Ein Abend mit Diane von Furstenberg – und wer ihre Nachfolgerin bei DVF werden soll

Abgesehen von der The Outnet Lieferung war das unser absolutes Highlight der Woche: Gestern Abend durften wir Diane von Furstenberg, die Erfinderin des Wickelkleids, persönlich treffen.

Die New Yorker Designerin stellte im KaDeWe sowohl ihre neue Autobiografie „Die Frau, die ich sein wollte“ als auch die Resort Collection 2016 vor.

Zu diesem Anlass durften wir auf dem Sofa ganz nah an sie heranrücken, ihr ein paar Fragen stellen und währenddessen ein bisschen von ihrem Glamour tanken. Allein wie sie mit zwei Handgriffen immer wieder durch ihre Haare wuschelt, großartig! Keine Frage: Diese Frau ist eine Ikone – und in echt noch herzlicher, als sie ohnehin schon in der Reality-Show „House of DVF“ wirkt.

Liebe Frau von Furstenberg: Sie sind seit über vier Jahrzehnten im Geschäft, aber in der heutigen Zeit verändert sich alles so schnell. Jetzt sitzen Sie hier nicht wie früher mit der Crème de la Crème der Printredakteure, sondern umringt von Bloggern. Wie gelingt es Ihnen stets up to date zu bleiben, was zum Beispiel die neuen Medien betrifft?

Ich bin neugierig und ich mag Veränderungen. Ich habe mehrere Karrieren hinter mir und nach wie vor fühlt sich für mich alles neu an. Die Herausforderung ist nun, wie ich meine Firma so organisiere, dass sie auch in Zukunft ohne mich funktioniert.

Diane von Furstenberg ohne Diane von Furstenberg – wie stellen Sie sich das vor?

Ich wünsche mir, dass eines Tages meine Enkeltochter Talita das Geschäft übernimmt. Mit der Generation der Anfang 20-Jährigen kann ich mich sehr gut identifizieren, denn das waren auch für mich die wichtigsten Jahre meines Lebens. Ich wollte alles – Spaß, Karriere und Familie. Allerdings war es damals alles andere als üblich. Deshalb ist mir heute wichtig, Frauen auf dem Weg nach oben zu unterstützen.

(Aus DVF wird TVF – Talita ist übrigens eine ziemlich coole Socke, wie wir finden!)

Ein von TVF (@talitavon) gepostetes Foto am

Ihre Enkelin hat selbstverständlich einen Instagram-Account. Posten Sie die Fotos auf dem Account von DVF wirklich selbst?

Also, wenn unter einem Foto „Alles Liebe, Diane“ steht, dann stammt es selbstverständlich von mir. Für meine Bilder gibt es immer die meisten Likes! Ansonsten habe ich ein wunderbares Team, das mich bei der Arbeit unterstützt.

Ein von DVF (@dvf) gepostetes Foto am

Und wie sieht es mit Snapchat aus: Haben Sie das schon einmal versucht?

Ich habe noch nie gesnapchattet, aber eines Tages werde ich es!

Leonie Hanne von Ohh Couture reicht Diane von Furstenberg ihr Handy und nach einem kurzen Schockmoment („Wie sehe ich denn aus???“) nimmt die Designerin tatsächlich ihren allerersten Snapchat auf: „Das ist mein erster Snapchat – wünscht mir viel Glück!“

In der Mode gab es in letzter Zeit viel Aufregung: Erst beendeten Alexander Wang und Balenciaga die Zusammenarbeit nach nur drei Jahren, dann kündigte Raf Simons bei Dior und schließlich musste Alber Elbaz seinen Posten bei Lanvin abgeben. In diesem Zusammenhang wird immer wieder von dem großen Druck gesprochen, der auf den Designern lastet. Wie gehen Sie persönlich damit um?

Nun, ich habe den Vorteil, dass ich nicht bei einem großen Modehaus angestellt bin, sondern DVF meine eigene Firma ist. Den Druck mache ich mir – wenn überhaupt – selber. Umso wichtiger ist es für mich, rechtzeitig eine Veränderung herbeizuführen: Ich habe Karriere gemacht, Bücher geschrieben und meine Kleider wurden in Museen ausgestellt. Ich habe meine Geschichte erzählt und jedem ist klar, für das DVF heute steht. Es ist an der Zeit ein Team zu finden, dem ich vertraue und die Verantwortung übertragen kann.

Unsere letzte Frage: Nicht zuletzt durch die erfolgreiche TV-Serie „House of DVF“ sind Sie für viele junge Frauen ein Vorbild geworden. Was hat Sie persönlich immer angetrieben?

Diana Vreeland, die ehemalige Chefredakteurin der amerikanischen Vogue hatte großen Einfluss auf mich. Und was Mode betrifft: Ich liebe Marlene Dietrich! Nicht zu vergessen Yves Saint Laurent, Gucci und der italienische Modeschöpfer Giorgio di Sant’Angelo. Als ich angefangen habe, hatte ich nur ein Ziel vor Augen: finanziell unabhängig zu sein. Nachdem meine erste Firma pleite gegangen war und ich 16 Jahre später ein Comeback wagte, wollte ich der Welt zeigen, wer ich bin und was ich drauf habe. Jetzt möchte ich sicherstellen, dass die Marke Diane von Furstenberg weiterhin besteht, wenn ich einmal nicht mehr bin. Wie gesagt, meine wunderschöne Enkelin Talita wird meinen Posten irgendwann übernehmen. Sie ist 16.

Dann bleibt ja noch ein bisschen Zeit. Vielen Dank für das Interview!

Kommentare

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Geben Sie einen Text ein

Geben Sie Ihren Namen ein