Gesprächsstoff: Überangebot Mode – Was inspiriert uns noch?

Wie konsumiert ihr Mode? Wer sich Tag ein Tag aus mit Mode auseinander setzt, gerät irgendwann in einen Strudel, der langweilen kann. Oft frage ich mich: Was inspiriert mich eigentlich noch? Mit der Demokratisierung der Mode, dem direkten Zugang zu ihr, dem Antizyklus und dem ständigen „6 Monate im Voraus sein“ verfliegt der Zauber schneller als man gucken kann. Zwar schaue ich mir gerne Streetstyle-Fotos an, aber besonders in Mailand fiel mir die zwanghafte Maskerade auf. Jedes Foto wird überflogen, nichts regt mehr an, kein Twist, kein Fehler, der sympathisch machen könnte, ist zu finden. Die Looks werden runtergespielt, sind hübsch aber identitätslos.

Im heutigen Gesprächsstoff soll es gar nicht nur um die Daseinsberechtigung von Streetstyle gehen (das haben wir ja schon diskutiert). Vielmehr geht es um fehlende Begeisterung im Überangebot: Befinde nur ich mich in einer momentanen Krise, wenn ich gar nicht mehr weiss, was ich als Konsument eigentlich möchte oder wie ich mich mit Mode auseinander setze? Vielleicht ist es als Modeautorin auch schlichtweg eine Blase, in der man lebt. Und draussen, in der echten Welt, sieht es wieder ganz anders aus. Lasst mich wissen, was ihr denkt!

Alexa: Früher habe ich die Streetstyles von The Sartorialist und Tommy Ton in Ordnern auf meinem Desktop abgespeichert und viele Outfits nachgestylt. Durch diesen Input bekam ich Lust meinen Blog Alexa Peng zu machen. Und heute? Mir ist egal, wenn Anna Dello Russo eine Kirsche auf dem Kopf trägt. Als negativ empfand ich sogar das Foto von Michelle Harper mit durchsichtigem Top. Auch Mode-Zeitschriften interessieren mich nicht mehr, bis auf ganz wenige Ausnahmen ärgere ich mich über die 6 oder 10 Euro, die ich dafür ausgegeben habe. Jetzt gucke ich auf Instagram und lese ein paar Blogs. Früher waren Mode und Stil-Ikonen geheimnisvoll und exklusiv, heute kann jeder Trends bestimmen und im Internet ein Star werden. Ich denke viel öfter „Das will ich auch haben“ als „Oh mein Gott, wie schön“. In Kopenhagen habe ich in einem Coffeetable Book über die Arbeit von Alexander McQueen geschmökert – DAS fand ich mega inspirierend. Und in meiner Heimatstadt Bonn habe ich einem Geschäft gelauscht, wie die Verkäuferin einer Kundin versucht hat zu erklären, was der Acne Pistol Boot ist und warum der über 400 Euro kosten darf – die Frau hat es nicht verstanden. Ich stand daneben und dachte: Krass, dieser Frau ist es schnurz, was Acne für ein Label ist und was dieser Schuh „bedeutet“ – die findet den Preis einfach unverschämt und kauft die Schuhe nicht. Ich denke oft gar nicht mehr nach, sondern kaufe.

Hanna: Da ich ich mich defintiv mehr mit dem Thema Beauty auseinander setze, fühle ich keine Reizüberflutung in Sachen Mode. Ich hatte früher immer ein schreckliches Gefühl der Überforderung, gerade wenn die neue Saisonware in die Läden kam und man dann wirklich davor stand. Heute schlendere ich selbst da easy mit einem „steht mir nicht, weiß ich“ oder einem „das wär was“ durch. Ich bin da mehr bei mir, weniger bei fiktiven Bildern wie ich gerne wäre. Inspiration finde ich wiederum da, wo mir auch Ideen für meine Beauty-Stories einfallen: überall. Ich schaue mir noch immer gute Streetstyle-Bilder an, finde es da allerdings sehr sehr schade, dass vieles ein Einheitsbrei geworden ist. Das empfinde ich auch als Krise die nicht beflügelt und einem nur 100fach Marken und it-pieces aufzeigt. Gute Magazine, Filme oder zum Beispiel auch mal ein Spaziergang bringen mich immer wieder auf Ideen und bestärken mich nur in meinem Stil – ich wähle immer spontan und wenn es aus dem Bauch raus ist, passt es 100% zu mir. Diese ganz konkrete Wahl rettet mich immer wieder vor dem Untergang eines Überangebots.

