JOURlook im Rahmen der Themenwoche: Dieses Outfit ist 100 Prozent „öko“

Ökomode ist unsexy, hässlich, schwer erhältlich und nicht gerade modisch –  dieses Schubladendenken hält sich vehement in unserer Gesellschaft. Zugegeben, auch ich denke das stellenweise, denn ich erhalte viele Pressemitteilungen zu nachhaltigem Design und wundere mich immer: Zwar stimmen Qualität und Herstellungsverfahren, die Umsetzung lässt im Modekontext aber oft zu wünschen übrig. Im Rahmen unserer

Ökomode ist unsexy, hässlich, schwer erhältlich und nicht gerade modisch –  dieses Schubladendenken hält sich vehement in unserer Gesellschaft. Zugegeben, auch ich denke das stellenweise, denn ich erhalte viele Pressemitteilungen zu nachhaltigem Design und wundere mich immer: Zwar stimmen Qualität und Herstellungsverfahren, die Umsetzung lässt im Modekontext aber oft zu wünschen übrig.

Im Rahmen unserer Themenwoche „Mode-Mythen“ habe ich mir daher vorgenommen, ein 100 Prozent „korrektes“ und schönes Outfit zu finden, das mit den Vorurteilen aufräumt. Das ist das Ergebnis:

Die Jacke ist von Ica Watermelon, einem Berliner Label, das ich unheimlich gern mag und mit staubig rein gar nichts gemein hat. Kostenpunkt 390 Euro. Das Außenmaterial besteht zu 100% aus ungefärbter Merinowolle aus Süddeutschland. Das Futter: 100% Bio Baumwolle, G.O.T.S.-zertifiziert. Das Siegel von „Global Organic Textile Standard“ bedeutet: Es gelten die sozialen Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als Mindestanspruch. Kinderarbeit, Misshandlung oder Diskriminierung und Zwangsarbeit sind nicht erlaubt, während gerechte Löhne, Arbeitsschutz und Vereinigungsfreiheit gefordert werden. Des Weiteren muss Kleidung nach G.O.T.S.-Standard zu 90 % aus Naturfasern hergestellt sein. Davon müssen mindestens 70 % aus biologischem Anbau kommen und dürfen nur bestimmten chemischen Prozeduren ausgesetzt werden. Mehr dazu hier.

Das weisse T-Shirt ist von Hess Natur und besteht aus 100 Prozent reiner Bio-Baumwolle, die aus der Türkei kommt. Es wurde chlorfrei gebleicht und mechanisch in Litauen behandelt. Das krasse ist der Preis: 24,95 Euro!

Die Jeans ist von BLUET DENIM, einem ganz jungen neuen Label aus Berlin. Hier muss ich Abstufungen machen, denn es handelt sich nicht um Bio-Baumwolle. Aber: Die Denims stammen aus Japan und der blaue Stoff wird mit rein pflanzlichem und nicht chemischem Indigo gefärbt. Alle Stoffe sind Öko-Tex zertifiziert. Die Gründerin Veronika verriet mir übrigens, dass sie an die meisten Bio-Stoffe wegen der kleinen Ordermengen noch gar nicht rankommt. Bei Bluet Denim punktet der Produktionsaspekt: Produziert wird in Kleinserien in Norddeutschland, in einem Familienbetrieb. Veronika war selbst vor Ort und arbeitet eng mit der Näherei zusammen. Es war sehr sehr schwer jemanden in Deutschland zu finden, der überhaupt noch Jeans näht, denn das geht nur mit Spezialnähmaschinen, die es hierzulande nicht mehr gibt, weil fast die gesamte Produktion über die Jahre ins Ausland verlegt wurde.

Das hat seinen Preis und Bluet Denim positioniert sich im Premium Denim Segment. Die Jeans kosten 195 bis 250 Euro.

 

Die Clutch, die auch als Umhängetasche genommen werden kann, ist von NINE TO FIVE und aus vegetabil gegerbtem Leder, das veredelt wird mit Lachshaut aus der Biolachsproduktion. Die Philosophie des Hamburger Labels: hochwertige Materialien und handwerkliche Verarbeitung – nach allen Kriterien der Sozialvertra?glichkeit. Alle Produkte sind von Hand gefertigt und werden ausschließlich in kleinen europa?ischen Manufakturen hergestellt. Das ermo?glicht kurze Transportdistanzen und eine enge Zusammenarbeit mit den Produzenten. Damit keine unno?tigen Umweltbelastungen bei der Gerbung entstehen, wird fu?r die Schuhe und Taschen von NINE TO FIVE ausschließlich vegetabil gegerbtes Kalbsleder aus Europa verarbeitet. Das bedeutet den Einsatz traditioneller, umweltschonender Verarbeitungsmethoden wie Gruben-Gerbung und die Verwendung schadstoffarmer Pflanzenstoffe anstelle von aggressiven, chemischen Gift- und Gerbstoffen.

