JOURgarderobe: Closet Diary mit Aminata Belli, Modeassistentin der Grazia

Es wird bunt und wild – 7 Tage 7 Looks mit Aminata Belli

Also Aminata muss ich euch hoffentlich nicht mehr vorstellen. Denn spätestens seit ihrer berühmt-berüchtigten Shopping Queen Folge kennt sie ganz Deutschland. Seitdem ist viel passiert. Aminata hat Modejournalismus und Medienkommunikation an der AMD in Hamburg studiert (wir sind also quasi Kommilitonen) und arbeitet jetzt bei der Grazia als Modeassistentin. Neben ihrem Fulltime-Job hat sie anscheinend mehr Zeit als Beyoncé und quatscht begeistert in die Kamera – ob bei Insta Stories, ihrem eigenen Youtube Kanal oder im Interview mit Stars und Sternchen für Warner Music.

Warum Aminata eine 1a-Kandidatin für unser Closet Diary ist? Das erklärt euch die 24-Jährige am besten selbst:

Manchmal sehe ich aus wie ein Gangster, dann wie eine Lady, dann wie ein Clown, dann wie ein Obdachloser. Ich bin Modejournalistin, Youtuberin, Moderatorin, Influencerin (hate it), Schaustellerin. Das alles bin ich. Ich bin, wie Leute in meiner Generation halt immer, irgendwie alles und das find ich auch gut so. So ist auch mein Modestil.

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MONTAG

Montags läuft bei mir so: Entweder komplett in Schwarz und mit No-Make-Up-Look oder ich brezel mich auf. Heute habe ich Bock und starte mit Energie, Lippenstift und Lidschatten in den Tag. Könnte daran liegen, dass ich gestern Abend noch auf einem Konzert war (The XX) oder daran, dass ‘ne gute Woche vor mir liegt. Oder beides.

Meine Ohrringe sind handmade aus London, die Brille habe ich meiner Oma vor einiger Zeit abgezockt. Die ist aus den 70ern und von Nina Ricci – und ja, mit Stärke, denn meine Äuglein brauchen Unterstützung. Den Rollkragenpullover habe ich vor zwei Jahren für meine Abschlussarbeit geshoppt und nach dem Shooting behalten. Jetzt erinnert er mich immer daran, das mag ich. Mein Cardigan ist superlong und perfekt für den Montag (denn egal, wie viel Elan man hat, Montag bleibt Montag und eine Möglichkeit sich irgendwo einzukuscheln ist immer gut). Die Schuhe sind brandneu und nicht so bequem wie alle sagen und die Hose ist günstig, aber nach gefühlten drei Jahren immer noch wie neu.

Ohrringe: Alex Monroe (ähnlich hier), Rollkragen: H&M, Cardigan: Stella Jean x Benetton (ähnlich hier), Hose: Monki, Schuhe: Adidas, Lippenstift: „PAO“ von Uslu Airlines (alternativ hier), Brille: von Oma (ähnlich hier)

DIENSTAG

Huch, heute habe ich die Hose von gestern an. Ich ziehe sowieso zu oft das gleiche an. Da ich ja aber weiß, dass diese Woche besonders viele Menschen auf meine Outfits schauen, wollte ich auf Diversität achten. Das hat nun schon am zweiten Tag nicht geklappt, schade. Meine Pläne gehen aber selten auf, deshalb wundere ich mich nicht. Ach, doch, ein Plan geht immer auf: der Flohmarkt-Besuch. Ich bin leidenschaftliche Flohmarkt-Gängerin und ich finde ja, dass ich ein gutes Auge für wahre Schätze habe. Ich denke, dass ich das von meinem Opa geerbt habe. Der hat nämlich auch immer etwas beim Trödeln gefunden. So wie ich diese Jacke beim Flohmarkt in Bad Segeberg. 10 Euro habe bezahlt. Die ist von Moschino!

Jacke: Moschino (ähnlich hier), Hoodie: Nike (ähnlich hier), Hose: Monki, Schuhe: & Other Stories, Tasche: A.P.C.

MITTWOCH

Heute gehe ich wie an den anderen Tagen in die Redaktion der Grazia und arbeite. Dann muss ich aber pünktlich gehen, weil ich am Abend nach Berlin düse und auf die Off Berlinale Party gehe. Eigentlich wollte ich euch mein Partyoutfit zeigen, aber irgendwie ist das doch zu fancy. Tagsüber trage ich also eine sehr fesche Jacke, die ich beim Second-Hand-Shopping mit (meiner persönlichen Fashion-Ikone) Jan-Michael Quammie in Madrid geschossen habe (unbedingt nach Malasaña und da alle Läden abklappern!!!) und dazu auch Schuhe aus Madrid. Die sind sehr hoch, aber so bequem, dass ich die auch fast täglich trage. Außerdem trage ich auch täglich meine beiden Ketten, aber nun sieht man sie zum ersten Mal. Die Tasche ist auch jeden Tag mit mir, auch, wenn ich noch ganz viele andere habe. Aber ich mag gerade nur die.

