„Jedes Mal wenn du für dich selbst stark bist, machst du dich automatisch für alle Frauen stark.“ – Im Interview mit Kaddie und Helena Rothe von Goalgirls

Emanzipation und Feminismus sind in aller Munde, doch an der Umsetzung und der Selbstverständlichkeit hapert es immer noch. Besonders im Berufsleben. Zu oft werden eher die Ellenbogen ausgefahren, anstatt eine helfende Hand zu reichen – und das nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen. Wer Karriere machen will, muss einiges einstecken, aber auch austeilen können und wollen.

Fragen von Alexandra Kutek

Einleitung von Kira Rosenkranz

Bilder via PR

Umso besser, dass auch hier immer mehr ein Umdenken stattfindet. Sich wandelnde Unternehmensstrukturen, Frauen in Führungspositionen und mehr Zusammenhalt unter Kollegen: Besonders junge UnternehmerInnen gründen neue Firmen, die den konservativen Werten der vergangenen Jahrzehnte entfliehen. So auch Goalgirls. Die Schwestern Kaddie und Helena Rothe gründeten die co-creageny 2017, nachdem sie in den starren Strukturen der Agentur-Landschaft keinen Platz für sich und ihre innovativen Ideen fanden. Bei dem Berliner Start-Up steht das gemeinsame Erreichen der Ziele an erster Stelle. Im Interview verraten die beiden Gründerinnen, was Goalgirls ausmacht, warum sie in ihrer co-creagency Rebelles ausschließlich Frauen aufnehmen und geben Tipps, wie man als Newcomer mit seiner Idee durchstarten kann.

Hallo ihr beiden, freut mich, euch kennenzulernen! Erzählt mal, wie seid ihr auf die Idee gekommen, Goalgirls zu gründen?

Helena:

Wir freuen uns auch sehr, denn wir sind natürlich große Fans von Journelles. Es freut uns, dass euch unsere Geschichte interessiert. Solche Momente sind nach wie vor etwas surreal.

Kaddie:

Ehrlich gesagt ist das, was Goalgirls heute ist, nie eine „Idee“ gewesen, sondern vielmehr die logische Konsequenz aus jedem Schritt, den wir als Gründerinnen gewagt haben. Es gab nie eine fertige, perfekte Idee und nie einen Business Plan. Wir machen schon immer das, was sich richtig anfühlt und müssen oft reagieren, wenn etwas nicht so klappt, wie wir uns es vorstellen.

Helena:

Dass wir beide als Schwestern etwas gründen werden, war uns schon bewusst, als wir zwei kleine Mädchen waren. Kaddie hat bunte Bilder gemalt und ich hab versuch sie zu verticken. Ziemlich ähnlich zum heutigen Geschäftsmodell.

Kaddie:

Uns war schon immer klar, dass das, was wir gründen, im Namen von Frauen geschehen würde. Als erstes waren wir ein Event Konzept (das hieß Concept Kitchen Club), dann waren wir eine kleine Agentur bestehend aus acht Powerfrauen – ich wollte aber nie eine Agentur haben, deswegen haben wir das Modell auf den Kopf gestellt. Wenn Agentur, dann anders. So wurde aus Goalgirls die co-creagency.

Was genau steckt hinter eurer Agentur?

Kaddie:

Als Kreativagentur haben wir für unsere Kampagnen einen sehr aktivistischen Ansatz. Bekannt sind wir für unsere Experiential Marketing Kampagnen. Vor allem aber auch dafür, dass unsere Kampagnen wie Bewegungen funktionieren. Gemeinsam mit Brands erarbeiten wir Konzepte, die Wichtigeres bewegen als ihr Produkt.

Helena:

Hinter unserer Agentur steckt die große Motivation mit Purpose zu arbeiten. In der co-creagency Rebelle ist der Purpose „Female Empowerment“ – an diesem Ort bringen wir eine große Community kreativer Frauen zusammen, die für Projekte und Kampagnen kollaborieren. In der holakratischen Struktur, müssen sie sich die Projekte und Kampagnen greifen, an denen sie arbeiten wollen.

Kaddie:

Brands fragen nach einem Pitch – ganz klassisch – aber so funktioniert das bei uns nicht. Wir bitten das Brand vorbeizukommen, um selbst an seinem Pitch zu arbeiten. Wir nennen das Ganze „Ideation Sprint“ – daraufhin bildet sich ein Team aus der Community, dass das Projekt umsetzt.

