Unsere Leseempfehlung: Editor's Letter: Sommerpause

Die News! Werden wir durch die Corona-Krise menschlicher?

Solidarität und Gemeinschaftsgefühl sind die positiven Nebenwirkungen der Corona-Krise. An der Supermarktkasse wird wieder gelächelt, es wird danke gesagt und Nachbarn haben Tränen in den Augen, wenn an der Tür ein Stück selbst gebackener Kuchen ablegt wird. Die Auswirkungen der Pandemie werden dadurch zwar nicht revidiert, es lässt sich jedoch hoffen, dass die Post-Corona-Welt in mancherlei Hinsicht eine Bessere wird.

Begegnen wir einander achtsamer und dankbarer? Knüpfen und pflegen wir soziale Kontakt intensiver? Werden wir die Selbstverständlichkeiten und Freiheiten wieder wertschätzen? Wird unser Lebensstil lokaler und nachhaltiger? Konsumieren wir bewusster und überlegter? Viele Fragen bleiben offen, denn wann eine Zukunft nach Corona beginnt, kann derzeit niemand vorhersagen. Was bleibt, ist die Hoffnung und ein unerschütterlicher Optimismus. Eine Vorschau auf das, was kommen kann, geben uns zahlreiche Initiativen und Crowdfunding-Projekte. Sie  zeigen, dass sich die Krise mit Menschlichkeit und Mut gemeinsam überwinden lässt. Die neuesten Aktionen stellen wir euch hier in den heutigen News du Jour vor.

#stayhomestaysocial mit der Bumble Gemeinschaftsförderung

Networking-Aktionen via Social Media wie etwa mithilfe der Hashtags #stayhomestaysocial und #supportyourlocal oder Gutscheinplattformen sowie Charity-Projekte sollen jetzt dabei helfen, Kleinunternehmer und lokale Betriebe am Leben zu erhalten. Schließlich möchten wir alle, dass unsere Lieblingsplätze nach der Krise wieder öffnen, um sie dann noch mehr wertzuschätzen. Das von der Bundesregierung erlassene Soforthilfspaket deckt nämlich nur vorübergehend den Bedarf an finanzieller Unterstützung. So fürchten einige Selbstständige und Kleinunternehmer weiterhin um ihre Existenz.

Die Networking-App Bumble schließt sich der Initiative deshalb mit einer erweiterten Gemeinschaftsförderung an. Dabei können NutzerInnen bis zum 12. April 2020 lokale Unternehmen unter dem Motto „Community unterstützt Community“ nominieren, damit diese die Möglichkeit bekommen, als eines von insgesamt vier Unternehmen in Deutschland Soforthilfe in Höhe von 5.000€ zu erhalten. Wie das geht? Einfach die Bumble-App herunterladen und mit dem Profil der Bumble Gemeinschaftsförderung, das du in jedem beliebigen Modus findest, matchen. So könnt ihr entweder euer eigenes Unternehmen oder die Lieblingsbrand bewerben.

Everyone deserves a safe place

Seit der weltweit rasanten Ausbreitung des Corona-Virus scheinen die Nachrichten kein anderes Thema mehr kennen zu wollen. Dass dabei gesellschaftlich relevante Probleme unter den Tisch fallen, haben wir bereits in den letzten News du Jour hervorgehoben. Auch in dieser Woche widmen wir uns deshalb einem Thema, das in diesen Zeiten einer ebenso starken und medialen Aufmerksamkeit wie Unterstützung bedarf.

Die Naturkosmetikmarke MERME Berlin ruft im April eine Spendenaktion zur Unterstützung der Initiative Straßenkinder e.V. ins Leben. In Deutschland leben derzeit ca 9.000 Kinder auf der Strasse, je nach Jahreszeit 2.000 – 3.000 davon in Berlin. Seit 20 Jahren hilft dabei der Strassenkinder e.V. jungen Menschen beim Ausstieg aus der Strassenkinder-Szene und bei der Reintegration in die Gesellschaft. So bietet der Verein beispielsweise eine Vermittlung von Praktika und ersten Arbeitserfahrungen.

Ich lebe seit fast 10 Jahren in Berlin und ich finde, es ist an der Zeit, der Gesellschaft etwas zurück zu geben – deswegen habe ich mich dafür entschieden, einen Verein zu Unterstützen, der fest in der Stadt verwurzelt ist und den Menschen hilft, die oft vergessen werden. Das ist für mich nicht nur ein Schritt in eine bewusste Zukunft als Unternehmerin, sondern eine Herzensangelegenheit.

