Weiter gehts mit den Perlen der Haute-Couture-Woche: Balmain und Valentino

Zwischen omnipräsentem Minimalismus, allgegenwärtiger Logo-Manie oder Mode mit einer Mission wird von Zeit zu Zeit eine Geschichte erzählt. Ein Märchen voller positiver Assoziationen, das an die schönsten Träume erinnert. Sternenstaub, Spitze, üppig zerknitterter Tüll und viel Glitzer – weit weg vom Alltag, dafür um so näher an den schönsten Disney-Filmen oder unseren Vorstellungen von einer nicht existierenden Welt.

Die Haute Couture (habt ihr den ersten Teil gelesen?) ist doch eine ganz besondere Kategorie in der schnelllebigen Mode.

DER MEISTER DER HAUTE COUTURE: VALENTINO

Alle Bilder: Courtesy of Valentino

“You have given women back their beauty”, habe Celine Dion gesagt, während sie am Ende der Haute-Couture-Show von Valentino gegen de Tränen ankämpfte {Vogue Runway}. Der italienische Designer hat erneut alles gegeben:

Die Kollektion war wunderschön, ein Triumph der kühnen Farben, der makellosen Verarbeitung und der fabelhaften Kreationen für den Abend, die um tragbare Looks für den Tag ergänzt wurden. „I love couture for what it is – the lightness, the uniqueness“, sagte Pierpaolo Piccioli hinter den Kulissen. Seine farbenfrohe Kollektion mit Blumen (die Models trugen Blütenblätter an den Wimpern) und Volants wurde als die beste Kollektion in Paris betitelt.

Piccioli schaffte einen außergewöhnlichen Moment, in dem Mode zu etwas mehr als nur Kleidung wird. Geschichte, Vision, Magie. Denn wie sonst kann man Kleider beschreiben, die voller Volumen und so leicht wie eine Feder sind? Oder ein Kleid so scharf geschnitten, dass es einer Rasierklinge ähnelt?

In den ersten Reihen saßen neben Picciolis Kunden und Gästen auch seine Designer-Kollegen und Freunde Raf Simons, Clare Waight Keller, Giambattista Valli, Christian Louboutin und Valentino – man respektiert sich untereinander. Eins ist klar: Picciolo solo (ohne Maria Grazia Chiuri, seine ehemalige Partnerin, die nun bei Dior ist) funktioniert sogar noch besser als im Duo.

I love couture for what it is—the lightness, the uniqueness.

DIE RÜCKKEHR ZUR HAUTE COUTURE: BALMAIN

Alle Bilder: Couture Spring/Summer 2019 via PR

Die Inspiration ist Paris. Es geht um die Schönheit Frankreichs.

Seit Übernahme der kreativen Leitung bei Balmain vor fast neun Jahren hat Olivier Rousteing bewiesen, was er kann. Er ist heute einer der schillerndsten Designer von Paris; seine Entwürfe betonen den Körper, sind laut und überladen mit Prints, Farben und Verzierungen. Doch er ist nicht nur mutig in seinen Kollektionen, Rousteing ist zudem klug. Wie kein Designer vor ihm hat er Instagram dafür genutzt, Balmain wie einen großen Star zu inszenieren. Und in der glitzernden, digitalen Bilderwelt hat das wunderbar funktioniert.

Er hat das Traditionshaus aus dem Dornröschenschlaf geweckt: globales Markenwachstum, eine neue Design-Identität inklusive einer großen Popularität. Die Wiederbelebung des Haute-Couture-Ateliers des Hauses muss der letzte Punkt auf seiner To-do-Liste gewesen sein. Denn Balmain kehrt nach einer 16-jährigen Pause zur Haute Couture zurück.

Rousteings Kollektionen sind immer kompliziert und aufwendig, mit der Haute Couture übertrifft er sich selbst. Perlen, Tweed, bedrucktes Plastik, Denim und Leder – die Haute Couture ist wahrlich die Perle eines Modehauses. Das scheint zumindest Rousteings Definition zu sein. Von Anfang an erschienen die Models mit riesigen Perlen, die entweder die Handgelenke umschließen oder in der Hand getragen wurden. Perlen waren auch offensichtlich die Referenz für bauchige, aus Leder geformte Röcke; und sie wurden in Mengen auf Anzügen bis hin zu Jeans angebracht. Sie sind wohl auch die Erklärung für das glänzende weiße Make-up der Models.

 

Alle Bilder: Balmain (Courtesy of Balmain via PR) & Valentino (Courtesy of Valentino)

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