JOURgarderobe: Closet Diary mit Romina Mann, Stylistin

Hallo ihr Lieben, frohe Ostern gehabt? Zugegeben, uns fällt es nach so vielen freien Tagen auch schwer, wieder in den Alltag zu finden. Dafür ist die Woche aber kurz und wir starten sie mit einem Highlight: unserem Closet Diary! Diesmal in der Hauptrolle: die 31-jährige Stylistin und Mama einer bald dreijährigen Tochter, Romina Mann.

Ich habe eben überlegt, wie lange ich sie schon kenne – und zwar ganz aus den Anfängen meiner Zeit in Berlin. Vor etwa acht Jahren schrieb ich noch für mein erstes Blog und Romina arbeitete als Moderatorin von Fashion.DailyTV. Ihren Werdegang habe ich dann nur noch über die sozialen Medien mitbekommen – ihr kennt das. Umso spannender, dass sie uns heute nicht nur durch ihren Alltag mitnimmt, sondern auch aus dem Nähkästchen plaudert.

„Bis ich 16 war führte ich quasi ein Nomadenleben und habe an sehr vielen Orten in Deutschland gelebt und viele verschiedene Schulen besucht. Ich hatte die Nase voll und bin alleine nach Berlin gezogen. Habe hier mein Fachabitur in Mode und Textiltechnik gemacht. Danach eine Ausbildung für Musik und Medienmanagement, um dann wieder den Weg zurück zur Mode zu finden und den Studiengang „Modejournalismus“ an der AMD zu machen. Während des Studiums habe ich viel WebtTV gemacht…danach hatte ich ein Jahr Auszeit: Hustle…Wurde schwanger und habe noch in der Schwangerschaft entschieden: Jetzt verbinde ich meine Mode und Künstlerkontakte, die ich über die vielen Jahre, privat wie geschäftlich gesammelt habe, und mache Styling. Bringt ja nichts, mich immerzu über den Stil der Medienlandschaft Deutschlands aufzuregen – ich werfe mich da jetzt mal rein. Und ich habe das Gefühl so langsam verändert sich echt was…es gibt echt ein paar tolle Menschen da draussen, die großartiges Personality Styling machen und auch gefühlt mehr Künstler die Hilfe im Styling annehmen.“

Verfolgen kann man Rominas Arbeit unter dem Hashtag #FrauMannziehtan – als Personal Stylistin ist sie spezialisiert auf Künstler-Styling und zieht dementsprechend Menschen an, die auf der Bühne stehen, singen, moderieren, schauspielern und Rote Teppiche besuchen. Aktuell ist das zum Beispiel Jeannine Michaelsen.

Und auch privat läuft es: „Meine Tochter wird im Sommer 3 und mein Mann (Sera Finale, Songwriter) und ich leben unseren ganz eigenen Traum: Arbeit, die wir lieben und die Familie mal mehr, mal weniger gut zu organisieren, so viel wie möglich von der Welt zu sehen und sich über all das riesig zu freuen.“

Diese Aussage mache ich gern zu meinem Mantra!

Je älter ich werde desto mehr sehe ich meine Mutter in mir. Ich habe viele Teile aus ihrem Kleiderschrank geerbt und trage sie stolz. Sie erinnern mich zum einen an sie und ausserdem finde ich, dass sie einen großartigen Stil hatte: Immer auf den Punkt und sorgfältig mit einem kleinen Bruch, um es lässig und nicht gewollt aussehen zu lassen. So gut wie sie werde ich bestimmt nie aber ich versuche es jeden Tag – sie ist um ehrlich zu sein eine meiner größten Inspirationen.

Montag

Anfang der Woche plane ich immer, was alles gemacht werden will und muss. Ich probiere, viel Papierkram zu erledigen und meinen Steuerberater glücklich zu machen. Wir planen, wer wann mit unserer Tochter ist und wer wann wohin muss und wieder zurückkommt. Genau so sah also heute mein Tag aus bis ich dann Nachmittags mehr oder weniger das erste Mal raus gehe, um meine Tochter von der KITA zu holen. Jeans und Hoodie sind also perfekt für solche Tage.