Veredelt werden die Produkte mit nobler Lachshaut aus der Biolachsproduktion. Auch Zubeho?r-Teile wie Reißverschlu?sse, O?sen etc. stammen aus Europa und sind nach EU-Norm zertifiziert. Das Label hat auch hübsche Schuhe! Meine sind in diesem Outfit leider nicht aus Öko-Leder.

Mein Tragetest fällt unheimlich positiv aus, alle Materialien fühlen sich gut auf der Haut an, die Jacke ist vom Design und Schnitt her ausserordentlich gemacht und sie hält warm! Den T-Shirt-Preis finde ich beeindruckend, daher nehme mir vor, öfter für Basics bei Hess Natur vorbeizuschauen. Und ich finde es so spannend, zu wissen, was wie woher kommt. Mehr Transparenz würde auf Dauer so gut tun!

 

Von Jessie

Ich bin Jessie Weiß, 32 Jahre jung, lebe verheiratet in Berlin, bin Mama von Levi (1), schwanger mit dem zweiten Kind sowie Gründerin von Journelles. Ich liebe Phoebe Philo, Stella McCartney und Isabel Marant, kann aus anatomischen Gründen nicht auf hohen Schuhen laufen, habe einen Céline-Taschentick, tanze und höre leidenschaftlich gern Hip Hop, kann mir selten Ironie verkneifen, leider immer noch kein Französisch sprechen, obwohl ich Paris für die schönste Modestadt der Welt halte, gucke am liebsten Jimmy Fallon, Jan Böhmermann, Game of Thrones oder entspanne beim Serienmarathon auf Netflix, bin ein kleiner Workaholic mit Multitaskingtalent, professionelle Instagram-Durchscrollerin, in jeder Lebenslage tollpatschig, habe ein Faible für skandinavisches Interior und einen Kissen-Tick, bin groß im Wellness machen und wäre daher noch lieber professionelle Hoteltesterin. Mode ist meine grosse Liebe, aber meine Kohle investiere ich eher in Reisen und Essen – und neuerdings fast ausschliesslich in mein Kind.

Als alter Bloghase – 2007 habe ich LesMads mitbegründet – ging im Oktober 2012 mein persönlicher Traum in Erfüllung: Ich habe mich mit "Journelles" selbstständig gemacht. Das Blogazine ist mein digitales Zuhause, News-Plattform, Modetagebuch und tägliche Anlaufstelle für spannenden Content rund um die Themengebiete Interior, Reisen, Beauty und sowohl High Fashion als auch Contemporary Labels und Highstreetmode.

Nebenbei habe ich die Modesendung It's Fashion auf EinsPlus von der ARD moderiert, berate Firmen im Social-Media-Bereich, halte Vorträge und reise um die Welt, um euch täglich den schönsten Content zu präsentieren. Im Juni 2015 habe ich mein eigenes Modelabel JOUUR. gegründet.

2016 ist mein Sohn Levi auf die Welt gekommen. Baby-Themen werden seither auf Mini Journelles behandelt und das nun auch wieder intensiver, da unser zweites Kind unterwegs ist.

Journelles ist inzwischen gewachsen: Wir sind ein sechsköpfiges Redaktionsteam im Berliner Prenzlauer Berg und haben im Sommer 2018 unseren ersten temporären Concept-Store, den Journelles Marché, eröffnet.

Mein Credo: Mode muss Spaß machen, auf Augenhöhe funktionieren und sollte sich nicht so ernst nehmen.

Mehr über mich findet ihr im Presse-Bereich, auf Instagram und ab und an auf YouTube. Subscribe!

Aktuelles Presse-Feature:

VOGUE.DE: "Influencer im Portrait: Jessica Weiß - Alles, nur kein Stillstand"

Kommentare (28) anzeigen

28 Antworten auf „JOURlook im Rahmen der Themenwoche: Dieses Outfit ist 100 Prozent „öko““

Mal ganz abgesehen von den Diskussionen rund um eure Themenwoche: Das Outfit sieht super aus, steht dir toll und macht dich noch schlanker. Die Jacke ist dabei mein Favorit. Übrigens habe ich auch das Gefühl, dass du seit einiger Zeit noch mehr von innen strahlst und das überzeugt mich am meisten!