Eine Agentur war eigentlich nie geplant. Der erste Gedanke war ein eigenes Restaurant mit Foodsharing-Konzept.

Helena:

Genau! Unser erstes Projekt war „Concept Kitchen Club“ – eine Family Style Dinnerparty, die an einen guten Zweck gespendet hat. Wir haben dort Künstler, Musiker und wilde Konzepte zusammengebracht. Wir hatten das Concept Kitchen Club „Astro Café“ bei dem Tarotkarten gelegt wurden und Dark Magic praktiziert wurde. Das war total cool!

Kaddie:

Ganz schnell haben wir gemerkt, dass Brands das für sich spannend fanden. Offline als Partner an der Experience teilzuhaben. Experiential Marketing mit Social Media zu verknüpfen war zu der Zeit noch nicht so ein großes Ding und so haben wir es zu einem gemacht. Wir haben dann schnell gemerkt, dass wir Events und Experiences für Marken direkt konzipieren können. So war der erste Schritt eine Eventagentur.

Ich nehmen mal an: Viele können sich nicht wirklich etwas unter eurer Agentur vorstellen. Was genau macht ihr?

Kaddie:

Wir sind in der co-creagency komplett interdisziplinär aufgestellt. Als Goalgirls waren wir zuerst in unserer Expertise sehr beschränkt und konnten uns vorerst nur auf Experiential Marketing fokussieren. Mittlerweile machen wir wirklich alles – von Videoproduktionen (wie die #detoxdenim Kampagne für Armedangels bis hin zu OOH-Werbung, wie für Bumble). Nur wichtig: die Marken, mit denen wir arbeiten, müssen unseren Werten entsprechen. Mittlerweile können wir da sehr selektiv sein!

Warum nur Frauen? Heißt es, ein Mann hätte keine Chance in eurem Unternehmen?

Kaddie:

Ganz und gar nicht! Natürlich ist unser Ursprung bei Goalgirls der Purpose „Female Empowerment“ – hier bleibt es bei einer Female-Only Community. Das heißt dann die co-creagency Rebelles. Wir haben aber eine zweite Community, die heißt „Brand New Love“ – da sind Männer dabei. Und auch alle anderen Geschlechter. Dort geht es um das ganze, bunte Spektrum von Liebe.

Hier geht es um Projekte, die das Konzept der Liebe in das 21. Jahrhundert bringen. Neue Familienkonstrukte und neue Traditionen. Das Konzept „Familie“ ist für das Marketing super wichtig – in vielerlei Hinsicht aber in der Form nicht mehr lange relevant.

Helena:

Das Modell der co-creagency basiert auf einem gemeinsamen Purpose – unser Ziel ist es, ganz viele kreative Communities zu gründen mit ganz unterschiedlichen Purposes.

Kaddie:

Das wird besonders im nächsten Jahr der Fokus sein. Unsere agile Arbeitsweise erlaubt uns auch, weitere Pop-Ups in weiteren Städten zu eröffnen.

In eurer co-creagency Rebelles seid ihr aber nur Frauen – der große Vorteil sei der emotionale Zusammenhalt, heißt es in einem Artikel über euch. Inwiefern?

Kaddie:

Wir nennen es „Radical Vulnerability“ in unserer Kultur. Uns ist es wichtig, dass in diesem non-hierarchischen Ökosystem eine Atmosphäre zu schaffen, in der ein großes Herz wichtiger als Ellenbogen sind. Unsere Verletzlichkeit macht uns stark und man kann gemeinsam viel größere Schritte machen. Da ist es wichtig, dass man sich gegenseitig abholt. Und auch mal zugibt, wenn man einen schlechten Tag hat.

Helena:

Oder am PMSen ist und an diesem Tag nun wirklich nicht am großen Pitch arbeiten sollte. Bei uns hält man zusammen und wird deshalb nicht als schwächer gesehen.

In einem Interview sagt ihr, Männer pushen sich in Sachen Karriere eher gegenseitig, Frauen hätte eine besondere Art von Ehrgeiz und würden viel mit sich selbst ausmachen. Wie ist das gemeint?

