Designerduo Achtland kündigt „kreative Pause“ für 2016 an

Was ist nur in der Mode los? Nach Raf Simons bei Dior und Alber Elbaz bei Lanvin legen Oliver Lühr und Thomas Bentz von Achtland ( „Hoffnungen der deutschen Mode“, Zeit Magazin) eine Schaffenspause ein. Die Frühling/Sommer 2016 Kollektion wird nicht mehr in Produktion gehen.

“Wir haben eine Reihe von wichtigen selbstgesteckten Zielen bislang nicht erreicht und daher beschlossen, dass es nun an der Zeit ist das Konzept von Achtland grundsätzlich zu überdenken. Wir wollen uns Zeit nehmen um zu beschließen, ob und in welcher Form wir an unsere Erfahrung und unsere Arbeit mit Achtland anknüpfen können“, so Thomas Bentz, der das Label 2011 mit seinem Partner Oliver Lühr gründete.

Achtland Lookbook Autumn/Winter 2015 (Bilder: Achtland)
Achtland Lookbook Autumn/Winter 2015 (Bilder: Achtland)

Klingt so, als hätten sich nicht genug Abnehmer für die wunderschönen, aber recht kostspieligen Entwürfe gefunden. Anders als Kollegen wie Malaikaraiss oder Lala Berlin, die mit Schmuck, Sweatshirts oder Baumwoll-Taschen ein Segment unter 100 Euro schaffen, blieb die Mode von Achtland (ab 200 Euro aufwärts) für die meisten von uns unerschwinglich bzw. gibt man sein Geld letztendlich dann doch lieber für bekanntere Labels und keine Berliner Newcomer-Brands aus. Ein Dilemma!

Achtland Lookbook Autumn/Winter 2015 (Bilder: Achtland)
Achtland Lookbook Autumn/Winter 2015 (Bilder: Achtland)

Selbst der Umzug im letzten Jahr von Berlin nach London und der Showroom während der New Yorker Fashion Week brachten anscheinend nicht die Verbesserung, sprich internationale Aufmersamkeit und damit solvente Kundschaft aus den USA und Asien, die man sich bei Achtland erhofft hatte. Schade!

„Wir blicken mit Stolz auf die letzten vier Jahre zurück und sind sehr dankbar für die Unterstützung die wir in dieser Zeit von vielen Seiten erfahren haben!“, so Oliver Lühr.

Wir wünschen den Beiden an dieser Stelle alles Gute und hoffen auf ein Wiedersehen.

Kommentare

  1. sehr schade. ich finde es überhaupt traurig, dass es junge designerlabels so schwierig haben, ihre teile zu verkaufen. wir müssten uns alle (inklusive mir) an der nase nehmen und versuchen mehr kleinere labels zu unterstützen. dann würde auch die vielfalt der mode gewährleistet bleiben. ich denke wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht im einheitsbrei der großen konzerne verlieren.

  2. Das ist ja schade… ich kannte das Label bislang leider nicht, und mir gefallen die Stücke wirklich gut, hoffentlich kommen sie wieder zurück! 🙂

    Liebe Grüße
    Ina

  3. Wirklich sehr schade, sie haben tolle Mode gemacht. Dass ihr Konzept nicht genug Anklang fand, trotz Unterstützung wie zB. durch den Voguesalon ist sehr bedauerlich. Ich kann nachvollziehen dass sie nun an dieser Stelle einen Cut machen, hat sicherlich einiges an Mut und Überwindung gekostet.

  4. Was da los ist? Die sind alle FERTIG, das ist los! Wer kann denn bei dem Tempo mithalten? Wer kann sich gegen Zara, H&M, Stories etc dauerhaft behaupten, die Preise abrufen, die es nunmal kostet, diese Art von Mode und Design zu verwirklichen? Welcher Mensch ist imstande, in so einem Rhythmus mit derartig vielen Kollektionen im Jahr zu (über-)leben?
    Suzy Menkes hat in ihrem Artikel zu Raf alles gesagt. Das Probem ist der endlose gierige Hunger der Konsumenten nach Neuem, was sich in ein quadratisches Bildchen pressen lässt.

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