Dior Haute Couture Herbst 2017 – In 365 Tagen um die Welt

Bonjour Amour! Die Haute-Couture-Kollektion des französischen Modehauses war DER absolute Hingucker in Paris

Weltenentdecker, Reiselustiger, Geschäftsmann – die Geschichte der Haute-Couture-Kollektion von Dior beginnt heute überraschenderweise nicht mit einer Frau namens Maria Grazia Chiuri, sondern mit einem Mann: Christian Dior. Denn vor genau 70 Jahren, als dieser visionäre Modedesigner sein Label gründete, startete die frühe Geschichte der modischen Emanzipation der Frau.

Aus schlichter Kriegsmode wurden ausladende Röcke, aus unförmigen Kleidern eine feine Taille, aus anpackenden Trümmerfrauen wieder lebenslustige Ehefrauen, Mütter und Freundinnen, die sich in Lagen von Stoffen ihren Aufgaben widmeten und ihre Zukunft wieder aufbauten. Die Welt lag ihnen nach einer Zeit der Entbehrung vor den Füßen und wartete nur darauf erkundigt zu werden.

Genau diesen Enthusiasmus, Lebensfreude und Begeisterung für alles Neue, spürte man auch bei der gestrigen Haute-Couture-Schau von Dior, doch diesmal mit einem bemerkenswerten Unterschied in der Geschichte von Dior: Eine Frau wurde zu der Meisterin, die mit ihrer Mode andere befreit und doch die Vergangenheit des Traditionshauses zu schätzen weiß.

Das Setting

Das Setting der Schau rief dabei eine ebenso große Begeisterung herbei wie die eigentlichen Entwürfe. Pietro Ruffo, der das Setdesign entwarf, verband Himmel und Erde mit einem riesigen aufgespannten Stern im Garten des Hôtel Les Invalides in Paris, darunter fanden sich im Amphitheater hölzerne Skulpturen verschiedener afrikanischer Tiere wie einem Elefanten, Krokodile und einem riesigen fliegenden Adler.

Die Inspiration für das aufwendige Bühnenbild: Diors´ Reisen. Denn nicht nur Chiuri ist, seitdem sie Chefdesignerin der Frauenmode beim französischen Traditionshaus ist, viel gereist – man denke nur an die letzte Show in den Bergen von Santa Monica – sondern auch der Meister höchstpersönlich war nach dem zweiten Weltkrieg viel in der Weltgeschichte unterwegs: Kalifornien, Tokyo, Südamerika – auf allen Kontinenten fand der „New Look“ von Christian Dior bei den Frauen Anklang.

Die Looks

Genau das wollte Maria Grazia Chiuri in ihrer Kollektion, die zum 70. Jubiläum schließlich eine Hommage an Monsieur Dior war, beibehalten. „A complete collection should address all types of women in all countries.“

Chiuri schaffte eine klare Grenze zu ihrer sehr jungen Ready-to-wear-Linie, indem sie mit hochwertigen schweren Stoffen und erwachseneren Schnitten arbeitet. Logo-Branding und freche Slogans suchte man vergebens, stattdessen sah man feine Wollstoffe drapiert, weit schwingende Midi-Röcke, schmale Taillen und besonders zum Ende kamen auch die Kleider, von der jede Frau momentan träumt: Tüll, traumhafte Drapierungen, schweres Samt durchbrochen von enthüllender Transparenz.

Der Mix vereinte die moderne Dior Frau mit der klassischen Ikone der 50er-Jahre, machte aus der französischen Grazie eine zeitgemäße Nomadin.

Die Front-Row

Genauso international wie die Looks war auch die Front-Row, die hochkarätig besetzt war: Kanadierin Céline Dion, Französin Laetitia Casta, Brite Robert Pattinson und Amerikanerin Jennifer Lawrence. Die Gäste waren neben der Haute-Couture-Kollektion und dem Setting ein weiterer Hingucker des Events. Kleine Bestellung aus dem Team Journelles: Bitte die Hose von Camille Rowe, das Kleid von Kirsten Dunst und den Zweiteiler von Elisabeth Olsen. Danke!

Fotos: PR

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.