Ich merke übrigens immer wieder, wenn ich andere Mädels, Blogger oder Redakteurinnen treffe, die auch so viel mit Mode zu tun haben, dass ich immer noch viel echten Spaß und Freude an dem Thema habe, als die Damen, die sich den ganzen Tag mit Mode umgeben. Ein kleiner Vorteil, den ich meinem Beauty-Fokus zuschreiben darf.

Kerstin: Mein kompletter Tag dreht sich ja von Berufswegen um das Thema Mode. Überforderung kenne ich demnach nicht, da es ja mein Job als Einkäuferin ist, den Durchblick zu behalten. Ich lasse mich jede Saison wieder neu überraschen und habe deshalb auch jede Saison wieder neu Spaß und Neugier auf die neuen Kollektionen. Langeweile kenne ich hier nicht, da ich durch die Showrooms laufe und immer wieder eine neue Kollektion entdecke, die mich packt. Den Designern, die mich langweilen, schenke ich keine Beachtung und suche nach denen, die mich träumen lassen. Aber ich kann verstehen, dass derjenige, der nur die Kollektionen im Laden hängen sieht, manchmal gelangweilt ist, da in vielen Läden eben nicht die Traumteile hängen, sondern eher die ‚Nummer-Sicher-Stücke‘. Das nervt. Deshalb achte ich darauf, immer wieder neue, inspirierende Designer zu entdecken. Dass der Streetstyle ödet, kann ich gut verstehen. Oft wirkt alles so angestrengt und man bemerkt oft, dass alles nur Promotion ist und kein eigener Stil dahintersteckt. Viele Modemagazine beten den immer gleichen Kram herunter und wirken eher wie ein Katalog, weniger als Inspirationsquelle. Ich würde mich freuen, wenn wieder mehr Charakter in den Streetstyles zu spüren wäre. Das würde funktionieren, wenn die Frontrow nicht immer nur Komplettlooks der Designer tragen würde, die sie gesponsert bekommen, sondern sich eben mehr Gedanken um die Mixtur machen würde. Dann würde es auch wieder Spaß machen, man könnte als ‚Endkonsument‘ (ja, schreckliches Wort) wieder nachstylen und träumen.

Julia: Bei den Streetstyles geht es mir wie euch. Nackte Füße im Februar, durchsichtige Tops und Jacken, die zuufällig die Schulter herunter rutschen um das Darunter zu zeigen. Frostbeulen sind da garantiert, werden aber für’s Foto gerne in Kauf genommen. Das kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Für mich bedeutet Stil auch, sich dem Wetter und Anlass entsprechend zu kleiden und dabei toll auszusehen. Das geht doch nicht nur im kurzen Kleid und auf hohen Hacken! Mir fehlt die Authentizität. Man kann das weder ernst nehmen und zu seinen Stilikonen herauf schauen, noch gibt es gute Vorbilder, mit denen man sich direkt identifizieren kann. Ich denke, das geht eigentlich auch anders.

Was den (digitalen) Konsum von Mode angeht, habe ich einen unstillbaren Durst. Während den Fashion Weeks klicke ich mich durch alle Kollektionen auf style.com und verschlinge alles was mir auf den Bildschirm kommt. Dabei merke ich, dass ich dadurch die aktuellen Dinge, die in den Läden hängen, schon als „alt“ wahrnehme. Was natürlich absurd ist und trotzdem interessiert mich immer nur das Neueste. Ähnlich ist es mit Editorials. Zu oft erzählen diese weniger eine Geschichte oder inspirieren durch ihre Bildsprache. Vielmehr zielen sie unmittelbar auf das Bewerben der abgebildeten Artikel. Wenn ich diese dann bereits seit mehreren Monaten „kenne“, langweilt mich das. Daher würde ich mir wünschen, dass auf eine gewisse Art spielerischer und neu mit den Kollektionen umgegangen wird – von Seiten der Moderedaktionen. Was mich wirklich inspiriert, sind neben der endlosen Bilderflut im Internet, vor allem Orte, an denen eine bestimmte Stimmung herrscht. Das kann ein Restaurant oder zum Beispiel Merci in Paris sein. Oder aber tolle Ausstellungen, zuletzt im LouisianaMuseum bei Kopenhagen. Ich finde je direkter die Inspiration – auch beim Street Style – auf einen einprasselt, desto leichter ist sie zu verdauen und damit auch schnell vergessen. Man muss nur „gefällt mir“ oder eben „gefällt mir nicht“ denken und kann sofort über ein Foto hinweggehen. Der Output bleibt dabei aus.