Für jede Bestellung bei MERME Berlin wird in diesem April 1€ an den Verein gespendet, welcher direkt in die Ausstattung mit Hygiene-Produkten fließt. Denn regelmäßiges Händewaschen und eine ausgiebige Körperpflege wird zwar gerade in Corona-Zeiten öffentlich gepredigt, zählt jedoch nicht für jeden zur Selbstverständlichkeit und wird auf der Straße gezwungenermaßen oft vernachlässigt. Als natürlicher Skincare-Brand setzt sich MERME Berlin für den Zugang und zu Pflegeprodukten und die Etablierung täglicher Routinen ein – als erster Schritt in ein unabhängiges und freies Leben.

Heldentaten

Pflegepersonal, Krankenschwestern und Supermarktangestellte werden als Alltagshelden der Corona-Krise gefeiert und halten den laden sprichwörtlich am Laufen. Die Hamburger Jeansmarke Closed macht diese Menschen mit seiner neusten Initiativen zu wahren Helden. #Closedforheroes heißt das Projekt, bei dem jeder seinen persönlichen Helden nominieren kann. Dazu wird einfach eine Mail mit Begründung, warum diese Person als Held gefeiert werden muss, an heroes(at)closed.com⁠ gesendet. So sollen so viele Ausgewählte wie möglich ein persönliches Closed-Präsent und die verdiente Wertschätzung erhalten.

Aber sind anerkennende Geschenke, Applaus von Balkonen und Danksagungen der Bundeskanzlerin wirklich genug Wertschätzung für diese derzeit anspruchsvollste Arbeit? Vielleicht nicht. Müsste sich nicht eigentlich die allgemeine gesellschaftliche Wahrnehmung ändern, damit diese Jobs auch unter alltäglicheren Umständen Anerkennung erhalten? Definitiv. Derzeit sind jedoch die kleinen Dinge, das liebevolle Lächeln an der Supermarktkasse und ein ernst gemeintes Dankeschön genau der richtige Anfang zu dieser Entwicklung!

Instagram-Highlights

Die Krise in der Krise

Nach fast drei Wochen sozialer Isolation würden wir lügen, wenn wir sagen würden, dass diese Zeit einfach wäre. Angefangen mit Umstellung aufs Homeoffice oder Herausforderungen einer andauernden Kinderbetreuung fiel wohl so mancher Tage die Decke auf den Kopf. Dass das aber nur kleine Kratzer aus der meist glänzenden Oberfläche sind, wurde uns bewusst, als uns zu Beginn dieser Woche folgende Nachricht erreichte.

Seit Beginn diesem Jahres liegt die Kriminalitätsquote von häuslicher Gewalt in Deutschland 10 Prozent höher im Vergleich zu Januar 2019. Und auch weltweit zeichnet sich ein leicht ansteigender Trend ab. Welche Auswirkungen das bei den aktuellen Isolationsmaßnahmen aufgrund von Covid-19 haben kann, mochten wir uns lieber nicht ausmalen. Man kann es treffend als die „Krise in der Krise“ bezeichnen, denn die Zahlen sprechen an dieser Stelle schon für sich: Nach Angaben einer NGO aus Jingzhou, Hubei, der Region des chinesischen Epizentrums, verdoppelten sich die Fälle im Februar 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Und auch in Italien erfahren 19% aller weiblichen, italienischen Opfer zu Lebzeiten körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch den Partner.

Trotz unvorstellbarer Grausamkeit können die Augen davor nicht verschlossen werden. Alarmiert von dieser Entwicklung initiiert das Schmucklabel Pomellato so eine tatkräftige Aktion nach Gründung der Pomellato For Women Plattform und lanciert gemeinsam mit der Schwester-Schmuckmarke, DoDo, eine Sensibilisierungskampagne und Crowdfunding-Initiative zur Unterstützung von Frauen. Bereits seit 10 Jahren unterstützt Pomellato ein Netzwerk von Frauenhäusern in ganz Italien. Mit der Crowdfunding-Initiative soll nun eine Summe von 200.000€ gesammelt werden, sodass die sofortige Versorgung von Missbrauchsopfern durch die italienische Organisation Donne in Rete Contro la Violenza (Anti-Gewaltzentrum) gewährleistet wird. In den ersten fünf Tagen der Aktion kamen über die Online-Plattform bereits überwältigende 105.000€ zusammen. Und wenn es nur 5 Euro sind – zusammen lässt sich die noch Differenz erreichen!

