Unsere Leseempfehlung: Editor's Letter: Sommerpause

Die News! Mehr Transparenz in der Modewelt und echte Frauen-Power mit Michelle Obama

Bildrechte im Header zu UN Women: UN Women, Ploy Phutpheng.

Vor sieben Jahren stürzte in Bangladesh die Textilfabrik Rana Plaza ein. Seither wird in der Modebranche für mehr Sicherheit, Transparenz und Verantwortung gekämpft. Initiativen wie #WhoMadeMyClothes sollen im Rahmen der jährlichen Fashion Revolution Week auf die gravierenden Missstände in der Industrie aufmerksam machen. In den News du Jour stellen wir die neuesten Entwicklungen in Sachen Nachhaltigkeit vor. Denn eins ist klar: Die weltweite Corona-Pandemie zeigt auf, wir stehen vor etlichen Herausforderungen. Es gibt aber auch Chancen, wir müssen sie nur ergreifen.

What’s in my clothes?

Letze Woche haben wir euch von der Fashion Revolution Week berichtet. Diese fand zum ersten Mal virtuell über Instagram statt. Transparenz innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette war dieses Jahr das große Thema. Unter der Fragestellung „What’s in my clothes?“ ging es um nicht nur um Materialien und deren Beschaffung, sondern auch um die Verarbeitung und Produktionsbedingungen in den Fabriken.

Freiwillige aus fast 90 Ländern machten in digitalen Formaten auf die Probleme der Modebranche aufmerksam. Es wurden virtuelle Workshops für Upcylcing oder Bio-Design angeboten. In Podiumsdiskussionen wurde zudem auf dem IGTV-Kanal von Fashion Revolution über Themen wie Gebäudesicherheit in asiatischen Textilfabriken, Nachhaltigkeit im italienischen Modesektor und Gleichberechtigung auf indischen Baumwollfarmen gesprochen. Einige der Videos sind weiterhin hier verfügbar.

Photo Credit via Awake Communication GmbH. 

Jede Krise birgt neben Herausforderungen auch außerordentliche Chancen für Verbesserungen — Fashion Revolution Deutschland engagiert sich für einen Neustart der Modeindustrie: […] Transparente, faire und umweltfreundliche Mode wird ​The New Normal​.

Werde jetzt aktiv! Mit einer Spende an Fashion Revolution oder dem Kauf eines T-Shirts der imaginären Marke Crisis Fashion. Im Im Fake-Webshop​​ kann man vermeintlich ein weißes T-Shirt für nur 50 Cent erwerben. Sobald man den Kauf tätigen will, zerfällt der Shop und legt die eigentliche Botschaft der Kampagne offen. Es geht darum, über den Zustand in den Fabriken in Ländern wie Bangladesch aufmerksam zu machen und Hilfsmöglichkeiten anzubieten. Dazu gehört ein Nothilfe-Fond und weiterer karitativen Organisationen, die man mit einer Spende unterstützen kann.

#WhoMadeMyClothes? H&M gibt Antworten

Die Modeindustrie ist für ihre komplexe und undurchsichtige Lieferkette bekannt. In den meisten Fällen ist es unmöglich, die eigene Kleidung bis zum Ursprung zurück zu verfolgen. Nun wurde der Fashion Transparency Index vorgestellt, der das Thema Transparenz in den Vordergrund stellt. Er lässt uns erkennen, wie notwendig der Wandel ist.

Den ersten Platz sicherte sich in diesem Jahr H&M. Betont werden muss, dass der schwedische Retailer entgegen aller Vorurteile im Bezug auf Transparenz durchaus zu den Branchen-Vorreitern gehört.

Seit 2013 veröffentlicht die Marke eine Liste ihrer Lieferanten. Hinzu kommen Angaben über die Herkunft und Produktion eines Produkts auf der Website und in der App. Außerdem können sich KundInnen über die verwendeten Materialien und eventuelle Möglichkeiten des Recyclings informieren.

Apropos Recycling…

Das Berliner Label Rianna + Nina ist für seinen farbenfrohen Kreationen aus Vintage-Materialien und seltenen Stoff-Fundstücken bekannt. Das Design-Duo lässt jeden Look von Hand im hauseigenen Atelier anfertigen. So entstehen echte Unikate und einmalige Kollektionen mit Sammler-Potenzial. Und auch der internationale Modemarkt ist auf Rianna + Nina aufmerksam geworden. Seit 2019 ist das Label unter anderen über den Onlineshop Net-a-Porter erhältlich.

Für die Frühling/Sommer 2020 Saison lancieren Rianna + Nina jetzt ihre erste Print-Linie. Alle Looks aus den Kollektionen Loukoumi und Kendima sind Einzelstücke, die aus Vintage-Tischdecken der 1940er – 1970er in Berlin gefertigt wurden.

Who run the world? Girls! 

