Gesprächsstoff: Was bringt Öko-Shaming wirklich?

Die Klima-Bewegung ist groß und wichtig, sie bringt aber auch gefährliches Halbwissen und krude Glaubensgrundsätze hervor, auch Öko-Shaming genannt.

Die Idee für diesen Artikel entstand vor drei Monaten, als eine Leserin zu einem negativen Kommentar unter einem Closet Diary schrieb: „Öko-Shaming nervt.“ Als Frau kannte ich Body-Shaming oder auch Slut-Shaming. Letzteres ist, wenn sich andere darüber aufregen, dass eine Frau etwa zu „einfach“ zu haben ist. Neu und offenbar in den Kommentaren auf Journelles verbreitete Variante ist das Öko-Shaming. Die Ähnlichkeit zum Slut-Shaming liegt darin, dass gezielt Scham und Reue beim Gegenüber hervorgerufen werden sollen. Es liegt weit weg von einer konstruktiven Debatte und ist der Vorwurf an die anderen, unseren Planeten zu ruinieren – und ist letztlich für diejenigen, die es praktizieren, psychisch entlastend und sogar befriedigend.

Am liebsten sprechen die Öko-Shamer über das Fliegen

Die Möglichkeit, die Welt in ihrer kompletten Pracht kennenzulernen, ist eine der wunderbaren Fortschritte des 20. Jahrhunderts. Doch weltweit rufen Umweltschützer seit jeher zu Einschränkungen beim Fliegen, zum Umstieg auf klimafreundlichere Verkehrsmittel wie die Bahn und zur CO2-Kompensation von Flügen etwa über Atmosfair (tolle Organisation!) auf. Und wenn es doch das Flugzeug wird, dann bitte nur für längere Aufenthalte. Immerhin werden laut der Europäischen Umweltagentur pro Passagier und Kilometer 285 Gramm CO2 freigesetzt, beim Autofahren sind es 158 Gramm und beim Zugfahren 14 Gramm.

Wir müssen weniger fliegen. Punkt. Wer zwei plus zwei im Kopf addieren kann, weiß, dass ein Leben auf dem Level der westlichen Gesellschaft global nicht funktioniert. Völlig undenkbar, dass acht Milliarden Menschen durch die Welt fliegen, um fremde Kulturen zu studieren oder kurz am Strand die Seele baumeln zu lassen. Nur kann Öko-Shaming da nicht die Lösung sein.

Im Gegenteil: Trotz Öko-Shaming und neuen Phänomen wie Flugscham sieht es momentan eher so aus, als habe sich das Reden über das Reisen mehr verändert als das Reisen selbst. Geflogen wird mehr denn je: Die DFS erwartet nach dem Rekordwert von 3,4 Millionen Flugbewegungen im Vorjahr mit einer weiteren Steigerung von bis zu vier Prozent im deutschen Luftraum. Weltweit stieg die Zahl der Flugpassagiere 2018 um 6,1 Prozent auf 4,3 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr. Und in den kommenden 15 bis 20 Jahren wird sich der Flugverkehr voraussichtlich verdoppeln.

Warum haben wir uns nicht früher damit auseinandergesetzt? Denn natürlich wissen die meisten, dass ein Flug eine ökologische Katastrophe ist. Genauso wie jeder weiß, dass sein Wochenendtrip nach Amsterdam keine Bildungsreise, sondern simpler Freizeitspaß ist. Aber was genau es für die Umwelt bedeutet, war lang nicht greifbar. Eine Lösung ist es über diese Zahlen zu berichten, anderen zu erzählen, dass sie sich verdoppeln könnten, um das Bewusstsein dafür zu stärken.

Zum Vergleich: Keine andere Art der Fortbewegung verbrennt so viel Energie wie eine Flugreise, aktuelle Studien gehen davon aus, dass die Auswirkung des Flugverkehrs auf das Klima insgesamt bei 4,9 Prozent liegt {Bund}. Die Viehwirtschaft ist nach Angaben der Vereinten Nationen für knapp 15 Prozent des Problems verantwortlich. Und wenn die Landwirtschaft so weitermacht, andere Sektoren einsparen, kann sie zum größten Klimakiller werden, warnt das Gutachten mit dem Titel „Emissions“ {TAZ}.

So belastet die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch das Klima so stark wie 250 Kilometer Autofahrt. Sollte man jeden Tag ein Steak essen, bräuchte man ein knappes Jahr „Fleischpause“, um den Hin- und Rückflug von Berlin nach Madrid zu kompensieren. Das hatte bereits ein Autor auf {Bento} ausgerechnet. Darüber sollte man berichten, verständliche Vergleiche anführen, erklären, teilen, lehren.

Alles oder nichts!

Es geht mir nicht darum, anderen den Mund zu verbieten. Oder nicht auf etwas aufmerksam machen zu dürfen, nur weil man selbst nicht unfehlbar ist. Schließlich hat das schlechte Gewissen auch etwas Gutes, denn nur so fangen wir an, unser eigenes Verhalten zu hinterfragen und zu verändern. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen dem teilen einer Information und einem verurteilenden Satz wie „Scheinbar hast du gar kein Gefühl dafür, wie umweltschädigend das ist.“ Allein der Kommentar wird auf einem Gerät verfasst, für dessen Produktion der Umwelt geschadet wurde.

Überhaupt: Es ist nicht nur dieser verurteilende Unterton, es ist die Doppelmoral, die ärgert. Öko-Shamer gehen wild mit ihren Fäusten auf ihre Umgebung los, ohne dabei ihren eigenen Lebensstil zu überprüfen. Sie verurteilen das, was gerade Trend ist, nicht machen zu dürfen: Es war eine Zeit lang das Fleischessen, heute ist es das Fliegen und Fast Fashion.

Natürlich ist es richtig, Dinge wie Ausbeutung, Kinderarbeit, Massenproduktion, Luftverschmutzung zu überdenken und an den Pranger zu stellen, schließlich schiebt man unbequeme Gedanken im Alltag schnell wieder zur Seite. Aber es hat sich zu einem Trend entwickelt, Leute per se zu verurteilen, ohne sein Gegenüber zu kennen – und Perfektion in Bezug auf die Umwelt zu erwarten.

Denn im Allgemeinen hat sich in Verbindung mit Öko-Shaming ein „perfekt-oder-gar-nichts“ beziehungsweise ein „100-oder-Null-Prozent“-Prinzip in den Köpfen verankert. Wie oft werden Veganer kritisch gefragt, wieso sie Lederschuhe tragen? Wie oft wird einem Umweltaktivisten vorgeworfen, das Flugzeug zu nehmen? Heißt im Umkehrschluss: Entweder handelst du in jedem Bereich umweltfreundlich, oder du lässt es ganz bleiben. Bei allem, was da zwischen ist, musst du dir keine verurteilenden Fragen anhören.

