Die Perlen der Pariser Haute-Couture-Woche: Valentino, Schiaparelli, Givenchy & mehr

Pünktlich zur Berliner Fashion Week mussten wir parallel nach Paris schielen. Der Grund? Die Haute-Couture-Schauen. Dior, Chanel, Valentino & Co. liefern uns einmal mehr den Beweis, dass Mode Kunstwerke hervorbringen kann und zum Träumen einlädt.

Die Schauen von Dior und Chanel haben wir bereits in unseren LiebLinks vorgestellt. Glücklicherweise gibt es aber noch viel mehr Labels, die uns mit ihren Kollektionen ins Staunen versetzen. Während Elie Saab und Valentino gewohnt schön waren, haben andere Labels wie Maison Margiela oder Schiaparelli viel mehr Assoziationen zu Fantasiewesen oder Social Media hervorgebracht.

Werfen wir also einen Blick in die Hauptstadt der Mode und verabschieden uns zumindest für ein paar Minütchen von der Alltagstauglichkeit …

VALENTINO

Seitdem Maria Grazia Chiuri, die gemeinsam mit Pierpaolo Piccioli über viele Jahre das Designduo hinter Valentino bildete, zu Dior wechselte, wird darüber diskutiert, wer wohl der stärkere und kreativere im Team gewesen sei. Einige hatten nur darauf gewartet, dass einer von beiden scheitert. Und nach dem Debüt von Chiuri für Dior schien es sogar eine Zeit lang so, als wäre sie die bessere Hälfte gewesen. Am Ende stellt sich in meinen Augen aber heraus, dass beide gleich stark sind und ihr Modehaus erfolgreich leiten.

Denn als ich mir soeben die Bilder der Haute-Couture-Kollektion von Valentino ansah, fiel mir fast die Kinnlade runter. Die Kleider von Piccioli sind so so schön. Suzy Menkes, DIE Modekritikerin schlechthin, postete gleich mehrere Bilder von der Show und schrieb darunter: „The beauty of real Couture“ und „Pierpaolo of Valentino. The man of the moment in Paris haute couture“.

Piciolli beschrieb seine Kollektion so: “Renaissance meets Versailles meets ’60s whatever – but the truth is far more fabulous: It’s not a set of references, but a dream of a dress, which is what couture should be, frankly.“ {Vogue Runway}

Die Models schwebten in mit Federn verzierten Kleidern, imposanten Chiffonroben oder üppig bestickten, transparenten Kleidern über den Laufsteg. Von knalligen Farben bis hin zu sanften Pastelltönen war alles dabei. Mein Highlight? Kaia Gerber mit krasser Fönfrisur in der rosa Robe!

Und übrigens: Ja, das sind alles echte Blumen auf den Köpfen der Models.

GIAMBATTISTA VALLI

Giambattista Valli und Haute Couture ist wie ein Sommer ohne Sonne – ohne gehts nicht! Auf das italienische Modehaus ist einfach Verlass. Wie immer können wir bei Valli die üblichen Walle-Walle-Zuckerwatte-Prinzessinnenkleider sehen, mit denen all unsere Märchenträume und Fantasien in Erfüllung gehen. Aber auch das schwarze Satin-Ensemble aus Hose und Bustier mit Schleife hat es uns schwer angetan …

MAISON MARGIELA

Haute Couture ist häufig schön, verspielt, extravagant. Man klickt sich durch die Bilder und kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus – und das ist auch gut so! Doch genauso mag ich es, wenn eine Kollektion dann völlig rausfällt, freakig und experimentell ist. So wie die Couture-Kollektion von Maison Margiela.

John Galliano schafft es, Margielas Handschrift durch abstrakte und verrückte aber auch futuristische Entwürfe, viel Kunstfertigkeit und vor allem Humor weiterzuführen. So auch in dieser Kollektion: Darunter zum Beispiel ein Schuh, das im Set mit einer Handy-Halterungen getragen wird. So kann man jeden Schritt für Social Media festhalten. Aber auch die Idee, eine „Virtual Reality“-Brille zu einem Accessoire zu verwandeln, ist nicht übel. Dazu flogen während der Show kleine Drohnen über den Gästen, um die Looks aufzunehmen. So viel zum Thema Mode im digitalen Zeitalter.

ELIE SAAB

Ebenfalls fester Bestandteil ist Elie Saab. Pure Schönheit beschreibt wohl am besten, was der libanesische Designer  auf den Laufsteg schickte: Feminine Silhouetten mit schmalen Taillen und fließenden Röcken, die auch aus einem Märchen entsprungen sein könnten. Der glitzernde Seidentüll schimmerte transparent und war üppig verziert – dazu tolle 3D-Konstruktionen, die das Dekolleté und Gesicht umrandet haben.

GIVENCHY

Nach der Überraschung, das Hochzeitskleid für Meghan Markle entwerfen zu dürfen, präsentiert die britische Designerin Clare Waight Keller ihre neueste Haute-Couture-Kollektion – und diese war eine wundervolle Hommage an den kürzlich verstorbenen Designer Hubert de Givenchy, dem Gründer des Modehauses. “Having met him, and the fact that he passed three months ago, he felt very present in my mind; his legacy felt like something that needed to be celebrated. Everybody knows his work with Audrey. But less so the capes, the peekaboos, the architecture, the flou … It was a wonderful trip for me to discover it and reinterpret it my way”, sagte Waight Keller zu der Kollektion {Vogue Runway}.

Seide, fließende lange Röcke zu markant geschnittenen Capes, fein drapierte Roben aus Seide sowie Mantel-Hose-Kombinationen – vieles funkelnd und glitzernd – schwebten förmlich über den Laufsteg. Cool waren auch die silbernen Metallic-Helme. Die wären doch was für Meghan Markle. Schließlich trägt man Hüte nirgends so gern wie in der britischen Königsfamilie …

SCHIAPARELLI

Auch dieses Jahr präsentierte Bertrand Guyon für Schiaparelli wieder eine umwerfende Kollektion. Surrealismus, Pflanzen und Tiere waren das Thema: Mal erkennt man einen pinken Schmetterling in einem Look, mal einen schwarz-weißen Shi Tzu und mal ist das Gesicht des Models mit Blumen verhüllt – jeder Look ist ein Statement.

Die Models trugen große Masken: Es gab Hasenohren, eine Leopard-Maske und sogar einen ganzen Flamingo-Look. Die spektakulären Kopfbedeckungen sind in Zusammenarbeit mit dem Londoner Hutmacher Stephen Jones entstanden sind.

Die Kollektion war inspiriert von Elsa Schiaparellis Lieblingstieren. Die italienische Designerin hatte das Modehaus vor knapp 100 Jahren (1927) gegründet. Als Hommage an Elsa nannte Bertrand Guyon die Kollektion liebevoll „Schiaparelli Animalia Fantasia“. Eine meiner persönlichen Lieblingskollektionen der Haute-Couture-Woche!

Alle Bilder via Vogue Runway

TEXT: Alexandra Kutek

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