Editor’s Letter: 2 0 1 8

Es ist der achte Tag eines neuen Kapitels. 2018 ist schon wieder gemütlich los gestiefelt und nimmt seinen Lauf, ohne dass ich mich so richtig darauf vorbereiten konnte. Denn so sehr ich die Idee mag, ein neues Jahr frisch und erholt, mit neuen Ideen und Vorstellungen für 12 noch nicht durch geplante Monate über die Feiertage zu entwickeln, so hat es zwischen den Jahren einfach nicht ganz hinhauen wollen. Wir haben das Büro drei Tage dicht gemacht und zuhause oder auf Reisen die Seele baumeln lassen. Und sind Verpflichtungen nachgegangen, denn auch Familienzeit kann in Freizeitstress ausarten.

Ich habe mir natürlich Dinge für diese ganze fantastische freie Zeit überlegt. Zum Beispiel meinen und Levis Kleiderschrank komplett zu ordnen und auszusortieren. Meine Buchhaltung wollte ich endlich mal fristgerecht abliefern. Einen Nachmittag blockierte ich für die Ablage, einen weiteren für ein Brainstorming neuer Lieblingsteile für JOUUR.

Ehe ich mich versah, saßen wir am 2.Januar wieder im Büro und ich habe von all dem nichts gemacht. Keine Zeit zum durchatmen, keinen Elan, kein innerer Schweinehund, der mich sonst so gern anstachelt. Was mich der Müßiggang dieser Feiertage gelernt hat? Davon muss es viel mehr geben. Es ist wie eine Therapiesitzung für mich gewesen, keine Häkchen hinter vermeintliche Ziele gesetzt zu haben. Stattdessen einigermaßen entspannt in die Zukunft zu blicken, auch wenn ich keine klare Vision entwickeln konnte. Vielmehr haben mir gute Gespräche mit Freunden geholfen, den Ist-Zustand zu akzeptieren und zu schätzen; ohnehin entwickelt sich das konstruktive Gespräch und von der Seele reden zu meinem wichtigsten Motor. „Haben wir ein Motto für 2018?“ fragte ich meinen Mann noch in der Silvesternacht. Nach „Augen zu und durch“ oder „Alles kann, nix muss“ (das Rheinland hinterlässt seine Spuren) antwortete er trocken: Let’s go with the flow.

Banal, aber wirksam. Denn Vorsätze bauen Druck auf, dem man gerade zum Jahresbeginn gar nicht gerecht werden kann. Das ist wie zwei Wochen im Januar ins Fitnessstudio zu gehen, um sich für den Rest des Jahres nie wieder blicken zu lassen. Vielmehr habe ich also ein paar Wünsche nieder geschrieben, für deren Erfüllung ich zwar selbst verantwortlich bin, dafür aber keine Fristen gesetzt habe.

1. Ein eigenes Zuhause

Kinder machen vernünftiger, zumindest ein Klitzekleinesbisschen. Wie will ich leben, was will ich meinem Kind bieten, wie soll es aufwachsen? Ist es Berlin, ist es die Großstadt, ist es das Landleben – oder eine Mischung aus beidem, wie in meiner Kindheit? Für dieses Jahr haben wir das Thema Wohneigentum auf der Agenda, denn wir möchten gern in Berlin bleiben und suchen ab sofort eine Eigentumswohnung, die wir bezahlen können. Ja, das ist lustig und traurig zugleich, denn diesen Traum hegen viele andere auch, der Immobilienmarkt ist abgegrast und die Preise steigen gefühlt täglich. Aber die Hoffnung wollen wir noch nicht aufgeben.

2. Le Journelles Marché

Vielleicht habt ihr es zwischen den Zeilen schon mal in einem meiner Wochenrückblicke gelesen: Journelles goes offline. Physisch. Unsere Online-Welt wird mit einem Pop-Up-Store verlängert, in dem wir einen Ort für unsere Community schaffen wollen, der inspiriert – auf allen denkbaren Ebenen. Die Konzeptionierung läuft seit einer Weile, jetzt wird der Termin samt Location-Suche konkret. Q1 und Q2 stehen somit unter einem aufregenden, neuen Stern, der ein neues Kapitel bedeutet und auf unsere Designer-Flohmärkte und Office Sales aufbaut. Think big ist mein Motor – ich bin schon ganz hibbelig!

