JOURgarderobe: Closet Diary mit Laura-Maria Wulff, Assistant Womenswear Buyer

Die Erste, die mir von Laura-Maria Wulff erzählt hat, war Sandra Semburg: Damals arbeiteten wir zusammen an unserem Buch „Der Berliner Stil“ und Sandra wollte die damalige Einkäuferin aus dem Wood Wood Store in der Rochstraße in Mitte unbedingt mit dabei haben. Ihr Markenzeichen: die buschigen Augenbrauen à la Cara Delevingne. Noch einer, der Lauras

Die Erste, die mir von Laura-Maria Wulff erzählt hat, war Sandra Semburg: Damals arbeiteten wir zusammen an unserem Buch „Der Berliner Stil“ und Sandra wollte die damalige Einkäuferin aus dem Wood Wood Store in der Rochstraße in Mitte unbedingt mit dabei haben. Ihr Markenzeichen: die buschigen Augenbrauen à la Cara Delevingne.

Noch einer, der Lauras gutes Händchen für Mode schnell erkannt hat, ist Herbert Hoffmann, der sie inzwischen zum Voo Store gelotst hat. Sicherlich ein Traumjob! Die 26-Jährige fährt nun mit zu den Modeschauen nach Paris und London, wo sie von immer mehr Streetstyle-Fotografen entdeckt wird. Merkt euch also ihren Namen, ihr werdet sie in Zukunft bestimmt öfter sehen.

Was ihren besonderen Stil ausmacht, seht ihr diese Woche im Closet Diary. Das sind ihre 7 Tage, 7 Looks:

MONTAG

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Am Montag leide ich noch etwas unter den postalkoholischen Nebenwirkungen meines Wochenendes, deswegen benötige ich ein Accessoire, das mir Freude bereitet und mich aufweckt; so wie meinen grüner Vintage-Korb, den ich bei Rianna in Berlin ergattert habe.

Mein geschlitzter Rock wird eher sportlich kombiniert, so wie meine Marni-Sandalen, die ich immer mit Socken trage, um so den Absatz wieder ein wenig „auf den Teppich“ zu holen. Das tue ich mit all meinen Sachen. Es darf niemals zu schick sein. Muss man nicht verstehen, ich tue es auch nicht.

T-Shirt: Comme des Garcons Play (hier in Blau), Rock: Acne, Schuhe: Marni, Tasche: Vintage via Rianna in Berlin

 

DIENSTAG

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Es ist Dienstag, es regnet und ist dennoch warm. Also darf mein Outfit nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm sein. Da heute ein Tag voller Meetings ist, will ich etwas aus dem Laden tragen, gleichzeitig soll es natürlich äußerst interessant aussehen. Also wird mein BH von Dries van Noten einfach über das T-Shirt katapultiert. Dazu trage ich meine derzeit absolute Lieblingshose von Charlie May, natürlich im Voo Store erhältlich, und los kanns gehen.

Bustier: Dries van Noten, Hose: Charlie May

 

MITTWOCH

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Mitte der Woche ist es äußerst schwül, deswegen müssen die Arme frei sein. Mein Top von Jacquemus passt da perfekt. Es ist schick, trotzdem easy und schön luftig.

Am Abend steht noch ein Dinner an und meine Glitzer-Guccis bekommen Auslauf. Die gestreifte Jeans macht den ganzen Look wieder entspannter. Außerdem werde ich bis tief in die Nacht unterwegs sein, da passt es gut, wenn die Hose ein Stück länger ist.

Top: Jacquemus, Jeans: Wood Wood, Schuhe: Gucci (hier in Silber)

 

DONNERSTAG

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Gestern ist es etwas später geworden und ich habe verschlafen, deswegen habe ich einfach mein Nachthemd angelassen. Nein, natürlich nicht!

Zurzeit stehe ich etwas zu doll auf den Lagenlook. Besonders Negligees stehen bei mir hoch im Kurs, sie werden einfach über alles drüber geworfen, was ich gerade da habe. Da ich heute viel Research-Arbeiten mache, kann ich viel sitzen, also passen meine Dior-Stilettos spitzenmäßig.