Jessie: Bin gerade in Paris mitten im Modezirkus; als wir die Diskussion gestartet haben, sass ich noch in Berlin. Und schwups, sieht die Welt schon wieder ein wenig anders aus! Reisen erweitern den Horizont, man kann viel mehr sehen und erleben, aus online wird offline Shopping, in Paris ist Mode an jeder Ecke spürbar. Aber auf positive Art und Weise, denn auch jenseits der Schauen leben die Menschen hier Mode ganz anders, als wir es tun. Am Sonntag haben wir uns das Geschehen bei der Show von Chloé angesehen. Die Kamera hielt ich zwar in der Hand, fotografiert habe ich aber niemanden. Es interessiert mich einfach nicht, weil es mich nicht inspiriert. In den Einkaufsvierteln oder im Marais dagegen könnte ich mir die Leute stundenlang ansehen: Echte Menschen, echte Styles, kein Verkleiden. Und vor allem fühle ich mich dort auch viel besser und nicht wie eine graue Maus inmitten von Paradiesvögeln.

Dass in den Läden die Kleider hängen, die wir vor einem halben Jahr auf den Laufstegen gesehen haben und uns eigentlich schon wieder „alt“ vorkommen, empfinde ich gerade sogar erfrischend. Ich bin froh zu sehen, wie die Kleider kombiniert werden, welche Items und Accessoires ich übersehen habe oder ein Teil nicht in jedem Blog oder Magazin abgebildet war. Man spürt hier endlich wieder, dass die Mode dann doch für den Konsumenten gemacht wurde.

Bei dem Überangebot gilt also nach wie vor: Fokussieren, auswählen, auf das Überangebot pfeifen und nicht in die Krise stürzen lassen. Mode soll ja Spaß machen und nicht deprimieren…

Alexa: Fokus finde ich gut und Mode nicht immer nur als Produkt, sondern Kultur begreifen. Die Dries van Noten Ausstellung würde ich so gerne sehen, ebenso die Karl Lagerfeld Austellung in Essen. Es schadet nie, sich mit angrenzenden Disziplinen der Mode zu beschäftigen und sei es so wie gerade aktuell Mode im Kino. American Hustle – sowohl der Look von Christian Bale als auch die Outfits von Jennifer Lawernce und Amy Adams haben mich mega inspiriert.

Jessie: Unterbewusste Inspiration, viel zu sehr unterschätzt. Vielleicht die schönste Form?

Und was denkt ihr???

 

 

Kommentare

  1. ich denke 1) Alexa hat definitiv zu viel Kohle, wenn sie gar nicht mehr darüber nachdenkt was sie konsumiert. Das finde ich ehrlich gesagt schon krass. Gerade weil hier immer mal wieder erwähnt wird, wie toll es doch ist seine Kleidung zu reduzieren und statt Massenwaren besser auf hochwertige AUSGEWÄHLTE Teile zu setzen… steht irgendwie ziemlich im Widerspruch zu „Ich denke oft gar nicht mehr nach, sondern kaufe.“… Wenn ich 400€ für Acne Boots ausgebe, würde ich sehr wohl darüber nachdenken. Natürlich schön für Alexa wenn man darüber so gar nicht nachzudenken braucht, das spricht ja auch für einen gewissen finanziellen Wohlstand. Dennoch scheint auch darin ja nicht die mega Erfüllung zu liegen, denn offensichtlich macht sie das xte paar Acne Treter für 400€ auch nicht glücklicher. Fazit: vorm Kauf doch mal besser drüber nachdenken.
    2) Julia – 1 Absatz – ich stimmer absolut zu. Es fehlt die Authentizität bei den immer gleichen Bildern. Und ohne Socken im Februar aber mit Socken im Sommer? Also bitte, was soll das? Das hat nichts mit Mode zu tun, sondern ist einfach nur affig.
    Dieser Trend, alles mit allem kombinieren zu dürfen und keinerlei Stil-Regeln mehr einzuhalten, verursacht vielleicht auch diese Reizüberflutung. Wenn alles erlaubt ist, scheint nichts mehr zu überraschen, weil alles irgendwie schon mal dagewesen ist. Puuhhh ganz schön viel Text!
    LG