Dabei wäre dieses Verhalten dramatisch, denn jeder muss sein Verhalten hinterfragen. „Nobody is perfect“: Ich bin nicht perfekt, meine Lebensweise ist nicht perfekt, mein Kaufverhalten nicht, meine Essgewohnheiten nicht, meine Reisen nicht, meine Artikel nicht, dieser Blog nicht. Aber so unsympathisch mir diese Ehrlichkeit erscheint, tatsächlich fühle ich mich mit dieser Eigenschaft keinesfalls allein.

Für einen gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit ist es notwendig, dass wir die ökologischen Grenzen anerkennen. Wir müssen uns Schritt für Schritt verbessern, eine nachhaltige Lebensweise weiterentwickeln und sie verbreiten. „Stop shaming, start educating“, hat die Umweltaktivistin Doina Ciobanu bei der ZEITmagazin im Juni gesagt. Ich kann mich dem anschließen: Informiert, lehrt und teilt. Doch seid anderen gegenüber tolerant, findet eure eigene Balance und lasst das Öko-Shaming bleiben!

4 große Umweltprobleme und wie wir sie gemeinsam im Alltag minimieren können

1. Luftverschmutzung und Klimawandel

Ursachen: Die Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung, die Abgase von Fahrzeugen und ganz besonders Flugzeugen, der Fleischverzehr, denn für die Herstellung von Tierfutter müssen Wälder Platz für Felder machen, zudem stoßen Kühe, Schweine und Schafe große Mengen Methan aus

Lösung: Im Alltag kannst du vermehrt öffentliche Verkehrsmittel nutzen, weniger tierische Produkte verzehren, Schritt für Schritt auf eine vegetarische und vegane (dabei umweltfreundlichere) Ernährung umsteigen, nähere Urlaubsorte wählen und damit auf Flüge verzichten, dazu fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzen, am besten regional und saisonal einkaufen, weniger Müll nutzen (Wie ich Plastik im Alltag minimieren kann), Produkte gemeinsam und mehrfach nutzen

2. Abholzung

Ursachen: Die Abholzung der Wälder (sie nehmen Co2 auf und geben Sauerstoff ab) ist auf vieles zurückzuführen: die Palmölproduktion, Landgewinn für Viehhaltung und Sojaplantagen oder der Abbau von Rohstoffen oder für die Papierproduktion

Lösung: Nutzung von recyceltem Toilettenpapier, Bücher digital lesen, ein möglichst papierloses Büro, ein Zero-Waste-Stil, eine fleischlose Ernährung, Secondhand einkaufen (in dem Fall bei Holzprodukten wie Möbeln, etc.)

3. Wasserknappheit

Ursachen: Die heißen Sommertage (ohne Niederschlag) und unsere Art zu leben, also die Wasserverschwendung, sind mitverantwortlich für die Wasserknappheit.

Lösung: Jeder Deutsche verbraucht inklusive seiner Lebensmittel 5.300 Liter Wasser am Tag. Daher weniger Wasser am Hahn verbrauchen, die Toilettenspülung mit größter Sorgfalt gedrückt (der große Knopf spült alleine fünf Liter Wasser ins Abflussrohr), eine vegane Ernährung, denn allein für die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch werden ganze 15.415 Liter Wasser verbraucht, Secondhand einkaufen (zum Beispiel werden für die Produktion einer Jeans ganze 8.000 Liter verbraucht

4. Artensterben

Ursache: Durch von uns hervorgerufenen Umweltprobleme wie Luftverschmutzung, Klimawandel, Plastikmüll im Meer, Abholzung der Wälder oder Bodenerosion nehmen wir Tieren ihren Lebensraum. Aber auch durch die Jagd auf seltene und bedrohte Tierarten sind viele bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht

Lösung: Wer einen Garten hat, kann beispielsweise einen bienenfreundlichen Garten anlagen, möglichst emissions- und plastikfrei leben, wieder die vegane Ernährung, da weniger Wälder abgeholzt werden müssen und der Lebensraum nicht weggenommen wird, Verzicht auf den Kauf von Produkten aus Elfenbein oder aus Echtpelz oder Leder, erneut auf Secondhand zurückgreifen

Organisationen, die sich für den Klimaschutz einsetzen:

Atmosfair

Primaklima

The Ocean Cleanup

WWF

Better Place

My Climate

Kommentare

  1. Noch ein Tip für den Alltag: Die Suchmaschine Ecosia nutzen. Ecosia produziert eigenen Solarstrom, so viel, um alle Ecosia-Suchaufträge 100% mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Gewinne werden dazu verwendet Bäume zu pflanzen. So ist ist Ecosia nicht nur „klimaneutral“, sondern jede Suche entfernt aktiv CO2 aus der Luft. Die Aufforstungsprojekte sind alle unterschiedlich, haben aber den gemeinsamen Nenner, dass sie nicht nur das ökologische Ziel, sondern auch ein soziales Ziel verfolgen und Datenschutz wird absolut GROSS geschrieben…

  2. Janine sagte am

    Ohhhh Ihr Lieben – mein Herz tanzt. Mehr muss man nicht sagen außer – akzeptiert und toleriert Ambivalenzen. Und jeder sollte das tun was in seiner Macht steht – ohne dafür Verurteilt oder Beurteilt zu werden. Generell wäre ich für mehr RESPEKT- allem und jedem gegenüber! Also, Respekt dass ihr immer noch Artikel verfasst obwohl man zum Thema Konsum oft verurteilt wird, Respekt davor dass ihr dennoch alternative Lösungen anbietet! Macht weiter so #teamjournelles

