Die Highlights der Salone Del Mobile 2019

Die Designliebhaber werden es mitbekommen haben: In Mailand, dem Mekka für gutes Design, fand Mitte April die jährliche Möbelmesse, der Salone del Mobile, statt.

Wer denkt, dass die Möbelmesse nur etwas für Architekten und allgemein Berufstätige in der Interior-Branche ist, der irrt. Zwar sind es in der Tat hauptsächlich Möbelfirmen, die sich auf kreativste Art und Weise präsentieren, aber genauso sind Auto-, Elektronik- oder Modemarken für die großen Ausstellungen und Events der Designwoche verantwortlich. Hier spricht man eher vom Fuori Salone („vor dem Salone”/ vor der Messe), bei der in der ganzen Stadt eine Art Festivalstimmung herrscht und man wie bei einer Schnitzeljagd den kleinen Salone-Fähnchen nach neuen Inspirationen folgt.

Text und Bilder von Alicia Kassebohm

Ich fahre seit ein paar Jahren jeden April mit einem Freund nach Mailand und wir schauen uns die neuen Trends und Designentwicklungen an. Da wir beide in unseren Jobs kreativ sein und präsentieren müssen, kann man hier immer besonders viel lernen. Ich arbeite unter anderem als Freelancer zwei bis drei Mal die Woche in einer Kreativagentur, wo wir Konzepte, Setdesigns und Grafiken vor allem für Modemarken erstellen und kann von dem kleinen „Fortbildungs”-Trip jedes Mal profitieren. Der Kurztrip ist mittlerweile aber auch eine Art Tradition und macht viel Spaß, wenn man an den ersten wärmeren Tagen des Jahres draußen mit Aperol Spritz die Tage Revue passieren lassen kann.

Da ich einen Besuch des Fuori Salone nur jedem empfehlen kann (auch wenn ich gleichzeitig gar nicht möchte, dass es nur voller wird), habe ich hier einmal zusammen getragen, was mir dieses Mal besonders aufgefallen ist:

Louis Vuitton

Beliebt sind jedes Jahr Kooperationen von großen Modemarken mit Künstlern. So tat sich beispielsweise Bulgari mit dem argentinischen Künstler Tomás Saraceno zusammen, um im Mailänder Planetarium eine Installation mit den von Spinnen gewebten Netzen zu zeigen, die kleinen Galaxien glichen. Hinter dem Observatorium gab es noch einen für Bulgari typischen Showroom, der sich auf den Schmuck und das klassische Design konzentrierte.

Natur und Green Living

Auffällig war, dass dieses Jahr bei vielen Designern und Marken der Fokus auf Natur und Green Living lag, was man in einzelnen Installationen oder an recycelten Materialien sehen konnte.

Jil Sander zeigte in einem minimalistischen Showroom in der Innenstadt die Installation „Adjacent Field” von Künstlerin Linda Tegg, die die Flora und Fauna von Mailand und der Natur rund um die Stadt hervorheben sollte.

Jil Sander

In Alcova stellten verschiedene Designer ihre Möbel und Accessoires aus. Hier wurden unter anderem Designs präsentiert, bei denen hochtoxische Metallabfälle in Pigmente für Keramikglasuren transformiert wurden oder Möbel sowie Vasen mit Mustern, die durch physikalische Prozesse entstanden sind. Auch sonst war die Ausstellung in der alten und mittlerweile grün bewachsenen Fabrik eines der Highlights.

The Evolution of Workspace

Elle Decor widmet sich jedes Jahr einem neuen Thema in einem der vielen Mailänder Paläste, die für die Ausstellungen benutzt werden. In de letzten Saison ging es bei dem Thema „Onlife, Millennials at Home“ darum, wie Millennials heutzutage und in Zukunft leben werden, wie man kleine Flächen perfekt ausnutzen kann und Technologie smart und atmosphärisch in den Wohnraum integrieren kann.

Dieses Jahr zeigte Elle Decor unter dem Motto „The Evolution of Workspaces” wie unsere Büros von morgen aussehen könnten. Hier gab es besonders viele Pflanzen und Inszenierungen, die eher einem Raum zum Wohnen oder Entspannen glichen.

Licht und Interaktion

Ein weiterer Schwerpunkt war definitiv das Thema Licht – insbesondere in Verbindung mit Interaktion.

Bei der Automobilmarke Lexus erkundete man die Möglichkeiten von neuen Lichttechnologien mit dem Menschen im Mittelpunkt. Nach einer Modern-Dance-Aufführung einer Tänzerin mit sich dazu bewegenden, elektronischen Wänden, gab es für die Gäste Leuchtkugeln, mit denen sie mit den eigenen Bewegungen die Lichter an den Wänden steuern konnten.

Nendo
Lexus

Human Touch

Trotz aller neuen Technologien konnte man klar den „Human Touch“ bei den Ausstellungen erkennen – ob es sich nun um handgeschnitzte Skulpturen oder Designs aus Keramik, Holz oder Marmor handelte, die gerade durch ihren unperfekten Charakter so schön waren. Vor allem bei den Modelabels Loewe und Missoni konnte ich so einiges entdecken.

Missoni
Loewe

Ich konnte beruflich wie auch privat wieder super viel an Inspirationen und Ideen mitnehmen und freue mich jetzt schon auf das nächste Mal Salone und Aperitivos.

Vielen Dank für den schönen Bericht, liebe Alicia! Mehr von ihr findet ihr unter @aliciakassebohm

Noch mehr Eindrücke

Gucci
Canada Goose

Kommentare

  1. Ein wirklich toller Bereicht. Insbesondere danke für die Bilder. Man bekommt ein klasse Eindruck, wie Mode mit Kunst doch so schön harmoniert und sich super ergänzt. Werde sicherlich beim nächsten Mal, mir das nicht entgehen lassen.

    Beste Grüße,

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