Die Highlights der Pariser Couture Woche: Chanel, Valentino, Elie Saab und Co.

Die höchste Kunst in der Mode wurde in den letzten Tagen in Paris präsentiert. Wir nehmen euch mit und zeigen die wichtigsten Kollektionen im Überblick

Haute Couture – gehobene Schneiderei. Die wurde in den letzten Tagen in Paris von den letzten großen Couture-Labels präsentiert (hier lest ihr meine Meinung zur Dior Kollektion). Hierbei kann man Mode fernab von Konsumdruck und Massenproduktion bewundern und vor allem die Kunst der Schneiderinnen einmal hautnah erleben. In so ein Kleid, das mal eben den Wert eines Einfamilienhauses erreichen kann, werden nämlich hunderte Stunde von Handarbeit gesteckt.

Werfen wir also einen Blick in die Hauptstadt der Liebe und Mode und verabschieden uns zumindest für ein paar Minuten von der Alltagstauglichkeit.

Chanel

Chanel Couture hat es einfach nicht nötig: Kein aufwendiges Setting, stattdessen erinnerten die zahllosen Spiegel an den berühmten Treppenaufgang im Atelier Coco Chanels in der Rue Cambon, keine verrückte Choreografie, sondern schlichte Zurückhaltung und pure Chanel-DNA. Im Fokus der Kollektion stand die Silhouette und das in Form der Kostüme (die uns einen Hauch an die 80er-Jahre erinnerten) und aufwendigen bestickten Roben mit Federsäumen- und Ärmeln. Karl Lagerfeld hat nichts riskiert, muss er aber nach 34 Jahren als Chefdesigner in dem französischen Traditionshaus auch nicht mehr.

Elsa Schiaparelli

Umso spezieller die DNA eines Hauses, umso schwerer die Aufgabe dessen Erbe weiterzuführen. Betrand Guyon, Kreativdirektor von Schiaparelli hat dies diese Saison aber so großartig geschafft, dass er damit auf meiner Liste der Mode-Überraschungen ganz weit vorne landet. Die Kollektion war wie eine Reise in ein Museum für Surrealisten – der coolste Schulausflug, den wir (leider) nie hatten. Die Prints, die nicht nur auf die Kleidung gedruckt war, sondern mit feinen Pailletten bestickt wurde, wirken modern, verspielt und doch tragbar – was bei Haute Couture nicht oft der Fall ist.

Giambattista Valli

Beim Anblick der Sahne-Baiser-Kleider von Giambattista Valli könnte so manch eine hungrige Fashionista vor Aufregung in Ohnmacht gefallen sein. Der Meister blieb seinen puffigen Entwürfen treu und setzt weiterhin auf jede Menge Stoff, zarte Pastellfarben und einen Hauch Glitzer.

Elie Saab

Auch Giambattistas Vallis Couture-Kollege Elie Saab begab sich diese Saison auf keine riskante Reise, aber erfüllt mit seinen aufwendig bestickten Kleidern weiterhin jegliche Mädchenträume – nur, dass die Prinzessinnen jetzt auch mal Hosen auf einen Ball tragen dürfen. Wer die Kollektion gut kennt, der wird in einem Monat auf dem roten Teppich der Oscars bestimmt den ein oder anderen Entwurf wiedererkennen.

Givenchy

Givenchy wirkte im Gegensatz zu den anderen Labels ja fast schon zurückgenommen schlicht. Mit Karo-Mustern, Rüschendetails und weiblichen Schnitten brachte Riccardo Tisci frischen Wind in die Haute Couture Woche und eine angenehme unangestrengte Leichtigkeit.

Maison Margiela

Ja, ich bekenne mich an dieser Stelle: Ich bin ein riesiger Maison Martin Margiela Fan und habe dem Designer nach seinem Ausstieg beim Label sehr lange nachgetrauert. Die Entscheidung, John Galliano zum neuen Kreativdirektor zu machen, konnte ich nicht verstehen – aus politischen sowie Label-DNA-technischen Gründen. Dementsprechend rückte Maison Margiela – Monsieur Martin wurde rigoros aus dem Namen gestrichen – aus meinem Blickfeld. Die Haute Couture Kollektion ist die erste, bei der ich mich wieder traue leise Applaus zu geben – Margielas Handschrift war durch abstrakte Entwürfe, eine Prise Humor und vor allem viel Kunstfertigkeit wieder deutlich zu erkennen. Und das Design mit dem Gesicht aus Tüll einfach magisch.

Viktor & Rolf

Ja, auch im Haute Couture Bereich ist jetzt das Thema Recycling angekommen. Könnte man zumindest beim Anblick der Spring/Summer 2017 Kollektion von Viktor & Rolf denken. Die beiden Designer nahmen für die extravaganten Designs alte Kleider auseinander und setzten diese neu zusammen, mit dabei waren sogar Modelle aus den 40er-Jahren. Der Titel der Kollektion: Boulevard of Broken Dreams.

Valentino

Valentino gehört immer zu meinen Highlights der Fashion Week – ob Haute Couture oder Prêt-a-porter ist mir dabei fast schon egal. Denn Pierpaolo Piccioli trifft mit seinen fließenden langen Abendkleidern immer genau in mein Mädchenherz und schon beginne ich von Bällen, Filmverleihungen und märchenhaften Ereignissen zu träumen. Die Entwürfe der neuen Kollektion waren jedoch weitaus weniger verspielt, als man es von dem italienischen Label gewohnt ist. Klare Formen, präzise Plisseefalten und zurückgenommene Farben (bis auf das knallpinke Kleid) ließen die neue Valentino-Frau erwachsener wirken. Die schönsten Details waren die flatternden Applikationen, Blumen in 3D-Optik und zarte Lamé-Fäden, die in die Kleider eingearbeitet wurden. Spätestens an dieser Stelle muss man einmal die Näherinnen in den Ateliers erwähnen, die wirklich unglaubliches vollbringen. Danke!

Fotos via vogue.com

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

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3 Antworten auf „Die Highlights der Pariser Couture Woche: Chanel, Valentino, Elie Saab und Co.“

Die Kollektion von Schiaparelli ist toll! <3
Ich habe vor ein paar Jahren meine Bachelorarbeit in Kunstgeschichte über Elsa Schiaparelli geschrieben und anschließend einige Teile ihrer Kollektionen im Victoria & Albert Museum in London bewundern dürfen. Ich saß gefühlt eine Ewigkeit vor den Vitrinen. Es war so schön und irgendwie ergreifend! Ich freue mich daher, dass die Marke neu belebt wurde. <3

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.