I agree! Die Jacke ist super. Die Preise sind gerechtfertigt, schätze ich – und würde man nicht pro Saison, sondern pro Jahr einkaufen, wären sie auch für viele machbar (natürlich nicht für alle). Ein Anfang!

Super Kombi! Schmeichelt Dir in allem sehr, das weiche Grau steht Dir unheimlich gut 🙂

SO GUT! dass ihr euch mit diesen Themen befasst!! Kaum jemand wagt es, das Thema Mode auch mal kritisch zu sehen und alle kaufen ohne Nachdenken bei Zara ein… (ich leider oft inklusive…) Und ein SO GUTES Outfit! Weiter so!

Also das Outfit ist wirklich sehr sehr hübsch und ich würde gerne alles genauso anziehen. Allerdings kommen wir hier auch schon zum Haken: € 390,00 für eine Jacke, € 250,00 für eine Jeans, was die Tasche kostet, hast Du gar nicht erwähnt und Schuhe habe ich dann auch noch nicht an. Wer bitte soll sich das Leisten? Das sind knapp € 1000 für ein Outfit! Und dann habe ich nur EIN Outfit. Heißt das also, dass man sich als Normalverdiener gar nicht umweltbewusst kleiden kann? Hättest Du das Geld wirklich für die Sachen ausgegeben, wenn Du sie nicht geschenkt/geliehen bekommen hättest? Finde ich schon ein bisschen heuchlerisch uns hier ein 100% Öko-Outfit vorzuhalten, das sich keiner hier leisten kann und Du bestimmt auch nicht kaufen würdest. Mal abgesehen davon, dass die Lederschuhe mit Sicherheit weder Öko, noch fair sind. Solange Öko so teuer bleibt, wird es sich nie durchsetzen, hier muss unbedingt umgedacht werden. Mich würde auch mal interessieren was den Preis der Jacke von € 390,00 rechtfertigt. Eine flotte Näherin hat die Teile schnell zusammengesetzt und man muss ja nicht unbedingt Merinowolle nehmen, sondern es reicht auch Baumwolle, dann könnten sich mehr Menschen so eine Jacke kaufen. Deutschland ist einfach immer zu teuer in allem und kann daher auf dem Markt nicht mithalten. Und zum T-Shirt von € 24,95: Das mag sein, dass es aus Bio-Baumwolle ist, die bekommt man in der Türkei im Übrigen auch recht günstig – aber wenn es für diesen Preis bei uns im Laden hängt – kann die Näherin in der Türkei trotzdem nichts verdient haben. Also vielleicht mal nicht immer blenden lassen was die Unternehmen alles „machen“, sondern zwischen den Zeilen lesen was sie „nicht machen“ . Und mal ganz nebenbei: Tütenweise Marant für H&M zu shoppen und hier ÖKO zu präsentieren ist mehr als unglaubwürdig. Du schmückst Dich mit diesem interessanten Thema, hast aber in Wirklichkeit kein Interesse daran. Oder werden die Marant-Teile unter ökologischen und fairen Gesichtspunkten produziert? Merkste was?

Obwohl ich deinen vorwurfsvollen Tonfall unangebracht finde, verstehe ich deinen Punkt. Das hier ist aber immer noch ein Mode-Blog und er lebt davon, dass unter anderem Sachen wie Marant für H&M vorgestellt werden. Ich habe das mit Interesse verfolgt und mich gefreut, dass ich (in meinem Fall) nicht umsonst im Laden stehe.
Ob du dir diese Öko-Klamotten leisten kannst, ist ja eine ganz andere Frage. Zunächst geht es um den Punkt: Man kann sich öko anziehen. Wie du selbst sagst, verdient vllt niemand mehr daran, wenn ein Shirt 24,95€ kostet – wie aber sollen diese Kleider allen deinen Ansprüchen gerecht werden (billig und fair)? Da liegt ja schon der Widerspruch. Auch ich kann sie mir nicht leisten, versteh mich nicht falsch. Es geht aber zunächst ja auch nicht darum, das in voller Konsequenz zu leben. Man kann nicht immer in jedem Aspekt seines Lebens konsequent sein. Aber vielleicht können wir alle einen Anfang machen und statt drei weißen Shirts bei H&M für je 5€ einfach mal eines kaufen, das unter besseren Bedingungen produziert wird.
Die Themenwoche überzeugt mich nicht zu 100 Prozent, aber auch hier: Es ist ein Anfang. Und Jessie immer mit so einem vorwurfsvollen Tonfall anzugreifen, macht sie sauer und wütend, dich bringt es in eine schlechte Stimmung und der Blog hat nichts davon. Anregungen sind okay, aber ich plädiere dafür, dass manche Sachen mal gedacht werden, bevor sie getippt werden und dass man im Hinterkoof behält, dass wir alle Menschen sind. Wir alle freuen uns, wenn Umgangsformen gewahrt bleiben, bei aller Kritik.

