Die 5 wichtigsten Trendlektionen der Paris Fashion Week Herbst 2018

Mit den Schauen von Louis Vuitton und Miu Miu ist die Paris Fashion Week am gestrigen Tag zu Ende gegangen und der Modetrubel der Womenswear kommt nun zur Ruhe, bevor es im Sommer weiter geht. Wenn man überlegt, dass von Januar, als wir in Berlin für euch auf der Fashion Week unterwegs waren, bis heute fast nahtlos Show auf Show folgte, dann ist das schon enorm viel Input, der verarbeitet werden will.

Was mich an Mode immer wieder fasziniert ist die Tatsache, dass bei den unterschiedlichsten Designern und Modehäusern ganz eindeutige parallele Inspirationen festgestellt werden können. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber dieser Beweis verschiedener mal mehr, mal weniger sichtbarer Strömungen in Gesellschaft, Alltag, Kunst, Musik und Politik, die sich wiederum in den Kollektionen wiederfinden, beeindruckt mich ungemein. Für diese Trendvorschau habe ich mich unseren Lieblingsdesignern gewidmet, die in der französischen Hauptstadt gezeigt haben, und meine Eindrücke auf fünf Trends herunter gebrochen, auf die wir uns für den Herbst vorbereiten können.

Natürlich gab es aber noch viel mehr zu sehen: Super tiefe Ausschnitte etwa, starke Boho-Elemente, Anleihen aus den 70er und 80er Jahren (vor allem bei Isabel Marant und Chloé) oder Animal Prints – aber so kämen wir ja vom Hölzchen aufs Stöckchen. Schauen wir also mal, was uns in einem halben Jahr modisch erwartet und ob wir da gerne mitmachen möchten.

1. Leder, Leder und nochmals Leder!

Oha, na da wird unser Geldbeutel aber einige Tränen verdrücken, denn wenn es einen Trend gibt, der sich durch wirklich alle Kollektionen zog, dann war das Leder. Weit geschnittene Hosen und Mäntel waren die auffälligsten Produktgruppen, doch auch in Form von Kleidern, Röcken und als gezielt gesetzte Akzente an Outerwear und Accessoires begegnet und das Material. Natürlich kann auch zu Kunstleder wie bei Stella McCartney gegriffen werden, schließlich geht es hier in erster Linie um die Optik und den spannenden Diskurs mit den ebenfalls zahlreichen Teilen aus grobem Strick, feiner Spitze und Merinowolle. Die Farben sind gedeckt und bewegen sich im Schwarz-, Braun- und Bordeaux-Spektrum.

Modefüchse grasen jetzt schon Ebay, Vestiaire Collective und Konsorten nach einem schlichten, getragenen Ledermantel im Stil von Julia Roberts in Notting Hill ab.

Isabel Marant Fall Ready-to-Wear 2018
Céline Fall Ready-to-Wear 2018
Stella McCartney Fall Ready-to-Wear 2018
Loewe Fall Ready-to-Wear 2018

2. Taschen? Lieber ungewöhnlich!

Vor einigen Saisons konnte es nicht groß genug sein. Dann kam der Siegeszug der XXS-Taschen. Schließlich kombinierten echte Fashionistas Groß und Klein gekonnt miteinander und vergangenen Sommer dann drehte sich alles um zwei freie Hände dank der Fanny Packs um unsere Hüften. Und kommenden Herbst? Geht es ordentlich rund! Denn Taschen brechen alle Regeln und Normen und machen, was sie wollen. Wir tragen unsere Daily-Essentials im Beutelchen um den Hals, aufgeteilt in viele kleine Taschen, die miteinander verbunden um unsere Schultern und Hälse baumeln, oder im Doppelpack und Materialmix.

Der neue Hype um Schmuck und Statement-Bags ist ungebrochen. Schließlich investiert Frau lieber in eine langlebige Tasche, die jedes Outfit bereichert, als mehrere tausend Euro für ein Seidenkleid auf den Tisch zu legen. Das Ergebnis sind ausgefallene, spannende Modelle mit einem hohen Wiedererkennungswert und (in meinem Falle) einem grooooßen haben-wollen-Faktor!

