Designer-Spotlight: Tine Peduzzi und Luisa Orsini vom Taschenlabel TL-180 im Interview

Jede Menge Temperament, Chaos und Leidenschaft steckt in den Entwürfen des jungen italienischen Taschenlabels TL-180. Die Gründerinnen Tine Peduzzi und Luisa Orsini sind beide 1,80 Meter groß – der Name des Labels besteht aus ihren Initialen und ihrer auffälligen Körpergröße.

Im Interview sprechen die Schönheiten mit uns über ihren Werdegang, kreative Prozesse und die (Oktopus-)Kooperation mit Illustratorin Langley Fox!

Stellt euch und euer Label bitte kurz vor. Was bedeutet der Name eures Labels? 

Eigentlich haben wir das Label gleich gegründet als wir uns kennen gelernt haben. Auch wenn wir nicht gearbeitet, sondern viel in Rom getanzt und gefeiert haben, war es bei uns sozusagen Liebe auf den ersten Blick. Wir waren vom ersten Tag an unzertrennlich. Eines Nachmittags, nachdem wir eine Ausstellung des deutschen Künstlers Anselm Kiefer besucht hatten, fingen wir an zu zeichnen. Durch das Falten der Leinwände fertigten wir unsere aller erste Clutch. Eins führte zum anderen, wir fuhren nach Paris und arbeiteten an unserer ersten Taschenkollektion. TL-180 repräsentiert die künstlerische Verbindung, die manchmal zwischen zwei Menschen besteht.

 

Wie würdet ihr euren Stil beschreiben? Was ist der besondere Wiedererkennungswert an euren Taschen?

Wir sind klassisch und zeitgenössisch und manchmal auch ein wenig verrückt. Die Taschen sind genau wie wir, der besondere Wiedererkennungswert liegt in der Verwendung von hochwertigem italienischen Leder gemischt mit klassischen Formen und einer starken Portion Fantasie.

Warum ist Modedesign für euch ein Traumberuf? 

Es ist mehr als nur der Beruf unserer Träume. In unseren Entwürfen können wir unsere Träume, Vorstellungen und Inspirationen realisieren. So können wir uns selbst ausdrücken. Wir sehen uns nicht als modeverrückt, im Gegenteil: Wir mögen keine Designermode, weil so die Kunst hinter der Marke verschwindet. Das wichtigste ist für uns sich selbst ausdrücken zu können, und das machen wir durch unsere Taschen.

Wie verläuft euer Designprozess – von der Idee bis zur fertigen Handtasche?

Wir sind ziemlich chaotisch und der Weg bis zur fertigen Tasche verläuft immer unterschiedlich. Uns inspiriert ein Film oder ein Gemälde – es muss nur immer etwas sein, für das wir ein Gefühl entwickeln können, um es in unseren Entwürfen real werden zu lassen. Wir müssen immer eine starke Begeisterung empfinden.

 

Gibt es Kleidungsstücke in eurem Kleiderschrank, auf die ihr nicht verzichten könntet?

Luisa liebt ihre Bikerjacke aus Leder von Perfecto und Tine kann nicht ohne ihre Moccassins von Church’s. Aber das ändert sich ständig, wir folgen immer unserer Stimmung. Am wichtigsten sind für uns aber auch die am unwichtigsten wirkenden Kleidungsstücke. Die, die man anzieht wenn man gerne mal unsichtbar sein möchte.

Was war bis jetzt eure größte Herausforderung?

Wahrscheinlich war es der Zeitpunkt, an dem wir unsere Vorstellungskraft stoppen mussten um konkreter bezüglich unserer Designs zu werden.

Wer sind eure liebsten Designer?

Wir lieben Marc Jacobs, Nicolas Ghesquière, wir sind verrückt nach den Stoffen und den Farben bei Sonia Rykiel, Maison Martin Margela. Wir lieben Acne und Chanel, und die erstaunliche Welt von Vivienne Westwood ist auch sehr interessant!

Erinnert ihr euch noch an euer erstes Design?

Natürlich! Das war die Blackboard-Clutch, auf der man schreiben konnte.

 

Gibt’s manchmal Unstimmigkeiten zwischen euch oder seid ihr immer einer Meinung?

Wenn es Diskrepanzen zwischen uns gibt, dann nie wegen unserer Entwürfe. Wenn es um unsere Kreationen geht haben wir eine starke Verbindung. Manchmal ist es wirklich unheimlich, wenn wir zur gleichen Zeit einen exakt gleichen Entwurf zeichnen.

In der Kooperation mit Langley Fox Hemingway zeigt ihr einen von ihr illustrierten Oktopus-Druck auf Leder. Wie kam es zu dieser Kollaboration?

Tine hat Langley Fox vor zweieinhalb Jahren bei der Produktion der Marni für H&M Kampagne von Sofia Coppola getroffen. Wir haben uns gleich gut verstanden, vielleicht weil wir beide so verrückt sind (haha). Sechs Monate später haben wir uns dann durch Zufall alle bei einem Event von Louis Vuitton auf Mykonos getroffen und wir wurden Freunde. Langley schenkte uns eine tolle Zeichnung von Luisa und mir. Zur gleichen Zeit dachten wir über eine Zusammenarbeit mit einem Künstler nach, da wir in einem Buch Bilder gesehen hatten, die wir unbedingt auf unsere Taschen drucken wollten. Wir haben Langley gefragt und sie war genauso aufgeregt wie wir, also haben wir das Projekt begonnen.

 

Wie verlief der Designprozess zwischen euch? Warum gerade der Oktopus?

Wir zeigten Langley die Bilder aus dem Buch, baten sie aber gleichzeitig bei ihren Zeichnungen ihren Stil beizubehalten. Schließlich wollten wir ihre eigene künstlerische Vision einfangen und keine simple Kopie aus dem Buch. Sie entschied sich für den Oktopus und hat daraus ihr ganz eigenes Motiv gemacht.

Was ist das Besondere an der Kollektion mit Langley Fox?

Die Synergie zwischen verschiedenen Menschen ist die schönste Sache auf der Welt.

Luisa, Langley und Tine via instagram
Luisa, Langley und Tine. Foto via instagram

Lieben Dank! 

In Deutschland gibt es die Taschen übrigens bei Mystylecatch. Oder im hauseigenen Onlineshop. Das Besondere daran: Nix da Designer-Preise, die in Spanien hergestellten Taschen liegen im wirklich annehmbaren Bereich!

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