Dienstagsdinge: Interior Likes KW 22

Eigentlich sind Künstler, die eine Ausstellung gestalten, ja auch kleine Interior-Stylisten. Klar, überspitzt ausgedrückt und ganz sicher verfolgen Künstler andere Ziele als letztere. Aufs Wesentliche heruntergebrochen gestalten beide einen Raum. Mit Objekten.

Der große Unterschied: Der Wohnraum ist funktional und soll genutzt werden, der Ausstellungsraum ist zweckfrei.

Über die Ausstellung eines mexikanischen Künstlers, die letzten Monat in Paris stattgefunden hat, bin ich vor Kurzem gestolpert – und war sehr angetan. Cerrillo stellt Wahrnehmung auf die Probe und die geometrischen Formen seiner linearen Skulpturen erinnern mich ein bisschen an so manches Einrichtungsteil. Eines davon gibt es heute gleich an erster Stelle in den Dienstagsdingen zu sehen. Happy New Week!

Neuigkeiten aus Schweden

Domo Design war mir bis dato noch kein Begriff. Das schwedische Designhaus wurde von Johanna Haglund and Mathilda Karlsson gegründet und funktionierte bislang wohl hauptsächlich über Instagram. Nun haben sie die ersten richtigen Produktfotografien rausgebracht. Mit dabei das wunderbare Domo Square und das Regal.

Glänzender Minimalismus

Das neue Trio des Brooklyner Designstudios Fort Standard um Gregory Buntain und Ian Collings setzt auf das Auskundschaften neuer Möglichkeiten rund um metallene Materialien. Der kleine Beistelltisch, der etwas größere Sofa- oder Kaffeetisch und das Regal sind mit Kupfer, Metall und Aluminium behandelt und zeigen, dass glänzend nicht gleich kitschig sein muss.

Meisterin der Materialien

Zaida Sabatés Beruf ist es, Objekte oder Wände so zu bemalen, dass sie aussehen, als ob sie aus einem anderen Material bestünden. Darin ist sie Spezialistin. Egal ob Marmor oder Terrazzo, Zaida ist Meisterin aller traditioneller Techniken, um jedes Material naturgetreu abbilden zu können. Ein sehr interessanter Beruf – sie wird beispielsweise von Restaurants zur Gestaltung der Möbel gebucht, von Architekten oder Künstlern.

Kann man mal machen?

Auch wenn das hier wohl in erster Linie der Produktpräsentation geschuldet ist, wieso nicht einfach mal drei Spiegel nebeneinander stellen? Sieht wunderbar aus. Und an den One-Line-Drawings à la Matisse kann ich mich auch immer noch nicht satt sehen.

Künstlerisches Interior-Design

Der mexikanische Künstler José León Cerrillo hat die Innenräume der Pariser Galerie Mitterrand in ein Untersuchungslabor der menschlichen Wahrnehmung von Architektur, Skulptur, Kunst und Design verwandelt. Auf dem Boden eines pinkfarbenen Tennis-Courts positionierte Cerrillo raumeinnehmende, grafische Objekte, die von technischen Zeichnungen, die er Grafikern oder Architekturbüros abgeluchst hat, umgeben wurden. Eine tolle Installation, die ich leider erst jetzt entdeckt habe, da sie nur bis Ende letzten Monats in Paris zu sehen war. Die Hoffnung besteht aber, dass es von Cerrillo bald mehr zu sehen geben wird.

Fotos: Domo Design; Fort Standard, Brian Ferry; José Leon Cerrillo; Zaida Sabatés; Sezane.

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