Céline Fall Ready-to-Wear 2018
Jacquemus Fall Ready-to-Wear 2018
Loewe Fall Ready-to-Wear 2018
Stella McCartney Fall Ready-to-Wear 2018

3. All Eyes on Outerwear!

Ja ja, schon klar. Im Herbst ergibt es natürlich Sinn, sich auf Outerwear zu konzentrieren, schließlich wird es langsam kalt. Für 2018 solltet ihr aber ein besonderes Augenmerk auf Mäntel, Trench- und Dufflecoats, Blazerjacken und Jacken mit Utility-Appeal legen. Alle eindeutig angelehnt an klassische Menswear und ein weiteres Zeichen dafür, dass die Geschlechtergrenzen immer weiter verschwimmen. Stella McCartney setzt auf überbreite Schultern, Isabel Marant hingegen auf eine Steigerung des für sie typischen Kokon-Schnitts. Und während bei Céline das XXL dominiert, setzt Serge Ruffieux bei Carven auf aufgesetzte Taschen, Materialmix und Anleihen aus Utility und Military. Chloé und Loewe beweisen mit großen Wollkragen an Ledermänteln, dass uns der 70er Jahre Trend noch ein wenig erhalten bleiben wird.

Allen gemeinsam ist das immer wiederkehrende Check-Muster in vielen Ausführungen. Dunkelblau, Braun, Schlammgrau, Bordeaux und Beige sind die dominierenden Farbtöne. Bei den derzeitigen Temperaturen könnte ich schon jetzt in einen dieser traumhaften Mäntel schlüpfen.

Céline Fall Ready-to-Wear 2018
Isabel Marant Fall Ready-to-Wear 2018
Carven Fall Ready-to-Wear 2018
StellaMcCartney Fall Ready-to-Wear 2018

4. Broschen und Schmuck, wo es niemand vermutet

Zu meiner Schulzeit habe ich immer versucht, mich besonders anzuziehen. Die überall angesagten Buttons mit Bandnamen habe ich kurzerhand an meinen T-Shirt-Kragen gepinnt und selbigen bis zur Schulter gedehnt. Meine selbstgemachten Ketten trug ich nicht einfach um den Hals, sondern wie eine Schärpe quer über die Brust. Das sah im Nachhinein vermutlich einfach nur seltsam aus, mir hat es aber unheimlich Spaß gemacht. Ähnliche Ideen in weit ästhetischerer Umsetzung hatten einige Designer für den Herbst und haben Broschen und Schmuck einfach mal dorthin gepinnt, wo es niemand vermutet. Bei Céline raffen die Broschen am Rücken gar die Kleider und Blusen zusammen und geben dem Schnitt eine neue Richtung. Carven setzte goldene Broschen direkt in die Halsmitte und bei Chloé halten goldene Armreifen die langen Ärmel in Schach.

Das ist doch mal ein Trend, den man direkt umsetzen kann. Einfach Ketten, Broschen und Co. an den Bund der Jeans, den Oberarm oder die Schulter pinnen. Blusen, Röcke und Kleider damit raffen und sich dann über die irritierten Blicke der anderen freuen. Einfach, weil: Warum nicht?

Chloé Fall ready-to-Wear 2018
Céline Fall Ready-to-Wear 2018
Céline Fall Ready-to-Wear 2018
Carven Fall Ready-to-Wear 2018

5. Strick bleibt schick

Neben Teilen aus Leder, ist es vor allem der Strick All-over-Look, der mir beim Durchsehen der Kollektionen ins Auge gestochen ist. In Form von Rippstrickhosen mit leichtem Schlag und passendem Pullover ist der Trend ein alter Bekannter. Für den Herbst bekommt er ein Update. Kleider mit langen Armen sind versehen mit tiefen Ausschnitten und Gehschlitz. Der Anblick von Merino, Glitzergarnen und Mohair verursacht mit jetzt schon eine angenehme Gänsehaut (wie trägt es sich wohl auf nackter Haut?).

Die Schnitte sind weiter, es finden sich Spielereien wie Schlitze und besagter Schmuck. Der Totallook könnte doch eine angenehme Abwechslung werden zum immer gleichen (und natürliche dennoch geliebten) Denim und Grobstick-Kombinationen.

Allerdings heißt es dann auch: Platz machen im Kleiderschrank! Denn Wolle ist Legeware, die auf dem Kleiderbügel ausleiert. Aber für diesen Trend mache ich gerne Platz.

Jacquemus Fall Ready-to-Wear 2018
Céline Fall Ready-to-Wear 2018
Stella McCartney Fall Ready-to-Wear 2018
Chloé Fall Ready-to-Wear 2018
Alle Bilder via Vogue Runway

Bilder im Header via Vogue Runway

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