Jacke: Secondhand (ähnlich hier), Pullover: Fila via Urban Outfitters, Hose: Weekday, Plateau-Stiefel: Zara (ähnlich hier), Tasche: A.P.C., Afrika-Kette: Wosstore.com (alternativ hier), A-Kette: Stella&Dot (alternativ hier), Creolen: Weekday (ähnlich hier), Brille: Von Oma (ähnlich hier)

DONNERSTAG

Heute ist ein ganz großer Tag für mein Herz! Und mein Leben! Ohne Witz. Ich bleibe in Berlin, um Joy Denalane zu interviewen. Meine Heldin seit 2000. Eigentlich haben wir nur einen 20-Minuten-Slot, aber es werden viel mehr. Am Ende bin ich hin und weg. Von ihren Haaren, ihrem Spirit und den Worten, die sie sagt. Ich glaube jedes afrodeutsche Mädchen hätte gern mal mit ihr gequatscht. Ich bin echt froh, dass ich Journalistin bin. Wahnsinnig gut, was man dadurch für Chancen bekommt! Nach dem Interview geht’s zurück nach Hamburg und wieder ins Büro. Ach ja, und ich möchte meinen Look gar nicht groß besprechen, doch mein Shirt muss noch kurz Erwähnung finden! Denn ich bin schon lange William-Fan-Fan und konnte mir jetzt auch endlich mal etwas von ihm kaufen. Auch wenn es nur ein Shirt ist, aber auf Logo-Shirts stehe ich eh am meisten.

Mantel: Zara (ähnlich hier), Zipperjacke: H&M Men (alternativ hier), Shirt: William Fan, Hose: Weekday, Sneaker: Vans, Kette: Wosstore.com und Stella&Dot (alternativ hier und hier)

FREITAG

Mein Wecker klingelt um 06:00 Uhr, denn ich fliege heute früh nach Düsseldorf, für einen Dreh mit Maybelline New York. Es gibt jetzt nämlich auch Foundations für Menschen mit meiner Hautfarbe und die bewerben wir. Ja, man könnte meinen, dass das normal sei in 2017, aber glaubt mir mal, in Deutschland gibt es das nicht. Da müssen wir Armani, Lancome und Co. tragen, denn in der Drogerie scheint das Jahr 1933 zu herrschen. Okay übertrieben gesagt, aber es ist einfach so. Ich könnte mich jetzt lang und breit darüber auslassen, aber das mache ich natürlich nicht. Ich trage heute nichts Spektakuläres, weil es zu früh war, wir den Tag im Studio verbringen und ich sowieso nur ein weißes Shirt anziehen sollte.

Shirt: H&M, Jeans: Agolde, Uhr, Ring, Kette: Stella and Dot, Sneakers: Vans

SAMSTAG

Heute gibt es Double Denim, weil das immer funktioniert. Die Jacke hat mir mein bester Freund Noki geschenkt, er hat die wiederum mal von seiner Schwester bekommen, aber sie war ihm zu kurz. Ist ja auch von seiner Schwester! Nun trage ich sie also ständig. Ich hoffe, dass seine Schwester das entweder weiß oder jetzt nicht sieht.

Die Hose habe ich für zwei Euro auf dem Flohmarkt erstanden. Dazu ein Cropped Hoodie und Reeboks, denn Reeboks sind so etwas wie meine besten Freunde. Ach ja! Und mein Coat of Enthusiasm! Dieser Alien Mantel ist gold wert, auch wenn er silber ist. Ha! Wortwitz des Tages. Nicht. Jedenfalls muss man layern, denn es ist sonst zu kalt. Ach ja, eine Tasche trage ich nicht, denn der Mantel hat genug davon.

Jacke: Levi’s von Noki (ähnlich hier), Hoodie: Urban Outfitters, Hose: Flohmarkt (ähnlich hier), Schuhe: Reebok, Ketten: Wosstore.com und Stella&Dot (ähnlich hier und hier)

SONNTAG

Den Sonntag nehme ich mir in meinem Kopf immer für YouTube. Da will ich dann Videos machen, meine Mails beantworten und so weiter. Am Ende besuche ich dann doch aber meine Familie, bin viel zu lang mit Freunden frühstücken oder habe irgendwas anderes zu erledigen. Heute habe ich übrigens mehr Schmuck angelegt, da ich zwischenzeitlich meine Bude etwas auf Vordermann gebracht habe. Da ich gerade umgezogen bin, trage ich nämlich eigentlich nur die Dinge, die ich beim Umzug in der Tasche hatte. Jetzt habe ich auch noch meine Rolex von Fossil gefunden (sie sieht halt eins zu eins so aus) und Mamas Nomination Armband. Das trage ich seit einem Jahr, weil ich es cool finde. Meinen Siegelring, den ich eigentlich immer trage, habe ich bisher leider nicht gefunden. Ich sollte dann mal weiter meine Kisten auspacken…

