Erfolgreich als Modedesigner – wie schafft man das? Interview mit dem Frankfurter Newcomer Chen Jerusalem

Zu Semester-Beginn locken die Unis mit verlockenden Studien-Angeboten: Modedesigner, Master in „Sustainability of Fashion“ oder Stylist. Aber wie schafft man es nach Zeugnisvergabe tatsächlich in der Branche Fuß zu fassen? Immer wieder heißt es, dass deutsche Mode-Unis keine neuen Stars hervorbringen, anders als die Schulen in London, Paris oder Antwerpen. Dass Annelie Schubert, Absolventin der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, in diesem Jahr das Festival von Hyères gewann, fanden wir eine kleine Sensation, die in den Medien hierzulande allerdings nur wenig Beachtung fand. Wie kann das sein? Mode ist für so viele von uns ein Traumberuf, Deutschland mit Marken wie Boss und Adidas ein wichtiger Standort, aber so richtig in die Pötte kommen Events wie die Fashion Week oder Bread & Butter nicht.

In der „Newcomer-Serie“ sprechen wir mit Absolventen, Dozenten, etablierten Designern und Einkäufern, wie in ihren Augen eine erfolgreiche Karriere in der Modebranche funktionieren kann und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Den Anfang macht Chen Jerusalem. Dem gebürtigen Frankfurter und Absolvent der AMD in München ist es gelungen, mit einer Email und dem Betreff in Großbuchstaben „JOURNELLES – DAS MÜSST IHR EUCH ANSEHEN! :)“ unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Inszenierung seiner Abschluss-Kollektion „The Jerusalem Syndrome“ samt Lebenslauf, Lookbook und Video-Link sowie das selbstbewusste Anschreiben fanden wir trotz hanebüchener Rechtschreibung und Zwinkersmileys so überzeugend, dass wir unbedingt ein Interview mit Chen („wie Kuchen ohne Ku“) machen wollten.

Denn eine der wichtigsten Regeln hat der 25-Jährige bereits verinnerlicht: Wer heutzutage erfolgreich sein will, muss lernen, sich selbst gut verkaufen zu können.

Lieber Chen, was war dein erster Berührungspunkt mit der Mode?

Ich könnte jetzt lügen und eine faszinierende Geschichte erzählen, wie ich mit fünf Jahren meine erste Nähmaschine geschenkt bekommen habe und im Alter von sieben Jahren meine erste Kollektion entworfen habe, aber das bin nicht ich.

Ich bin ein einfacher Junge, der gerne genießt und lacht und sich einfach mit allen möglichen Dingen beschäftigt, die um ihn herum sind. Tatsächlich empfand ich die Wirkung von Mode schon als kleiner Junge interessant und liebte es, mich mit meinen Freundinnen zu verkleiden: Mal war ich die Prinzessin in dem Cinderella-Kostüm und trank Apfelschorle aus den Weingläsern meiner Eltern oder spielte in dem viel zu großen Nadelstreifen-Jackett meines Vaters einen wichtigen Geschäftsmann. Ich verstehe mein Interesse für Mode nicht als etwas, das über Nacht aus dem Boden geschossen kam, sondern eher etwas, das sich graduell entwickelt hat.

Was hat dich denn dann zu dem Entschluss gebracht: „Ich möchte Modedesigner werden!“?

Wie gesagt, hat sich mein Interesse und die Faszination für die Wirkung von Mode und Ästhetik zu empfinden mit der Zeit immer mehr entwickelt und irgendwann habe ich für mich beschlossen, dass ich nicht nur eine Auswahl an dieser Wirkungen im Schrank hängen haben, sondern meine eigene Wirkungen kreieren möchte.

Chen Jerusalem
Chen Jerusalem

Du hast dieses Jahr deinen Bachelor-Abschluss an der Akademie Mode Design (AMD) in München gemacht. Was überzeugt dich davon, dass du mit deinen bislang handgemachten Einzelstücken den Durchbruch schaffst?

