„So lange man ein klares Ziel vor Augen hat, kann man dieses auch erreichen“ – Gespräch mit der Schmuckdesignerin Dari Maximova

Dari Maximova zählt seit einigen Jahren zu den Aushängeschildern der Berliner Schmuckszene. Ihr gleichnamiges Label ist dabei noch ganz jung; Dari experimentiert mit Silber, Süßwasserperlen und Edelsteinen, woraus kleine bunte Schmuckstücke mit einem lässigen Boho-Touch entstehen. Die in Deutschland fein gefertigten Ohrringe, Halsketten und Armbänder sind von der Natur sowie Mythologie und Daris bulgarischen Wurzeln inspiriert – und sollen für die Ewigkeit sein.

Für ihre Kampagnen modelt die gebürtige Berlinerin häufig selbst, schließlich kennt man ihr Gesicht noch aus den Bebe-Young-Care-Werbespots aus den Zweitausendern. Erinnert ihr euch noch an Closet Diary aus dem Sommer? Heute arbeitet die 35-Jährige zwar seltener als Model, baut dafür ganz bewusst und nachhaltig ihr Schmucklabel auf. Welche Ziele sie dabei verfolgt, erfahren wir im Interview:

Hallo liebe Dari, du hast vor wenigen Jahren dein Schmucklabel Maximova gegründet. Was hat sich in dieser Zeit so getan?

So viel! Maximova lief von Anfang an überraschend gut. Mittlerweile kommen wir in einen richtig guten Flow, das Team wächst langsam aber sicher, und die Inspiration kommt immer in rechtzeitigen Wellen. Unser Hauptfokus liegt im Moment auf dem Thema Nachhaltigkeit – es ist mir wichtig, mit meinem Label einen kleinen Foot-Print zu hinterlassen.

Gab es einen Auslöser? Oder einen bestimmten Moment, in dem du entschieden hast, jetzt wage ich den Schritt in die Selbständigkeit?

Nein, einen wirklichen Auslöser gab es nicht. Ich hatte das Kreative immer in mir und über die Jahre nahm das Form an. Nach vielem guten Feedback im Freundeskreis traute ich mich dann.

Nichts desto trotz hast du kein Modedesign oder BWL studiert. Da erscheint es mir, eine große Herausforderung gewesen zu sein, ein eigenes Schmucklabel aufzubauen. Woher kommt deine Expertise für ein eigenes Unternehmen?

Ich arbeite seit fast 20 Jahren als Model, bin vor allem in jüngeren Jahren viel gereist und habe immer viele interessante Menschen in der Modebranche kennengelernt. Die Faszination für die Mode war also da. Als ich mich entschlossen habe, mein eigenes Schmucklabel zu gründen, musste ich bei Null starten, das Handwerk lernen und mir ein Netzwerk an Leuten aufbauen, mit deren Unterstützung ich meine Vision verwirklichen konnte. Zusätzlich dazu habe ich Goldschmiedekurse besucht, um ein Gefühl für das Material und die handwerkliche Arbeit zu bekommen.

Als Team haben wir uns gemeinsam einen Designprozess erarbeitet, der gut funktioniert. Ich habe meistens eine sehr genaue Vorstellungen von einer Kollektion, die ich mit meinem Team ausarbeite.

Neben dem Arbeitsaufwand kamen auch noch Kosten auf dich zu, für das Material, die Produktion ...

Ja! Ich habe viel gezweifelt; diese Zweifel habe ich auch noch heute ab und zu. Aber am Ende des Tages steht man sich mit Angst nur selber im Weg. So lange man ein klares Ziel vor Augen hat, kann man dieses auch erreichen. There’s nothing that can’t be figured out …

Was war die größte Herausforderung bis jetzt?

Den Überblick behalten! Da sind so viele verschiedene Faktoren, die ständig beachtet werden müssen. Unsere Struktur wird mit jeder Kollektion besser, also: learning by doing.

Du bist Mutter von zwei Kindern und bist mit einem Mann zusammen, der viel unterwegs ist. Wie hoch ist das Stresslevel?

Hoch, aber Struktur ist alles. Da die Kids mittlerweile beide in der Schule oder im Kindergarten sind, kann ich mir die Tage ganz gut einteilen. Es kommt aber auch oft vor, dass ich von einen Tag auf den anderen zu einem Modeljob weg muss. Dann muss ich die Nerven behalten und überlegen, wie ich alles umplanen kann. Es ist alles möglich: Nerven behalten und durchatmen!

Wie strukturierst du denn deinen Alltag?

Ich stehe früh auf, trinke meinen Kaffee und verbringe den Morgen mit den Kids, bringe sie in die Schule, gehe mit dem Hund spazieren und dann geht der Alltag los. Man braucht Struktur und Routine, dann geht das schon.

Was würdest du Müttern raten, die sich selbstständig machen möchten?

Ihr braucht ein gutes Support System aus liebevollen Menschen um euch herum.

In deiner neuen Kooperation arbeitest du mit einem Tattoo-Artist aus Krakau zusammen. Was kannst du uns zu der Kollektion verraten?

Es handelt sich um den polnischen Tattoo-Artist Edek, auch Drinking Nectar genannt. Seine Arbeit inspiriert mich schon lange und insgeheim habe ich nur auf eine Möglichkeit gewartet, um mit ihm zu kollaborieren.

Ein Teil der Einnahmen aus dieser Kollektion gehen an One Earth – One Ocean – eine Organisation, die sich um den Erhalt der Ozeane kümmert und Plastikmüll beseitigt. Ein ganz wichtiges Umweltthema!

Absolut! Wir wollen insgesamt nachhaltiger werden. Diese Spendenaktion ist ein kleiner Anfang – bis wir hoffentlich bei der nächsten Kollaboration noch grüner sind.

Bis jetzt wurden deine Anhänger vergoldet, doch nun werden sie aus Fairtradegold hergestellt.

Richtig. Wir werden auch weiterhin vergoldete Anhänger herstellen, allerdings steigen wir auf recyceltes Silber als Grundmaterial um. Zusätzlich dazu führen wir jetzt eine Echtgold-Variante ein, die aus nachhaltig gefördertem bzw. recyceltem Gold hergestellt werden. Das bedeutet in erster Linie, dass bei der Gewinnung des Goldes keine Kinderarbeit oder Sklaverei im Spiel sind und dass die Umwelt durch die Verarbeitung nicht geschädigt wird. Wir bemühen uns verstärkt mit Partnern zusammen zu arbeiten, die eine transparente „Supply Chain“ vorweisen können. Nachhaltigkeit bedeutet für uns außerdem, dass wir qualitativ hochwertige und langlebige Schmuckstücke herstellen.

Schmuck für die Ewigkeit also. Was sind deine Pläne für die nächsten Jahre?

Nachhaltiger werden! Natürlich möchte ich als Brand über die nächsten Jahre wachsen. Ich freue mich auf spannende Kollaborationen und Reisen, auf denen ich möglichst viel Inspiration für kommende Kollektionen sammeln kann.

Vielen lieben Dank, liebe Dari!

Alle Bilder via PR

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