Die Journelles-Highlights der Berlin Fashion Week

Und dann war die Fashion Week Berlin schon wieder vorbei. Es war doch recht paradox, wie schnell die vier Tage Modezirkus diesmal an uns vorbei gerauscht sind, denn der Kalender war in der Tat so luftig leicht wie selten zuvor. Weniger sollte es diesen Januar auf der Fashion Week werden. Weniger Schauen, weniger Tamtam, weniger Events. Dafür mehr Fokus auf junge Talente, auf Qualität und Förderung von deutschem Design. Ob das wirklich so hingehauen hat, wie im Vorfeld angekündigt, dazu später mehr. Wir haben vergangene Woche in jedem Fall gemerkt, dass man auch mit einer auf zwei Drittel zusammen geschrumpften Schedule noch ordentlich unterwegs ist, von A nach B hetzt und auch trotz des privaten G-Klasse-Shuttles von Mercedes-Benz (danke an dieser Stelle noch mal für diesen kleinen, feinen Luxus!) so manches Event sausen lassen muss.

Insgesamt hat mir persönlich der angekündigte Fokus auf deutsches Design zwar nicht komplett gefehlt – es hätte jedoch, außerhalb des Berliner Salons, noch etwas mehr sein können. Die insgesamt zehn Fashion Shows im E-Werk, dem neuen Veranstaltungsort der Fashion Week Berlin, zeichneten sich meiner Meinung nach nicht durch die Auswahl brandheißer Newcomer aus. Viele Jungdesigner und kleinere Marken, die bisher das Gesicht der Fashion Week Berlin entscheidend mit prägten – wie Hien Le, Malaikaraiss oder Vladimir Karaleev – fehlten ganz oder beschränkten sich auf digitale Präsentationen oder die Ausstellung im Berliner Salon.

Nichtsdestotrotz haben wir natürlich die Augen aufgehalten (zu unseren Highlights vom Berliner und Vogue Salon geht es hier) und haben festgestellt: der Trend geht eindeutig weg von der klassischen Modenschau hin zu Präsentationen, die fast schon musealen Charakter haben, in jedem Fall aber die Linie zwischen Mode und Kunst verschwimmen lassen und somit die reine Vorführung von Kleidung auf eine Ebene mit mehr Tiefe und Bedeutung heben. Ein Trend, der, wenn es nach mir geht, gerne so weiter gesponnen und ausgebaut werden kann! Hier kommen unsere absoluten Fashion Week Highlights der vergangenen Woche.

William Fan

Was soll ich sagen, was Jessie nicht schon in ihrem Artikel von Freitag niedergeschrieben hat? William Fan hat es SCHON WIEDER geschafft, die Fashion Week Berlin nicht nur krönend abzuschließen, sondern sich selbst zu übertreffen. Da ich das Glück hatte, in der Vergangenheit Teil von Williams Team zu sein, hatte ich mehrere Male die Gelegenheit, an der Vorbereitung und Produktion seiner Präsentationen mitzuarbeiten. Es ist im Vorfeld schon immer ein Fest zu sehen, was er sich wieder hat einfallen lassen und wie diebisch er sich freut, seine Vision endlich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Bei all dem kreativem Spektakel gelingt es William jedoch immer, die Mode nicht in den Hintergrund zu drängen, sondern sie in den Mittelpunkt zu stellen, gar essentiell für die Bedeutung der Show zu machen.

Neben der Show haben uns auch die Entwürfe William Fan wieder an deutsche Mode glauben lassen. Ein gelungenes Zusammenspiel von Workwear und Abendgarderobe, durchzogen von humorvollen Details wie chinesischen Zeichen aus Swarovski-Strass, Schuhen in Karpfen-Optik oder Taschen und Ohrringe im Glückskeks-Design, die wieder einmal bewiesen, dass Mode hochwertig, durchdacht und tragbar sein kann, ohne sich dabei allzu ernst zu nehmen.

Genau das ist es, wovon wir mehr brauchen: Weniger verklemmte Bemühungen, sondern einfach Mut, etwas durchzuziehen und sich selbst zu vertrauen. Chapeau, William!