Mantel: Zara (ähnlich hier), Jacke: Cheap Monday, Sweatshirt: Reclaimed Vintage Men, Hose: Citizens of Humanity, Negligé unter dem Sweatshirt: H&M, Schuhe: Elizabeth Stewart (ähnlich hier), Uhr: Fossil (ähnlich hier), Armband: Nomination, Ohrring: Stella&Dot, Lippenstift: Chanel, Tasche: A.P.C., Ketten: Wosstore.com und Stella&Dot (alternativ hier und hier)

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

Kommentare (16) anzeigen

16 Antworten auf „JOURgarderobe: Closet Diary mit Aminata Belli, Modeassistentin der Grazia“

Mit ihrem Trench ist alles gesagt: „awesome“! Die Frau hat eine Wahnsinnsausstrahlung, da ist es ohnehin voll egal, was sie anhat. You rock, girl!

Geil! Wie toll es geworden ist. Feier es gerade selbst sehr. Vielen Dank! Und meine letzten Schuhe sind von Eizabeth Stewart, das jab ich wohl vergessen anzugeben.

Oh mann, das ist das vielleicht schönste Closet Diary Ever! Aminata – Du bist der Hammer. Ein absolut eigener Stil (den ich liiiebe) und noch dazu so ein Schreibtalent. Bei einigen Sätzen musste ich gerade laut in der Ubahn lachen. Applaus und ich hoffe, man kann bald mal wieder was von Dir lesen.

Beim Text dachte ich mir: Okay, andere Generation. Warum man u.a. unbedingt superlong anstelle von superlang schreiben muss, bleibt rätselhaft. Das weiß sicherlich der Boy der Kandidatin von letzter Woche 😉

Cooler, eigener Stil! Mit den Genen geht aber auch einfach alles und selbst Jeans und T-Shirt machen nen Hammerbild.

Beim Kommentar dachte ich mir: Okay, anderes Ende des politischen Spektrums. Warum man u.a. unbedingt von ihren „Genen“ sprechen muss, bleibt rätselhaft. Das weiß sicherlich die Frauke Petry. Cool, eigene Meinung! Mit der Grundeinstellung geht anscheinend aber auch einfach alles und selbst ein rassistischer Kommentar wie dieser ist dir nicht zu blöd. Hammer!

PS: Gehts noch?

Ähhh, stopp mal!
Das musst Du vollkommen in den falschen Hals bekommen haben. Was ich meinte: Bei dem geilen Teint und den Haaren ist man immer der Hingucker und sieht auch in Jeans und weißem T-Shirt Bombe aus. Das ist durch und durch positiv geneint, aber nicht ansatzweise rassistisch zu verstehen. Wenn es so rübergekommen ist, tut es mir unendlich leid und war nicht im geringsten meine Intention.

Die Sprachwahl finde ich nach wie vor einfach merkwürdig und ist mir einfach zu gezwungen lässig, aber da beide Kandidatinnen Mitte 20 sind, mag das daran liegen und ich muss einfach drüber schmunzeln. Da bleib ich bei!

Sorry mal. Aber wie man aus dem Kommentar von Romy Rassismus rauslesen will, ist mir ein Rätsel und der Kommentar von Sam ist eine Unverschämtheit. Ich teile da Romys Meinung: sie hat super Gene und die Outfits sehen zauberhaft an ihr aus (auch wenn es überhaupt nicht mein Stil ist).
Dass sie sich außerdem an der Sprache einiger Mädels im CD stört, ist ihr überlassen und da nett formuliert, ist der „Kritikpunkt“ doch total legitim. Dass hier selbst bei konstruktiv formulierten Kommentaren schon immer die Keule rausgeholt wird, nervt mega. Man muss doch nicht immer alles supi dupi finden. Das mal nebenbei noch dazu gesagt.

Danke, Anna! Ich habe auf Deeskalation gesetzt, da ich die Wahrnehmung zwar absolut nicht nachvollziehen konnte, aber manchmal ist es ja verrückt, wie das geschriebene Wort ankommt, wenn man den Menschen dahinter und seine Art nicht kennt.
Bin jedoch echt erschrocken, wie aus einem positiv gemeinten Kommentar und Bewunderung für einen frischen Look mit einfachen Basics, plötzlich Rassismus-Vorwürfe werden. Das geht emtschieden zu weit! Beruhigt mich aber sehr, dass es nicht nur meine Einschätzung ist.

„Super Gene“ schreibt man immer bei den Top Models, wie das hier so missverstanden werden konnte, ist mir ein Rätsel!

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.