Die Jeans – LEVIS, ich liebe sie…schon immer. Jugendliche der 90er halt. Den VOGUE Hoodie hat Djorkaeff für mich gemacht, nachdem ich ihn fast in den Wahnsinn getrieben habe mit der Frage wo der her ist. Er ist ein guter Freund und Kollege von meinem Mann – er trug ihn letztens an auf einem Bild auf Instagram. Der Gedanke an den VOGUE Hoodie hat mich irre gemacht – ich musste ihn haben. Seitdem trage ich ihn auch echt irgendwie einmal am Tag, ob hier als Outfit verpackt oder einfach zum Chillen oder Sport machen. Hier kombiniere ich noch meinen liebsten grauen Samsoe und Samsoe Mantel und ebenfalls Samsoe und Samsoe Sneaker aus weißem Leder und Plateau dazu. Erst wusste ich nicht, ob mir die Schuhe gefallen. Jetzt trage ich sie andauernd. Die Tasche ist ein Farbtupfer und Liebling meiner Garderobe. (Passt sogar ne Windel rein, ich schwöre.)

Mantel: Samsoe und Samsoe (ähnlich hier), Pullover: DIY via Djorkaeff (ähnlich hier), Jeans: Levi’s, Schuhe: Samsoe und Samsoe, Tasche: Céline

Dienstag

Bisschen Date-Day heute, zumindest zum Frühstück. Die ersten Sonnenstrahlen müssen wir genießen, wurde heute Morgen beschlossen. Mittags war ich für eine meiner Klientinnen und deren anstehender TV-Produktion noch einiges einkaufen und besorgen, weil wir uns Ende der Woche in Köln zum Fitting sehen werden.

Die Stussy-Jacke klaue ich immer aus dem Männerschrank – sie ist übergroß wenn ich sie trage, das mag ich gern, außerdem ist sie schlicht und bringt immer ein bisschen Straße in meine Garderobe. Ich liebe sie auch zu Kleidern oder Röcken mit hohen Schuhen. Zigarettenhose und Pulli sind von H&M Trend. Was soll ich sagen.. ich liebe diese Sektion bei H&M. Eigentlich jeder, oder!? Die Tasche kennt ihr bereits. Schwarze Chucks gehören bei mir zur Modeuniform – perfekt für heute, weil entspannt und ideal für lange Strecken – den Ku’damm rauf und runter.

Die dramatisch große schwarze Sonnenbrille ist von Urban Outfitters. Das war so ein „Fix noch schnell eine zweite Sonnenbrille besorgen“-Kauf, letztes Jahr als ich mit zur Produktion von „Sing meinen Song“ nach Südafrika fahren durfte. Abends gehe ich dann noch zu meiner Trainingsgruppe mit der besten Trainerin der Welt: Nada. Sie macht mich eine Stunde fertig und hinterher fühle ich mich nur großartig.

Jacke: Stussy (ähnlich hier), Pullover: H&M, Hose: H&M, Sonnenbrille: Urban Outfitters (ähnlich hier), Tasche: Céline, Schuhe: Converse

Mittwoch

Heute habe ich Fittings, gleich zwei nacheinander. Normalerweise ziehe ich mich da noch einen Tacken bequemer an, um mich auf den Boden setzen zu können, um was abzustecken, wieder aufzustehen und zurecht zu rücken, Sachen auspacken und all das. Aber heute hatte ich so Lust auf eine meiner absoluten Lieblingshosen – die Flared bzw. fast schon Marlene-Jeans von Weekday in Kombination mit einem alten Seidenschal, den ich mir sehr häufig als Gürtel umfunktioniere und einem noch älterem Hemd, das zu selten das Bügeleisen sieht – beides von meiner Mama. Die blauen Chucks sind dann wieder der perfekte Schuh für Tage wie diese.