Ich sehe da auch en Diskrepanz- aber gerade weil es eigentlich unmöglich ist afuf einem Modeblog wie diesem Nachhaltigkeit im Sinn von „wenig kaufen, lange tragen“ zu leben finde ich es spannend was passiert. Diese vorgestelle Ökomode ist superschön und steht den sonst vorgestellten Designerklamotten in Nichts nach- weder inQualiät, Optik (noch im Preis, ömpff.. 😉 Und nur weil Jessie sich nicth SOFORT nur noch ausschliesslich 10 Teile pro Jahr vom strengsten Ökosiegel kaufen wird (das wäre das Ende von JOurnelles befürchte ich;) heisst es nicht dass es Ihre Leserinnen nicht so oder so ähnlich leben können. Mein Vorschlag: mach doch nen eigenen Menüpunkt Stichwort Ökomode (vielleicht fällt euch ein besseres Wort ein) oder mixe in den Outfits immer mind. ein Teil aus fair produzierten Bedingungen.. ich fände das super! Lg

Ich denke nicht, dass mein Tonfall unangebracht ist, sondern das ist eben meine Meinung und wer sich so provokant 100% Öko präsentiert, muss mit Kritik rechnen. Was mir hier insbesondere gegen den Strich geht, ist, soweit ich das aus dem Text verstehe, dass sie sich kein einziges Teil selbst gekauft hat, sondern ganz stolz einfach irgendwas „schönes“, das sie fürs Foto gesponsort bekommen hat, präsentiert. Und wir sitzen jetzt alle vorm Bildschirm und denken uns „schön, aber zu teuer, das können wir uns nicht leisten“. So bringt das ja nichts, das ist ja keine Alternative zu H&M. Wie gesagt, wäre die Jacke nur aus Bio-Baumwolle, könnte man sie bestimmt für € 200,00-250,00 kaufen, ein weißes T-Shirt kann aus Bio-Baumwolle und fair sein für schätzungsweise € 40,00-50,00. Das wären echte Alternativen, die vielleicht den ein oder anderen sogar zum Kauf anregen würde. Aber offensichtlich werden die Teile hier nur präsentiert weil sie geschenkt oder geliehen wurden. Wenn Jessie wirklich so begeistert wäre, wie sie tut, hätte sie die € 390,00 Takken in die Hand genommen und die Jacke eben gekauft und uns in vielen Outfit-Posts damit begeistert. Damit hätte sie meinen Respekt, denn dann hätte sie wirklich mal etwas getan, aber sie redet immer nur und macht es selbst nicht. Sie hat doch kein einziges Öko-Teil im Schrank! Und ich muss Dir widersprechen: Ich denke nicht, dass dieser Blog davon lebt, dass hier H&M hoch und runter gejubelt wird. Ich glaube Journelles wäre genauso erfolgreich, wenn hier H&M, Zara & Co. gar keine Erwähnung (oder in kritischem Zusammenhang) fänden, sondern einfach andere Themen oder sogar Öko-Themen gefunden würden, was ja auch neue Leser anlocken könnte, wie der ein oder andere erfolgreiche „Green-Blog“ bereits beweist. Das wäre wirklich was getan! Die Summe aller Artikel der Themenwoche lautet doch: Unterstützt die Fast-Fashion-Industrie nicht, nur wenn wir unser Kaufverhalten ändern, wird sich auch etwas ändern. Wenn man aber als Blogger Werbung dafür macht, unterstützt man die Industrie genauso, wenn nicht schlimmer, weil man andere auch noch zum Kauf anregt. Und noch etwas fehlt mir in allen Artikeln: Nenn sie doch beim Namen! (oder darfst Du das vertraglich nicht?) H&M, ZARA, MANGO, KIK, ABERCROMBIE ….

