Eine Investition, die sich lohnt: endlich richtiges Tafelgeschirr

Als mir neulich ein Teller auf dem Küchenboden zerschellte, musste ich beim beunruhigten Blick in den Küchenschrank feststellen, dass zwar noch ausreichend Teller vorhanden, diese aber weder einheitlich noch besonders ansehnlich sind. Es stehen dort: Die Überbleibsel meines ersten Ikea-Geschirrsets aus Studententagen – etwa die Hälfte davon hat Macken – sowie zwei Exemplare, deren Herkunft ich mir beim besten Willen nicht erklären kann. (Also falls jemand

Als mir neulich ein Teller auf dem Küchenboden zerschellte, musste ich beim beunruhigten Blick in den Küchenschrank feststellen, dass zwar noch ausreichend Teller vorhanden, diese aber weder einheitlich noch besonders ansehnlich sind. Es stehen dort: Die Überbleibsel meines ersten Ikea-Geschirrsets aus Studententagen – etwa die Hälfte davon hat Macken – sowie zwei Exemplare, deren Herkunft ich mir beim besten Willen nicht erklären kann. (Also falls jemand aus meinem Freundeskreis Teller vermisst, bitte melden.) Der Rest meines Geschirrs ist ebenfalls ein Sammelsurium, auch wenn es immerhin farblich zusammen passt.

Zeit also, sich nach einem hochwertigeren Service umzuschauen. Die Auswahl ist überraschend gross. Wer bereit ist, langfristig zu denken und auch ein wenig Geld zu investieren, sollte vielleicht in Erwägung ziehen, ein Service aus einer der traditionellen Porzellanmanufakturen zu erwerben. Der Vorteil – wenn mal ein Teil kaputt geht, kann man es problemlos nachbestellen.

Eine Auswahl verschiedener Geschirr-Designs stelle ich euch hier vor – von klassisch über futuristisch bis hin zum handgefertigten Service.

Vom Limburger Keramikkünstler Pieter Stockmans stammt das Porzellanservice Uno-due-tre für Serax. Aussen matt und innen glasiert, besteht es aus 26 geometrischen Grundformen – rund, viereckig, sechseckig und achteckig – die sich wie ein Kunstwerk ineinander fügen.

Pieter Stockmans "UnoDueTre" für Serax

 

Exklusiv für Menu entwarf das Design-Studio Norm Architects das Service New Norm Dinnerware, das in einer harmonischen Farbpalette basierend auf den Tönen Weiss, Ash, Haze, Storm, Carbon, Blossom, Sand, Nude oder Latte erhältlich ist.

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Die Kollektion Rhythm von Fou de Feu kombiniert reines, weisses Porzellan mit Schneidebrettern aus Marmor, Platzsets aus Leder und Holzelementen.

"Rhythm" von Fou de Feu

 

Unaufgeregt-elegant ist White Fluted von Royal Copenhagenein Entwurf aus dem 19. Jahrhundert – der heute cooler denn je. Mein Favorit!

Royal Copenhagen "White Fluted"

 

Sensu heisst die Serie von Bodo Sperlein für Nikko, für die er sich von den klaren Formen moderner Architektur inspirieren liess. Entstanden ist dabei ein zeitloses Service, das sowohl zu einer modernen Einrichtung als auch zum Landhaus-Stil passt.

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Das Brunch-Set von Vipp besteht aus Schale, Teller, Eier-Ring und Kaffeetasse in den für Vipp typischen sanften Formen. Jedes Teil besteht aus handgearbeitetem Porzellan mit glasierter Innenseite und einer Aussenseite mit mattem, weichem Finish. Erhältlich ist es in traditionellem Weiss und Grau.

Vipp Brunchset

 

Hammershøi von Kähler ist ein klassisches, elegantes Service bestehend aus den traditionellen skandinavischen Elementen: Keramik, Eiche und Glas. Die Linie ist in mehreren, kombinierbaren Farben erhältlich und wird ergänzt durch hübsche Glaskaraffen mit Keramikverschluss, Salz- und Pfeffermühlen und Salatbesteck aus Eichenholz.

