Die Wool Week im Bikini Berlin vom 20. bis 25. Oktober

Das ist mal eine schöne Idee: 15 Schafe aus Brandenburg haben für heute ihre heimische Weide gegen die Terrasse der Concept Mall Bikini Berlin getauscht. Der Anlass: die Wool Week, ins Leben gerufen von der weltweiten Initiative Campaign for WoolZiel der Kampagne ist es, innerhalb des 6-tägigen Events Wolle als eine natürliche, biologisch abbaubare Faser zu präsentieren und zu zeigen, dass sich das natürliche Material schon lange – und zurecht – seinen Platz in der Modewelt verdient hat.

Die Campaign for Wool veranstaltet unter Schirmherrschaft seiner Majestät, dem Prince of Wales, auf der ganzen Welt Events, um den Verbraucher über die vielseitigen Eigenschaften von Wolle zu informieren und mit Schafzüchtern, Einzelhändlern, Designern und Unternehmen zusammenzuarbeiten. Innerhalb der Wool School arbeiten beispielsweise Labels wie Topshop mit Designstudenten zusammen. Die Studenten entwerfen dabei Woll-Sweater, die in den Unternehmen verkauft werden.

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Die Schafe auf dem Foto sind übrigens nicht irgendwelche Schafe, sondern Merinoschafe. Der Unterschied zu herkömmlichen Schafen: Die Wollfasern sind sehr viel dünner und feiner. Durch diese Eigenschaft ist diese Wollart angenehmer auf der Haut und kratzt weniger. Generell ist Schafwolle ein sehr praktisches Material, es ist strapazierfähig, atmungsaktiv – und nachwachsend, also auch was Nachhaltigkeit angeht eine gute Lösung.

Schafherde und Topmodel Franziska Knuppe im Bikini Berlin
Schafherde und Topmodel Franziska Knuppe im Bikini Berlin

Neben der Schafherde, die noch bis heute Abend auf der Terrasse der Mall verweilen wird, erwartet die Besucher der Wool Week ein vielseitiges Programm: kostenlose Strick-Workshops, ein Pop-up Shop des Interior-Labels Urbanara (traumhaft kuschelige Merino-Decken!) und The Woolmark Company präsentiert eine Serie von Kunstinstallationen der Schweizer Kunsthochschule écal in Zusammenarbeit mit dem Sportswearlabel MOVER. Außerdem sind einige Händler und Designer vertreten, die sich mit dem Thema Wolle beschäftigen – zum Beispiel das dänische Label Ganni oder Shop-Besitzer Andreas Murkudis.

Auch dabei, allerdings noch nicht so bekannt, ist das Newcomerlabel der beiden Weißensee-Absolventen Laura Krauthausen und Konstantin Laschkow: CASE STUDIES. 2015 wird ihre erste Kollektion erscheinen, auf der Wool Week sind sie bereits mit einer Preview in Form einer Installation vertreten:

Unsere Neugier auf Verwendungsmöglichkeiten und Entwicklungen des Materials Wolle ist groß. Da wir selbst Produkte erzeugen und anbieten wollen, freuen wir uns darüber, unseren Ansatz vorzustellen – und im Gegenzug andere Positionen kennenzulernen.

 

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Schaut ihr mal vorbei? Hier ist noch mal das konkrete Programm zu finden!

– In Kooperation mit The Campaign For Wool –

Kommentare

  1. Das sieht ja alles auf den ersten Blick ganz schön aus, ich kann mich aber nicht der Vermutung erwehren, dass hier vormerklich die Oberfläche schön ist.

    Im Zuge einer Produktentwicklung habe ich mich selbst mit dem Material Schafswolle auseinandergesetzt. Und angesichts dessen was in der konventionellen Produktion mitunter vor sich geht, kann einem nur schlecht werden: http://www.peta.org/videos/pink-speaks-up-for-sheep-2/

    Leider ist die Produktion deutscher Schafswolle aufgrund der großen (billigeren) Konkurrenz auf dem Weltmarkt kaum rentabel und deswegen fast verschwunden.
    Wobei das Label Manomama meines Wissens nach vor kurzem verkündet hat, dass sie tatsächlich eine Kollektion aus deutscher Schafswolle auf die Beine stellen.

    Es tut sich also vielleicht doch etwas. Und womöglich finden sich in den Wollnationen (GB&co) auch ganz andere Besipiele.
    Schafswolle per se als nachhaltig darzustellen, ist in meinen Augen aber Schönmalerei.

    Leider bedienen sich viele Hersteller des ’schönen Scheins‘, denn Transparenz ist nur selten zu finden. Oder offeriert Ganni online Informationen zum Ursprung der verwendeten Wolle?

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