Herbst Special: Buyers & Fashion Insider Interview mit Lena Terlutter

Vierfache Shop-Besitzerin, Stylistin und Bloggerin, Buch-Autorin, Mutter einer kleinen Tochter und die Besitzerin einer der wahrscheinlich größten Chanel-Taschen Sammlungen des Landes: Lena Terlutter ist eine Frau der Superlative.

Dabei darf man nicht vergessen, dass die 32-Jährige eine verdammt gute Geschäftsfrau ist: Die Boutique Belgique, Super Store, Salon Sahnestück und BB Loves in Köln laufen wie am Schnürchen, was u.a. auch Lenas starker Präsenz auf Instagram zu verdanken ist.

Klar, dass wir auf ihre Expertise in Sachen Herbsttrends nicht verzichten können!

Liebe Lena, wie schön, dass du bei unserem Herbst Special mitmachst! Der Sommer ist vorbei: Auf welchen Trend freust du dich im Herbst am meisten?

70s Vibes: Overknee Boots, Suede Leather, Layering und Capes.

Nach welchen Herbst-Teilen haben eure Kunden schon im Sommer gefragt? Wo ist die Nachfrage am größten zu spüren?

Es gibt eine große Nachfrage nach Lace-up, also alles was zu schnüren ist, ob Strickpullover, Kleider, Tops, Boots oder Bodys – Schnürung bleibt auch im Herbst Winter ein großes Thema!

Welche Teile sind deiner Meinung die 5 Key Pieces für den Herbst/Winter 2015/16, die sich am besten verkaufen werden?

Strickkleider, Chunky Knits im Boxy Fit und Rollkragen, Sailor Pants, weiße Blusen.

Angenommen ich habe nur ein kleines Budget um meiner Garderobe ein Update zu verpassen: Zu welchen Teilen würdest du mir in dieser Saison raten?

Ich würde auf neue Qualitäten setzen: Samt und Wildleder sind absolut angesagt. Es reicht ja teilweise schon ein It-Piece, das man mit seiner üblichen Garderobe mixt und es sieht nach einem ganz neuen Look aus.

Welche Designer oder Label ist deiner Meinung nach allen anderen eine Nasenlänge voraus und warum? Was können die besser als alle anderen?

Es ist schon nach wie vor Isabel Marant, ihre Kollektionen sind Grundlage vieler Trends die man nicht nur auf der Straße sieht, sondern auch 1:1 kopiert in Ketten wie Zara & Co. Ich denke das Geheimnis ist vor allem die Tragbarkeit, es ist nicht inszeniert und jeder möchte ein bisschen parisienne sein.

Du bist absolute Expertin in Sachen Handtaschen: Welches Modell stößt die Drew Bag vom It Bag-Thron?

Egal welche, Hauptsache man sieht mal endlich was anderes – oder noch besser: viele verschiedene Trends und Styles zu sehen wäre so viel interessanter, als immer dieselbe Tasche!

Welche Teile hast du dir selber für die neue Saison gesichert?

Knitwear von Isabel Marant, Loafer von Nicholas Kirkwood, Blazer von Balmain, Boots und Bags von Chanel. Das sind Keystyles mit denen ich diverse Looks und Trends style und vor allem mit kommerzielleren Brands kombinieren kann.

Gab es in der Vergangenheit ein Label oder Trend, von dem du sicher warst, es erlebt ein Comeback und daraus wurde leider nichts?

Nein, es geht mir eher umgekehrt: Ich glaube an manche Trends nicht und dann kommen sie doch. Aber das schöne ist ja auch, dass man a) nicht jeden Trend persönlich mitmachen muss und b) früh genug, sobald sich die Tendenz zu stark in diese Richtung dreht, bei den meisten Lieferanten auch noch an genau diese Trend-Teile kommen kann, um auch im Store immer aktuell zu sein.

Wie kannst du dafür sorgen, dass sich ein Runway-Trend durchsetzt und zum Besteller wird?

Ich pushe ihn bewusst über Social Media. Viele Leute müssen eine neue Silhouette oder komplett neue Trends erst mehrfach und vor allem verschieden kombiniert sehen, bis sie sich selber daran heran wagen.    

Marsala wurde überall als Trendfarbe für 2015 angepriesen. Was es wirklich so? Welche Farbe ist deiner Meinung nach jetzt im Kommen?

Marsala und generell alle Gewürzfarben: Curry, Gelb, Grün und Orange in allen Abstufungen sind total angesagt und bleiben es auch noch.

Welche Art von Schuhen prägen den Look dieser Saison?

Overknees, Plateaus und Sneaker.

Wie schafft es ein junger Designer deine Aufmerksamkeit zu erregen?

Der Designer kann nichts tun, es muss die Kollektion sein, die überzeugt. Es gibt z.B. Labels die wir schon Jahre führen, wenn sie aber eine schlechte Saison haben, dann schreibe ich nicht. Unsere Kunden sind nicht so labelaffin. Es geht ihnen mehr um die Kombinationen und die Looks.