Helena:

Tatsächlich sind wir fast so erzogen worden. Denn wir kennen es ja gar nicht anders: Es gibt wenig Frauen oben an der Spitze, im Management, in Board Rooms. Deshalb ist jede Frau auf dem Weg dorthin eher Konkurrenz. Das kennt man ja schon aus Schulzeiten: Es gibt bei Romeo und Julia eben nur die eine coole Frauenrolle: Julia. Oder schaut man auf die Filme, mit denen ich aufgewachsen bin: Meistens gibt es auch das eine beliebte Mädchen an der Highschool. Da es nicht so viel Platz für Frauen im Boardroom gibt, stoßen wir die Ellenbogen raus. Das ist natürlich kontraproduktiv, denn wenn wir einander mit an die Spitze ziehen, nehmen wir gemeinsam viel mehr Platz ein. In der Frauenbewegung finde ich daher das Konzept „Rolemodel“ schwierig – wir sind in der Menge stark.

Und wie können wir das ändern? Auch: Wie kann ich bei mir persönlich anfangen?

Kaddie:

Wir sollten es uns zur Mission machen, die Frauen um uns herum zu hypen und zu empowern. Empowerment bedeutet nicht, dass sie ein Anspruchsrecht auf Karrierechancen haben, nur weil sie eine Frau sind. Es bedeutet vielmehr, ihnen die Freiheit zu geben, sie selbst zu sein. Sich nicht unter Wert zu verkaufen. Die Regeln neu zu schreiben.

Wie du bei dir persönlich anfangen kannst? Jedes Mal wenn du für dich selbst stark bist, machst du dich automatisch für alle Frauen stark. Deswegen tu das so oft wie möglich.

Welchen Ratschlag würdet ihr jungen Frauen, die eine steile Karriere planen, mit auf den Weg geben?

Kaddie:

Oft wollen wir Frauen alles immer direkt richtig machen. Es soll perfekt von Anfang an sein. Dabei ist es viel wichtiger, erst einmal anzufangen. Als wir mit Concept Kitchen Club anfingen, war mir klar, dass ein Eventkonzept irgendwann langweilig für mich wäre. Aber man muss Erfahrungen sammeln und lernen. „Bold and imperfect Moves towards your Goals“, sagen wir immer. Wenn etwas schief geht, kann man immer noch „PLOT TWIST!“ schreien und die Richtung ändern. Wir hatten nie einen konkreten Plan und wer weiß, in was sich Goalgirls als nächstes verwandelt.

Also einfach machen! Wofür brennst du? Dann zünde deine Fackel damit an und auch die der Frau neben dir und gemeinsam macht ihr Licht.

Gehen wir ein paar Schritte zurück: Was habt ihr ursprünglich gelernt?

Helena:

Ich habe International Business in Holland studiert. Außer ein paar Nebenjobs, habe ich nicht wirklich Arbeitserfahrung gesammelt. Ich wollte schon immer mein eigenes Ding machen und wusste, dass Kaddie und mir etwas einfallen würde. Ich bin ein Organisationstalent und ein echter Fuchs – Dinge im Detail zu planen und die Budgets zusammenzuhalten sind meine Stärke.

Kaddie:

Ich habe interdisziplinäres Design an der renommierten Goldsmiths in London studiert. Interessant ist, dass die co-creagency viel vom System der Goldsmiths in ihrer DNA hat. Von der Uni kamen damals viele der YBA’s wie Damien Hirst oder Tracey Emin. Wir waren 65 unterschiedliche Kreative, die an ganz unterschiedlichen Projekten gearbeitet haben. Ich zum Beispiel habe in der Nanotechnologie gearbeitet, mit einem Wissenschaftler haben wir aus Kohle einen Burger gemacht. Man gestaltet für die Zukunft nicht für den Status Quo.

Danach hatte ich einen Kulturschock als ich in einer traditionellen Kreativagentur gearbeitet habe. Ich habe relativ schnell realisiert, dass diese hierarchische Struktur mir gar nicht passt. Ich bin dann für ein paar Jahre in die Gastronomie geflüchtet und habe im Soho House als Eventmanagerin gearbeitet.

Ihr seid beide noch sehr jung, da kommt die Frage auf: Wart ihr gut vorbereitet, was euch erwarten würde?

Kaddie:

Ich bin jemand, der sein Selbstwertgefühl schon immer aus der Arbeit geschöpft hat. Ich kann mich nicht daran erinnern, mal nicht gearbeitet zu haben. Deshalb beflügelt es mich total, an etwas zu arbeiten, was komplett meins ist. Ich erkenne so viel von mir selbst in Goalgirls und in der co-creagency wieder. Vorbereitet waren wir auf absolut gar nichts. Aber das muss man auch nicht sein. Es ist wichtig für das zu brennen, was man tut. Denn es tut manchmal echt ganz schön weh.