Nachthemd: Vintage, Schuhe: Dior

FREITAG

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Es ist schon Freitag und ich bin voller Tatendrang. Heute werde ich viel im Store stehen, deswegen sind bequeme Schuhe das A und O. Perfekt, denn ich kann meine gelbe Seidenhose easy dazu kombinieren und es bleibt immer noch entspannt.

Die blaue Rüschenbluse habe ich mir bei Humana geangelt, einer meiner besten Käufe seit langer Zeit, wie ich finde.

Vintage-Mode ist eine meiner Lieblingsabteilungen – es lässt so viel Freiraum, sich selbst zu überlegen, was dieses Teil verkörpert, denn meist kann man sich nicht mehr erinnern, was ein Designer damit wohl mal sagen wollte – deswegen fährt man sein eigenes Kopfkino. Das finde ich meistens viel interessanter.

Bluse und Hose: Vintage, Schuhe: Converse

SAMSTAG

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Es ist Samstag und ich treffe schon früh meinen Kumpel Hien Le. Da wir beide auch am Samstag arbeiten, ist 8 Uhr bei uns Standard. Nach dem Frühstück geht es weiter ins Büro und später in den Laden.

Am Abend geht es mit meinem Freund ab in die Oper, hohe Schuhe sind hier gut. Ja, ich mag es etwas ausgefallener, deswegen passt meine crazy Acne-Pants perfekt. Damit der Look auf dem Teppich bleibt, kommt mein heiß geliebtes Nasa-T-Shirt dazu.

T-Shirt: Nasa (so ähnlich hier), Hose: Acne, Schuhe: Marni

SONNTAG

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Sonntag, Ruhetag! Zum Frühstück passt mein weißer Mantel, der ist super gemütlich und sieht trotzdem nach etwas aus. Dazu kommen meine Marni-Babies und alles ist tiptop.

Später treffe ich noch ein paar Freunde auf einen Sonntagsabsacker, da will ich mir mein weißes Mäntelchen nicht versauen.

Deswegen geht es ab in meine Levi’s Jeans. Da wir in meine Lieblingsbar, die Victoria Bar, gehen, schlüpfe ich noch ich in meine Bally-Pumps und ich bin nicht over- aber auch nicht underdressed.

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Mantel/Kleid: Maison Margiela, Schuhe: Marni, Jeans: Levi’s, Schuhe: Bally

Von Alexa

Ich liebe schreiben, bloggen und schöne Dinge zu entwerfen, also mache ich all das.

Als Journalistin habe ich für Magazine und Zeitungen wie Business Punk, Fräulein, Gala, FTD/how to spend it, Instyle, Lufthansa Magazin, Stern, Tagesspiegel, Vanity Fair und zitty gearbeitet. Meine Online-Erfahrungen habe ich u.a. Stylebook und styleproofed gesammelt. Mein Blog heißt Alexa Peng, mein Schmuck-Label vonhey. Ich komme aus dem Rheinland und bin in einem Dorf am Waldesrand aufgewachsen, wo nur einmal in der Stunde ein Bus fuhr. Da muss man sich was einfallen lassen, um sich nicht zu langweilen. Meine Tante hatte in der Stadt eine Boutique und einen Schrank voller Kleider, Schuhe und Taschen, mit denen wir Kinder verkleiden spielen durften. Wir haben Modenschauen im Hobbykeller veranstaltet und die ganze Nachbarschaft eingeladen. Dass ich mal was mit Mode machen würde, war also klar. Nach dem Abi habe ich an der AMD in Hamburg Mode-Journalismus studiert und später an der UdK in Berlin einen Master of Arts in Kulturjournalismus gemacht. In Zukunft will ich mein Label weiteraufbauen, die Welt sehen und gute Geschichten schreiben.