Kähler "Hammershøi"

 

Die 1952 von Kaj Franck entworfene Serie Teema besteht aus drei einfachen Formen: dem Kreis, dem Quadrat und dem Rechteck sowie aus sechs verschiedenen Farben. Den Kombinationsmöglichkeiten sind somit keine Grenzen gesetzt. 

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Vielleicht seid ihr in einem der COS-Stores bereits auf ein Design von Pi Bjørg gestossen: die beiden Porzellanschälchen Salt & Pepper. Die dänische Keramikdesignerin hat aber noch mehr auf Lager: zum Beispiel das handgefertigte Service Vitta, das aus neun Teilen in fünf verschiedenen Farben besteht.

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Pi Bjørg "Vitta"

 

Wer cleanem, weissen Geschirr nicht so viel abgewinnen kann, sollte unbedingt einen Blick auf die Arbeiten der niederländischen Designerin Kirstie van Noort werfen. Zarte Farben, raue Strukturen und eigenwillige Formen sind ihr Markenzeichen. Hier im Bild die Cornwall Collection, erhältlich zum Beispiel über Native & Co.

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Zu einem Parisbesuch gehört unbedingt auch ein Abstecher zu Astier de Villatte in der Rue Saint Honoré. Das Design-Duo Ivan Pericoli und Benoît Astier de Villatte entwirft neben Wohnaccessoires auch ausgefallenes Porzellangeschirr mit handgemachtem Charme.

Astier de Villatte

Von Tine

Ich beobachte gerne, überall und immer, ich mache sozusagen Fotos mit den Augen. Ein fester Bestandteil meiner Arbeit als Grafikerin ist das Erstellen von Moodboards. Dabei entdecke ich täglich Neues aus den unterschiedlichsten Bereichen. Seit 2011 stelle ich meine Entdeckungen regelmässig auf meinem Blog Inattendu vor. Oft werde ich gefragt, ob ich nicht den Drang verspüre, all die schönen Dinge auch kaufen zu müssen. Zum Glück nicht, denn sobald ich etwas gepostet habe, habe ich ohnehin schon ein wenig das Gefühl, als würde es mir gehören. Dass „posten“ hier in der Schweiz auch „einkaufen“ bedeutet, ist also vielleicht mehr als nur Zufall?

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26 Antworten auf „Eine Investition, die sich lohnt: endlich richtiges Tafelgeschirr“

Oh ja, „richtiges“ Geschirr will gut überlegt sein! Ich persönlich stehe überhaupt nicht auf Weiß, und auch nicht auf Massenware… wir haben uns zur Hochzeit (Klischee, I know) echte Keramik aus einem Dorf in Frankreich schenken lassen – sowas in der Art bekommt man aber auch via Etsy und Co., z.B. https://www.etsy.com/listing/200282169/dinner-plates-free-formed-organic-shaped?ref=sc_1&plkey=136b2b37a4f5cb88a41c5db49a7ff30598e43040%3A200282169&ga_search_query=dinner+plate+set&ga_vintage_rewrite=handmade+dinner+plate&ga_original_query=2&ga_page=3&ga_search_type=handmade&ga_view_type=gallery
oder
https://www.etsy.com/listing/174028506/pastel-blue-dinner-plates-blue-kitchen?ref=sr_gallery_41&ga_search_query=dinner+plate+set&ga_vintage_rewrite=handmade+dinner+plate&ga_original_query=2&ga_ref=related&ga_page=1&ga_search_type=handmade&ga_view_type=gallery
Mir persönlich gefallen handgemachte Stücke immer besser, weil weniger clean, aber man kann auch diese sehr minimalistisch bekommen (wir haben z.B. alles in einem leicht changierendem Hellblau).