  3. Warum haben wir uns nicht früher damit auseinandergesetzt?
    Meine Antwort auf eure Frage: weil es unglaubwürdig ist, wenn ihr hier Position bezieht, da Jessie mind. 1x pro Monat mit dem Flieger in den Urlaub jettet. Und wenn das jeder Mensch auf der Welt so machen würde, hätten wir vermutlich ein noch größeres Problem als wir es ohnehin schon haben.
    Das „schwarz-weiß“ denken in dem Zusammenhang finde ich ebenso schlimm. Denn man kann nicht „gar nichts“ oder „alles richtig“ machen. Man kann auch im Kleinen anfangen Dinge anders oder bewusst zu machen. Ich möchte nicht komplett auf Fleisch verzichten, kann aber auf den „Sonntagsbraten“ zurückgreifen und meinen Fleischkonsum in der Woche reduzieren. Ich kann Fleisch regional einkaufen u brauche kein Steak aus Argentinien. Ich brauche auch keine Papayas oder ähnliches Exotisches was auf kompliziertem Weg hier her gebracht werden muss. Ich möchte NICHT vegan leben. Ich liebe Käse. Und Eier. Trotzdem brauche ich nicht literweise Milch trinken, ist ja eh nicht gesund. Ich kann so gut es geht unverpackt einkaufen. Ich kann innerhalb Deutschlands die Bahn nehmen und muss nicht Fliegen von Berlin nach Muc. Ich habe immer einen Jute Beutel dabei falls ich mal spontan einkaufen muss. Ich kaufe Wasser in Glas u nicht in Plastikflaschen. Ich fliege 1-2x im Jahr statt 10-12x. Urlaub in den Bergen o an der Nord u Ostsee können auch schön sein. Ein Baby spielt nicht besser auf Bali am Strand als auf Norderney. Ich kann versuchen meinen Kindern dadurch ein bisschen Vorbild zu sein, wenn sie mich später mal fragen, was ich denn unternommen habe um die Klimakatastrophe ein klein wenig aufzuhalten. Ich kann auch noch besser in meinem Verhalten werden. Aber ich mache „alles richtig“ oder „gar nichts“ ist doch totaler Schwachsinn und etwas für faule, denn die entscheiden sich dann lieber „gar nichts“ zu machen. Und das wäre völlig ignorant in der heutigen Zeit.

    • Jessie sagte am

      Huhu Susi, mit deiner Antwort auf unsere allgemein gestellte Frage machst du im ersten Satz exakt das, was wir anprangern. Und auch der letzte Satz deines Kommentars wurde falsch verstanden, denn unsere Autorin Alex schreibt ja gerade, dass es auch eine große, riesige Spanne zwischen „alles richtig machen“ und „gar nichts tun“ gibt – und auch jeder kleine Step nicht verurteilt werden darf, egal, wie klein er ist. Es ist doch toll, wenn du all das schon beherzigst und es deinem persönlichen Umfeld weiter empfiehlst. Mit Respekt und einem guten Ton funktioniert das übrigens viel besser 🙂

      • Hi Jessie,
        ich wollte nur gerne auch auf eure Frage antworten, weil ich verstehen kann, dass ihr einen Artikel zum Thema „Stoppt Öko-Shaming“ macht anstatt einen Artikel zum Thema „Stoppt das Fliegen“ – weil ihr wisst, dass ihr im Glashaus sitzt. Ja, ich finde auch man sollte tolerant sein, denn „nobody is perfect“. Für mich ist Greta immer noch glaubwürdig wenn sie ihre Rückreise aus NY mit dem Flieger antritt u nicht erneut 2 Wochen mit dem Segelschiff unterwegs ist. Wenn jemand wie Leonardo Di Caprio der gerne Umweltaktivist ist den Privatjet nimmt finde ich das bedenklich, ohne „schwarz-weiß“ und „alles oder nichts geht“ zu fordern. Er könnte auch einen öffentlichen Flieger nehmen und sich in die First Class einbuchen, ganz nach dem Motto „jeder kann etwas tun“. In meinem Bekanntenkreis kam neulich auch die Diskussion auf (auch in Bezug auf das Fliegen) und ich war erschrocken wie ignorant manche dem ggü stehen. Die andere Freundin geht lieber auf ein Schiff anstatt zu Fliegen und wieder eine andere ist in den letzten 8 Wochen innerhalb Deutschlands 7x geflogen. Ich finde das geht gar nicht!!! Und sorry, wenn jemand so ignorant ist, bei so einem wichtigen Thema, dann hat er offensichtlich etwas verschlafen bzw. habe ich das akute Bedürfnis diese Person auf Ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Sein Verhalten auf Reisen (Fliegen!!!), Konsum und Plastik etc heutzutage so gar nicht zu hinterfragen, geht gar nicht! Denn worum geht es mir denn? Für etwas Gutes einzustehen und darum, dass meine Kinder vielleicht auch noch Kinder haben möchten die auf unserem Planeten leben sollen. Das ist doch das entscheidende. Ich denke, da du auch Mutter von zwei Kindern bist, teilst du doch zumindest in diesem Punkt meine Ansicht oder?
        Gerade als eine Art „Influencerin“ könntest du deine Reichweite auch nutzen, um dich hier für „Gutes“ zu diesem Thema stark zu machen. Na klar, das würde auch bedeuten, dass man sein Verhalten hinterfragt u Reisen u Konsum reduziert. Ich denke deine Kinder wären dir eines Tages dankbar!

      • Alex hat Recht. Aber Susi auch. Mir geht es ähnlich, ich will unserem Planeten wenig schaden: ich esse kaum Fleisch, fahre nur europaweit in den Urlaub, deutschlandweit fast nur mit der Bahn, ich fahre als Pendlerin mit der Bahn zur Arbeit, kaufe ausschliesslich regional erzeugte Produkte, zu 95 Prozent Bio, kaufe nur in Europa produzierte Kleidung ungefähr zweimal im Jahr, ich habe einen Kleinwagen und einen bienen-/tierfreundlichen Bio-Garten… und wenn ich dann sehe, wie sich andere um all das so wenig scheren, jedenfalls nicht merklich, dann tut mir das einfach weh. Und ich weiss, so werden wir die Erderwärmung nicht bei 1,5 Grad halten können. Und das macht mich einfach traurig.

        • Lass mich raten: Ihr fliegt schon in Kürze in den nächsten Fernurlaub, um euch vom ungeheuren Umzugsstress in die Eigentumswohnung zu erholen. Und da es schon beim letzten Spontanurlaub so giftige Kommentare auf Insta gab, muss deine Allround-Kraft Alexandra vorauseilend diesen Artikel schreiben und publizieren. Wir warten gespannt auf die wunderschönen Urlaubsfotos.

        • Jessie sagte am

          Das ist kein anprangern, dies ist ein wohl recherchierter Artikel und in unseren Augen ein spannendes Thema, das, ganz offensichtlich, sehr viele Reaktionen hervor ruft – und das diese nicht bequem sein würden, war uns schon im Vorfeld klar, aber wir haben dennoch publiziert.

