News von IKEA x HAY: Die ersten Lookbook-Fotos sind da!

Ein bisschen fühlt man sich wie ein Detektiv, wenn man versucht, etwas Handfestes über die Kooperation der beiden Design-Riesen IKEA und HAY herauszufinden.

Bereits vor einem Jahr gab es die ersten Informationen zur Kollektion mit HAY und Designer Tom Dixon, ein geheimnisvolles Video – und schließlich auch die Neuinterpretation der FRAKTA-Tasche, die daraufhin sämtliche Blogs und Magazine überflutete.

Jetzt ist es endlich soweit und auch wenn es noch keine offizielle deutsche Pressemitteilung gibt, haben wir schon die ersten Fotos der fruchtbaren Zusammenarbeit von HAY und IKEA mit dem Namen YPPERLIG, was übrigens so viel bedeutet wie „ausgezeichnet“ oder „vortrefflich“.

Mette und Rolf Hay haben ihr Unternehmen 2002 gegründet. Damals waren die beiden Mitte 20. Seitdem hat sich viel geändert. Rolf Hay hat sich davor niemals so richtig für Design interessiert – inzwischen kommt er nicht mehr davon weg. Mit Leidenschaft und großem Interesse versuchen sie den Spagat zwischen Dynamik und Langlebigkeit. Zwischen modischer Ästhetik und funktionaler Rationalität.

Was die beiden Unternehmen schließlich zusammengebracht hat, ist wohl nicht nur die örtliche Nähe, sondern auch der Grundgedanke, welcher ihr Design jeweils bestimmt.

Kurz gesagt: Es geht beiden um demokratisches Design. Ästhetische Produkte sollen möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Ein Konzept, das den Zeitgeist trifft und deshalb funktioniert. Denn Wohnen ist längst keine Privatsache mehr – die Art, wie wir uns einrichten wird über soziale Netzwerke dokumentiert, veröffentlicht, bewertet und verglichen.

Interessant ist die Strategie, mit der HAY und IKEA vorgehen. Vor einem Jahr sahen die Fotos noch nach Herstellungsprozess aus: unfertig. Immer mal wieder gaben sie der Öffentlichkeit kleine Häppchen preis. Mal hier ein Teaser, mal da ein Interview oder ein Foto. So zieht sich der Prozess jetzt über ein Jahr. Die beiden Firmen wissen, wie man seine KundInnen hibbelig macht. Kleine Ankündigungen schüren den Hunger nach mehr.

Nun gibt es die ersten „richtigen“ Lookbook-Fotos – aber die Strategie wird durchgehalten bis zum Schluss. Erst im Oktober wird YPPERLIG in IKEA-Filialen erhältlich sein.

Der Fokus der YPPERLIG-Kollektion liegt auf dem Wohnzimmer. Kommunikation und gemütliches Beisammensein sind die Themen, mit denen sich Mette und Rolf Hay und das IKEA-Designteam auseinandergesetzt haben. Außer größerer Möbel wie einem Sofa wird es aber, ganz nach HAY-Manier, auch kleinteiligere Accessoires, sowie Beleuchtung und Textilien geben.

Zu Beginn war die Rede von 35 verschiedenen Entwürfen. Weil aber niemand Abstriche machen wollte, sind sie inzwischen bei ganzen 65 Produkten angelangt, die ab Oktober erhältlich sein werden. Man darf gespannt sein, wie lange es dauert bis die Kollektion ausverkauft ist. Ein bisschen erinnert diese Art der Zusammenarbeit an Modemarken wie H&M, die sich einen namhaften Modedesigner ins Haus holen, um Schwung in die Bude zu bringen. Die Vorahnung, die bis dato viele hegten, dass die Interior-Welt sich immer mehr an die Dynamik der Modebranche angleichen könnte, ist somit wahr geworden.

Aber weg von der Metaebene hin zu den Produkten. Denn so neu diese Entwicklung auch ist, so toll ist es doch, dass HAY uns im Zuge dieser Kollaboration neue Entwürfe auftischt.

Meine Favoriten sind bis jetzt das graue Sofa, die Holz-Hocker und die Bank! Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Warten sich im Oktober gelohnt haben wird. Seien wir gespannt, was HAY und IKEA sich auf dem Weg dahin noch so ausdenken.

Und welche sind eure Lieblinge?

Fotos: Courtesy of Ikea

Kommentare

  1. Genau dieses Regal auf dem Foto mit der karminroten Wand brauche ich für mein neues Badezimmer! Herrlich – aber furchtbar, dass ich mich dafür noch bis Oktober gedulden muss…

  2. Kristiane sagte am

    Wirklich schöne Stücke. Keine Frage.

