JOURgarderobe: Closet Diary mit Joyce Binneboese

Joyce Binneboese kann man als einen der einflussreichsten – und sowieso schönsten! – Köpfe der Berliner Mode bezeichnen. Zusammen mit ihrer Partnerin Dana Roski führt sie die Mode-Boutique Wald Berlin, die nicht nur jungen Designern als Sprungbrett dient, sondern auch das internationale Augenmerk auf die Modestadt Berlin lenkt. Wenn Joyce und Dana im Doppelpack bei der Fashion Week unterwegs sind, bekommen sich Streetstyle-Fotografen gar nicht mehr ein. Klar, dass die beiden auch in dem Buch „Der Berliner Stil“ vorkommen.

Dabei ist vor allem die 24-jährige Joyce eine Erscheinung, nicht nur wegen ihrer Körpergröße, sondern  aufgrund ihrer Liebe zum Detail. An jedem ihrer Outfits gibt es etwas zu entdecken, keinen ihrer Looks gibt es 1:1 nachzukaufen, weil sie Newcomer-Designer mit Vintage-Teilen oder Erbstücken mischt. Ihr Mode-Credo ist ein Zitat von Andreas Murkudis und lautet wie folgt: „Mode ist Kommunikation. Es ist das Mittel, mit dem ich mich auf die bestmögliche Art ausdrücken kann.“ Also: Bühne frei für 7 Tage, 7 Looks mit Joyce Binneboese!

MONTAG

Tagsüber arbeite ich wie immer „im Wald“, am Nachmittag steht die Business-Schule auf dem Terminplan. Neben dem Laden mache ich meinen Handelsfachwirt bei der IHK. Anschließend treffe ich mich mit meinen Freunden Meggy, Rampa, Reznik und Hollis P Monroe in dem veganen Restaurant Goura Pakora in Friedrichshain zum Abendessen.

Hut: Soulland, Schwarzer Fur Collar: Petar Petrov, Roter Blazer: Vintage, Schwarze Jacke aus Wolle und Leder: AltewaiSaome, Stretch-Lederleggings: Gestuz, Boots: Purified London

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DIENSTAG

Morgens mache ich Bikram Yoga, danach steht wieder arbeiten im Wald an – wir haben Montag bis Samstag von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Die Pfauen-Seidenhose stammt von meiner Mama – es ist meine Lieblingshose!

Pullover: „Base Turtleneck“ von Uniqlo, Leder-Sweater: Collina Strada, Hose: Rene Lezard, Slipper: Petar Petrov, Tasche: PB0110, Ring: Ninna York über Wald Berlin

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MITTWOCH

Tagsüber wieder arbeiten im Wald, danach Business Schule und après Süppchen mit meiner Freundin Katharina im Schwarzen Cafe, im Berliner Westen. Das Shirt von Saint Laurent ist mein Lieblingshemd, die Mütze stammt von meinem eigenen Label – handgestrickt von meiner Mama Sondi Binneboese! Die Tasche ist mein erstes Designerstück, ich besitze sie seit zehn Jahren. Das Freundschaftsarmband trage ich jeden Tag.

Shirt: Saint Laurent, Cropped Top mit „Suckas“-Print: Etre Cecile, Neopren-Rock: Etre Cecile über Wald Berlin, Schuhe: Adidas Superstars, Teddyjacke: Petar Petrov, Mütze: Bin Ne Boese, Tasche: Fendi

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DONNERSTAG

Morgens trainieren bzw. gemütlich joggen im Tiergarten für den diesjährigen Nike 10km Run am 20. Juni. Danach steht ein Meeting mit meiner Geschäftspartnerin Dana an. Wir sind beide für das Management und und den Einkauf verantwortlich. Anschließend muss ich ins Office, um mich der Buchhaltungsvorbereitung zu widmen. Am Abend treffe ich mich auf eine Tasse Tee mit meiner Freundin Margarethe und erledige dann alles, was man in einer kleinen Wohnung so machen muss: aufräumen, Wäsche waschen, sauber machen…

Sweater: Etre Cecile, Turtleneck: American Apparel, Karo-Culottes: Vintage, Slipper: Purified, Tasche aus Wasserbüffel-Leder: Cent Seize, Holzbrille: Waiting for the Sun, Perlenohrring: Bukke Have über Wald Berlin

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FREITAG

Früh steht erst mal eine Fotoshooting-Auswahl und Besprechung mit der Fotografin Marie Staggat auf dem Programm, die Fotos für meine neue Modelagentur gemacht hat. Die Stine Goya Jacke hing im Büro und ich habe sie mir wie Klein-Dracula mal über die Schultern geworfen. Danach arbeite ich im Laden, am Nachmittag kommen meine Ma und meine Schwester vorbei, um gemeinsam einen Kaffee zu trinken. Später freue ich mich auf den Kochabend mit meiner Freundin Yasmin.

Arty Print Neopren Pullover: Carin Wester, Jacke/Gehrock: Stine Goya, Leder-Jogginghose: Collina Strada, Heels: Margiela, Tasche: Sophie Hulme

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SAMSTAG

Heute schlafe ich aus, danach fahre ich wie immer in den Wald. Nach Feierabend steht ein Private Friends Opening Dinner des neuen Restaurant Dudu31 in der Bleibtreustraße 31 an. Die beiden Macher, Nam Cao Hoai und seine Schwester Chi Chi Bam, kenne ich gut. Zu den Jeans: Vero, die Designerin von Bluet Denim, ist für mich die beste Jeans Designerin on earth. Die Tasche habe ich von meiner Freundin Karina ausgeliehen.