  4. Ich kann deine Meinung nachvollziehen. Niemand wird gerne an den Pranger gestellt. Jeder agiert nach seinen Möglichkeiten oder was er für diese hält. In deinen Tipps fehlt mir persönlich der Konsumverzicht in Bezug auf Kleidung. Die Textilproduktion ist eine der umweltschädlichsten Branchen überhaupt und verbraucht Unmengen an Ressourcen von Mensch und Natur, denn die Produktion von Kleidung ist oft mit Ausbeutung verbunden. Ich rede nicht nur von Fast Fashion. Nur weil man seinen Kleiderschrank oder Besitz kuratiert und nur gehobene Marken trägt, bedeutet das nicht, dass diese unter fairen und „sauberen“ Bedingungen produziert wurden.

  5. Ich finde es schwierig, wenn kritisches Hinterfragen gleich die Totschlagkeule „Öko-Shaming“ verpasst kriegt. Die Feststellung, dass es richtig scheiße fürs Klima ist, wenn ich 5x im Jahr um die Welt fliege, ist einfach eine Tatsache, kein Shaming. Wenn man das tun möchte, muss man sich zwangsläufig die Frage gefallen lassen, ob man das eigentlich in Ordnung findet. Denn diese Welt gehört nun mal uns allen. Ich esse in Maßen Fleisch – dass man mir da die Frage stellt, inwieweit Fleischkonsum für mich in Bezug auf die Umwelt okay ist, muss ich mir auch gefallen lassen. Weil die Frage absolut berechtigt ist. Das hat nichts mit Shaming zu tun, wenn es sachlich bleibt. Aber klar, es ist ein emotionales Thema – da vergreift sich der/die eine oder andere auch mal im Ton. Wie auch immer: diskutieren und den Mund aufmachen, ist wichtig. Es braucht laute Stimmen, um gesellschaftlichen Wandel anzutreiben – bestes Beispiel ist das Thema Gleichberechtigung. Und ja: es nervt, darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass das Leben in der eigenen Komfortzone unsere Planeten kaputtmacht und das eigene Verhalten dabei eine Riesenrolle spielt. Und das wir es ein Stück weit selbst in der Hand haben. Es nervt, auch mich, aber es ist wichtig und richtig.

        • Alexandra sagte am

          Ihr Lieben, ich denke, ich habe in dem Artikel ziemlich deutlich formuliert, dass ich niemanden den Mund verbieten möchte und es gut – sogar die Lösung! – ist, sein Wissen zu teilen, zu informieren und ein Bewusstsein zu schaffen. Das habe ich mehrmals geschrieben! Es geht um den Respekt und den Ton, wie manches vermittelt wird. Ich kritisiere Öko-Shaming dafür, dass es nur verurteilt, nicht konstruktiv ist und letztlich keine Lösung bietet. Bitte, verwechselt Öko-Shaming nicht mit einer konstruktiven Kritik! Ich „shame“ nicht einfach Öko-Shaming, sondern erkläre, was daran nicht funktioniert, und suche nach möglichen Lösungsansätzen. Das ist meiner Meinung nach konstruktiv.

    • Nina Fust sagte am

      Ich empfinde diese Worte auch als richtig. Auf etwas hinzuweisen ist nicht gleichzusetzen mit „an den Pranger stellen“. Ich versuche auch zumindest stückweise meine Lebensart zu verändern (auch wenn es manchmal total schwer fällt und man sich manchmal auch selber erwischt und darauf hinweist, dass irgendwas nicht ganz optimal ist). Aber es nützt nichts – wir müssen wohl auch dahin wo es weh tut.
      Ich finde es allerdings generell gut, dass ein solcher Artikel erscheint, da ja bewusst eine kontroverse Diskussion angestoßen wurde und ein konstruktiver Austausch zu einem wichtigen Thema immer gut ist.

    • Ja, ja und ja.
      Und nochmals: JA!

      Natürlich ist es nie angenehm, wenn wir auf offensichtliches Fehlverhalten hingewiesen werden. Doch den Mund halten, um andere in ihrer Komfortzone nicht zu stören? Ist in diesem Fall der falsche Weg, denn die Komfortzone schadet der Gemeinschaft. Ich bin offen für Kritik an meinem Lebensstil, offen für Diskussionen. Wenn mich jemand beschimpft, schimpfe ich zurück und verlange eine sachliche und respektvolle Umgangsweise. Doch wenn jemand auf der Sachebene richtig liegt und dies sachlich formuliert, dann ist es kein Shaming. Es kann sein, dass ich mich beschämt fühle. Doch das ist MEIN Thema. Nicht das Sachthema. Also muss ich mit der empfundenen Scham klarkommen. Wenn ich denjenigen, der die Scham durch seine Sachargumente bei mir ausgelöst hat bezichtige. Öko-Shaming zu betreiben, dann lenke ich vom Problem ab. Das ist nicht sehr reflektiert.

  6. Frederike sagte am

    Susi hat vollkommen Recht! Ehrlich gesagt finde ich den Artikel auf diesem Blog auch nicht glaubwürdig, weil Jessi einfach einen anderen Lebensstil hat. Allein schon die vielen Flugreisen, Kleidung und die Renovierung der Wohnung. Das ist kein an den Pranger stellen sondern Fakt bzw so wird es von ihr im Internet dargestellt. Finde ich auch vollkommen ok, jeder soll so Leben wie er es möchte und gut findet. In der Vergangenheit ging es hier nie um Zero Waste oder ähnliche Themen. Wenn es mal um second hand Kleidung ging, dann auch nur um die Plattform Vestiaire Collective mit zu promoten. Ich finde es begrüßenswert, das ihr langsam anfangt euch mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Schmunzeln musste ich jedoch das mir der Begriff Öko Shaming mit einem ausführlichen Artikel hier das erste Mal begegnet. Einfach gesagt, ich nehme euch das Thema einfach nicht ab.

      • Ich würde es schön finden,wenn dieser Blog weiterhin über all die bisherigen Themen berichtet und nicht auf den veganen,hippen,ich-rette-die-Welt Zug aufspringt.

    • Verena sagte am

      Ich auch nicht! Und ich habe immer weniger Lust auf Journelles zu lesen, weil es um so viele Flugreisen geht und ich mich frage wie jemand das – atmosfair hin oder her – mit seinem Gewissen ausmachen kann.

  7. Noch vor ein paar Jahren las man hier „Kinder verhungern in Afrika und du kaufst dir Designertaschen“, jetzt ist daraus „Du kaufst dir Fliesen aus Südamerika und zerstörst damit die Umwelt“ geworden. Ich bin mir ziemlich sicher: Diese Art des Kommentierens hat mehr mit Shaming als mit Weltverbesserung zu tun. Und die wahre Motivation dahinter hat vier Buchstaben.

