Editor’s Letter: The September Issue

Die Septemberausgaben der Modemagazine sind jedes Jahr besonders prall gefüllt; die neue Saison beginnt, wir bereiten uns auf Herbst/Winter vor und verabschieden gemächlich den diesjährigen bombastischen Sommer 2018. Der Übergang hat etwas Magisches, fühlt sich kribbelig an. Man ändert nicht nur die Garderobe, sondern baut sich wieder sein Nest, sortiert aus, nimmt sich viel vor für die neue Jahreszeit. Ich passe unterbewusst immer meine Ess- und Freizeitgewohnheiten an und habe als cherry on top eine ganz besonders spannende Zeit vor mir: Wir bekommen im Winter unser zweites Baby und das wirbelt meine Gefühlswelt noch enormer auf!

Zeit, auch die Journelles-Redaktion umzustrukturieren, Redaktionspläne und Artikel neu zu denken und das Bauchgefühl wieder mehr in Einklang mit der Ausrichtung der Seite zu bringen. Mein Credo war stets: Konzentriere dich auf den Content, der dich selbst interessiert und inspiriert, teile News, Links und Fundstücke und stelle Persönlichkeiten vor, über die du schon immer mehr erfahren wolltest. Meine Begeisterungsfähigkeit hat mit den Jahren ein wenig abgenommen, ich bin kritischer, hinterfrage mehr, der Fokus hat sich deutlicher verschoben. Mein Stil hat sich gefestigt, ich weiss noch schneller, was mir gefällt und was nicht. Und das „vom Hocker gerissen werden“ tritt deutlich seltener ein.

Fashion has entered a state of pure postmodernism where anything goes and nothing means anything anymore

 

 

schrieb kürzlich, hach, wie passend zum Sommerloch, Business of Fashion und ich saß dort und nickte und bejahte und applaudierte innerlich. Und war im Nachgang traurig, denn die Branche habe ich mir mit Anfang 20 mit grösster Begeisterung und diesem Kribbeln im Bauch ausgesucht. Ich habe manchmal schneller getippt als mein Kopf hinterher kam, mir Nächte um die Ohren geschlagen, Runway-Looks und Designerstücke gewälzt, nur um Fundstücke möglichst flott mit meinen Lesern zu teilen.

Heute überlege ich vier Mal, welche Kollektion oder welches Label ich überhaupt noch vorstellen mag. Selbst im Interior-Bereich, der über die Jahre hinweg immer enger an (Mode-)Trends geknüpft wurde, scheint derzeit alles abgegrast.

Mehr denn je schöpfe ich meine Kraft aus der Zeit mit meiner Familie, Spielplatzvergnügen und der Möglichkeit, das Herz mit ganz viel Liebe zu befüllen, denn: Die Kinder werden ja so schnell groß! Keine blöde Redensart, vielmehr erschreckende Realität.

Dennoch will das Auge Schönes sehen, Gutes essen, Bewegendes hören und sich mit Dingen beschäftigen, die gute Laune machen. Und diese Leidenschaft habe ich natürlich nicht verloren, weswegen ich vielleicht mehr denn je danach suchen muss, aber wenn man dann mal wieder einen Interior-Klassiker oder den coolen roten Strickpulli entdeckt hat, ist das alte Kribbeln zurück.

Meine Vorhaben für Journelles

Genau so möchte ich mit meinem Redaktionsteam in Zukunft die Inhalte gestalten. Alles, was wir spannend oder bemerkenswert finden, soll hier weiter statt finden. Das kann der Trendreport sein, ein Interview, eine Persönlichkeit, kleine große Internetphänomene. Es soll aber vor allen Dingen wieder persönlicher werden. In meinen wöchentlichen Updates ist es das ohnehin, aber auch die kleinen Themen – zum Beispiel, wie man den Herbst mit einem riesigen Babybauch übersteht oder wie meine derzeitige Beauty-Routine aussieht – möchte ich mehr besprechen. Vielleicht interessiert euch ja auch mein Instagram-Moodboard? Oder wie es beim Yoga läuft?

Jeden Montag rede ich auf Mini Journelles über meine Schwangerschaft und dabei sehen mehr als die Hälfte meiner Follower zu: Eine Quote, die man sonst eigentlich nicht mehr erreicht und die zeigt, dass euch Persönliches und mein Alltag interessieren. Für die Stories bei Journelles arbeite ich daher auch an einem Update…

Gibt es einen Mutterschutz-Urlaub?