FYI: Bio-Baumwoll T-Shirts müssen nicht gleich 40-50 Euro kosten! Man bekommt für 19,50 Euro ein Bio-Baumwolltshirt 100%fair trade 100%organic von nonasties.in Einziger Unterschied zu deinen 40 Euro Tshirts: Keine Lieferanten, Mittelsmänner blabla, die bezahlt werden müssen. Der Geschäftsführer des kleinen Unternehmen kam in den Weltladen hier in Kassel, hat sein Produkt vorgestellt, das in einem indischen Dorf produziert, geschnitten, gefärbt und genäht wird. Zu humanen Konditionen.
Was möchtest du mit deiner Meckertirade erreichen? Dass alle die diesen Blog besuchen, Jessie heuchlerisch finden oder aufklären? Beides gelingt dir sehr schlecht.

Ich sehe die Diskrepanz auch nicht problematisch – Wie und was dieser Blog darstellt und darstellen soll, entscheiden noch immer die Autoren. Feedback und Kritik ist in Ordnung und auch sehr wichtig, aber das man sich als Leser moralisch drüberstellt (abgesehen mal vom Tonfall, den manche hier haben) und mit dem Finger auf die Autoren zeigt und sich dann wundert, dass Autoren und manche Leser anderer Meinung sind, das finde ich unnötig und vor allem unreflektiert.

Liebe Sandra, wenn dich der hier gewählte Zugang so sehr stört und du eher beleidigend und nur mehr Störfried in der Diskussion bist, hast du immer die Möglichkeit, mit dem Followen von Journelles aufzuhören. Oder aber, und das fände ich gut, weil es die Meinungsvielfalt widerspiegeln und andere Zugänge zu diesem Thema (das findet ja jeder hier wichtig) präsentieren würde: Mach deinen eigenen Blog! (Beides ist weder schnippisch noch bös gemeint, sondern als ehrliche Anregung).

Und jetzt grundsätzlich noch eine Leseempfehlung zum Thema: Dieser Blog http://ichkaufnix.wordpress.com/ ist aus einem anderen Grund entstanden, hat sich aber interessant entwickelt und befasst sich u.a. auch mit dem Thema – kritisch, auch tiefergehend und außerdem auch ehrlich gegenüber sich selbst.

Ich verstehe deinen Punkt wirklich. Letzten Endes geht es um Konsequenz. Sie ist dir nicht konsequent genug in ihrer Umsetzung. Aber wir alle können nun mal nicht immer 100 Prozent konsequent sein. Diese Konsequenz müssten wir dann nicht nur in Mode, sondern auch in Ernährung, Kosmetik oder Fortbewegung (bspw.) leben. Und sie macht sich eben dieses eine Thema so weit zu eigen, wie sie möchte und kann. Sie lebt von Mode, es ist ihr Job und so bezahlt sie ihre Miete. Natürlich wird Journelles jetzt plötzlich kein Öko-Blog, denn das ist nicht Jessies Nische.
Ich gebe dir Recht, dass an ein oder anderer Stelle die Wortwahl oder Darstellung noch dürftig war, aber sie macht einen Anfang. Das machen viele andere Modeblogger nicht. Sie nutzt ihren Status, um andere anzuregen, auch mal aus einer anderen Sichtweise über Mode nachzudenken. Das finde ich lobenswert, denn sie könnte auch einfach die lästige Diskussion vermeiden und das Thema gar nicht aufgreifen. Ich für meinen Teil habe es so verstanden, dass es eine Anregung sein kann, die man als Leser aufgreifen kann und die auch Jessie erst jetzt langsam in ihr Verständnis von Mode einfließen lässt. Wir sind ein Teil davon und erleben den Prozess – nicht das fertige „grüne“ Endprodukt. Wer weiß, wohin die Reise hier noch geht? Wollen wir die konsequentere Umsetzung sehen, müssen wir Journelles ignorieren und „Green-Blogs“ lesen. Das ist nämlich nicht der Anspruch von Journelles.

Und wenn wir ehrlich sind, wird auf diesem Blog H&M auch nicht hoch und runter gejubelt. Großteils finden sich hier auch sehr viel teurere Marken (was nicht heißt, dass diese „grüner“ sind, keineswegs). Das wollte ich nur sagen, weil das so nicht stimmt. Ich finde, dass bei aller Kritik auch Verständnis für Umstände, Job etc. einfließen sollte.
Und warum nicht alle Marken genannt werden, die unter das Fast Fashion Stichwort fallen? Ich denke, es ist einfacher ein Stichwort zu nennen, als jedes Mal eine erschöpfende Liste aufzuschreiben. Greift man einen Namen heraus, zeichnet das auch kein objektiveres Bild. Fakt ist: Die wenigsten bekannten Marken produzieren zu 100 Prozent fair. Das reicht doch schon mal als ernüchterndes Bild.