  8. Liebe Jessie, mich würde hier deine Meinung zum Thema Flugreisen interessieren. Warum sind die Auszeiten in dieser Form und Menge für dich und deine Familie denn notwendig? Hast du Bedenken und würdest du für den Klimaschutz verzichten bzw. deine Reisen anders strukturieren?

    • Franziska sagte am

      Würde mich nicht interessieren. Das hier ist ein Modeblog und kein Nachhaltigkeitsblog und hat sich auch nie als solcher verkauft. Hier werden doch in erster Linie Trends, ob Mode, Möbel oder Kindersachen, vorgestellt und zwar nicht unter Nachhaltigkeitsaspekten, sondern um zum Konsum anzuregen. Und wäre es jetzt nicht „trendy“ auch über Nachhaltigkeit zu sprechen, hätte es diesen Artikel nie gegeben. Darüberhinaus ist es die private Entscheidung von jedem selbst, wie oft er fliegt. Dazu braucht man doch keine öffentliche Erklärung oder ein Löbnis abgeben. Ich denke, dass es gut ist, dass sich durch die Diskussion jeder mal selbst hinterfragt, ob man die richtigen Entscheidungen trifft und vielleicht auch andere anregt, ob sie etwas ändern könnten. Aber da muss erstmal jeder bei sich und seinem engsten Umfeld anfangen bevor man weitläufig die Umweltmoral eines jeden scannt und Statements einfordert. Und wenn es einem aufregt, dass Jessie oft irgendwohin fliegt, dann sollte man sich überlegen, ob man hier überhaupt noch richtig ist oder vielleicht ein anderer Blog die bessere Wahl ist. Da gibt es doch so einige Alternativen. Ich verstehe nicht, warum man wiederkehrt, wenn man sich dann immer aufregt, zumal man damit im Grunde ja finanziert, was man kritisiert. 😉 Aber vielleicht bewegen einen ja besonders „Aufreger“ wie dieser Artikel und die zahlreichen Kommentare dazu, immer wieder vorbeizuschauen.

      • Au contraire. Eben weil auf diesem Blog gesellschaftliche Themen gespiegelt werden – sei es Mode, Zeitgeist, Nachhaltigkeit oder wie hier das große Thema Umweltschutz – sind Leser, die eine Meinung haben, die sie in solche Diskussionen einbringen wollen, hier goldrichtig! Wie merkwürdig, die Haltung: entweder alles abnicken oder verschwinden (aber bitte sang- und klanglos). Wie sollen sich Dinge je verändern, wenn man teilnahmslos bleibt?

  9. Also ich finde das Verurteilen blöd- Vor allem das sich moralisch erheben über die Vielflieger. ich fliege übrigens so gut wie nie, allerdings nicht aus ökologischen Gründen sondern weil es sich zeitlich in den letzten Jahre nie ergeben hat längeren Urlaub am Stück nehmen zu können. Ist auch egal. ABer ich stelle immer mehr fest das dieses „Du fliegst und zerstörst damit MEINEN Planeten “ ein sehr beliebtes Thema im Smalltalk und auch sonst geworden ist.
    Noch schlimmer: als ich mal sagte dass ich es asozial finde dass man Andere deshalb verurteilt kam gleich ein „kein wunder du bist ja kinderlos Dir kann es ja egal sein“ (kein Witz). Es mir nicht egal, aber ich brenne auch nicht für diese Thema… noch viel wichtiger: ich verurteile aber auch nicht deshalb.. warum ich das schreibe?
    Die Sache ist die dass man so halt kaum einen Planeten rettet wie manche hier schon festgestellt haben..die die eher leidenschaftslos sind (ich) tuns nicht und die die sagen Ja okay ich mache fehler aber ich mag mich nicht ändern weil ich die welt erleben udn sehen will- ich BRAUCHE das einfach – tuns nicht und die die IMMER wieder drauf hinweisen UND ätzend sind — tuns die? Sie schaffen zwar schlechte Stimmung aber : rettet uns Diplomatie und eine entspannte tolerante Einstellung zum Thema Klimawandel? Ich frag mich das echt…
    Wie genau formuliert man kritik und bewegt etwas, wie?

    dass Jessie unfassbar oft in Urlaub fliegt ist schon sehr auffällig- ich bin da übrigens nicht neidisch, ich denke mir nur dass es schwer ist in heutigen Zeiten damit überhaupt noch öffenltich sein zu können. Ich hab mich gefragt wann mal eine Reaktion auf das alles kommt- man liest ja die spitzen Kommentare auf Instagram und zack hier ist jetzt die Reaktion… ich finde es gut dass hier das Thema Öko-Shaming aufgegriffen wird aber ganz ehrlich? Viel geiler wäre es zu lesen: Hey leute ich habe nachgedacht weil ich ein gutes Vorbild sein will— ich reduziere meine Flüge auf 2 pro Jahre und gehe in Zukunft noch weiter runter…
    versteht ihr? Das wird natürlcih ncith passieren aber das wäre zumindest etwas konkretes.

    Ach schwierig das alles.

    • Ich verstehe deinen Punkt und Unmut über Gemecker und blöde Kommentare, aber müssen wir uns nicht fragen, ob „ich brenne nicht für das Thema“ allmählich keine zulässige Haltung mehr ist? Ist es nicht an der Zeit, dass sich breite Teile der Bevölkerung für das Thema Klimaschutz aktivieren, egal ob sie bestimmte Dinge vermeintlich „brauchen“ oder weil die Leidenschaft für den Protest fehlt?

    • Warum sagst du, „das wird natürlich nicht passieren“? Steh doch zu deiner Forderung. Wenn wir nicht ALLE dahin gehen, wo es weh tut, wird die Erde in den nächsten 30 Jahren ein ungemütlicher Ort werden, viele Menschen werden sterben und noch viel mehr Tier- und Pflanzenarten für immer gehen. Ob wir unter den entstehenden klimatischen Bedingungen überhaupt leben können, weiss kein Mensch. Wir müssen JETZT was ändern, sonst ist es zu spät.

    • Ich verstehe leider nicht, worauf du hinaus willst?
      Kein Orthografie- und Interpunktions-Shaming: Aber tatsächlich hilft es, sich diesbezüglich an allgemein gültige Grundregeln zu halten, wenn man anderen seine Gedanken vermitteln möchte.

