst/Winter 1983/1984 (Foto: Bundeskunsthalle Bonn)
Chloe „Bellisima“ aus Ottoman und Organza, mit Glasperlen bestickt Herbst/Winter 1983/1984 (Foto: Bundeskunsthalle Bonn)

 

5. Paper Art: Die Papier-Kunst von Wanda Barcelona, ein international bekanntes Design Studio, im Haute Couture-Raum ist atemberaubend. Die Girlanden aus Gmund Papier wurden mit Laser-Technik ausgeschnitten und sind absichtlich an den Rändern angekokelt. Hier schließt sich der Kreis: Karl Lagerfeld ist für seine Papier-Liebe (Zeichnungen, Fotografie, Bücher) bekannt.

Der Haute Couture Raum der Karl Lagerfeld Modemethode Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn
Der Haute Couture Raum der Karl Lagerfeld Modemethode Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn

 

Original-Zeichnungen, It-Bags wie die Fendi Peekaboo Bag und die schönsten Kleider für Chloe und Chanel: Noch mehr Fotos der „Karl Lagerfeld Modemethode“-Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn seht ihr in der Galerie:

Von Alexa

Ich liebe schreiben, bloggen und schöne Dinge zu entwerfen, also mache ich all das.

Als Journalistin habe ich für Magazine und Zeitungen wie Business Punk, Fräulein, Gala, FTD/how to spend it, Instyle, Lufthansa Magazin, Stern, Tagesspiegel, Vanity Fair und zitty gearbeitet. Meine Online-Erfahrungen habe ich u.a. Stylebook und styleproofed gesammelt. Mein Blog heißt Alexa Peng, mein Schmuck-Label vonhey. Ich komme aus dem Rheinland und bin in einem Dorf am Waldesrand aufgewachsen, wo nur einmal in der Stunde ein Bus fuhr. Da muss man sich was einfallen lassen, um sich nicht zu langweilen. Meine Tante hatte in der Stadt eine Boutique und einen Schrank voller Kleider, Schuhe und Taschen, mit denen wir Kinder verkleiden spielen durften. Wir haben Modenschauen im Hobbykeller veranstaltet und die ganze Nachbarschaft eingeladen. Dass ich mal was mit Mode machen würde, war also klar. Nach dem Abi habe ich an der AMD in Hamburg Mode-Journalismus studiert und später an der UdK in Berlin einen Master of Arts in Kulturjournalismus gemacht. In Zukunft will ich mein Label weiteraufbauen, die Welt sehen und gute Geschichten schreiben.

(Foto: Sandra Semburg)

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2 Antworten auf „Karl Lagerfeld Modemethode: 5 Gründe, warum man die Ausstellung in der Bundeskunsthalle sehen muss“

Ich war über Ostern in der Ausstellung und ich war total begeistert und verzaubert. Total toll in diese Welt hineinzuschlüpfen und zu Träumen!
Liebe Grüße

Nach meinem Kolloquium (hoffentlich Mitte Mai), fahre ich als Belohnung mit einer Freundin hin. Schön, dass es in Bonn ist, sind nur um die 100 km, wäre es in Berlin, hätten wir uns das abschminken können.

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.