3. Reisefieber beibehalten

Schaue ich auf das letzte Jahr zurück, dann sind die bewegendsten und emotionalsten Erlebnisse auf unseren Reisen passiert. Höhepunkte und Erinnerungen, die man niemals vergisst. Daran möchte ich anknüpfen und, je nach dem, wie die Zeit es zulässt, kleine City-Trips machen. In unserer Kategorie Reise findet ihr in der Zwischenzeit Inspirationen!

4. Fokus auf JOUUR.

Wie man es dreht und wendet, mit Journelles und JOUUR. habe ich zwei Unternehmen, die zwar aneinander anknüpfen und Gemeinsamkeiten haben, letztlich aber doch ganz unterschiedlich sind. Es sind zwei Fulltime Jobs, die zeitlich kaum mit meiner Familienzeit zu verbinden sind. Weil wir seit unserem Pop-Up-Store im KaDeWe aber noch mehr für unsere Basics-Label brennen und die Begehrlichkeit spüren durften, soll 2018 ganz im Zeichen des Ausbaus stehen – und wohl überdachte Schritte zur Vergrößerung gemacht werden. Ein gemeinsames Büro und der Fokus auf mehr Produkte stehen im Vordergrund.

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5. Projekte, die man liebt

Mit dem Ausbau des Team Journelles muss eine (noch) klarere Vision her und Charlotte und ich haben mit der Überarbeitung unseres Gift Specials den Grundstein gelegt. Hinter den Kulissen feilen wir weiter an Inhalten und Specials (-> siehe: Journelles Marché) und der Erweiterung der Plattform. Das Netz steht nie still, die Entwicklung der Branche ist unaufhaltsam (siehe: vor zwei Jahren gab es gar keine Instagram-Stars diesen Ausmaßes, vor fünf Jahren steckte die Vermarktung von unabhängigen Blogs in den Kinderschuhen) und heute stehen wir hier und müssen immer neue Wege finden, den Leser zu unterhalten, die Zahlen auszubauen, weiterhin auf sein Bauchgefühl zu hören und Projekte umzusetzen, für die man brennt. Und das ist der grösste Vorteil der Selbstständigkeit und eines eigenen Unternehmens, den man nie aus den Augen verlieren sollte:

Wofür brenne ich eigentlich? Wo möchte ich hin? Mehr schreiben, denn das bleibt bei all der administrativen Arbeit auf der Strecke? Mehr konzeptionelle Arbeit? Ich stelle mir diese und weitere Fragen täglich und habe nicht immer eine Antwort darauf, vielmehr ändere ich meine Meinung ständig. Was sich aber immer wieder gut anfühlt, ist die Möglichkeit, Kooperationen und Projekte abzusagen, bei denen ich kein Kribbeln spüre, für die ich keine Vision habe oder für die ich sofort loslegen möchte. Die Aufgabe lautet daher, weniger, dafür aber noch tollere Projekte umzusetzen.

6. Der durch deklinierte Wochenplan

Ist es spießig, einen Familienkalender einzuführen, in dem genau fest gehalten wird, wer wann Zeit mit dem Kind verbringt? Ganz einfach: Es geht gar nicht anders. Ein Kind ist ein Fulltime Job, solange es nicht in die Kita geht. Also habe ich einen Wochenplan entwickelt, in dem ganz genau steht, wer wann auf Levi aufpasst und vor allem: Wann nicht gearbeitet wird. Hier noch eine Email, da noch kurz über den Newsletter schauen: Arbeit muss Arbeit sein. Zeit mit dem Kind muss Zeit mit dem Kind sein. Nur dann funktioniert dieses Konstrukt auch, an dem wir in unserer Selbstständigkeit ständig arbeiten und justieren müssen.

Meine kleine Liste vermischt Privates und Berufliches, greift aber unvermeidbar in- und baut aufeinander auf. Work-Life-Balance ist ein Unwort, aber es steckt viel Wahres darin. Immerhin möchte man seine Wünsche in beiden Bereichen erfüllen können und ich glaube daran, dass es nur funktionieren kann, wenn man auf beiden Seiten zufrieden ist und sich verwirklichen kann.