  10. Katharina sagte am

    Also Alex hat völlig Recht, wenn sie sagt, dass aggressives Kritisieren oder das unfreundliche Fordern von absoluter Perfektion nicht gut ist, oft sogar kontraproduktiv wirkt bei diesen Themen, weil sich dann Ärger und oder Bockigkeit einstellt statt konstruktives Nachdenken. Punkt.
    Deutliche Hinweise auf ein Fehlverhalten finde ich beim drängendsten Thema unserer Zeit aber auch notwendig. Gerne inspirierend und informativ, aber vor allem auch deutlich. Mit einem „Lass doch jeden machen wie er will“-Kuschelkurs werden wir die Krise nicht rechtzeitig aufhalten. Da müssen wir laut sein und unbequem und vor allem deutlich gegenüber unseren Politikern. Denn ohne staatlich Regulierung (Co2-Steuer, Flugreduktion und Co) wird’s auch nix werden. Dazu sind die meisten Individuen einfach zu bequem und lieben den Status quo, mich eingeschlossen.
    Dass Jessie und Co. für ihren Lebensstil kritisiert werden, ist auf der einen Seite nicht nett, denn schließlich sind die wenigsten von uns perfekt. Auf der anderen Seite nimmt man als Berufstrendsetterin und Influencerin ja bewusst mit seinen Empfehlungen Einfluss aufs Leben seiner Leserinnen. Und dass denen deshalb manchmal nimmer ganz wohl ist angesichts do häufiger Flugreisen, sollte auch verstanden werden. So, genug gesagt. Esst weniger Fleisch, fliegt weniger, nehmt die Öffentlichen, reduziert Euren Abfall, seid nett zu Bienen und Menschen!
    Liebe Grüße, Katharina

    • Katharina, du hast meines Erachtens noch mal einen wichtigen Punkt genannt. Die Haltung „Lass jeden machen, wie er will“ ist bei diesem konkreten Thema schlichtweg NICHT mehr akzeptabel. Ich weiß, das rüttelt an der eigenen Bequemlichkeit – auch an meiner, wie ich ja vorhin auch schon schrieb. Ich glaube, jeder würde gern einfach „so weitermachen wie immer“ – aber das geht nun mal nicht. Zumindest nicht, wenn wir noch was reißen wollen. Diese Kröte müssen wir wohl alle schlucken.

    • Gianna sagte am

      100 % Zustimmung. Ich lebe schon „ganz okay“ (aber nicht gut) hinsichtlich meines CO2-Abdrucks, deshalb sag ich auch immer: Ich bin zu bequem, ich muss zu einem gewissen Punkt gezwungen werden zum Umweltschutz – durch die Politik.
      Hate ist absolut fehl am Platz, aber mit jahrelangem wischiwaschi werden wir nicht vorankommen.

  11. Nadine k. sagte am

    Ganz ehrlich Leute, ich bin sonst stille Leserin, aber bei all den Kommentaren muss ich mich zu Wort melden. Ihr alle, die ihr Jessie für ihre vielen Flugreisen und üppige (Designer-) Garderobe anprangert, seid doch diejenigen, die ihr genau deswegen folgt. Oder warum seid ihr Follower??? Wenn einem solche Themen nicht gefallen, folgt man nicht. Jetzt plötzlich einen auf „eigentlich finde ich Jessis Verhalten bzw. Lebensstil inakzeptabel“ zu machen, finde ich verwunderlich. Und da sind wir auch wieder beim Thema „entweder 100% oder gar nicht“… das hat mir nämlich aus der Seele gesprochen. Lasst Journelles doch mit diesem Artikel den ersten Schritt in diese Richtung (Nachhaltigkeit) machen, wir werden sehen, was folgt. Lieber dieser erste Versuch, als gar keiner. Von meiner Seite also ein Danke und Kompliment an euch liebes Journelles Team, dass ihr euch da ran getraut habt, habt sicher schon geahnt, was an Kommentaren auf euch zu kommen wird.

  12. Lorena sagte am

    Bevor man kritisch verschiedene Positionen hier hinterfragt, wäre meine erste Frage warum hier ein Bild der jungen Greta Thunberg gebraucht und genutzt wird – eine junge Frau, die dem Shaming doch tatsächlich ausgesetzt ist, obwohl sie schon längst unser aller Leben verbessert und eine Generation dazu bewegt auf die Strasse zu gehen; lang ist es her.
    Kaum versucht sie beispielhaft Alternativen aufzuzeigen, drehen ihr weiße (deutsche) Journalisten das Worte im Munde herum. Was ist Öko-Shaming? Das ist jeder Mensch auf diesem Planeten, der Angst hat vor den Konsqueznzen unserer pervers luxoriösen Lebenzustände (wohlgemerkt nicht überall), seine Sorgen abzusprechen und zu behaupten es gäbe nichts, worum man sich sorgen muss. Öko-Shaming bedeuted drauf zu scheißen und einfach weiter zu konsumieren. Öko-Shaming geht nur gut rein, wenn man doch selber eigentlich nur minimal betroffen ist. Denn die Hälfte der Dinge in diesem Artikel sind Halbwahrheiten. Den Wasserhahn und die Klospülung müssen wir in Deutschland bei Kaltwasser und einem Über an aufgearbeitetem Wasser nicht fürchten; ganz im Gegenteil sollten wir ganz beherzt unsere Klopse runterspülen. Nur sollten wir, wie auch so viele vor mir schon berichteten, wohlmöglich ganz oft kein Fleisch essen, nicht fliegen und Konsum nicht unterstützen. Alle doofen Fragen und Ausreden zählen auch nicht mehr. Wenn eine junge Frau aus Schweden die Einzige ist, die erkennt wie schlecht es um uns steht und wir uns alle zu schade und wichtig sind einmal innezuhalten und zu checken, was abgeht – sorry! Das ist kein Öko-Shaming, das ist Planet-Shaming. Von Euch, von uns allen! Es ist kurz vor zwölf und ihr schreibt so krasse Sachen, Ciao!