Ich erwarte gar nicht, dass sie sich um 180% dreht und jetzt nur noch Öko-Mode trägt. Aber sie trägt KEIN EINZIGES Teil und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass sie sich in den letzten Jahren jemals ein Teil einer fairen Marke gekauft hat oder sich darum Gedanken gemacht hat. Für sie zählt doch nur was „In“ ist, sei es Acne, Celine, Kenzo etc. Hier den Aufklärer zu spielen, obwohl man sich offensichlich sonst auch nie darum gekümmert hat, ist schon ein bisschen merkwürdig. Aber es muss eben jeder selbst wissen, ob er alles glaubt. Ich bin mir sicher, wir werden auch nächster Zeit kein anderes Kaufverhalten oder faire Mode sehen. Zu den Namen der Fast-Fashion-Ketten: Sie muss sie nicht JEDESMAL aufzählen, aber sie hat sie KEIN EINZIGES MAL genannt. Geht ja auch schlecht, wenn man für den Riesen Werbung macht.

Außerdem wurde die ganzen Tage nur Oberflächliches angesprochen, was jeder schon wusste. Wie wäre es denn mal gewesen, konkret zu werden? Wie wird das schöne neue Kaschmir-Mützchen von COS (H&M) hergestellt? Oder im Gegensatz dazu die teuren Handtäschchen (man braucht ja direkt mehrere) von Celine? Und wie wurde die Marant für H&M Kollektion produziert, wenn ich sie schon hochlobe? Jessie, wie wäre es, wenn Du das mal hinterfragst und uns konkrete Beispiele nennst? Ich denke, ich stehe nicht alleine da, wenn ich nach der Themenwoche genauso viel weiß wie vorher

Liebe Sandra, „Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut“ – ich stehe nicht sehr auf Sprichwörter, aber dieses passt hier wohl ganz gut.
Ich verstehe deinen Standpunkt; aber anstatt die ganze Zeit gegen Jessie, Alexa & Journelles zu wettern, sollte diese Themenwoche als Denkanstoss betrachtet werden.
Erst wenn sich ein Bewusstsein und Umdenken bei den Konsumenten einstellt, wird es sich früher oder später auf die Industrie auswirken (Nachfrage/Angebot). Und somit auch auf ein breiteres Angebot und besseres Preisen. Idealerweise sind irgendwann ALLE Produkt „grün“.
Die Welt kann sich nicht von heute auf morgen ändern. Hat sie noch nie & wird sie auch nicht. Das nennt man Prozess. Und die Themenwoche ist der Start. Und Jessie aka Journelles vorzuwerfen, sie wäre scheinheilig, nur weil sie sich plötzlich mit öko-mode „schmückt“, ist einfach daneben – es geht darum, AUFMERKSAMKEIT auf dieses Thema zu lenken. Und, wie sie selbst schon sagte, in kleinen Schritten in die richtige Richtung zu gehen.
Amen.

„…wer sich so provokant 100% Öko präsentiert, muss mit Kritik rechnen.“

Öhm. Merkst du was? Da macht sie den Schritt, informiert sich und sucht nach schönen Öko-Sachen, die sie auf diesem Blog auch noch einer Menge anderer Menschen vorstellt. Und du findets es kacke.

Ich nehme mal an, du siehst dich selbst als „echtere“ Öko-Verfechterin als Jessie? Wie kontraproduktiv du dann gerade bist! Mannomann.

Hallo Sandra, ich weiss was du meinst, aber der Ton macht die Musik und deine Aggressivität kann ich nicht nachvollziehen, auch möchte ich nicht deine persönliche Angriffsfläche sein. Die Beweggründe und ausschlaggebenden Punkte für die Themenwoche haben wir hier mehrfach erklärt, der Vorwurf der Scheinheiligkeit ist nicht berechtigt. Das Interesse auf unserer Seite ist gross und es geht um Information, die nirgends schaden kann. Wie du siehst mache ich das Thema z.B. durch dieses Outfit zu „meinem“ – es sind Miniministeps, aber zumindest in die richtige Richtung. Das schliesst dennoch nicht aus, Marant-Teile zu shoppen. Auch da habe ich erklärt, wieso diese Kollektion so gut zu mir passt – trotzdem muss ich mich nicht rechtfertigen.

Wie man sieht ist das Thema kontrovers, aber auch da muss man sich in der Modewelt mal ran wagen. Für Journelles werde ich auch versuchen, dies als Rubrik langfristig beizubehalten. Jedoch: jedem kann man es nicht recht machen und wie man es macht, macht man es falsch. Von daher: Wenn es wenigstens zum Diskutieren oder Nachdenken anregt, ist das doch schon mal schön.