Das vergangene Jahr hat mir gezeigt, dass eine Kombination von Beruf/Karriere und Familie möglich ist. Nur eben in kleineren Schritten als zuvor, was mich aber nicht weniger ambitioniert macht. Vereinbarkeit ist harte Arbeit, nicht immer leicht und verantwortlich für die grössten Unzufriedenheiten. Ich möchte dafür grundsätzlich dankbarer sein.

Dankbar für die Gesundheit unserer Familie.
Dankbar für die Möglichkeit, mich verwirklichen zu können.
Dankbar für den Zuspruch, Kritik und die Liebe.
Dankbar für ein Leben, das ich mir in jungen Jahren nicht glücklicher hätte vorstellen können.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein wunderbares Jahr 2018 und freue mich, die Reise erneut gemeinsam mit euch zu starten – es wird mein inzwischen 12.Jahr mit euch!

xo, Jessie

Kommentare

  1. jessie@journelles.deshevice@web.de
    Andrea sagte am

    Genau, Dankbarkeit. Für alles was Du hast, auch all die kleinen Momente im Alltag. Ein flüchtiges Lächeln morgens zwischen Flur und Bad, ein schlafwarmer Kinderkörper, ein Partner mit dem man über sich lachen kann.

    Das Leben besteht größtenteils aus Alltag und Planung. Man darf es nur nicht negativ sehen. Planung ist Sicherheit, Sicherheit ist Geborgenheit und lässt Platz für Neues. Ich stehe mittlerweile zu meiner Spießigkeit, sie gibt mir ein gutes Gefühl. Ich hab die Dinge im Blick und kann rechtzeitig eingreifen.

    Genießt die Zeit, solange Schule noch kein Thema ist: Ihr könnt antizyklisch reisen und habt noch totale Freiheit was Zeiten überhaupt angeht. Happy little family!

  2. jessie@journelles.dealexandrafleischmann@gmx.net
    Alexandra sagte am

    Liebe Jessi,
    Ich suche schon sooo lange so einen cremefarbenen Rolli, wie Du ihn trägst! Kannst Du mir bitte verraten , wo der her ist!
    LG

  3. jessie@journelles.dekatrinhetebruegge@gmx.de
    Katrin sagte am

    Ist es bei euch so schwierig einen Betreuungsplatz oder ne Tagesmutter zu finden?

      • jessie@journelles.dejana.k@gmx.de

        Ich habe noch während der Schwangerschaft gesucht. Eigentlich bin ich gerade schwanger geworden und habe um die 30 Kitas angeschrieben. Anrufen anrufen anrufen. Permanent nerven. Die Kitas sagen immer wieder, sie müssen nicht permanent anrufen, wir melden uns bei Ihnen. Von wegen! Von den 30 haben vielleicht 5 überhaupt abgesagt, alle anderen haben sich nicht gemeldet. Anrufen, rumschleimen. Geht leider nicht anders.

        • jessie@journelles.deinfo@journelles.de
          Jessie sagte am

          Das ist leider so gar nicht mein Ding, das rumschleimen. Und das System finde ich auch selten besch*****. Aber wenn die Not noch größer wird muss auch ich mich fügen… 😉

          • jessie@journelles.dekat_guenther@web.de

            Es klappt bestimmt zum Sommer hin. Im August gehen viele in die Schule und die Kitas haben wieder freie Plätze. Ich habe zum August einen Platz bekommen (Friedrichshain). Aber zum Tag der offenen Tür bin ich auch in diversen Kitas hingerannt. Viel Glück.

          • jessie@journelles.demarie.pfaff@mailbox.org

            Ich kenne niemanden in Berlin, bei dem es echt nicht geklappt hat. Das mal als Mutmacher! Nicht das häufige Anrufen bringt‘s, sondern zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Wird schon. Versprochen…

  4. jessie@journelles.deanjafrancesca@me.com

    Juhu, komischerweise ist der Artikel wieder weder bei Safari noch bei Chrome oder Opera ausgespielt, ich kann nur über den Instagram-Link darauf zugreifen. Liegt es an mir bzw. meinen Rechner oder kennen das Problem auch andere?

