Dienstagsdinge: Interior Likes KW 30

Manche Wochen sind voller Samstage und andere voller Montage. Ich stecke gerade zwischen zwei Welten, da ein Umzug bevor steht. Über die Tatsache an sich, dass ich ein neues Heim gefunden habe, freue ich mich. Aber weder das eine, noch das andere fühlt sich nicht mehr – oder noch nicht – nach Zuhause an.

Solche Übergangsphasen sind unangenehm, man fühlt sich unsicher, schwebend. Am besten, man versucht den Fokus auf das zu lenken, was einen beglückt und lässt es einfach mal gut sein mit dem Schweben. Denn wann darf man schon mal Fliegen im sonst so routinierten Alltag? Eben.

Apropos Umzug: Weil ich dringend ein neues Bücherregal brauche, gibt’s hier noch News von IKEA, außerdem von meinem Lieblingsmuseum und von einem meiner liebsten Interioraccessoires-Labels. Fein, fein – und los geht’s mit einer Ladung Dienstagsdingen.

Samt, oh Samt!

Die Arbeiten der belgischen Künstlerin Lili Dujourie, die 1941 in Ghent geboren wurde, werden zur Richtung der sogenannten Feministischen Kunst gezählt. Ihr Werk „Maagdendale“ von 1982 spielt mit Verhüllungen und Samt und die Arbeit gefällt mir nicht nur deshalb, weil sie mich an meinen Vorhang-Artikel erinnert.

Memphis

Vor zwei Jahren hat Tine hier auf Journelles einen Artikel zum Memphis-Revival geschrieben. Nun sind die bunten Farben und ulkigen Formen nicht mehr so präsent wie damals – aber sie begegnen einem doch immer wieder und man fragt sich automatisch, was es mit diesen schrillen Designs auf sich hat. Eine Ausstellung in einem meiner Lieblingsmuseen, dem Vitra Design Museum, widmet sich nun dem Werk des Kopfes des Memphis-Designkollektivs: Ettore Sottsass. Sottsass Memphismöbel machten in den 1980er-Jahren Furore und wurden wegweisend für die Formensprache des postmodernen Designs. Die schrillen Farben, Muster und Formen der Memphis-Objekte waren inspiriert von Motiven aus dem Alltag, der Popkultur und den außereuropäischen Kulturen. Ich schaue mir die Ausstellung diese Woche an und bin sehr gespannt!

Neuigkeiten

Ich bin ein Fan von Zakkia, nicht zuletzt wegen der wunderbaren Terrazzo-Linie. Nun gibt es eine neue Kollektion, die ab September online und in den Läden erhältlich sein wird. Hoffen wir, dass möglichst viele Interiorläden mitziehen! Die Farbwelt ist dieses Mal sehr dunkel gehalten und sogar Silber ist dabei. Mit Letzterem muss ich mich allerdings erst noch anfreunden. Alle Fotos gibt es hier.

Buch-Dschungel

Ich habe zu viele Bücher. Nach mehrmaligem Aussortieren und vielen ausgeliehenen Exemplaren muss ich das leider immer noch sagen. Eigentlich ist das ja auch schön, denn egal welches davon ich mir genauer anschaue, um ein Weggeben in Erwägung zu ziehen – ein jedes hat seine eigene Berechtigung für seinen Platz bei mir Zuhause. Also nichts mit Minimalismus. Die einzige Schlussfolgerung, die ich daraus ziehe ist, dass ich unbedingt ein neues Bücherregal brauche. Eigentlich tendiere ich ja zur Flohmarkt-Variante – ein altes Regal von Hellerau sollte es sein – aber jetzt gerade bin ich über eine Neuheit von IKEA gestolpert, die mich kurz zum Zögern gebracht hat. Svalnäs erinnert sehr an das Regalsystem von Frama und sieht einfach ultra-gut aus. Was meint ihr?

Da ist sie wieder

Das Corpo Atelier ist spezialisiert auf alles, was sich irgendwo zwischen Kunst und Architektur bewegt. Ein Produkt dieser Arbeit ist ihr „Chair as Architecture“. Inspiriert dazu wurden sie von der Atmosphäre der portugiesischen Städte, in denen sie sich herumtreiben. Die Beine stehen für Säulen, die Sitzfläche erinnert an ein Dach und alles zusammen ergibt die Form eines portugiesischen Hauses. Schlicht wunderbar und erinnert mich natürlich auch an meine letzte Ausgabe der Dienstagsdinge. Da ist sie wieder: diese Bogenform!

Fotos: © Vitra Design Museum, Fotograf: Jürgen Hans; Zakkia, Ragnar Ómarsso für Ikea Livet Hemma; © Lili Dujourie, Fotograf: Dirk Pauwels; Corpo Atelier.

Kommentare

  1. alicjaschindler@gmail.combuerogemeinschaft35@googlemail.com

    Wir sind gerade am Einrichten unserer neuen Wohnung und haben uns ebenfalls das Svalnäs zugelegt, nachdem ich lange gesucht und hin und her überlegt habe. Wir haben es allerdings durchgehend mit den 25-Böden bestückt, da die ganz schmalen Böden wirklich nur gut aussehen, wenn Deko draufsteht (finde ich), bei uns muss es aber tatsächlich für Bücher herhalten. Und was soll ich sagen? Dieses Regal ist superschön! Hat eine gewisse Stringanmutung, nur dass es mir persönlich in der Tat sogar noch besser gefällt (was vielleicht auch mit einer optischen Übersättigung der String-Regale zu tun hat). Es ist solide und trotzdem leicht, es passt viel rauf, aber weil es an der Wand angebracht ist, wirkt es kein bisschen überladen-wuchtig. Und die messingfarbenen Schrauben sind einfach das I-Tüpfelchen.

  2. alicjaschindler@gmail.comsarahvogelsang@web.de

    Liebe Alicja,
    an dieser Stelle ein großes Dankeschön. <3
    Ich freue mich jedes Mal wieder über deine kuratierte Auswahl an Interior-Inspirationen! (:

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