Helena:

Für mich ist das Ganze natürlich die größte Herausforderung. Ich versuche die ganze Zeit, das Fundament zu Kaddies riesigen Visionen zu bauen. Aber wir vertrauen uns gegenseitig und sind als Team sehr stark. Durch gute und schlechte Zeiten.

Werdet ihr von älteren Geschäftspartner*Innen ernst genommen?

Helena:

Ach, das kommt ganz drauf an. Generell vermeiden wir Geschäftspartner, die uns nicht auf Augenhöhe begegnen. Es ist einer der Grundsätze unserer Agentur, dass man einander ernst nimmt.

Kaddie:

Es kommt natürlich oft vor, dass unser Konzept in Frage gestellt wird. Wir durchschlagen ja sämtliche altbewehrte Systeme: das Patriarchat, das Modell „Agentur“ und auch unsere Kampagnen ecken an. Aber wenn die Richtigen unsere neuen Ansätze belächeln oder sich davon angegriffen fühlen, dann bedeutet es nur, dass wir das Richtige tun.

Wie schwer war der Weg zum eigenen Unternehmen? Und wie sah der Business Plan aus?

Helena:

Den Business Plan gab es nicht so wirklich – nur für die co-creagency haben wir mal einen geschrieben, weil wir einen großen Büroraum mieten wollten und dafür natürlich als Neugründung sowas vorlegen mussten. Es hat sich aber als total obsolet und als Zeitverschwendung herausgestellt, denn auf dem Weg ändert sich so viel. Wir haben ein bisschen gehofft, dass die co-creagency etwas weniger Arbeit werden würde, einfach weil wir mehr Kreative an einem Ort verteilen. Pustekuchen! Wir haben völlig unterschätzt, wie schwer es ist, eine so revolutionäre Firmenkultur aufzubauen. Dass diese Fragilität und Verletzlichkeit aber Teil davon ist, hilft uns, schnell neue Ideen einzubringen und umzusetzen. Alle wissen, dass sie Teil dieser Beta-Company sind.

Kaddie:

Der Weg war schwer, aber er ist es so wert. Am Anfang war die Angst groß, wenn das Geld mal knapp war. Mittlerweile sind wir an die Fluktuationen gewöhnt und kommen aus jeder Krise stärker raus.

Wovor hattet ihr am meisten Angst, als ihr euch selbstständig gemacht habt?

Helena:

Ich bin jemand, der sich immer Sorgen macht. Aber wirklich Angst vor der Selbstständigkeit hatte ich nicht. Vielleicht auch, weil ich nicht allein war. Und weil es keinen präzisen Plan gab mit Zielen, die Zahlen waren. Es gibt keinen Investor und keine Verbindlichkeiten.

Kaddie:

Ich habe nie Angst. Ich bin ein absoluter Risikomensch. Das macht mich als CEO auch ganz schön gefährlich. Aber dafür ist ja Helena da. Die mich immer mal wieder auf den Boden holen muss.

Jetzt mal ganz detailliert: Was waren die ersten drei Schritte, die ihr mit eurem Start-up gemacht habt?

Kaddie:

Schritt Eins: Mission Statement! Goalgirls als Blog gegründet. Einen Blog übers Gründen gegründet. Social Media Storytelling begonnen.

Schritt Zwei: Ich habe beim „Meet and Pitch“ in der Factory einfach spontan ein Eventkonzept gepitched – Concept Kitchen Club. Die Zuschauer fuhren voll drauf ab, besonders über das „Sharing“ Element.

Schritt Drei: Einen Monat später das erste Event geplant – ein Christmas Dinner. Der Koch war David Suchy, der heute das Zero-Waste Restaurant Frea führt. Wir hatten Lizzy und Conny Opper als DJs. Einfach eine coole Mischung aus Menschen, die zusammen kamen.

Verratet uns doch mal: Was sind eure Tipps, wenn man als Newcomer mit seinem Unternehmen durchstarten möchte?

Helena:

Tipp #1: Finde einen Partner in Crime, der dein Gegenstück ist, man braucht den Pragmatiker und den Visionär.

Kaddie:

Tipp #2: Gewagte und unperfekte Schritte auf die Ziele hinzu – egal wie groß der Schritt ist, er sollte immer im Namen der großen Vision geschehen

Tipp #3: Mehr Herz weniger Ellenbogen – wir müssen selbst als Pioniere für neue Unternehmen agieren und nicht die toxischen alten Firmenkulturen wiederholen.