Tja, liebe Sandra, was heißt das wohl? Für ein gutes Gewissen und!! einen vollen Kleiderschrank braucht man einfach mehr Geld! Aber egal wie Jessie und Alexa es machen, du und auch andere werden immer etwas finden, wo sie meckern können. Uns wird ja nichts aufgezwungen, sondern Denkanstöße geliefert. Außerdem heißt es Themenwoche und die Woche ist noch nicht um, noch gibt es kein abschließendes Fazit. Ich weiß ja nicht, was du erwartest aber ich glaube kaum, dass wir hier plötzlich Label genannt bekommen, die fair und öko zu günstigen Preisen anbieten und gleichzeitig altbekannte verteufelt werden. Jeder muss letztendlich für sich selbst entscheiden und sein Konsumverhalten überdenken. Aber wärst du nicht modeinteressiert, wärst du ja nicht hier Leserin. Also gib doch bitte konstruktivere Kritik als nur zu meckern.

Schönes Outfit!
Ich finde die Jacke Klasse, ich kannte das Label nicht, es steht jetzt aber auf jedem Fall auf meiner Merkliste.
Das Jeanslabel werde ich mir auch anschauen; ich habe den Denim-Artikel noch nicht gelesen, vermute aber, dass gerade auf used getrimmte Jeans mit das schlimmste sind, was man tragen kann. Und behaupte auch, dass sich da „große“ Marken und Billigheimer nix oder nicht viel nehmen.

Die Preise finde ich- verglichen mit dem, was sonst hier vorgestellt wird- vollkommen ok. Von den Göttern IM und Acne gibts kein weißes T-Shirt für 24,95, eine JBrand Jeans kostet mindestens genauso viel und der Preis für die Jacke geht auch vollkommen in Ordnung, da sind andere Hipster Favoriten wie Sandro, Zadig&Voltaire, Ganni etc. in keinem Fall günstiger.

Klar, für Menschen mit sehr begrenztem Budget sind diese Preise nicht machbar. Aber da hilft dann vielleicht doch der Blick auf die Greenpeace-Detox-Liste. Da steht auch zum Beispiel die High End Marke Armani als absoluter Looser drauf. Und Marken wie Hilfiger, Calvin Klein, Maison Martin Margiela, Diesel etc. sind ebenfalls in der Rubrik „Schlusslichter“ aufgezählt.
Dagegen tauchen H&M und Zara auf der Lise der „Guten“ auf. Ich zweifle zwar auch etwas daran….immerhin hat Inditex jetzt teilweise komplett automatisierte Fabriken, da sterben keine NäherInnen mehr…ob es den Menschen damit besser gehen wird, bleibt allerdings auch abzuwarten…

Also teuer muss nicht unbedingt gut im Sinne von öko und verantwortungsbewusst sein und umgekehrt. Und egal, wieviel Kohle zum Klamottenkauf vorhanden ist, hilft ein etwas Nachdenken über das, was man kauft schon.

Ich finde die Idee der Themenwoche sehr gut, das ist ein Modeblog, dessen Stärke sicherlich nicht im wissenschaftlich fundierten Enthüllungsjournalismus liegt, aber wenn die LeserInnen anfangen, beim Kaufen etwas nachzudenken, dann hat die Themenwoche ihren Sinn und Zweck vollkommen erreicht.

Das Outfit heute ist auf jeden Fall super, thumbs up!

Die Jacke ist wunderhübsch! Hätte ich nicht gewusst, dass es sich um Ökomode handelt, würde ich dir genau die gleichen Komplimente machen. Der Look räumt mit dem staubigen Image auf! Ich finde es sehr löblich, sich an ein Gesamtoutfit heranzuwagen, auch wenn es außerhalb des Budgets von Otto-Normalverbrauchern wie mir liegen mag. So wird zumindest Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt!

Ich finde die Jacke sieht so schön aus: Schnitt und Farbe sind genau meins! und dass sie 100% öko ist, dürfte ein Kaufgrund mehr sein. Echt gut, dass ihr grüne Mode nicht nur vorstellt sondern auch visualisiert- so wird das Vorurteil gegenüber jener etwas minimiert. Danke 🙂

Vorweg: Toll, dass du dich mit dem Thema nachhaltig produzierter Mode auseinander setzt. Ich selbst habe immer gekauft, was mir gefällt und auch von Discountern konsumiert… bis zu meinem Indien Aufenthalt. Hier habe ich eine Produktionsstätte besichtigt und war von den dort herrschenden Missständen echt betroffen. Von dem Moment an habe ich mich mit der Herkunft und der Produktion von Kleidung auseinander gesetzt und bin ebenso wie einige hier zu dem Entschluss gekommen… leider ganz schön teuer! Ein Outfit um die 1000€ kann und will ich nicht ausgeben. Es geht aber auch anders.