    • Moment, moment – da steht ja nicht „immer“ sondern „oft“, wobei sich das eher auf ein T-Shirt oder Sweater als Acne Pistol Boots oder Chanel Taschen bezieht. Und richtig: Billigmode kaufen ich nicht, auch nix „made in China“. Trotzdem gebe auf jeden Fall zu viel Geld für Klamotten aus – Mode ist mein einziges Laster. Aber ich habe Besserung gelobt 😉

      • hclsaltaicd sagte am

        made in china ist nicht das gleiche wie made in bangladesh. „Made in“ ist sowieso ein schwieriges Thema, weil praktisch alle Produkte rund um den Globus geschickt werden. Made in EU hat nur bedingt Aussagekraft. Letztendlich sollte man einfach weniger konsumieren und in Stücke mit langer Nutzdauer investieren (d.h. Trend-resistent, gute Stoffe und Verarbeitung).

  2. Bärbel Bloemhof sagte am

    Mich inspiriert „journelle“ und die Kommentare , wie den von Lisa . Früher gab es 2 x im Jahr “ Neues vom Kleidermarkt “ im Fernsehen. Das war es ! Da finde ich die heutige Modezeit besser.

  3. Teresa sagte am

    Für mich gibt es da (mindestens) zwei verschiedene Ebenen: einerseits bin ich wirklich nahezu täglich hier auf Journelles, folge erstaunlich vielen modebezogenen Twitter-Accounts und interessiere mich am Montag nach den Oscars beinah (aber nur beinah!) ebenso für die Garderobe der Stars wie für die Gewinner…
    Andererseits lebe und kleide ich mich sehr in der „wirklichen Welt“ wie Jessie es so schön formuliert. Das bedeutet, dass ich primär in Jeans, Pulli über Tanktop, Schal und flachen Lederstiefeln anzutreffen bin und mir auch morgens kaum ausgiebige Gedanken über mein „Outfit“ mache ( weil es eben gar kein Outfit an sich ist, sondern „Klamotten halt“).
    Interessant wird es, find ich, da, wo etwas aus der Modeblase in die wirkliche Welt rüberschwappt. Wo ich plötzlich einen Mantel mit sehr geradem Schnitt viel cooler finde als den taillierten Klassiker. Wo ich spitze Ballerinas für den Sommer auf einmal eine super Idee finde obwohl ich doch eigentlich nur FlipFlops und Chucks an meine Sommerfüße lasse… Ich weiß gar nicht genau warum manche Trends, Schnitte, Farben und Formen den Sprung in mein Leben schaffen, aber sie tuns – und wahrscheinlich deshalb weil mich irgendwas – ein Blogeintrag, ein Foto in einer Zeitschrift oder ein Mädel auf der Straße dazu inspiriert haben.

    Ich kann also gar nicht genau sagen was mich inspiriert, ich kann nur sagen, dass die Mode-Informationsflut Spaß macht – sonst würde ich mich ihr digital nicht so aussetzen, und dass sie mich ab und an auch tatsächlich inspiriert und ich mich wie wild über irgendein neues Teil freue (diesen Winter z.B. über meine orangefarbene COS Beanie)!

    Thanks Journelles for ( occassionally) inspiring me!

  4. viennarightnow sagte am

    Ich wähle meine Kleidung nach den Prinzipien Material, Alltagstauglichkeit und Vielseitigkeit aus. Da fällt schon mal Einiges weg, zB Polyester, die Winter-Klamotte muss wirklich kältetauglich sein und reine Disco-Styles kauf ich auch nicht. Trotzdem möcht ich coole, stylische und bezahlbare Klamotten haben – und siehe da, auf einmal ist das Angebot gar nicht mehr so groß 😉