Klar, gibt es da draußen unglaublich viele talentierte Künstler, kreative Köpfe, Createure – wie wir uns auch immer nennen wollen – aber ich glaube, wenn man im Leben etwas wirklich will, dann wird man es auch erreichen. Ich habe mein Ziel klar vor Augen und weiß, wo ich mit meiner Mode und meiner Message hin möchte.

Ich arbeite mit viel Herzblut an meinen Kollektionen und das hat sich in meinem Studium bereits ausgezahlt. Ich wurde nominiert, Ende Juli bei der Schuh- und Accessoires-Messe GDS in Düsseldorf zu zeigen. Das sind die Momente, in denen ich einer größeren Audienz meine Kollektion zeigen kann. Ich freue mich schon sehr!

In der Mode-Industrie gehört noch viel mehr als nur Talent dazu, um es nach oben zu schaffen: PR, Marketing und natürlich sind auch Celebrities ein vitaler Punkt, um eine Marke aufzubauen. Ich habe meine Fühler schon ausgestreckt und ein paar Projekte in Planung, die hoffentlich dazu führen werden, den Namen „Chen Jerusalem“ zu einem Begriff in der Branche zu machen.

Wie hast du dich auf das Studium vorbereitet, welche Erfahrungen konntest du wie und wo vorab sammeln?

Als ich für mich die Entscheidung traf, mich tatsächlich mein Leben lang der Mode zu widmen, habe ich noch vor Beginn meines Studiums bei dem Berliner Designer Dawid Tomaszewski als Praktikant gearbeitet und durfte das Team bei zwei Schauen auf der Berliner Fashion Week begleiten.

Berlin als erste Station war für mich auf diesem Weg bereits eine wichtige Schule. Letzten Endes funktioniert die Branche dort nicht weniger hektisch, als anderswo. Wenig Schlaf und lange, harte Arbeitstage, die sich in die Wochenenden ziehen oder auch meine kleine Wohnung auf der Torstraße, die ich mit dem Kohleofen nicht wirklich warm bekommen habe und mir deshalb das Olivenöl in der Küche eingefroren ist  – all das sind Erfahrungen, die ich gerne in Erinnerung behalte und die mich nur noch mehr daran glauben lassen, dass ich mich für den richtigen Beruf entschieden habe.

Bei welchen Unis hast du dich dann beworben und wo wolltest du am liebsten studieren?

Grundsätzlich haben mich viele Orte fasziniert. Zu meiner Zeit in Berlin war auch Berlin eine Option. Lange Zeit habe ich mit Tel Aviv und London geliebäugelt. Doch mir ist schnell klar geworden, dass man nicht ständig an einem Ort sein muss, um sich gleichzeitig von ihm inspirieren zu lassen. München war dagegen für mich wie ein unbeschriebenes Blatt: Eine Stadt, an dir ich keinerlei Erwartungen hatte, weil ich sie modisch nicht zu ordnen konnte.

Wie schwierig hast du das Aufnahme-Verfahren an der AMD empfunden?

Die Bewerbungsphase war rückblickend wahnsinnig intensiv und ließ mich immer wieder an meine Grenzen stoßen. Die Branche verhält sich wie ein exklusiver Club, zu dem jeder gerne eine Mitgliedschaft haben möchte, aber nur wenige sie tatsächlich bekommen. Genauso würde ich das Aufnahmeverfahren beschreiben. Ich persönlich finde es wahnsinnig schwer, zu einem so frühen Zeitpunkt über die Entwicklung von Bewerbern zu urteilen, ohne ihre Entwicklung wirklich beobachtet zu haben. Auch ich bin heute ganz anders, als vor vier Jahren.

Chen Jerusalem Newcomer Modedesigner Deutschland
Chen Jerusalem: The Jerusalem Syndrome A/W 2015/2016

Wie bewertest du die Ausbildung an den deutschen Modeschulen im internationalen Vergleich?