Auch sehr hübsch, nur muss man bedenkem dass Keramik nicht besonders stoßfest ist. Im Alltagsgebrauch mit Spülmaschine sieht das Set bald nicht mehr besonders hübsch aus.
Mein Favorit ist das Royal Copenhagen – Fluted. Die Form ist die vom altbekannten Musselmalet (blaues Muster), von dem es auch die moderne Variante „Mega“ gibt. Ich habe eine Mischung aus Fluted, Musselmalet und Mega – so kann ich mal clean und cool und mal verspielter decken.

Einen Mix aus verschiedenen, verwandten Serien finde ich auch sehr spannend, vor allem wenn man sich an einer etwas sattgesehen hat.

Das kann ich überhaupt nicht bestätigen… ich hab unser Set seit 2010 im täglichen Gebrauch und alles – und ich rede hier von 8x große Teller, kleine Teller, tiefe Teller, Schalen etc – ist noch heile und wie neu. Nix gesplittert oder verfärbt oder irgendwas, trotz Spülmaschine… Das Zeug ist sehr schwer und massiv, das kann schon mal runterfallen

Schöner Beitrag. Vielen Dank. Schönes Geschirr wertet jeder Tafel ungemein auf. Mir fehlen nur ein paar Klassiker aus Deutschland. Wir haben so wunderschöne Porzellanmanufakturen. Villeroy & Boch, Hutschenreuther und die Königin des Geschirrs KPM!

Danke für diese Anmerkung, da hast Du völlig recht, ich dacht nur, dass die deutschen Manufakturen eher bereits bekannt sind. Mein Favorit von KPM ist übrigens das Urania Service!

Anna, completely agree. Ich liebe auch diese urdeutschen Klassiker. Gerade in modernen Wohnungen finde ich das total schön.

Ja finde ich auch. Gerade der Mix machts. Moderne Kunst und Möbel neben dem alten Schrank von der Großmutter und KPM 🙂 So liebe ich es persönlich sehr.

Ach Leute, über sowas wie Tafelgeschirr macht man sich doch erst ab 45 aufwärts Gedanken und spart bis dahin die Knete, um durch die Weltgeschichte zu petzen. 🙂

Ich finde, Aussagen wie „xxxx man man doch erst ab…“ ziemlich borniert. Ein jeder solle zu jeder Zeit leben, wie ihm/ihr gefällt. Ich hatte schon mit 18 ein komplettes Geschirr, ich nutze es noch immer. Und stell dir vor: Ich bin trotz Porzellansammlung im heimischen Küchenschrank fast jedes Jahr mehrere Monate gereist… Wenn das eine das andere für dich ausschließt, dann brauchst du einen Schlüssel, der dein Blickfeld öffnet.

Liebe Grüße,
Bettina

Na du hast ja wenigstens keine Probleme, wenn du dir einen scherzhaft gemeinten Kommentar so zu Herzen nimmst.

Sehr schöne Auswahl, aber wer demnächst an Kinder denkt oder welche hat und auch mit ihnen essen will, sollte von teurem Tafelgeschirr Abstand nehmen. Es steht dann leider sehr lange Zeit im Schrank rum und wenn man es dann irgendwann wieder raus holt, ist der Geschmack vielleicht nicht mehr derselbe. Deshalb rate ich zu guten Kompromissen, es muss ja nicht Ikea sein, aber es sollte immer noch alltagstauglich und gebrauchsfähig bleiben.

Unterschätze mal nicht die Qualität guten Porzellans. Das hält richtig was aus.
Wir essen täglich von „gutem“ Geschirr – auch mit den Kindern. In über 10 Jahren ist einmal ein Teller kaputt gegangen. Und da ist eine Weinflasche unglücklich drauf gestürzt.

KPM Neuosier ist übrigens mein „Sonntagsnachmittagausgeh-Geschirr“ . Ich liebe es!

Warum das Geld immer nur für Schuhe und Handtaschen raushauen? Von schönem Geschirr hat man mindestens genauso viel.