DIE Frage, die mir immer wieder gestellt wird. Und für die ich langsam eine Antwort formulieren möchte. Ja, es wird diesmal eine richtige Auszeit geben. Bei meiner ersten Schwangerschaft war meine Abwesenheitsnotiz keinen Monat da, weil uns die Weihnachtszeit und die Winterferien aber diesmal gut in die Karten spielen, möchte ich mehr Zeit für die neue Situation einplanen. Drei Monate klingen erst mal viel, in Wahrheit sind die rum wie nix. Sollte machbar sein – sowohl für mich als auch euch, unsere Leser. Denn Inhalte, unser großes Gift Special und ganz viele Updates auf Social Media und in unserem Newsletter bereiten mein Redaktionsteam und ich dennoch vor. In unserem Newsletter gibt es übrigens immer wieder exklusive Themen, also schnell abonnieren!

Der große Sommer Sale bei JOUUR.

Meine Partnerin Pia und ich haben den Sommer ebenso dazu genutzt, unser gemeinsames Label JOUUR. weiter zu planen. Nach 3 Jahren auf dem Markt sind wir nach wie vor super happy, dass unser Basics-Label so gut funktioniert und wir viele treue KäuferInnen gefunden haben. Ähnlich wie bei jeder anderen Marke gilt aber auch hier: Ohne Veränderung tritt irgendwann Stillstand ein, insbesondere, wenn man es als Liebhaberei betreibt und nicht Fulltime daran arbeitet. Daher ist nicht nur der Shift notwendig, mehr Arbeit hineinzustecken, sondern auch Abläufe zu optimieren. Wir suchen neue europäische Produktionsstandorte für unsere Cashmere- und Seidenprodukte, werden 2019 die Stoffmessen selbst besuchen und uns vermehrt auf Strick konzentrieren.

Deshalb gibt es ab dieser Woche einen großen (also, wirklich großen!) SALE, damit wir Platz für Neues schaffen können, zum Beispiel unseren roten Cashmere-Wollpullover. Es gibt übrigens noch ein paar wenige Handyketten in den herbstlicheren Farben Sand und Oliv und wir haben neue Jessie-Seidenblusen in Dark Navy erhalten. Für die neue Saison sind auch unsere Cashmere-Mützen zurück im Stock, die ich noch genauso liebe wie im letzten Jahr!

Alle Sale-Items findet ihr hier.

S E P T E M B E R  I S S U E

Jetzt aber zurück zu meiner Headline: Alles neu macht der September mit unserer September Issue! Wir werden euch im kommenden Monat bestens auf die neue Saison vorbereiten und mit großen Trendreports die schönsten Mode- und Interiorthemen besprechen, damit die Vorfreude möglichst groß wird. Beim Tippen sind wir jedenfalls schon in die richtige Stimmung gekommen und möchten nur noch dicke Strickpullis, Brauntöne, Animal Prints und Boots tragen. So tut der Abschied vom Sommer auch nicht so sehr weh.

Merci fürs Lesen, ihr Lieben – und auf einen tollen neuen Herbst!

Outfit: Bluse Stine Goya (ähnlich hier), Rock: Étoile Isabel Marant, Sandalen Gianvito Rossi, Tasche Céline

Kommentare

  1. Schön geschrieben. Und ich finde es richtig toll (für dich) dass du dir diesmal eine etwas längere Auszeit gönnen kannst!

  2. Sabrina101 sagte am

    Alles Neue macht der September. Oder Hedi Slimane. Aus Céline wird Celine. Ich bin schon gespannt auf die Kollektion.

  3. Jessi, du sprichst mir aus dem Herzen!
    Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich seit Ewigkeiten blogge, oder dass ich wegen meinem Beruf ständig auf der Suche nach neue Trends und Labels sein muss… Eins steht aber fest: ich bin es langsam überdrüssig, nichts haut mich mehr großartig um. Newcomer Labels, deren „Kollektionen“ aus 10 Teile bestehen, die für normale Kunden unbezahlbar sind. Blogger/ Influencer mutieren zu Designer, indem sie ein Mono Produkt in mehreren Farben kreieren und alle hypen sich gegenseitig. Modehäuser wechseln deren Chefdesigner wie Taschentücher, bis man irgendwann den Überblick verloren hat wer für wenn jetzt eigentlich kreiert?!

    Und obwohl ich soeben einen neuen Trend Report auf meinem Blog gepostet habe, fragte ich mich tatsächlich letztens: „Was war eigentlich diesen Sommer DER Trend?!“ Netztaschen? Das war schon auch letzten Sommer der Fall. Obwohl meine Favoriten für die neue Herbst/ Winter Saison feststehen, muss ich trotzdem gähnen bei der Trend Vorschau: Leo, Animal Prints, Layering …. Wow! „Blumen? Im Frühling! Wie original!“ hieß es mal bei //Der Teufel trägt Prada//. Ich habe schon lange aufgehört mir neue Sachen zu kaufen, da die Trends in meinem Kleiderschrank schon längst bereits hängen. Nur bei der einer oder anderer Tasche werde ich schwach!
    Oder vielleicht beschäftige ich mich schon zu lange damit. Ich weiß es auch nicht..
    LG
    Kostantina

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