In Deutschland schlummern viele große Talente. Jil Sander oder Tomas Maier sind nur zwei Beispiele von deutschen Designern, welche die Modewelt neu aufgemischt haben. Und so gibt es auch viele Deutsche, die international große Erfolge feiern, aber ohne Eigeninitiative völlig unterschätzt worden wären. Oft hört man von international berühmten Lehrern an vielen europäischen Schulen, aber lange schon nicht von denen, die an deutschen Modeschulen unterrichten. Die Zeiten, in denen Vivienne Westwood an der Berliner UdK lehrte, sind passé. Generell geht es aber meiner Meinung darum, die Studenten während des Studiums zu fördern und ihnen zu helfen, eine eigene Handschrift und Stil zu finden und ihn zu beschreiben. Das Studium bedeutet letzten Endes „Learning by doing“. Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

Was hat dir am meisten Spaß gemacht? Und was hat dir gefehlt?

Jeder Tag hat Spaß gemacht, ich liebe meinen Job und freue mich in jeder Sekunde, die ich damit verbringe. Als ich im 3. Semester an meiner Männerkollektion gearbeitet habe, habe ich statt nur einem Pflichtlook, gleich fünf Outfits realisiert und im 4. Semester statt fünf Pflichtlooks zehn. Bei meiner Abschluss-Kollektion wollte ich nichts dem Zufall überlassen und habe alles entworfen und umgesetzt, was zu dem Look dazu gehört: Taschen, Schuhe, Schmuck und Kleidung. Zugegeben fehlte mir manchmal die eine oder andere Stunde Schlaf, denn nach der Kollektion ist vor der Kollektion. Viel Zeit zum Ausruhen blieb nie und selbst wenn ich frei hatte, habe ich mich schon auf die nächste Kollektion gefreut.

Welcher Lehrer oder Wegbegleiter hat dich am meisten geprägt und warum?

Ich polarisiere – entweder man liebt mich oder man meidet mich, dazwischen habe ich selten erlebt. Zwar treffe ich eher auf Leute, die meine Art verstehen und auch meine Art zu arbeiten, die, wie man sie klischeehaft erwartet, manchmal sehr chaotisch ist, abgesehen von der Tatsache, dass ich ununterbrochen rede.

Im ersten Jahr wollte meine Dozentin für künstlerische Darstellungsformen mich nicht bewerten und schrie mich und meine abgegebene Mappe auf dem Flur des Uni-Gebäudes nieder.

In den letzten vier Jahren hat mich definitiv mein Dozent für Gestaltungslehre und Farbpsychologie am meisten geprägt. Er verstand es, mich zu pushen, zu fördern und mich dennoch in der Luft liebevoll zu zerreißen. Dank ihm bin ich immer erst zu einem späteren Zeitpunkt mit meinen Arbeiten zufrieden, eine Eigenschaft, die ich für mich und meinen Schaffensprozess als sehr wichtig empfinde.

„Geprägt“ haben mich allerdings ganz viele Menschen, Orte und Dinge. Viele meiner Kommilitonen sind der Grund dafür, die Zeit des Studiums bereits jetzt schon zu vermissen, denn sie waren Teil meiner Entwicklung.

Welches deiner Praktika war für dich am wichtigsten und warum?

Jede Erfahrung war die Wichtigste. Im Sommer 2013 habe ich während der Entwicklungszeit meiner zweiten Kollektion zwei verrückte Wochen erlebt, in denen ich von Vorstellungsgespräch zu Vorstellungsgespräch reiste und nebenbei an meiner Kollektion „Sabe Deus“ gearbeitet habe.

Alles fing in London bei Peter Pilotto an, wo ich die Zusage für ein Praktikum bereits im Anschluss an das Interview bekam. Weiter ging es nach Paris zu Kris van Assche und nach Antwerpen zu Haider Ackermann, dann wieder nach London zu Matthew Williamson und zwischendurch Viktor & Rolf in Amsterdam, wofür ich mich letzen Endes auch entschieden habe, obwohl ich bis auf eine Absage nur Zusagen bekam. Im Haute Couture Atelier von Viktor & Rolf konnte ich die Branche noch mal aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernen.