    • jessie@journelles.demarina.bertram@gmx.de

      Anja, versuch es mal über opera und dann privates Fenster öffnen. so geht es leider derzeit nur bei mir…..

    • jessie@journelles.detkueltz@t-online.de
      Katrin sagte am

      Nein, bei mir ist das leider auch so. Seit kurz vor Weihnachten. Manchmal geht es, heute wieder nicht. Dachte schon, ich wäre allein mit dem Problem.

      • jessie@journelles.deinfo@journelles.de
        Jessie sagte am

        Oh wie ärgerlich, entschuldigt! Es liegt erneut mit Prio bei unserem Tech-Dienst. Hoffe, wir haben den Schluckauf bald besiegt!

      • jessie@journelles.dechristina.leibig@gmail.com
        Christina sagte am

        same here! :-/ weder über safari noch chrome werden die neuesten artikel angezeigt.

  5. jessie@journelles.deannalisa.blank@googlemail.com

    Cache löschen, immer wieder. Anders geht es leider gerade nicht…

  6. jessie@journelles.devanessahamm@hotmail.de
    Vanessa sagte am

    Liebe Jessi, woher ist das wunderschöne Jackett, welches du auf auf den Bildern trägst? 🙂 lg

  7. jessie@journelles.debuerogemeinschaft35@googlemail.com

    Ein frohes neues Jahr, Jessie. Und deine Nicht-Vorsätze klingen alle richtig gut. Ich drücke euch hinsichtlich des Wunsches nach Wohneigentum die Daumen – bestimmt wird sich etwas ergeben. Wir sind vor ein paar Monaten auch in unsere Eigentumswohnung eingezogen, die wir im Rahmen eines Baugruppenprojektes in Zusammenarbeit mit unserem Architekten komplett selbst geplant haben (fast ein full time job neben dem full time job mit zwei Kindern). Aber angesichts der explodierenden Mieten in Berlin war es genau die richtige Entscheidung.

  8. jessie@journelles.desbloesch23@gmail.com
    Stefanie sagte am

    Liebe Jessie
    Deine Worte so wundervoll authentisch. Ich folge dir glaub schon 10 Jahre (boah klingt das krass) und obwohl ich mit Mode und den Marken die du öfters erwähnst nichts anfangen kann, gibt es wohl keine Woche in der ich keinen Artikel oder Foto von dir lese. Danke für deine Inspiration und Danke dafür, dass du dir selbst so treu bleibst. Obwohl ich dich nicht kenne, habe ich das Gefühl du hast dich kaum verändert ??
    Go with the flow…
    Alles Liebe
    Stefanie

    • jessie@journelles.deinfo@journelles.de
      Jessie sagte am

      Megakrass und so toll. Dankeschön! Verändert habe ich mich kaum, höchstens etwas älter geworden 😉

  9. jessie@journelles.demarlene.leichtfried@gmail.com
    marlene sagte am

    Liebe Jessie,
    ich folge Dir auch schon seit den Zeiten von lesmads….. kann mich noch erinnern an das gemeinsame Buch mit Julia, oder wie Ihr Euch über die Einladung zur Fashionweek nach Sydney gefreut habt. Ich stehe dem ganzen Konsumwahn, der Selbstdarstellung, der Art wie online wahrgenommen wird und alles und jeder bewertet und bewertet wird sehr kritisch gegenüber, oder sagen wir einfach ich versuche achtsam gegenüber diesen Entwicklungen zu sein, und was Sie mit uns machen. Was Du und Dein Team über die letzten Jahre aufgebaut hast ist bewundernswert. Bei den Einflüssen, Möglichkeiten, Strömungen und teilweise auch negativen Entwicklungen sich selbst treu zu bleiben, weiter zu gehen, wahrzunehmen was kommen kann, sich da überhaupt noch auszukennen – für diese Fähigkeiten kann man auch wirklich nur dankbar sein. Offline zu gehen – eine schönes Projekt! Ich wünsche Dir, Deinem Team und Deiner Familie ein wunderbares 2018!

  10. jessie@journelles.deinfo@faceprint.at

    Du bist und bleibst eine absolut Powerfrau. Ich freue mich schon auf den Content von dir für 2018. Das Kribbeln bei mir hast du schon geweckt. Liebe Grüße Jen

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