Inwieweit lässt du dich bei deinem Job von Instagram und Streetstyle-Fotos beeinflussen?

Es gibt immer wieder Tendenzen, die man am schnellsten über Scoial Media wahrnimmt. Mit Trend-Gespür merkt man sehr schnell, ob diese Tendenz es schafft, ein Trend zu werden und man erkennt den roten Faden meist, wenn auch die Kollektionen der nächsten Saison an diese Streetstyle-Looks erinnern.

Andersrum: Merkt ihr, dass sich durch Instagram das Kaufverhalten oder die Nachfrage eurer Kunden nach bestimmten Teilen verändert hat?

Ja, wir merken dass die Kunden immer genau die Looks haben möchten die wir über Instagram stylen und zeigen. Es werden dann häufig genau diese Kombinationen komplett verkauft, das freut mich natürlich. Besonders wenn man jemanden zu einem ganz neuen Look animieren konnte.

Was sollen die Deutschen verdammt noch mal endlich tragen?

Selbstbewusstsein. Leider passiert es doch immer noch viel zu oft, dass deutsche Frauen super kritisch mit sich selbst sind und sich daher modetechnisch nicht viel trauen. Ich würde mir wünschen, dass sich das verändert!

Vielen Dank für das Interview, liebe Lena!

(Headerfoto: Bina Terré)

Kommentare

  1. Juliana sagte am

    Dieses Interview ist leider unglaublich schwach und inhaltlich einfach nur leer.
    „Eine Frau der Superlative“? Ernsthaft? Weil sie u.a. „Besitzerin einer der wahrscheinlich größten Chanel-Taschen Sammlungen des Landes“ ist und Mutter einer Tochter ist, die sie in furchtbar inszenierten „happy-family“ Bildern ständig auf Instagram zeigt?
    Ich kann diesem Interview leider nichts abgewinnen.
    Lena Terlutter scheint vielleicht in ihrem Leben einiges erreicht zu haben, aber Aussagen wie „viele verschiedene Trends und Styles zu sehen wäre so viel interessanter, als immer dieselbe Tasche!“ zu lesen von einer Frau, die in jedem Latte-Macchiato-Croissant-#perfectmorningstart-Instagrambild ihre Chanel- oder YSL-Tasche inszeniert und sowieso jede Social Media gehypte Designertasche besitzt, kann ich einfach nicht ernst nehmen.
    Es ist traurig wie Mode nur noch auf Materialität und Status reduziert wird.
    Durch solche flachen Interviews und Instagram-Accounts verliert Mode immer mehr an Wertigkeit. Es zählt nur noch das Erscheinen, die Follower-Zahlen und Likes. Womit sich die Mode bei den ganzen „Modeblogmädchen“ nur noch definiert.
    Dabei ist Mode viel mehr als das. Mode entfaltet sich als Idee, Diskurs, Ästhetik.
    Aber vielleicht muss ich einfach akzeptieren, dass Follower-Zahlen und #ootd#yslbag jetzt Mode sind. Schade drum!

  2. Michaela sagte am

    Leider muss ich Juliana in allen Punkten zustimmen.

    Eine große Chanel Taschen Sammlung zu besitzen ist kein erwähnenswerter Verdienst, sondern eine Frage des Geldes. Zudem finde ich einige Modell wirklich nicht besonders schön.
    Die vielen Bilder mit einer CC Tasche im Vordergrund sind wirklich nicht inspirierend, sondern wirken manchmal nur wie Werbung für CC.
    In ihrem Blog findet man sehr viele Bilder, aber kaum Einträge. Und wenn, dann sind diese nur kurz und nicht besonders interessant.
    Was mir bei Instagram auch immer wieder auffällt, dass sie sich nicht mehr um ihre Follower bemüht. Es ist doch keine große Sache, unter einem geposteten Look, die jeweiligen Labels zu schreiben. Auf Fragen antwortet sie zu gut wie nie.
    Dass komplette Looks von Kunden nachgekauft werden ist sicher gut für sie, zeigt aber, dass diese Käufer selber keine Idee haben. Schade.
    Ich nutzte gute Blogger Styles als Inspiratationsquelle, um meine Sachen auch mal anders zu tragen oder mich an etwas Neues zu wagen.
    Trotz aller Kritik mag ich ihren Style und schaue mir ihre Posts gerne an.

  3. Was für eine eitle Selbstinszenierung genauso wie die letzten beiden Artikel zu Frau Terlutter. Im Vergleich zu der entzückenden Kerstin, der ich ihre Modebegeisterung auf jedem Foto ansehe und die ihre Bilder mit der nötigen Portion Selbstironie und Lebensfreude inszeniert, anstatt nur ihre Designertaschen in den Vordergrund zu halten. Wem traut man da wohl mehr Mode-Know-how zu?

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