  13. Mir geht dieses Ököshaming gehörig auf den Wecker und ich finds völlig daneben geradezu respektlos , diese öffentliche Steinwerferei- wäre auch vor den Zeiten von Insta und Facebook niemals möglich gewesen- denn da hätte man ja den Leuten ihre Fehlbarkeit ins Gesicht sagen müssen! Ich finde es vielmehr wichtig, dass jeder seinen Beitrag dazu leistet, so wie er es kann. Man kann nicht von 100 auf 0 runterfahren und ehrlichgesagt, möchte ich meinem Sohn auch noch was von der Welt zeigen, so lange es möglich ist. Und da wir keine Millionärskumpel haben, der mit uns um die Welt segelt, geht das eben nur mit fliegen. Viel wichtiger ist es doch, das man sich über die Herkunft seiner Lebensmittel Gedanken macht, es vermeidet Produkte zu kaufen, die einmal um die Welt geflogen sind, sondern regional und saisonal kauft. Dass unsere Kinder nicht denken, mit der Teilnahme und dem Hashtag #fridayforfuture- sei es dann mit dem Umweltbeitrag getan, sondern man seinen Kindern ein Bewusstsein für die Umwelt mit auf den Weg gibt , dass man sie eben nicht in die Schule fährt, wenns regnet, sondern sie auch dann mit dem Rad fahren, wenn das Wetter widrig ist ….dass man ihr Selbstbewusstsein stärkt und sich nicht darüber definiert, jede Woche ein neues BIlligkleidungsstück zu haben, sondern die Mensch die personality ausmacht….dass sie eben nicht als Teenager plötzlich tonnenweise Fleisch essen müssen, nur weil sie Sportler sind…..dass sie nicht stundenlang unter der Dusche stehen müssen, nur weil sie jetzt das duschen für sich entdeckt haben….sie bei ihren Sit-ins in den Parks ihren Müll ordentlich entsorgen und die Natur nicht als grosse Müllkippe und Aschenbecher zu betrachten….usw. Die Liste der kleinen Dinge, die in der Summe ein Grosses machen ist ellenlang. Lasst doch einfach Jeden mal in seinem eigenen kleinen Universum damit beginnen, was für ihn möglich ist, beizutragen- anstatt permanent Leute zu diffamieren und zu belehren- denn damit wirds nicht besser- sondern bestenfalls trotziger! In diesem Sinne……

    • Zu: „etwas von der Welt zeigen, solange es noch geht“: ich finde, man muss gar nicht alles vor Ort gesehen haben, um die Welt zu kennen. Zu wie vielen Flugreisen führt das, wenn jeder diesen Anspruch hat! Ich war mal vor langer Zeit in Brasilien, aber noch nie in Costa Rica, und ist das ein Problem? Sicher nicht! Nein, wir müssen uns bescheiden, ganz bewusst. Das Internet macht es gerade möglich, so vieles ressourcenschonender als früher zu erleben!

  14. Gianna sagte am

    Ich finde am Artikel toll, dass er nochmal an Lösungen erinnert.
    Aber die allgemeine Absicht/Aussage des Artikels finde ich seltsam: Zumindest ich habe bei Freunden, in der Familie und allgemein im öffentlichen Diskurs bisher nicht die Erfahrung gemacht, dass das „Öko-Shaming“ besonders am Start ist. Höchstens vorsichtiges Daraufhinweisen. Sogar eher teilweise Verständnis, denn wir sind ja alle Menschen, sitzen im selben Boot, das da heißt: „Wir müssen unseren Lebensstil und unser Konsumverhalten ändern, aber das fällt gar nicht so leicht“. (Übrigens finde ich, dass auch politisch ganz viel getan werden muss und wir müssen das einfordern.)
    Hinweisen ist kein Shaming, sondern wichtig. Dass man nicht shamen soll, ist doch irgendwie klar: Wir wollen die Erde retten, das hat was mit Liebe zum Planeten und zu uns, unseren Enkeln usw. zu tun. Shamen ist Hass. Ich glaube, die wenigsten, die sehr umweltbewusst leben, wollen provozieren oder hassen die, die es noch nicht so gut umgesetzt haben.
    Wir müssen alle was tun – und bitte zusammenhalten, uns nicht spalten lassen.

  15. Anna-Lena sagte am

    Ich lese seit Jahren diesen Blog, und doch muss ich sagen, dass ich diesen Artikel leider fehl am Platz finde. Journelles war nie politisch – und sollte es meiner Meinung nach auch nicht sein. Und wenn man wirklich etwas zum Thema Klimawandel veröffentlichen möchte oder auf ein Problem aufmerksam machen möchte, dann ist „Öko-Shaming“ wohl das geringste Problem in diesem Zusammenhang. Natürlich ist es nicht schön von allen Seiten in der Öffentlichkeit und auf den sozialen Medien für seinen Lebensstil kritisiert zu werden, gerade dann nicht, wenn die Kritiker sich wohl vermutlich selbst nicht an ihren Philosophien halten. Trotzdem ist die Kritik in der Regel berechtigt. Der Vergleich mit Slut-Shaming oder Body-Shaming hinkt meiner Meinung nach an allen Ecken. Denn dort wird etwas kritisiert, das eigentlich nicht kritikwürdig ist. Jeder kann selbst entscheiden, mit wie vielen Menschen er schläft oder mit welchem Gewicht er zufrieden ist. Damit schadet man niemanden. Mit einem riesigen CO2 Abdruck aber leider schon. Das betrifft nicht jeden persönlich, sondern alle. Daher ist ein gewisses Shaming an dieser Stelle auch angebracht. Ohne gesellschaftlichen Druck werden die meisten ihr Verhalten nicht ändern. Ein gutes Beispiel ist meiner Meinung nach das moderne Frauenbild und Sexismus. Menschen, die immer noch sexistische Aussagen in der Öffentlichkeit treffen, werden dafür auch „geshamt“. Ist das schlimm? Nein! Denn wir wollen ja gerade erreichen, dass es nicht mehr gesellschaftsfähig ist, sich in dieser Art und Weise zu äußern. Genauso sollten wir uns aber zum Ziel setzen, dass es nicht mehr gesellschaftsfähig ist, einen extrem klimaschädlichen Lebenswandel zu pflegen.

    • Intelligent geschrieben und einer, der wenigen Beiträge hier, die es auf den Punkt bringen!