Kleidung muss meiner Meinung nach nicht immer ökologisch oder fair konsumiert werden. Flohmarkt und Second Hand ist meiner Meinung nach ebenso nachhaltig. Kauf man sich ein neues Teil lohnt sich ein Blick in die Pflegeeigenschaften. Produziert in Europa ist zwar nicht unbedingt ökologisch, erfüllt aber zumindest Soziale Standards, die in Ländern wie Bangladesch sicherlich nicht erfüllt werden können. Gewisse Chemikalien kommen nach EU Recht auch nicht zum Einsatz.

Es gibt mittlerweile auch einige Marken, die ökologische Kleidung zu fairen Preisen anbieten (klar ist natürlich, dass diese nie an H&M oder Zara Preise rankommen… müssen sie ja aber auch nicht). Die Jeans von Nudie oder Kuyichi z.B. kosten zwar nicht wenig, aber ab 100€ bist du auch hier dabei. Monkee Genes sind sogar schon ab 60€ erhältlich und sehen echt gut aus. Mein Favorit ist mittlerweile aber armedangels. Gerade die Basics (Tank Top ab 19,90€, Longsleeve 29,90€/39,90€), aber auch die Stricksachen sind wirklich schön und preislich vollkommen ok. Hier bist du bei einem Outfit sicherlich ab 100€ dabei.

Die Jacke ist toll, keine Frage, aber sicherlich ein Highlight für Kleiderschrank UND Geldbeutel. Herkömmlich produziert wäre sich auch nicht unbedingt günstiger. Was sich aber wirklich jeder hier leisten kann und sollte sind die ganz alltäglichen Kleidungsstücke wie dein weißes Basic Shirt von Hess Natur… nur dass ich wirklich sagen muss, dass es glücklicherweise mittlerweile wirklich coolere Brands gibt als diese. Schade, dass du auf diese in deiner Themenwoche noch nicht eingegangen bist (aber vielleicht kommt das ja auch noch).

Also toll, dass du berichtest. Ich will mehr davon!

Die Jacke ist unglaublich schön, der Schnitt klasse und schmeichelnd und wenn Du nicht „öko“ geschrieben hättest – ich denke niemand hätte darauf getippt. Ica Watermelon hatte ich gar nicht mehr auf dem modischen Schirm, das werde ich jetzt ändern.

Mode-Mythen – wenn ich das schon höre. Sich in ein paar „Ökö-Sachen“ fotografieren zu lassen und über die armen Kinder in Bangladesch zu schreiben, macht dich zu keinem besseren Menschen. Zu deiner Info Celine, Kendo, Acre, Marant, Chanel etc. und andere Labels lassen Ihre Sachen von Kindern nähen oder Näherinnen die zwar in Frankreich (Paris) wohnen und arbeiten, dafür 12 Stunden für einen Hungerlohn schuften. Ministeps – das ich nicht lache, einmal kurz die Sachen geborgt und angezogen und schon hat man ein reines gewissen, am nächsten Tag rutscht der Post runter und die Topshop Jeans, Marant Mantel und Nike (alles aus ausbeutern Betrieben) angezogen – vergessen sind die Mythen und das oberflächige beginnt von vorn. Wenn man Mode liebt und einen Mode Blog hat, dann lebt man und trägt nun mal keine Öko-Sachen, man kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig Tanzen… Entweder Öko-Braut oder Fashion Victim. Entscheide DICH! P.s: Deine Antwort: Von daher: „Wenn es wenigstens zum Diskutieren oder Nachdenken anregt, ist das doch schon mal schön.“ Ist einfach traurig und unprofessionell

Das ist dein bestes Outfit hier. Schlich und schick ohne dabei verkleidet zu wirken. Die Jacke hätte ich auch gerne! Perfekt!

Dieses Outfit ist zwar schön aber wirklich einen ganzen Happen zu teuer. Wieso stellt ihr nicht mal das Kölner Label Armedangels vor? Bei denen gibts super schöne ‚Öko‘ Hosen und Jacken ab 60 Euro. Die fühlen sich großartig an und sind trotzdem absolut erschwinglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.