Instagram-Trends: Macarons

Auf der einen Seite Acai Bowls und grüne Smoothies, auf der anderen Seite bunte Donuts und Macarons – Essen muss auf Instagram vor allem fotogen sein. Die französische Baiser-Spezialität sticht jedoch alle Konkurrenten aus. Bei über 1,7 Millionen geposteten Bildern können selbst pochierte Eier auf Avocado-Toast nicht mithalten. Ein Besuch bei Ladurée in Paris ist für beinahe jede Modebloggerin obligatorisch. Lena Terlutter fügte ihrem Foto von einer Macaronstange selbstironisch das Hashtag #cliche hinzu. Was sind Macarons überhaupt und warum sind sie so angesagt?

Erfunden wurden das Trendgebäck aus Mandelmehl, Eischnee und Sahnecreme bereits im 8. Jahrhundert. Pierre Hermé („Der Picasso der Pâtissiers“) erfand das Macaron in den Neunziger Jahren neu, indem er den Boden stabiler machte und frische, ungewöhnliche Zutaten wie Rosen, Himbeeren, Limonen oder sogar Olivenöl hinzufügte. (Übrigens hat Anna Plagens von der Berliner Bäckerei Du Bonheur bei ihm gelernt). Dank Pierre Hermé ist der 20. März in Frankreich nicht nur offizieller Frühlingsbeginn, sondern auch der „Jour de Macaron“.

Ihren großen Auftritt hatten die Macarons im Jahr 2006 in Sofia Coppolas Historienfilm „Marie Antoinette“ mit Kirsten Dunst in der Hauptrolle. Lieferant für die Berge an Gebäck war das Maison Ladurée, eine Feinbäckerei und Hang-out der Pariser High Society, das bereits im 19. Jahrhundert gegründet wurde und neben Pierre Hermé, den Galeries Lafayette und Pierre Marcolini in Brüssel als die beste Adresse für die feinen Doppelkekse gilt.

Jede Zeitschrift berichtete damals über Macarons und jeder, der nach Paris fuhr, wurde gebeten sie als Souvenir mitzubringen. Als 2010 Instagram gelauncht wurde, war die Topmodel-Karriere der Macarons nicht mehr aufzuhalten. Die Pastellfarben passen so schön zur Monochromitis und, zum anderen eignen sich die Mandelbaisers perfekt als Requisite um Kosmetik, Accessoires und frisch lackierte Fingernägel in Szene zu setzen. Eines werden Macarons jedoch meistens leider nicht: gegessen. Jammerschade, denn nach ein bis zwei Tagen werden sie trocken und hart.

PS: Wer jetzt Lust bekommen hat, den Film „Marie Antoinette“ zu gucken – hier ist der Trailer!

(Fotos im Header: Lena Terlutter, Dora Mahmic, Maison Ladurée, Pauline Fashion Blog, Chiara Ferragni, Paris in Four Months, Souk and Pix)

Kommentare

  1. Ich bin sehr froh, nicht zur Fan-Riege der süßen Dinger zu gehören – mir schmecken Macarons nämlich schlicht und ergreifend nicht. 😉
    Aber ja, hübsch anzusehen sind sie. Wobei man sich mittlerweile wirklich im wahrsten Sinne des Wortes an ihnen sattgesehen hat.

    Liebste Grüße aus dem eisigen Hamburg
    Nori

  2. Melanie sagte am

    Die Macarons von Sprüngli schmecken mir viel besser. Die „Luxemburgerlis“ werden auch aus natürlichen Zutaten bester Qualität hergestellt und es gibt immer wieder neue Geschmacksrichtungen 😉

  3. Also sofern die Macarons frisch sind – immer gerne! Es müssen aber keine von Laduree sein, denn auch jede gescheite Konditorei in Paris, Elsass oder sonst wo kann sie richtig gut zubereiten (ich selbst bin daran bisher immer wieder gescheitert). Natürlich sehen die bunten Dinger auch total toll aus – und sind ohnehin fotogen, daher perfekt für eine instagram-mein-toller-Lifestyle- Inszenierung. 😉

    Liebe Grüße
    Anna

  4. Schön sehen sie tatsächlich aus, ich glaube auch ich muss dieses cliche kaufen und vorm essen auf jeden Fall fotografieren, wenn ich demnächst in Paris bin!
    Liebe Grüße, Kati

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