Wie hast du das Studium finanziert und vor allem auch die Materialien für deine Kollektionen?

Zum einen habe ich sehr viel Unterstützung von meinen Eltern bekommen. Des Weiteren hatte ich ab dem dritten Semester ein Stipendium, das mir ein Teil der Kosten abnahm. Nebenbei arbeitete ich bis zu fünf Tage die Woche, um meine Kollektionen so umzusetzen, wie ich es mir vorstellte.

Ferner hatte ich das große Glück, mit vielen großartigen Menschen zu arbeiten, die mich in jeder Hinsicht immer wieder unterstützt haben: Bei meinen Videos war es Basti Ried von Ried Entertainment und Basti Hansen aus Tel Aviv. Mein Fotograf heißt Marcus Schäfer, Stefanie Schwaiger hilft mir beim Styling. Unterstützung habe ich auch von Tune Models und einer Reihe von Visagisten bekommen. Für meine Kollektion „The Jerusalem Syndrome“ habe ich mit dem jungen Label „Fur Daisy“, das zu dem Frankfurter Traditionshaus Emil Hofmann & Sohn gehört, zwei Pelzteile entworfen. Ich habe ziemlich schnell begriffen, dass meine Ideen sind nur so viel wert sind, wie die Menschen, die mir bei der Realisation helfen.

Chen Jerusalem Newcomer Modedesigner Deutschland
Chen Jerusalem: The Jerusalem Syndrome A/W 2015/2016

Wieso hast du dich dazu entschieden, deine Kollektion mithilfe von Videos online vorzustellen?

Zum einen haben Videos die Möglichkeit, die Kleider in Bewegung zu zeigen und in kurzer Zeit eine große Vielfalt zu zeigen. Details, für die du fünf Fotos benötigst, sind in drei Sekunden Video schneller und effektiver festzuhalten. Videos unterstreichen das Konzept, transportieren durch ihre Bewegung mehr Gefühl und haben den einfachen Vorteil, dass man sie mit Musik unterlegen kann. Da Musik immer ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist, finde ich Videos in konzeptioneller Hinsicht wahnsinnig effektiv.

Chen Jerusalem – The Jerusalem Syndrome-2 from Chen Jerusalem on Vimeo.

Seit Anfang des Jahres hast deinen Abschluss in der Tasche – wie geht es nun für dich weiter?

Jetzt gerade arbeite ich als Freelancer an verschiedenen Projekten. Ich erarbeite die Männerkollektion von Tribute27, einem jungen Label für Lederjacken, entwickle eine exklusive Kollektion für den Onlineshop Styligion und arbeite als Design-Assistent für die „Head of Bags“ von zwei internationalen Labels im Luxus-Bereich, die ich an dieser Stelle aber leider nicht erwähnen darf.

Wieso träumst du von einem eigenen Label? Und was für eine Art von Job in der Mode könntest du dir gar nicht vorstellen?

Ich träume davon, etwas zu erschaffen, das andere lieben werden, weil es sie an etwas Schönes aus der Vergangenheit erinnert oder in irgendeiner Form positive Gefühle erzeugt. Mein Fokus liegt immer bei den Momenten und den Gefühlen. Mein Logo setzt sich aus Punkten zusammen, ähnlich der Blindenschrift, für die das Fühlen essentiell ist: Man muss erst die Punkte ertasten, um meinen Namen zu lesen zu können. „CHEN“ sollte man fühlen und nicht nur tragen.

Die Selbständigkeit hat sich eigentlich durch Zufall ergeben. Was in die Zukunft betrifft, gibt es keine Träume. Ich halte ich mir alles offen. Wenn mich ein großes Traditionshaus als Creative Director oder Head of engagiert, sage ich nicht bestimmt nicht Nein. Vielleicht fahre ich dann sogar zweigleisig. Es gibt keine Position die ich uninteressant finde, im Gegenteil: Alles reizt mich, wenn auch das eine mehr, als das andere.

