ERDEM x H&M am Märchenbrunnen – wir haben die Kollektion anprobiert und ein exklusives Q&A mit Erdem Moralioglu

Durch Labyrinth-Gänge laufen, auf Mauern balancieren und mit den im Wind flatternden Kleidern den Märchenbrunnen entdecken – ein solches Lebensgefühl hat man in der Großstadt dann doch nicht allzu oft. Dank der neuen H&M Designkooperation mit Erdem (hier findet ihr alle Infos) haben wir allerdings mal kurz den Hauch von Alice im Wunderland erahnen können, die traumhaften Modelle schon mal für euch Probe getragen und mit Designer Erdem Moralioglu über den ERDEM-Faktor gesprochen: Blumenmuster, Prinzessinnen-Fantasien und seine Marketing-Magie.

Bevor die Kollektion nächsten Donnerstag in die Stores kommt, haben wir jetzt also schon mal einen exklusiven Vorgeschmack und zeigen euch im Team Journelles unsere Lieblingslooks.

ERFOLG

Ein Traumkleid von Erdem kostet leicht mehrere tausend Euro. Welche Frau kauft ein solches Kleid und zu welchen Anlässen trägt sie es? Wie sieht die typische Erdem-Frau aus?

 

 

Erdem Moralioglu: Ich liebe es, dass so viele unterschiedliche Frauentypen Erdem tragen. Das ist einer der Hauptgründe, weshalb ich mich so freue, bei der Designkooperation mit H&M dabei sein zu können. Es gibt so viele Frauen auf der Welt, die sich meine normale Kollektion nicht leisten können – aber sie würden in meinen Entwürfen großartig aussehen.

Ich finde es außerdem spannend zu sehen, wer welches Teil von Erdem x H&M kaufen wird und wie es dann kombiniert wird.

RISIKO

Risikofaktor Qualität: Wo musste man bei der Zusammenarbeit mit H&M Abstriche machen?

Ich habe mich sehr über die Herausforderung gefreut, die Kollektion gemeinsam mit H&M zu kreieren und ihnen all die Stofffabriken zu zeigen, mit denen ich schon lange arbeite. Ich habe ihnen beispielsweise Harris Tweed vorgestellt, womit sie nun erstmalig gearbeitet haben.

Es ist einfach wunderbar authentisch, mit einer alten traditionellen Manufaktur zusammenzuarbeiten und gleichzeitig toll, dass wir diesen Charakter und die Geschichte mit in die Kollektion einfließen lassen konnten.

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DESIGNANSPRUCH

Ein Kleid von Erdem hat eine starke DNA. Blumen, verspielte Schnitte, ein romantisches Gefühl. Wie schafft man es in der rasend schnellen Modebranche, jede Saison relevant zu bleiben und trotzdem eine starke Corporate Identity beizubehalten? Oder anders – wird das Designen von Blumenkleidern irgendwann mal langweilig?

 

 

Ich finde Blumen endlos faszinierend. Für mich ist das die Sprache der Weiblichkeit. Mich fasziniert alles, was Feminität ausstrahlt, seien es nun das florale Muster oder Spitze. Ich mag es es zudem, wenn man das Alter eines Stoffes nicht erkennen kann –  wenn ein Stoff entweder heute oder vor 100 Jahren gemacht worden sein könnte. Zeitsprünge beeindrucken mich einfach sehr.

EINFLUSS

Der Einfluss von Social Media auf  Sales und Image wird immer gewaltiger. Erdem hat auf Instagram überspitzt gesagt „nur“ 286.000 Follower (Anmerkung: nach der Show in L.A. sind es nun 303.000 Follower).  Inwiefern setzen Sie auf eine Zusammenarbeit mit Influencern und spielt Social Media eine große Rolle im Unternehmen? 

Ich bin Instagram erst kürzlich beigetreten und nutze es nur selten. Aber ich schaue unheimlich gerne, was meine Freunde machen und was ihnen gefällt. Für mich sind die Kleider aber wichtiger. Ich bin ein Designer und am glücklichsten, wenn ich in meinem Atelier bin. Daher geht es eher um meinen kreativen Prozess, sei es nun für meine Laufstegkollektionen oder die H&M-Kollaboration.

MARKETING UND MAGIE

Sie führen Ihr Label ganz ohne große Investoren und haben nur einen Store. Was sind die Vorteile – vor allem da die Exklusivität des Labels durch die Zusammenarbeit mit H&M vorerst aufgehoben wird? 

Es macht mich sehr stolz, ein komplett unabhängiges Label zu sein und ich hoffe, dass wir weiter organisch wachsen und uns entwickeln. Gerade deswegen ist die Zusammenarbeit mit H&M so aufregend, weil wir so ein Publikum erreichen, das wir normalerweise nie erreicht hätten.

Vielen Dank für das Interview!

Erdem x H&M ist ab dem 2. November in ausgewählten Stores und online erhältlich.

Alle Fotos: Alexandra Kutek

– Das Shooting ist in Kollaboration mit H&M entstanden–

Kommentare

  1. Ich freue mich schon sehr auf die Kollektion.
    Charlotte, darf ich fragen, wie der Blazer ausfällt? Den würde ich nämlich gerne kaufen.
    Marie, das Kleid mit dem Rolli – es steht Dir so gut!

    • Charlotte sagte am

      Liebe Nicole,
      Danke für dein liebes Feedback. Der Blazer fällt normal aus. Ich trage hier eine 36, würde ihn aber persönlich für einen lässigeren Fit in 38 nehmen. Mit dem dicken Pullover darunter sitzt er natürlich anders, als mit einem dünnen Shirt oder einer Bluse 🙂
      Liebst,
      Charlotte

  2. Ich liebte ERDEM schon immer! Einfach traumhaft – aber nur wenige Stores in Deutschland führen die Marke.
    Ganze Kollektionen waren sowieso nie zu sehen. Diese H&M Geschichte ist der Wahnsinn. Die Sachen sind wunderschön und wirklich ganz nah dran an seiner einzigartigen DNA. Ich habe sooo Angst, dass ich nix kaufen kann, weil es den Riesen-„Run“ geben wird. Die Nacht vor der Filiale schlafen…? 😉

  3. Obwohl Marni zu meiner lieblings Kollektion gehört, finde ich Erdem am schönsten! Ich freue mich schon, allerdings beführte ich, dass ich nichts ergattern werde! Der Online Shop wird bestimmt zusammen stürzen wie immer
    Kostantina

  4. Wirklich traumhaft…Kleider, Kulisse…könntet ihr bitte noch einige grundsätzliche Infos zu Qualität und Passform der gezeigten Stücke geben? Das wäre toll!

  5. Tolle Bilder und einige Stücke sind wirklich auch toll. Ich war erst skeptisch, oft gefallen mir die Kollektionen nicht. Aber vielleicht bin ich da auch zu skeptisch, es ist ja logisch, dass da ein bisschen „runter gebrochen“ werden muss.

  6. Ganz tolle Bilder, besser als in jeder Vogue!
    Mich würde euer persönlicher EIndruck interessieren. Der Karo-Mantel z.B. wirkt sehr oversized. Wie findet ihr die einzelnen Stücke?

    • Hallo Jen, ich finde den Karomantel sehr oversized. Bei mir ist er eine Nummer kleiner immer noch oversized, aber dann schön und nicht sackartig. 🙂 Tendenziell auf jeden Fall eine Nummer kleiner nehmen als normal!

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