Zum Lunch treffe ich mich mit meiner guten Freundin und Inneneinrichtungs-Idol Melissa.. wir ergänzen uns wunderbar: Ich miste mit ihr den Kleiderschrank aus und berate sie für Anlässe und sie macht quasi genau das nur eben in meiner Wohnung. Nachmittags ist dann Mama- und Tochter-Zeit und abends setze ich mich wieder an den Computer und beantworte Mails.

Bluse: Vintage (ähnlich hier), Jeans: Weekday (ähnlich hier), Tuch: Vintage (ähnlich hier), Schuhe: Converse

Donnerstag

Mein Tag beginnt sehr früh mit Terminen und Besuchen in Agenturen und Showrooms, um letzte Dinge für das besagte Fitting in Köln abzuholen. Abends gehe ich noch auf eine Vernissage, außerdem treffe ich eine neue Moderatorin zum ersten Mal bei einem frühen Abendessen und wir besprechen Vorstellungen und Ideen.

Der Rock von & Other Stories ist neu und hing ganz allein an einer Stange, als ich eigentlich Sachen umtauschen wollte für einen Job. Fluch und Segen zugleich, denke ich mir dann immer. Ich muss mich schon echt zusammenreissen und wie mit Scheuklappen durch die Läden gehen, um nicht ständig in Versuchung zu kommen. Diesmal hat es nicht geklappt – aber er hing da eben so allein und ich wollte unbedingt mal mein Game in Sachen Röcke im Alltag erweitern. Hab ich getan und seitdem auch schon viel getragen.

Die Schuhe sind von Zara – leider eine ähnliche Geschichte wie bei dem Rock, da war ich mit jemanden zusammen einkaufen und zu den Schuhen überredet. Der Rolli ist aus Schurwolle von Uniqlo – große Basic-Liebe. Und meine tolle Bomberjacke habe ich doch tatsächlich vor 2 Jahren bei Journelles im Adventskalender gewonnen. Ein Allrounder.

Jacke: Closed, Pullover: Uniqlo (ähnlich hier), Rock: & Other Stories, Schuhe: Zara (ähnlich hier)

 

Freitag

Köln: Morgens hin und abends zurück. Das ist mein „bequemes Fitting und ich flieg mal schnell nach Westdeutschland“-Outfit. Die Jeans ist von COS und ich habe sie meiner Freundin nachgekauft. Eine von diesen Freundinnen, die mich, egal wann ich sie sehe, in Sachen Mode inspiriert – sie ist Logopädin.

Der Pullover ist von meinem liebsten Timm Süßbrich. Er ist der Designer des Labels Barre Noire und ich liebe die Kombination aus grauem Sweater und dem Pastell Brokat Stoff – typisch Barre Noire. Ich hab das Glück, dass er ganz in der Nähe von mir wohnt. Er und sein zauberhafter Freund machen jede Modeveranstaltung, ach was, jedes Treffen zu einem Treffen ganz nach meinem Geschmack und Humor. Mantel und Schuhe kennen wir bereits. Samsoe und Samsoe.

Wenn mein Outfit eher zurückhaltend ist, liebe ich es mehr Schmuck zu tragen, so wie heute. Die kleine Céline Trio Bag macht mich immer glücklich – wegen ihrer schönen Farbe und weil ich sie von meinem Mann geschenkt bekommen habe. Außerdem passt sie toll zu Timm’s Pullover und ist die ideale Tasche für Kurzstrecken-Flüge, auf denen ich kein eigenes Handgepäck brauche. Alles was ich brauche: Portemonnaie und Telefon etc. ganz nah bei mir.

Mantel: Samsoe und Samsoe, Pullover: Barre Noire, Hose: COS (ähnlich hier), Tasche: Céline, Schuhe: Samsoe und Samsoe

Samstag

Der Spießer in mir freut sich über diesen Look. Keine Ahnung, warum ich das heute so gewählt habe, vermutlich aber weil mir die Woche dann doch ein wenig zu vollgepackt war und ich zu wenig gespielt habe in Sachen Mode. Das hole ich dann heute nach und für meine Verhältnisse: volle Ladung. Heute sind nur Familie und Freunde angesagt.