Da ich allerdings ein sehr freier Kopf bin, würde meine Stärke eher in einer leitenden Funktion sehen. Ich habe ein sehr gutes, sensibles Gespür für Details und Stofflichkeit, für Kombinationen von Strukturen, Farben und Formen. Die Ideengebung und konzeptionelle Erarbeitung ist also definitiv mein Favorit.

Inwieweit wirkt sich deine Herkunft auf deine Entwürfe aus?

In meiner aktuellen Kollektion „The Jerusalem Syndrome“ (TJS) bezieht sich die Inspiration nicht nur auf meinen Namen, sondern auf meine Herkunft. Diese Kollektion ist ein Teil meiner Identität. Menschen, die unter dem Jerusalem-Syndrom leiden, glauben in irgendeiner Form Kontakt zu Gott oder anderen biblischen Charakteren und Propheten aufgenommen zu haben. In den meisten Fällen sind die Betroffenen davon überzeugt, selbst eine biblische Figur zu sein. Sei es eine schwangere Frau als heilige Mutter Maria, welche Jesus den Erlöser auf die Welt zu bringen glaubt oder ein Mann, der durch wochenlanges Training davon überzeugt ist bei seiner Ankunft nach der Pilgerfahrt in der heiligen Stadt unüberwindbare Kräfte, wie die von Samson dem Halbstarken, zu bekommen.

Viele Kollektions-Elemente erinnern deshalb an die Stadt Jerusalem: Die langen Mäntel, bei den Frauen in klassischen Schwarz, bei den Männern in Bordeaux, erinnern an die chassidische Kleidung. Die Gebetsriemen Tefillin setzen sich neu zusammen und sind Namensgeber für die schwarze Box Tasche „T-fill-in“-Bag.

Die langen Schals, die in Arm und Schulterpartien mit eingenäht sind, erinnern an den Tallit (Gebetsschal). Das Muster auf den handbestickten Bustiers setzt sich aus armenischen Deko-Kacheln zusammen. Viele Eindrücke, die ich im Laufe der Jahre in dieser Stadt gesammelt habe, finden sich in „TJS“ wieder und sorgen gewollt für ein wenig Verwirrung.

Chen Jerusalem Newcomer Modedesigner Deutschland
Chen Jerusalem: The Jerusalem Syndrome A/W 2015/2016

Kannst du die Kollektion in einem Satz beschreiben?

„The Jerusalem Syndrome – between genius loci and dror yikra – a pray a porter collection“!

„Pray-a-Porter“: Nicht schlecht! In welchen Mode-Läden würdest du deine Kollektion gerne sehen?

Es gibt einige Läden, deren Auswahl an Kleidung ich sehr schätze. Heutzutage müssen Stores eine Philosophie und dem Kunden ein gewisses Gefühl überbringen. Ich liebe vor allem all diese kleine Läden, die anhand von Interior, Dekoration und Merchandising eine Geschichte erzählen. In meiner Heimatstadt Frankfurt zählt dazu der Hayashi Store. In Berlin könnte ich mir The Corner Berlin, den Soto Store auf der Torstraße oder The Store im Soho House gut vorstellen. Außerdem Anita Hass, Mytheresa, Colette in Paris, Dover Street Market, 10 Corso Como sowie Cowboys to Catwalk in Amsterdam.

Welcher Mann oder Frau sollte deine Entwürfe auf dem Roten Teppich tragen?

Frauen, die ich stilistisch großartig finde, sind zum einen Rihanna, Diane Kruger und Olivia Palermo. Zu den Männern zähle ich Pharrell Williams und den Schauspieler Joseph Gordon Levitt.

Warum sollten die ausgerechnet deine Entwürfe tragen – sprich: Was kannst du besser als andere?