Sweater mit Rottweiler-Print: Givenchy, Jeans: Glitzer-Shorts von Bluet Denim MADE in Germany, Trenchcoat: Vintage, Schuhe: Balenciaga Heels + weiße Socken, Clutch: Sophie Hulme, Sonnenbrille: Ace & Tate, Schmuck: Armband von einer Freundin

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SONNTAG

Sonntag ist mein einziger freier Tag und der ist mir heilig! Ich möchte mir das Künstler Atelier von Yorgos Stamkopoulos anschauen, muss im Home Office die Steuer erledigen und will später zur Belohnung Kekse backen. Die petrolfarbene Lederhose stammt von meiner Oma Karin. Sie hat sie irgendwann mal bei C&A gekauft.

Rolli: House of Dagmar über Wald Berlin, Hose: Vintage, MA-1 „Vagabund“ Wende-Bomberjacke: Collab von Overkill Store Berlin & Alpha Industries, Schuhe: Nike Huarache Free 2012, Socken: Missoni, Rucksack: Sophie Hulme

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Alle Fotos: Tony Haupt

Kommentare

  1. Donnerstag und Dienstag sind toll. Freitag finde ich die Hose und die Schuhe ganz schlimm. Geschmäcker sind halt verschieden

  2. Gefällt mir fast besser als die anderen (auch tollen!) Damen, die ihr vorher vorgestellt habt. Hier ist nämlich ganz deutlich ihr eigener Stil zu erkennen, der sich auf positive Art von den meisten (Berliner) Modemenschen abhebt. Ich finds toll!

    • Dieser Meinung möchte ich mich unbedingt anschließen!

      Das Closet Diary von Joyce macht ganz klar den Unterschied deutlich zwischen jemandem, der sich einfach nur die gerade angesagten Teile überwirft und jemandem mit authentischem Stil, wie Joyce.

      Hammer-Frau + -Style!!!

      • …kann mich auch nur anschließen. Joyce ist mir Inspiration, wann immer ich sie sehe und besuche! Und ihre Outfits sind nicht nur Marke, Marke, Marke und nix dahinter… , sondern Stil! Und den kann frau bekanntlich NICHT kaufen. Sie überrascht immer und immer wieder und ich habe immer ein Lächeln auf den Lippen, wenn ich ihre pics oder sie selbst in ihren Outfits sehe. Chapeau!!! <3

  3. Liebe Alexa, liebe Jessie,
    als treue Leserin muss ich sagen: Ich mag diese neue Rubrik wirklich gern. Und auch die Looks von Joyce sind an sich toll und heben sich wohltuend aus dem Fashion-Einerlei ab. ABER befand ich mich letzte Woche in einem Berliner Wetter-Paralleluniversum oder wieso siehen die Styles so nach Frühling aus? Es ist wirklich noch frisch draußen, da frage ich mich immer, wie die Mädels das schaffen, knöchel-, bauch- und jackenfrei herumzulaufen. Deswegen würde ich mich entweder über das Geheimnis dessen oder über vielleicht etwas jahreszeitangemessenere Looks freuen – auch wenn ich den Frühling natürlich ebenfalls ganz arg herbeisehne 🙂
    Liebe Grüße
    Amelie

    • 100prozentige Zustimmung! Die Looks von Joyce sind wirklich Bombe, stilvoll und richtig großartig. Aber authentisch im Sinne des „closet diary“, einer Dokumentation dessen, was jemand im Laufe einer Woche jeden Tag getragen hat, sind sie nicht. Und irgendwie ist das schon schade. Bermudas ohne Strümpfe und bauchfrei unterm Blousönchen? I don’t buy it.
      Ansonsten: Spitzenoutfits an einer superattraktiven Frau.

  4. Stefanie sagte am

    Sehr authentischer Artikel – toll zu lesen! Zufällig habe ich schon mehrfach mittlerweile im WALD eingekauft und kann daher sagen, dass Joyce Binneboise nicht nur einen guten Geschmack hat, sondern sehr typgerecht berät und auch super gute Materialkundekenntnisse hat! Sicherlich gehöre ich zu den älteren Lesern dieses Blogs, vielleicht deshalb bin ich auch was Qualität und Service beim Kaufen angeht anspruchsvoller.

  5. charlotte sagte am

    Geschmäcker sind echt verschieden. Mir gefällt ihr Look gar nicht. Irgendwie verschwindet ihr hübsches Gesicht komplett und man nimmt nur mehr das Outfit wahr.
    Und das, was bei anderen gut aussehen kann, ist irgendwie bei ihr nicht stimmig. Ich glaub dass ihr andere Sachen viel besser stehen würden.

  6. Sie hat definitiv ihren eigenen Stil, ich finde aber auch, dass ihr hübsches Gesicht etwas hinter dem auffälligen Styling verschwindet… Aber, erlaubt ist, was einem persönlich gefällt!

  7. Und ich stelle in dieser Rubrik von Journelles immer wieder fest. Mode, die gefällt, ist auch eine Generationenfrage. Mir sind die Looks bisher alle zu sportlich, zu wenig sexy. Ich als über 40-Jährige stehe eher auf die Looks der Französinnen um Garance Doré, z. B. der Look von Ludivine Poiblanc, vorgestellt bei Journelles am 11.10. ist genau mein Ding: http://www.google.de/imgres?imgurl=http://cdn.journelles.de/wp-content/uploads/2013/10/streetpeeper-638×434.jpg&imgrefurl=http://www.journelles.de/tag/ludivine-poiblanc/&h=434&w=638&tbnid=143O1sze890nWM:&zoom=1&tbnh=90&tbnw=132&usg=__sGCEG6vaST8XKVErHJqm7Lo9sBk=&docid=JEfMTwYJttpZ2M&itg=1&sa=X&ei=B5zxVM3VBcLzUqChgcAJ&ved=0CD8Q9QEwBg

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