Das kann ich nur bestätigen. Wir waren auch das ewige Sammelsurium leid und haben uns jetzt nach und nach Porzellan vom „Weihnachtsmann“ gewünscht….und es macht sooo viel aus! – und wir haben auch kleine Kinder!

Unseres ist übrigens von Kahla. Auch aus Deutschland und auch hier produziert!!!
http://www.kahlaporzellan.com/produkte/kollektionen/
Die führen ein, wie ich finde, sehr modernes, alltagstaugliches Sortiment.

Toller Post.
Ich habe mir mein Wunschtafelservice nach und nach schenken lassen, das ist ja der Vorteil bei Klassikern und Designstücken, es wid nie ausverkauft sein. Es ist schlicht und weiß und somit perfekt zum Ergänzen und Verändern mit anderen Serien, Herstellern und Farben. So sieht der Tisch immer anders aus.

Wunderschönes Porzellan aus Österreich gibt’s hier: http://www.gmundner.at/ Hab von meiner Großmutter über Jahre hinweg immer mal wieder etwas davon bekommen und freue mich jetzt über meine „Komplettausstattung“.

Sehr hübsch, aber leider sehr weiche Keramik. Das hält einem täglichen Gebrauch nicht lange stand (jedenfalls nicht in ansehnlichem Zustand)

das kann ich überhaupt nicht bestätigen, haben sogar noch was aus dem bestand meiner urgroßmutter und trotz spülmaschine und generationen von kinderhänden sieht es top aus.
benutze auch selber das service seit fast 10 jahren als alltagsgeschirr (neu gekauft) und kann sagen, dass es sehr stabil und haltbar ist und auch die farbe nicht verloren hat.

Tipp: Gebrauchtes Geschirr! Es gibt Leute, die erneuern ihre Service alle 10 Jahre und verkaufen komplett, doch man findet auch tolle Einzelangebote.

Wir haben zwei Ferienapartments an verschiedenen Orten, jeweils ausgestattet mit gebrauchtem Geschirr bekannter, hochwertiger Serien. Bezugsquellen neben Ebay und Flohmärkten zB auch diese Website http://www.alteserien.de

Für 20 Teile Royal Copenhagen blue fluted haben wir gut 200 Euro bezahlt, der Neupreis wäre über doppelt so hoch gewesen. Man bekommt nicht alles auf einen Schlag, aber innerhalb eines halben Jahres war es komplett. Nun lauere ich auf eine bestimmte Servierplatte für die 4-Personen FeWo in Hamburg.

Dann haben wir fürs Häuschen bei Grasse eine etwas rustikalere Keramikserie eines französischen Herstellers zusammengestellt, alles aus einer Linie, in zwei Farben (altrosa und graubeige). Jedes Teil kam über Ebay-France oder lokal Flohmmärkte, alle Teile sind benutzt aber tadellos. Bislang haben wir mehr als 30 Teile, die Ersparnis über 50%!

LG, Tina

Ach danke liebe Tine, dein Post kommt wie gerufen.

Ich hab schon seit Jahren das Gmundner Keramikgeschirr als Alltagsgeschirr in Geflammt und mit Rand, hab ich mir zum Studienbeginn und damit einhergehende erste Wohnung gewünscht und immer wieder ergänzt. Ich kann es nur empfehlen, spülmaschinenfest, kindersicher und auch noch in 30 Jahren nachkaufbar. Meine Mutter hat sogar noch Teile davon aus dem Besitz meiner Urgroßmutter, die sowohl sie, als auch die Spülmaschine und meine Schwester und mch überlebt haben.

Für den besonderen Anlass und den festlich gedeckten Tisch hätte ich aber gerne auch etwas in weiß und jetzt kommst du mit dem Hammershøi – ich hab mich verliebt. Danke 🙂

P.S.: Der Link zum Gmundner http://shop.gmundner.at/designs/geflammt-einfarbig.html

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.