Woran krankt die deutsche Marketingbranche eurer Meinung nach?

Kaddie:

Es fehlt an Diversität. Sexismus bekommt noch immer eine Plattform. Das liegt auch ein bisschen an der traditionellen Rollenverteilung, die viele Deutsche noch schätzen.

Auf welche Projekte seid ihr besonders stolz?

Kaddie:

Das ist eine total schwere Frage, weil sie alle so unterschiedlich sind. Für mich selbst war die letzte Kampagne für Armedangels eine der wichtigsten. Die #detoxarmy war ein so starkes Team und ich brenne für Kampagnen und Marken, hinter denen ich voll und ganz stehen kann.

Helena:

Meins ist das Milchcafé von Medela – ein Treffpunkt für Frauen, die Karriere und Familienplanung in Einklang bringen möchte. Initiiert vom Muttermilch-Pumpen-Weltmarktführer und mit einem Line Up von tollen Karrierefrauen, die in Café Hotspots in Berlin, Hamburg und München einen Raum zum Austausch geschaffen haben. Dabei gab es Boobie Smoothies und Lactation Lattés. Ich liebe es, wenn unsere Projekte es schaffen, an der Grenze zwischen massentauglich und provokativ zu landen.

Es gab auch die „Red-Tent“-Aktion. Dort habt ihr über Produkte und mögliche Praktiken informiert, bewerbt unter anderem Hersteller von Menstruationstassen und versucht den Konsumenten die Scham zu nehmen, über das Thema zu sprechen. Wieso schämen sich Frauen für Dinge wie Tampons, die Periode oder Menstruationstassen?

Kaddie:

Das Projekt war selbst initiiert und auch eines der wichtigsten unserer Karriere. Mit der Agentur waren wir schon immer auf der aktivistischen Seite, aber mit einem Projekt so viel bewirken zu können, hätten wir uns nie erträumt. Danach war die Zielsetzung, mehr aktivistische Kampagnen zu machen, wirklich klar. Ich glaube seitdem wir das „Red Tent“ 2018 das erste Mal aufgebaut haben, hat sich in der Perioden-Revolution schon viel bewegt.

Helena:

Ich verstehe bis heute nicht, warum Frauen sich für ihre Periode schämen. Wenn wir Meetings haben und einen „Radical Vulnerability Check-In“ machen, sind meistens die Hälfte der Anwesenden entweder Pre-Menstrual oder im Heavy Flow.

Warum ist das Thema Menstruation für euch so spannend?

Kaddie:

Es ist weniger die Menstruation an sich als der Zyklus, der uns gesellschaftlich interessiert. Unsere Hormone haben eine wahnsinnige Auswirkung auf unsere Befindlichkeit und auch unseren Körper. Es ist ein super spannendes Thema!

Helena:

Die Hälfte der Weltbevölkerung durchlebt diesen Zyklus und trotzdem wird er für die Gestaltung unseres Arbeitslebens als irrelevant wahrgenommen. Oder noch besser: Als etwas, dass bitte sehr verschwiegen wird.

Welche Pläne habt ihr noch mit Goalgirls?

Kaddie:

Nächstes Jahr werden weitere co-creagencies gegründet! Unsere Community wächst und wächst und wir entwickeln neue Kampagnenformate und auch Formate im Bereich New Work, die für unsere Entwicklung spannend werden.

Zum Beispiel haben wir einen „Stock Market for Good“ für Social Impact Projekte erfunden – wir wollen den Firmenprofit auszahlen an die Goalgirls, die an sozialen Projekten mit NGOs oder an Projekten für die Community arbeiten. Das Ganze ist gerade noch ganz komplex, aber eine wahnsinnig coole Idee für die Zukunft.

Helena:

Auch wird unser Recruitment gerade neu erfunden – wir wollen ganz neue Berufsbezeichnungen erfinden, unter denen es „Smart Creatives“ leichter fällt, ihre Projekte zu greifen.

Kaddie:

Und wenn alles schief geht, dann machen wir eben doch ein Restaurant auf.

Vielen lieben Dank für das spannende Interview, ihr beiden!

Kommentare

  1. Die Antworten sind leider sehr schwer lesbar, wenn man nicht aus der Branche kommt. Warum wird ständig zwischen deutschen und englischen Begriffen hin und her gesprungen? Das wirkt für Aussenstehende sehr seltsam.

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