(Foto: Sandra Semburg)

Kommentare (20) anzeigen

20 Antworten auf „JOURgarderobe: Closet Diary mit Laura-Maria Wulff, Assistant Womenswear Buyer“

Boah, die Lady hat Stil – das Closet Diary gefällt mir wahnsinnig gut 🙂 Absoluter Favorit? Der Freitag, dicht gefolgt von den beiden Sonntag Looks und der „Bustier-über-Shirt“-Kombi.

Wenn ich das nächste mal in B! bin schau ich im Voo Store vorbei, so viel steht fest.

Happy Monday Euch.

Liebst,
Leonie

Wow! Liebe auf den ersten Blick! Ich freue mich immer so sehr, wenn Farbe im Spiel ist und diese Dame macht das wirklich meisterhaft, ich möchte direkt noch mehr sehen… Danke dafür!

Leandra Medine / Pernille Teisbaek Wannabe! Von “Bustier-über-Shirt”-Kombi zu “Ich-trage-meine-Sandalen-mit-Socken“ — nichts Neues.

Nicht so mein Geschmack, aber ich finde es immer schön, wenn sich jemand was traut und aus der Einheitsmasse heraussticht.
Klasse auch, dass ihre Looks lässig wirken (obwohl sie die Outfits sicher überlegt kombiniert und nicht einfach so aus dem Schrank gezogen hat).

Zu gewollt, zu gestellt, zu sehr Sex and the City an vielen Tagen, aber Freitag und Sonntag sind hübsch.

Ich würde das meiste so nicht tragen. Vor allem Dienstag sagt mir gar nicht zu. Aber ich finde es toll, wie sie die einzelnen Teile kombiniert und Akzente setzt.

Hmmm, ich bin hin- und hergerissen zwischen „Toll, eine modemutige Frau“ und „Wirkt irgendwie verkleidet“.

In all den Farben und Accessoires geht ihr Gesicht ein wenig unter, das finde ich schade.

Freitag und Sonntag sind meine absoluten Highlights, aber auch sonst wie immer sehr hübsch, liebe Laura <3

Hmm, also sie hat ein charakterstarkes Gesicht, aber wie so oft, sind Geschmäcker einfach verschieden. Die Einzelteile ihrer Garderobe gefallen mir persönlich eigentlich ganz gut, aber die Kombination ist mir zu unruhig und nicht so „rund“.

Es wirkt ein wenig wie „einfach aus dem Schrank gezogen und gucken was passiert“. Also es gab sicherlich viele andere Closet Diarys mit Damen, deren Style mir subjektiv besser gefallen haben, aber meine Güte, so ist die Mode halt.

Liebe Grüße aus Fräänkfurt
Anna

Ich würde die Looks so niemals tragen, aber ich finde sie dennoch wunderbar!
Ein sehr kreativer, inspirierender und spielerischer Umgang mit Mode – toll!!!

Frech & witzig! Berlin-Style halt… Auf jeden Fall alles andere als langweilig:)) Super gemacht!!

Sehr abwechslungsreiches, kreatives und inspirierendes Closet Diary.
Donnerstag und Dienstag sind jedoch zwei Outfits, die nicht unbedingt tragbar sind. Mut gehört dazu. Daher ein großes Lob an Laura für die erfrischenden Bilder…

Die Fotos von Montag, Freitag und Samstag finde ich sehr gelungen, auch die Outfits sind originell und abwechslungsreich. Toll, dass hier auch viel Wert auf die visuelle Umsetzung der Motive gelegt wurde.

Ich hätte sie jetzt glatt mit Claire Beermann verwechselt. Gleicher Style, gleiche „Fragezeichen-Knickkörper-Editorial-Posen“. Aber auch genauso witzig anzusehen. Ich mag.

Man sieht, dass die Dame für den Voo Store arbeitet – kreativ, außergewöhnlich und einfach cool! Inspiriert definitiv, ich sag nur Freitag!!!

Total cool! Dass da wieder welche meckern… Sonst ist es denen zu langweilig, aber so passt es ihnen auch nicht. ajajaj.
Also ich finde den Style super inspirierend – vielleicht weil ich mich mit dem Leitmotiv „Es darf nicht zu schick sein“ absolut identifiziere 🙂 <3
lg
Esra

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.