Ein typischer Samstag: Kurzer Snack und Kaffee zuhause und dann alle raus und laufen laufen laufen… irgendwohin. Einkaufen, auf den Markt, Kaffee in Ruhe genießen, wenn die Tochter Mittagsschlaf macht, KaDeWe oder Stilwerk sind auch oft Teil unserer Route. Genauso läuft es heute. Ich wähle meine Melampo-Bluse mit den schönsten Ärmeln der Welt aus. Dazu trage ich einen Vintage Jil Sander Blazer, den ich für frech wenig Geld erstanden habe. Die Hose ist aus dem Acne Archiv in Kopenhagen und die Lack Loafer sind von meiner Mama.

Nachmittags gehen wir noch zu Freunden ums Eck – besagte Interior Freundin, diesmal mit Männern und Kindern. Die Gören spielen und wir starten den Vorabend mit Crémant und kochen zusammen Königsberger Klopse. Spießiges preußisches Mädchen.

Blazer: Jil Sander (ähnlich hier), Bluse: Melampo (ähnlich hier), Hose: Acne, Schuhe: Vintage (ähnlich hier)

Sonntag

Ein sehr langsamer Tag. Wir verbringen meist den Vormittag im Bett oder auf der Couch, frühstücken lange und machen alle zusammen Mittagsschlaf. Nachmittags gehen wir zu einem Kindergeburtstag aus der KITA. Also raus aus der Jogginghose und rein in meinen derzeit liebsten Pullover von WEEKDAY aus der Männerabteilung. Die schwarze Zigarettenhose ist wieder die von H&M Trend und die Stussy Jacke habe ich erneut gemopst.

Die Schuhe sind von Royal Republiq aus dem Schuhladen meines besten Freundes Fidel – Shusta am Rosenthaler Platz: Beste. (Derzeit bauen die Jungs um, aber bald gibt es wieder viele tolle Dinge dort.) Ich habe die Boots lange nicht getragen – bis ich die Chloé-Boots letzten Herbst entdeckt habe, die mich inspiriert haben puderrosafarbene breite Bänder in die Boots zu schnüren. Jetzt trage ich sie quasi seit November minimum einmal die Woche. Ich kann mich an ihnen nicht satt sehen.

Jacke: Stussy, Pullover: Weekday (ähnlich hier), Hose: H&M, Schuhe: Royal Republiq (ähnlich hier), Tasche: MCM

Alle Fotos: Sera Finale – der Mann

Kommentare

  1. Super sympathisch geschrieben – danke für diese tollen Einblicke! 🙂

    Toll fände ich für die Zukunft ein Closet Diary mit einer Person, die sehr auf nachhaltige Mode achtet – wie zum Beispiel Madeleine von Dariadaria. Ich würde mich sehr freuen!

  2. Super sympathisch und authentisch wirkt sie! Und ein toller, entspannter Stil den sie hat – schau ich direkt bei Insta mal vorbei. Und ich schließe mich den Mädels oben an: es wäre wirklich mal interessant. Fair-a-porter Gründerin Alex Bohn war ja auch schon mal dran, das Diary hat mich z.B. echt inspiriert und zum nachdenken gebracht. Madeleine von DariaDaria wäre wirklich mal eine super Kandidatin, ihre Looks sind klasse!

    • Das war ein Band von Wertheim oder Karstadt wie es jetzt heißt – aus der klassischen Textilienabteilung – Meterware. Das Band hat beim einfädeln leicht gelitten (sieht aber hübsch aus) und die Verkäuferin hat nur den Kopf geschüttelt und mich inständig gebeten doch bitte einfach Schnürsenkel zu kaufen. Ich liebe es so wie es ist.

  3. Endlich mal ein nicht abgehobenes Closet Diary! Kann ich mir sonst bei höchstens einem Look vorstellen, ihn selber im Alltag zu tragen, ist dies hier bei mindestens drei Outfits der Fall. Schöne Kombinationen!

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