      In dem Artikel geht es ausschließlich um Mimimi. Plötzlich wird man politisch, weil man sich angegriffen fühlt, da ein gesellschaftlicher Wertewandel eingesetzt hat, in dem man mit dem zur Schau gestellten eigenen Lebenswandel nicht mehr gut wegkommt. Das nennt man dann Öko-Shaming und fühlt sich unfair behandelt, denn man hat ja dieses Jahr schon drei Artikel über nachhaltige Labels veröffentlicht.
      Das ist natürlich unfair von mir dargestellt und sicher auch (be-)wertend, aber Fakt ist, ein „Ich tu ja schon ein bisschen (1. hab meinen Jutebeutel dabei, 2. esse nur noch 2 anstelle von 5 Mal Fleisch die Woche) und das sollte reichen“, ist ein Trugschluss und letztlich auch eine Lüge von allen uns, die so argumentieren! Es wird nicht reichen und es wird uns Luxus verwöhnten Westlern wehtun müssen, wenn wir es noch schaffen wollen, die Erde für nachfolgende Generationen zu retten. Das stellt natürlich die Daseinsberechtigung dieses Blogs (und vieler anderer) in seiner aktuellen Form grundlegend in Frage, da das Konzept, die daraus folgenden Inhalte und die Nachhaltigkeitsdebatte von vorn bis hinten nicht zusammenpassen, da es genau den Weg des „es darf nicht wehtun“ beschreitet.
      Mir geht es dabei nicht um persönlichen Angriff, denn weder kenne ich die Autorinnen, noch halte ich Jessica für unreflektiert (wiederum nur basierend auf dem virtuellen Eindruck, den sie hinterlassen hat), sondern darum aufzuzeigen, dass der notwendige und voranschreitende, gesellschaftliche Paradigmenwechsel und das Blogkonzept von Journelles für mich schlichtweg nicht mehr miteinander kompatibel sind und es somit unter der reflektierten Leserschaft auf Widerworte stößt. Für mich sieht es so aus: Entweder man begibt sich in die Debatte, verteidigt sein Konzept und hält den Widerstand aus oder man überdenkt sein Konzept, zieht den Schluss, dass man diese Inhalte nicht mehr bereit ist zu propagieren und überarbeitet sein Konzept.
      Das gesagt, sollte sich jeder, der sich nicht mit öffentlicher Kritik auseinandersetzen muss, täglich selbst fragen: Was kann ich tun? Tue ich ausreichend? Verlasse ich ausreichend oft meine comfort zone? Spoiler Alert: Ist erst dann geschehen, wenn es persönlich auch mal wehtut!

      • Nina m. sagte am

        Das wirft die interessante Frage auf, wieviel Hedonismus (und damit auch reiner Konsum aus Spaß an der Freude, nicht aus „Notwendigkeit“) heute überhaupt noch in Ordnung ist.
        Ich bin mir nicht sicher, ob es sinnvoll und zielführend ist, wenn man von jetzt an nur noch entsagt und verzichtet. Ich glaube aber auch, dass die Menschheit in Bezug auf ihr Verhalten in Zukunft auf ein äußerst hohes Maß an Regulationen und Vorschriften und damit Minderung von Freiheit und Hedonismus zusteuert, wenn nicht schon jetzt Staaten, Wirtschaftsunternehmen UND Individuen sehr viel verändern.

  16. Ich muss ganz deutlich sagen, dass die These „Jeder wie er will“ heute nicht mehr akzeptabel ist! Jeder weiß um die Probleme und deren Ursachen. Und nein, übertriebener Konsum und Vielfliegerei ist unter diesen Umständen nicht mehr drin! Würde jeder Mensch so leben, könnten wir uns direkt begraben.
    Und ich finde, dass grade Eltern eine Verantwortung besitzen, dass ihre Kinder in 30 Jahren noch die Möglichkeit bekommen ein zivilisiertes Leben führen zu können.

  17. Ann-kathrin sagte am

    Ich möchte mich an dieser Stelle auch mal fragend an Jessie wenden. Ich verfolge Journelles hin und wieder weil ich deine Persona eigentlich ganz neckisch finde. Habe auf Instagram auch deine Renovierung verfolgt weil ich solche Transformationen spannend finde. Ich musste aber immer wieder mit Argwohn bemerken, dass du zum einen anscheinend einen Großteil deiner Wohnungseinrichtung erneuert hast (und das obwohl manche Teile erst wenige Jahre alt waren, wie man auf eBay Kleinanzeigen lesen konnte) und dann die meisten Dinge teuer hast einfliegen lassen. Heute lese ich dann, dass auch handgeknüpfte Teppiche aus Peru (!!!) nicht in der Wohnung fehlen dürfen. Da finde ich es doch ein wenig… befremdlich… hier immer wieder von Nachhaltigkeit zu lesen (wenn auch nicht von dir geschrieben aber nun mal auf deiner Seite). Freue mich auf eine reflektierte Antwort von dir.

  18. Das wahrhaft beschämende ist, dass auf einem Blog, der den Hedonismus und Konsum derart feiert, ein solcher Artikel erscheint.

  19. Teresa sagte am

    Ich habe mehrere Tage über euren Artikel und meine Meinung dazu nachgedacht, bevor ich diesen Kommentar im Kopf formuliert habe. Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass „Öko Shaming“ hier an dieser Stelle falsch eingesetzt wurde. Öko Shaming ist für mich, wenn Umweltaktivistinnen wie Greta oder auch Madeleine von DariaDaria öffentlich angegriffen werden, weil sie nicht die 100%-Lösung gefunden haben. Also bei Menschen, die viel für unseren Planeten tun, in allen Lebenslagen und Themenbereichen, aber vielleicht unter 1.000 (Nacht-)Zugreisen, ein Mal mit dem Flugzeug eine Langstrecke geflogen sind, um bspw. auf Missstände in anderen Ländern hinzuweisen oder nach langer Zeit Familie wiederzusehen.
    Dass ihr den Begriff für euch benutzt, finde ich auch falsch. Ihr porträtiert den Luxus, das ist sicher auch euer Thema und eure „Nische“. Teure Luxusurlaube, jede Saison neue Luxusklamotten vorstellen, hochwertige und teure Gesichtspflege – das sind eure Themen, mit denen ihr ja auch erfolgreich seid. Dass das in der heutigen Zeit auch zu Kritik führt, ist nachvollziehbar. Dass Menschen euch darauf hinweisen wollen, dass es auch anders geht, finde ich legitim. Dass dabei der Tonfall sehr oft nicht stimmt, hat dabei nichts mit Öko Shaming zu tun, sondern mit der generellen Anonymität und Umgangsform im Internet. Und das kann man auch unangebracht finden – geht mir genauso. Nur vielleicht geht es eher um Internet-Netiquette als um Öko Shaming.
    Vielleicht regt euch das ja zum Nachdenken an. Mir geht es mit meinem Kommentar keinesfalls darum, gemein zu sein oder euch für eure Themen anzuprangern. Ich habe nur mal versucht, dieses Thema von einer möglichst neutralen Seite zu beleuchten und neutral soll auch mein Tonfall hier sein.

    • Jessie sagte am

      Huhu Teresa, ich glaube, da wurde etwas missverstanden: Wir beziehen Öko-Shaming weder auf Journelles, noch auf uns als Personen. Es ist ein allgemein gültiges Phänomen, das besonders bei Menschen wie von dir angesprochen Madeleine oder Greta auftritt – natürlich auch bei uns – aber das ist nicht der Fokus. Wir fühlen uns nicht in erster Instanz davon angesprochen. Das macht Alex´Artikel in meinen Augen übrigens noch mal spannender. LG Jessie

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