    Die Vorahnung „dass die Interior-Welt sich immer mehr an die Dynamik der Modebranche angleichen könnte“ hat sich für mich persönlich eher als eine Befürchtung dargestellt. Es gruselt mich bei der Vorstellung, dass nun ein weiterer riesiger Sektor ein ähnliches Tempo wie die ‚Fast-Fashion‘ anschlagen wird. Es wahrscheinlich bereits längst tut. Mit all seinen Nebenwirkungen. Nicht umsonst steht Ikea immer wieder in der Kritik.

    Ja, demokratisches Design wird von vielen bejubelt. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist in meinen Augen der Preis, den wir letztendlich alle dafür zahlen, allerdings erschreckend hoch.

      • Das stimmt natürlich. Aber der Mensch ist ja doch anfällig und leider im großen Maß ein Herdentier, das sich von Instagram & Co extrem beeinflussen lässt. Ich stelle jedenfalls auch fest, dass zum Beispiel in den Wohnungen der BloggerInnen, die ich so lese, auf einmal gefühlt alle halbe Jahre das Sofa oder Sideboard ausgetauscht wird Das war vorher irgendwie nicht. So ein Sofa etwa ist meistens ja doch eine kostspielige Anschaffung, die man sich gut überlegt. Wenn so was zum Ex-und-Hopp-Artikel wird, finde ich das schon krass. Mein Eindruck ist ebenfalls, dass die Schnelllebigkeit im Interieurbereich angekommen ist (erst vorgestern einen Artikel gelesen, dass Kupfer im Interieurbereich jetzt vöööööllig out ist. Und was tun jetzt alle mit der Dixon-Lampe??). Wieder mehr austauschbare Wegwerfware. Finde ich schon auch bedauerlich.

        • Das sind sehr gute Gedanken zum Thema, die ich mir auch mache, wenn ich ehrlich bin.
          Ich beobachte die Interior-Branche in letzter Zeit auch sehr aufmerksam und habe da ebenfalls festgestellt, dass da eine Möbel- und Accessiore-Fluktuation herrscht, die einigermaßen bedenklich sein kann, wenn man sie im großen 100k-Instagram-Account-Stil präsentiert. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Follower alle keinen eigenen Kopf zum Denken haben – aber wir orientieren uns nun einmal an Vorbildern.
          Und ich finde, diese müssten sich dann auch ein wenig zumindest so verhalten wie welche.

          Nichtsdestotrotz: Ich hoffe, dass die Kooperation mit HAY Stücke hervorbringt, die als zeitlose Klassiker gelten können – und somit demokratisches Design und Langlebigkeit vereinen. Das wäre schön – und ein Schritt in die richtige Richtung.

          Liebe Grüße
          Jenni

    • Michelle sagte am

      Danke für deinen Kommentar. Ich sehe es genauso und finde es wichtig, auch solche Gedanken mitzuteilen. Vielleicht setzt es bei dem ein oder anderen auch einige Rädchen in Gang. 🙂

  3. Es ist ja schon etwas befremdlich, wenn Marken wie IKEA und HAY so tun als machen sie das alles nur, um ‚allen Design zugänglich zu machen‘ und sich da ganz ‚demokratisch‘ geben. Das ist das System der Verknappung und soll sicherstellen, dass auch wirklich ein Hype entsteht. Und das tut er ja auch. Dafür werden teure Marketingboys bezahlt. Damit soll letztlich der Umsatz gesichert sein, weil es sich HAY gar nicht leisten könnte, dass ihre Produkte bei IKEA versauern und sich niemand dafür interessiert. Ich persönlich kann HAY-Sachen wirklich nicht mehr sehen und bin nicht sonderlich geflasht von langweiligen Designs nur weil HAY dransteht. Mal davon abgesehen, dass der Preis der meisten ihrer Produkte nicht durch die (fragwürdige) Qualität zu rechtfertigen ist. Also passt es dann doch wieder ein kleines bisschen zu IKEA. So schließt sich der Kreis.

  4. Sehr schöne Stücke dabei! Meine Favoriten sind bisher das schlichte Wandregal, das 2er Sofa und höchstwahrscheinlich die Kissenbezüge. Klar, wenn man tagtäglich Interior Blogs und Social Media Kanäle verfolgt mag das für einen aussehen wie Möbel, die eh schon überall stehen…
    „out“ sind Möbelstücke meiner Meinung nach nur, wenn man sie selbst nicht mehr schön findet. Interior Blogs nutze ich persönlich als Inspirationsquelle – wie viele andere auch – was aber nicht heißt, dass meine Wohnung dann auch genau so auszusehen hat, wie auf diesen Blogs. Stattdessen versuche ich mir lieber meinen eigenen Stil zu schaffen und kaufe Möbel, die zu mir passen und die ich mag – nicht weil sie grad in sind.

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