Krisen wie Corona zeigen auf, wie ungerecht unsere Gesellschaft ist. Und dass es oft Frauen sind, die den Laden am Laufen halten, wusste schon Beyoncé. Kurzum: Wir werden gebraucht, ob als Ärztin, Pflegerin oder Mutter. Und obwohl die Belastungen für das weibliche Geschlecht oft doppelt so hoch sind – Job, Privatleben, Kinderbetreuung – zeigt die Gender Pay Gap, dass Frauen in denselben Berufen oft deutlich weniger verdienen als Männer. Häusliche Gewalt birgt eine zusätzliche Gefahr. 

Die Organisation UN Women hat deshalb einen Corona-Nothilfe-Fonds eingerichtet. Damit sollen alle Frauen unterstützt werden, sei es durch die Einrichtung von Schutzräumen oder flexible Arbeitszeiten für die Betreuung und Pflege der Familie. Dafür werden derzeit auf der Website Spenden gesammelt.

GIF via Bold Berlin. 

Bildrechte: UN Women, Ploy Phutpheng.

Binge-Watching

Michelle Obamas Biografie „Becoming“ ist ein weltweiter Bestseller. Allein in Nordamerika wurden innerhalb von zwei Wochen mehr als zwei Millionen Buchexemplare verkauft. Tausende Fans sowie wenige Interviews mit ausgewählten Journalisten während der Lesetour machten die ehemalige First Lady der USA 2018 zu einem gefeierten Star.

Passend dazu veröffentlicht der Streaming-Sender Netflix am 5. Mai eine spannende Dokumentation. Das Projekt der Filmemacherin Nadja Hellgren „teilt die Geschichten der unglaublichen Menschen, denen ich nach der Veröffentlichung meiner Memoiren begegnet bin“, erklärte Michelle Obama auf Twitter. Sie hofft, dass der Film in diesen schwierigen Zeiten Inspiration und Hoffnung gibt. Wir sind gespannt!

Die witzigsten Corona-Memes der Woche:

Saturday Night Fever mit Music Matters von Bang&Olufsen

Virtuelle Live-Konzerte sind das neue Erlebnis für Musik-Fans. Bang&Olufsen präsentiert jetzt mit Music Matters eine neue Reihe digitaler Performances. An den vergangenen Wochenenden sorgte der Singer-Songwriter Calby oder die Band Oh Land für echtes Gänsehaut-Feeling. Bei Bang&Olufsen treten ausschließlich dänische Künstler auf, die hierzulande noch recht unbekannt sind. Vielleicht die Newcomer des Jahres?

Die wöchentlichen Sessions finden als Live-Stream auf Facebook statt und können anschließend in voller Länge auf YouTube nochmal genossen werden. Saturday Night Fever ist da vorprogrammiert!

Style-Support

Der kommt in dieser Woche von Ina Beissner. Die Schmuckdesignerin hat eine Charity-Aktion gestartet und den hübschen Anhänger „La Casa“ entworfen. Das Ziel der Kampagne ist es, den gesamten Erlös an Telefono Rosa in Italien zu spenden. Die Organisation bietet Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt, die während der Corona-Pandemie zugenommen hat.

Für ihre Kreation ließ sich die Designerin von ihrer persönlichen Bindung zu Italien inspirieren. Der Anhänger aus 14-karätigem Gold spiegelt das wieder, was ihr am meisten bedeutet: Mutterschaft, Familie und Freunde. Die dazugehörige hauchzarte Goldkette wird in der italienischen Region Arezzo gefertigt. Diese gilt als eine der Schmuckhochburgen Europas. Das Schmuckstück „La Casa“ ist ab sofort über den Onlineshop von Ina Beissner erhältlich. Wir finden: Ein wunderbares Geschenk zum Muttertag am 10.Mai!

– Dieser Artikel enthält Affiliate Links. –

Bilder von Fashion Revolution via Awake Communication GmbH. Bilder von UN Women (auch im Header) von UN Women, Ploy Phutpheng via Bold Berlin. Bang&Olufsen via Bold Berlin. 

Text von Sarah Luisa Kuhlewind und Katharina Hogenkamp.

Kommentare

  1. Katharina sagte am

    Ich hoffe, es ist klar, dass die Nummer 1 auf dem Transparenzindex nicht bedeutet, dass H&M besonders nachhaltig, umweltschonend oder fair produziert. Mit diesen Werten hat der Index nämlich nichts zu tun. Die Platzierung sagt nur aus, dass H&M unter den 250 geprüften großen Modeunternehmen seine Produktionskette am besten offenlegt. Das ist schonmal ein guter Schritt. Doch wer tatsächlich Kleidung tragen möchte, für die weder Mensch noch Umwelt ausgebeutet oder geschädigt wurden, kann nicht bei H&M einkaufen – das ist auch Fakt (kein „Vorurteil“) und sollte auch nicht fürs schnelle Shoppingvergnügen vergessen werden. Unsere Ksufentscheidungen haben letztlich sehr direkt mit dem Wohl von Arbeiter*innen zu tun und mit dem der Natur, in der wir leben.

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