Klischeemäßig würde ich jetzt Karl zitieren: „Ich habe immer schon mehr gemacht als andere, nur um ihnen zu zeigen, das sie eigentlich nichts können.“

Hat ein Mann wie du Vorbilder?

Ich würde hier nicht von „Vorbildern“ sprechen, da ich meine eigene Geschichte auf einem ganz eigenen Weg beschreiten möchte. Ich möchte Fußspuren hinterlassen und nicht in den Spuren großartiger Anderer stehen bleiben.

Allerdings gibt es viele Designer vor denen ich großen Respekt habe: Vor ihrer Arbeit und ihrer einzigartigen Genialität. Raf Simons hat meines Erachtens Dior etwas gegeben, was John Galliano lange versucht hatte: stille Opulenz. Kris van Assche, Robert Geller und Jonny Johansson von Acne geben Menswear eine unglaubliche Wichtigkeit und schaffen Dinge, die einfach und klassisch und dennoch jede Saison aufs Neue atemberaubend sind. Den Designern von Comme des Garçons gelingt es, es Dinge zu kreieren, die wir normalerweise für absurd halten würden und geben uns die Möglichkeit Dinge, die nicht perfekt sind, einfach mal anzunehmen.

Lieber Chen, danke für das Interview!

Alle Fotos seht ihr in der Galerie:

Journelles_Interview_Chen_Jerusalem_The_Jerusalem_Syndrome_Collection_10

Journelles_Interview_Chen_Jerusalem_The_Jerusalem_Syndrome_Collection_10

Chen Jerusalem: The Jerusalem Syndrome A/W 2015/2016
Journelles_Interview_Chen_Jerusalem_The_Jerusalem_Syndrome_Collection_06

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Chen Jerusalem: The Jerusalem Syndrome A/W 2015/2016

Kommentare

  1. Ich finde diese neue Rubrik ganz grandios!Ich habe selber ein paar Semester Design studiert und mich immer darüber geärgert,dass den neuen jungen Designern so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ich habe diesbezüglich eine seeehr große Bitte an euch: Bitte schaut nicht nur bei den großen und privaten Modeschulen. Es gibt auch ein paar kleinere staatliche in Bielefeld,Reutlingen,Trier,Hannover,…. die ebenfalls sehr kreative Menschen lehren und die es genauso verdient haben beachtet zu werden!
    Das Interview mit Chen war einmal mehr sehr aufschlussreich. Ich mag eure Art des Interviewens sehr. Denn ich finde ich versteht es immer Fragen zu stellen,auf die die Person nur sehr persönlich antworten kann und damit wirklich etwas Preis gibt. Danke dafür

  2. Danke für dieses tolle Interview und seine Entwürfe gefallen mir alle sehr, vor allem die verlängerten Ärmel, und Tel Aviv hat ja seinen ganz eigenen Reiz. Wobei sie dazu auch noch Partnerstadt von Frankfurt ist! Da hat Chen also fabelhafte Bezüge. Also wenn ich denke, dass Absolventen aus Antwerpen wie Raf Simons jetzt groß ist oder andere, dann scheint es mir wirklich absurd, nicht auch auf deutschen Modenachwuchs außerhalb Berlins vor allem zu gucken…finde ich also toll, dass ihr genauer hinschaut. Wir haben in Frankfurt seit einigen Jahren auch mit Unterstützung endlich der Stadt Frankfurt den Style Award für Nachwuchsdesigner, denn kreatives Potential wächst direkt in der Nachbarschaft in Offenbach. Sehr gern gelesen, aber vor allem muss ich mir die Outfits nochmal genauer anschauen…Liebe Grüße Sabina | Oceanblue Style

  3. Selbstbewusstes Auftreten ist überall wichtig, so kann man herausstechen, wie es Chen getan hat, nicht nur in der Modebranche!
    Eine sehr interessante Rubrik, die direkt mit einer sehr interessanten Persönlichkeit anfängt. Ich bin gespannt, was wir als nächstes von Chen hören werden.

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