Wir haben für euch einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der AW18-Show von William Fan geworfen:

Belize

Ertappt! Wir sind echte Fangirls des neuen Labels aus Berlin und London und haben eine der Masterminds hinter Belize, nämlich Valeska Duetsch, hier bereits in einem großen Interview vorgestellt. Und auch nach vier Tagen Modewahnsinn in Berlin und einer Menge Input gehört die Marke noch immer zu einem unserer Favoriten dieser Saison. Schuld sind die unglaublich tragbaren und unbeschwerten Entwürfe. Mit jedem Teil der kommenden Sommerkollektion bekommen wir mehr Lust auf Sonne auf unserem Gesicht und möchten die Röcke und Blusen nach Lust und Laune raffen und kombinieren.

Selten kam ein neues deutsches Label mit so viel internationalem Flair daher und hat dabei einen so hohen Wiedererkennungswert wie Belize. Mädels, ihr habt uns am Haken und wir werden weiter mit viel Aufmerksamkeit verfolgen, was ihr so treibt.

Einen Vorgeschmack auf den Sommer 2018 haben wir euch bereits in unserem Highlight-Artikel zum Berliner Salon gegeben, hier kommen unsere Lieblinge aus dem Lookbook für kommenden Sommer. Enjoy!

Lana Mueller

Das Berliner Label zeigte vor drei Jahren erstmals in Berlin und hat es in Windeseile geschafft, sich einen festen Platz sowohl in der Schedule als auch in den Herzen der Besucher zu sichern. Woran genau das liegt, ist schwer zu sagen. Schließlich ist Berlin nicht gerade für glamouröse Abendroben bekannt, nicht wahr? Vielleicht ist es aber auch diese Lücke gewesen, die Lana Mueller mit Bravour gefüllt hat. Denn die Entwürfe sind zwar sehr verspielt, glamourös und sehr weiblich, aber Lana Mueller ist es schon im Sommer gelungen, diese Elemente in einer coolen Ready-to-Wear-Kollektion zu bündeln und Pieces für jeden Tag zu kreieren.

Vergangene Woche überzeugte das Label erneut mit einer stilechten Präsentation der neuen Kollektion in einer privaten Wohnung über dem Restaurant Borchardt. Die Models mischten sich unter die geladenen Gäste, stießen mit Champagner an, spielten eine Runde Billard oder unterhielten sich ganz ungezwungen. Die Entwürfe spielten sich zwischen aufwändiger Abendmode und sportlichen Elementen ab. Geschwungene Säume, Bestickungen, Bare-Midriffs – alles gehalten in Smaragd-Grün, Altrosa, Dunkelblau und Steingrau. Nicht zu laut, nicht zu leise, genau richtig, würden wir sagen!

Perret Schaad

Nach einer kleinen Auszeit vergangenen Sommer kehrte das Berliner Label Perret Schaad diesen Januar mit einer umso bemerkenswerteren Kollektionspräsentation auf den Kalender der Berlin Fashion Week zurück. Im Dining Room des altehrwürdigen Kronprinzenpalais präsentierten Tutia und Johanna ihr „Tableau Vivant“, zu Deutsch lebendes Bild. Und es war wirklich so, als wäre „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo Da Vinci zum Leben erwacht. Hinter einer großen Tafel versammelten sich die Models, bildeten Grüppchen, vertieft in Gespräche, scherzend. Die Atmosphäre war locker und gelassen. Überwacht wurde die Szenerie von einem engelsgleichen Model, das wohlwollend das Geschehen im Auge hatte, während es seine Aufmerksamkeit immer wieder den Gästen (beziehungsweise uns, den Zuschauern) zuwendete.

Die Kollektion bestach mit monochromen, pastelligen Farben, femininen und klassischen Schnitten, die durch Layering und sehr tragbares Styling in unseren Köpfen schon in lauter potentielle Lieblingslooks übersetzt wurden. Aber seht einfach selbst:

Und hier könnt ihr die Designer shoppen:

William Fan

Erhältlich direkt über William Fan

Belize

Erhältlich direkt über Belize im hauseigenen Webshop

Perret Schaad

Erhätllich bei Yoox, Lyst und in Berlin bei Schwarzhogerzeil in der Torstrasse 173, 10115 Berlin, sowie über den hauseigenen Webshop

Lana Müller

Erhältlich im hauseigenen Webshop

Bilder im Header via Julia Novy und PR

Kommentare

  1. Bis auf das Outfit mit dem gelben Oberteil zu dem Rock von Belize gefällt mir leider gar nichts. Ich frage mich meistens wer solche Sachen überhaupt anzieht, aber ich bin in Sachen Mode und der ganzen Szene sowieso nicht wirklich bewandert ^^“

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