  5. Erst mal finde ich es super, wie ehrlich ihr euch in der Diskussion diesem Thema gestellt habt! Ich denke, dass Jessie mit der angesprochenen „Blase“, in der Blogger/Innen und in der Modebranche tätige Menschen möglicherweise leben, voll ins Schwarze getroffen hat – Mode ist toll, keine Frage, sie verschönert das Leben und macht Spaß, letztlich aber ist sie vollkommen irrelevant (außer, dass sie natürlich als Wirtschaftszweig vielen Leuten als Erwerbsquelle dient). Wenn ich über die Straße laufe, sehe ich, dass viele Menschen zwar durchaus Interesse an Mode haben, aber die meisten gehören wohl doch eher der Gruppe an, die keine 2000 Euro für eine Celine-Bag hinblättern würde(/könnte) – für die meisten ist es schlichtweg nicht wichtig, und das ist doch auch ganz beruhigend.
    Dass man Übersättigung empfinden kann, wenn man sich tagein, tagaus mit dem Thema Mode befasst, kann ich sehr gut nachempfinden. Selbst mir geht es schon so, dass ich ab und zu eine Modebloglesepause brauche, einfach, weil mich nichts mehr anmacht.
    Ich mag Mode und kaufe mir auch gern das eine oder andere Teil, aber mittlerweile ist es oft so, dass ich beim Kauf eher ein schlechtes Gewissen als Freude empfinde, da ich das neue Kleidungsstück ehrlicherweise eigentlich gar nicht brauche (ja, ja, ums brauchen geht’s eben nicht). Einzig ein unglaubliches ebay-Schnäppchen von neulich hat mich noch wirklich glücklich gemacht – etwas, was ich sehr lange gesucht habe, was es so im Handel nicht mehr gibt und das zu einem tollen Preis.
    Als Fazit habe ich für mich beschlossen, zu versuchen mir in den nächsten 6 Monaten keine neuen Klamotten mehr zu kaufen (außer ein Paar Sandalen, weil mein Paar vom letzten Jahr hin ist) – ein Test für mich, der lächerlicherweise auch eine Herausforderung sein wird. Aber ich freu mich drauf!

  6. Erst einmal: großes Lob an euch alle, ein(e) wirklich tolle(r) Artikel/Diskussion !!
    Das Allerwichtigste, was ich auch aus euren Antworten herauslesen konnte, ist doch, dass Mode ihrem „Konsumenten/Träger“ Spaß und Freude machen soll. Klar wollen wir uns in unserer Kleidung wohlfühlen, aber ist das „Verkleiden“, das „In-eine-andere-Rolle-schlüpfen“, nicht manchmal genau das, was Mode ausmacht ? Und was unsere unterschiedlichsten Tagesformen und Gefühlszustände am besten unterstreichen ? Ich habe im Bachelor und nun im Master „Kunstgeschichte“ in München studiert und nehme meine Inspiration immer beiläufig durch den tagtäglichen Überfluss von visuellen Reizen mit. Modezeitschriften, blogs etc. pp. lese ich SEHR gerne – doch bin ich der Meinung, dass mir gerade der stetige Rückblick in die Geschichte und in die verschiedenen Epochen noch am meisten „Zauber“ (#ZsaZsaZsu) und Mode-Inspiration schenkt. Da wären die fantastischen Roben von Mariano Fortuny, oder aber Abbildungen von den legendären Gartenfesten Paul Poirets. Und Museumsbesuche der alten Meister, Galeriebesuche mit zeitgenössischen Werken oder Reisen (Reisen, Reisen …) nach Rom, Istanbul, Paris, … schulen das Auge noch viel mehr: das Sehen ist es, was einem die Mode-Lust wohl nicht verderben kann. Sehr kann ich auch das Buch „Angezogen. Das Geheimnis der Mode“ von Barbara Vinken empfehlen /// super interessant und eine tolle kulturelle Auseinandersetzung mit dem Thema „Mode“. Mit den liebsten Grüßen, Julia* (ohhh-my-giulia.tumblr.com).

  7. hclsaltaicd sagte am

    Mich inspirieren Menschen aus den Medien und aus dem normalen Alltag, die ihren eigenen Stil haben und wirklich als eine komplette, eigene Person rüberkommen – nicht aufgesetzt oder trendy, nicht flashy. Ich mag vor allem Leute, die eine Art Uniform für sich selber entwickelt haben, der zu ihrem Lebensstil passt und absolut authentisch ist. Modetrends werden nicht beachtet, was aber nicht heißt, dass sie altmodisch aussehen. Sie picken sich einfach immer genau das raus, was zu ihnen passt, der Rest wird ignoriert. Und Funktionalität ist wichtiger als Form…
    Filme können auch sehr inspirierend sein, vor allem Alte, denn früher gab es diese Reizüberflutung nicht, sondern eben mehr „Uniformen“. Pinterest mag ich persönlich auch, aber da braucht man einen guten Filterblick, sonst wird’s zu viel.
    Reisen, wie Jessie es erwähnt hat, verändert mich auch jedes Mal ein bisschen. Aber gerade da passieren viele Fehlkäufe! Viele Dinge trägt man zu Hause dann eben doch nie wieder…
    Achja, und Frauenzeitschriften sind wirklich großer Mist und praktisch inhaltslos.

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