Miete zahlen während Corona: Muss ich oder muss ich nicht?

Innerhalb kürzester Zeit hat die deutsche Regierung auf die Auswirkungen der Corona-Krise reagiert und einen Rettungsschirm ins Leben gerufen sowie Maßnahmen veranlasst, um die Grundversorgung der Bevölkerung zu sichern. Teil davon ist das „Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie“. Es dient dazu, die Prinzipien des Allgemeinen und Besonderen Schuldrechts anzupassen bzw. vorerst außer Kraft zu setzen. Die neuen Regelungen sind dazu da, die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen der Corona-Krise finanziell abzufedern.

Was heißt das genau heißt? Ab dem 01. April 2020 und für die nächsten zwei Jahre gilt: Wenn du dich jetzt im einem laufenden Mietverhältnis befindest, hast du glaubhaft zu machen, dass du wegen der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten bist und daher keine Miete zahlen kannst. Nachweise über Einkommens- oder Verdienstausfälle können als Begründung vorgelegt werden. Dein Vermieter ist nicht berechtigt, dir wegen ausgebliebener Zahlungen zu kündigen, die im Zeitraum vom 01.04.2020 bis 30.06.2020 durch die Corona-Krise entstanden sind. Die Zahlungen als solche entfallen aber nicht, sie werden lediglich verschoben.

Gleichzeitig haben Vermieter die Möglichkeit, etwaige Ratenzahlungen oder Kredite für Wohnungen auszusetzen. Außerdem steht ihnen wie gehabt das außerordentliche Kündigungsrecht zu, sollte die Mietsache zum Beispiel beschädigt werden. Individuelle Fälle lassen sich am besten persönlich beraten. Mehr Infos findet ihr bei Alexandra von Sieben Sonnen.

Wer jetzt Kurzarbeitergeld beantragen kann:

Das Corona-Virus hat die globale Wirtschaft fest im Griff. Viele Unternehmen reagieren jetzt, indem sie ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Aber was bedeutet das eigentlich und welche Voraussetzungen muss man dafür erfüllen? Kurzarbeitergeld soll in erster Linie dazu dienen, den Arbeitgeber finanziell zu entlasten, indem die Agentur für Arbeit einen Teil der Lohnkosten vorübergehend übernimmt. So können Arbeitnehmer weiterhin beschäftigt und Kündigungen vermieden werden.

Wer wieviel Geld bekommt, richtet sich nach dem Umfang des Arbeitsausfalls aufgrund von Erkrankungen oder fehlenden Aufträgen bzw. Umsätzen. Wenn Arbeitnehmer Kurzarbeit machen müssen, erhalten sie 60% ihres Nettolohns, sofern der Arbeitgeber die Voraussetzungen für die Bewilligung des Antrags erfüllt. Eine Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes findet ihr hier. Einen ausführlichen Guide mit allen Fragen und Antworten rund um das Thema gibt es hier.

Wie feiert man jetzt Ostern?

Das Osterfest hatte sich wohl jeder in diesem Jahr anders vorgestellt. Vielleicht ein Wochenende an der Ostsee, ein Besuch bei den Großeltern oder die langersehnte Reise zu Beginn der Ferien. Das alles fällt jetzt ins Wasser und da kommt bei uns allen die Frage auf: wie feiert man denn jetzt Ostern?

Ein bisschen passende Dekoration und Farbe ist dabei nur der Anfang, um der betrübten Stimmung etwas Frische zu verleihen. Die neue Arket Home Collection hat sich dafür ganz dem Osterfest verschrieben. Mit ausgefallenen Vasen, pastellfarbenem Geschirr und Kissenbezügen und der ein oder andere Osterdekoration präsentiert die Schweden allerlei Lieblingsstücke, die uns die Leichtigkeit und Frische des Frühlings auch daheim zelebrieren lassen. Und wie wäre es dazu mit etwas selbstgebasteltem Osterschmuck. Endlich ist die Zeit da, mit den Kindern Ostereier auszublasen und zu bemalen, vielleicht gemeinsam Kekse zu backen und sich an einem Wochenende mal von den Nachrichten zu entgiften. Also dann, Happy Eastern und bleibt gesund!

– Dieser Artikel enthält Affiliate Links. –

Bilder via MERME Berlin. Bilder von Arket via Prag Agency. 

Text von Sarah Luisa Kuhlewind und Katharina Hogenkamp.

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