Das Silvesterkleid

Die Spanier tragen in der Silvesternacht rote Unterwäsche, die Brasilianer „All White“ und ich, ich trage mein „Omi-auf-dem-Kreuzfahrtschiff“-Kleid. Und zwar nicht zum ersten, sondern bereits zum dritten Mal. Einen nostalgischen Grund gibt es nicht – ich glaube weder, dass das Jahr so gut wird wie die Silvesternacht, noch ist mir das Kleid vererbt oder geschenkt

Die Spanier tragen in der Silvesternacht rote Unterwäsche, die Brasilianer „All White“ und ich, ich trage mein „Omi-auf-dem-Kreuzfahrtschiff“-Kleid. Und zwar nicht zum ersten, sondern bereits zum dritten Mal. Einen nostalgischen Grund gibt es nicht – ich glaube weder, dass das Jahr so gut wird wie die Silvesternacht, noch ist mir das Kleid vererbt oder geschenkt werden. Vielleicht trage ich die Glitzertransparenzexplosion auch nur, weil es sonst nie einen anderen Anlass dafür gibt, und das soll hier der springende Punkt sein: Die Silvesterkleidsuche ist absolut überbewertet.

Kein anderes Thema beschäftigt viele meiner Freundinnen in den letzten Tagen des Jahres. Was ziehe ich an Silvester nur an? Es soll festlich, schick, nicht zu kalt, böllerfreundlich, bequem, beeindruckend, erinnerungswürdig sein. Ein Ding der Unmöglichkeit. Ich rate daher immer zu Kleidern/Kombinationen, die man schon besitzt und nur zu wenigen Anlässen getragen werden können. Denn wenn man sich in den Untiefen seines Kleiderschrankes umsieht, wird dort nicht nur eine Variante hängen. Vielleicht ist es das Kleid von einer vergangenen Hochzeit? Das gewagte Abendkleid für eine Party, das man sich dann doch nicht getraut hat, anzuziehen? Oder einfach das Kleid der letzten Silvesternacht? (Ha, einfach!) Wer sich selbst den Druck für den perfekten Look nimmt, wird den Abend viel eher geniessen können. Ist ja schliesslich nur eine weitere Nacht.

Von Jessie

Ich bin Jessie Weiß, 32 Jahre jung, lebe verheiratet in Berlin, bin Mama von Levi (1), schwanger mit dem zweiten Kind sowie Gründerin von Journelles. Ich liebe Phoebe Philo, Stella McCartney und Isabel Marant, kann aus anatomischen Gründen nicht auf hohen Schuhen laufen, habe einen Céline-Taschentick, tanze und höre leidenschaftlich gern Hip Hop, kann mir selten Ironie verkneifen, leider immer noch kein Französisch sprechen, obwohl ich Paris für die schönste Modestadt der Welt halte, gucke am liebsten Jimmy Fallon, Jan Böhmermann, Game of Thrones oder entspanne beim Serienmarathon auf Netflix, bin ein kleiner Workaholic mit Multitaskingtalent, professionelle Instagram-Durchscrollerin, in jeder Lebenslage tollpatschig, habe ein Faible für skandinavisches Interior und einen Kissen-Tick, bin groß im Wellness machen und wäre daher noch lieber professionelle Hoteltesterin. Mode ist meine grosse Liebe, aber meine Kohle investiere ich eher in Reisen und Essen – und neuerdings fast ausschliesslich in mein Kind.

Als alter Bloghase – 2007 habe ich LesMads mitbegründet – ging im Oktober 2012 mein persönlicher Traum in Erfüllung: Ich habe mich mit "Journelles" selbstständig gemacht. Das Blogazine ist mein digitales Zuhause, News-Plattform, Modetagebuch und tägliche Anlaufstelle für spannenden Content rund um die Themengebiete Interior, Reisen, Beauty und sowohl High Fashion als auch Contemporary Labels und Highstreetmode.

Nebenbei habe ich die Modesendung It's Fashion auf EinsPlus von der ARD moderiert, berate Firmen im Social-Media-Bereich, halte Vorträge und reise um die Welt, um euch täglich den schönsten Content zu präsentieren. Im Juni 2015 habe ich mein eigenes Modelabel JOUUR. gegründet.

2016 ist mein Sohn Levi auf die Welt gekommen. Baby-Themen werden seither auf Mini Journelles behandelt und das nun auch wieder intensiver, da unser zweites Kind unterwegs ist.

Journelles ist inzwischen gewachsen: Wir sind ein sechsköpfiges Redaktionsteam im Berliner Prenzlauer Berg und haben im Sommer 2018 unseren ersten temporären Concept-Store, den Journelles Marché, eröffnet.

Mein Credo: Mode muss Spaß machen, auf Augenhöhe funktionieren und sollte sich nicht so ernst nehmen.

Mehr über mich findet ihr im Presse-Bereich, auf Instagram und ab und an auf YouTube. Subscribe!

Aktuelles Presse-Feature:

VOGUE.DE: "Influencer im Portrait: Jessica Weiß - Alles, nur kein Stillstand"

Kommentare (6) anzeigen

6 Antworten auf „Das Silvesterkleid“

Liebe Jessie,
wie recht du doch hast….
Ich habe mich dieses Jahr ebenfalls aus meinem schier unerschöpflichen Fundus an Kleidern der Kategorie „nicht Alltagstauglich“ bedient und sehe dem Jahresende aus modischer Sicht gesehen dadurch sehr entspannt entgegen.
Ich mag dein Kleid und bin mir sicher du wirst darin bezaubernd aussehen – as usual.
Happy NYE!
Beste Grüße,
Vero

Das ist wirklich ein festliches Kleid, hätte ich gerne angezogen an dir gesehen. Wenn man ein passendes Outfit im Schrank hat, sollte man nur für eine Nacht, nicht extra investieren.

ich mach mirs da ganz einfach, da wir draussen feiern um das feuerwerk in vollen zügen genüssen zu können, trage ich die wärmsten sachen aus meine schrank 😉 und dank der jacke muss es auch nicht wunderschön festlich aussehen 🙂

Silvester ist ja sowas von vorbei. Aber das nächste kommt unbedingt 😉 Und wie es der Zufall so will habe dich schon einmal in diesem wundervollen Kleid gesehen. Du bist ein cooles Mädchen!

Das Kleid gefäll mir zwar auch nicht, aber ich finde es ist sicher total interessant zu sehen, wie anders das gleiche Kleid an der gleichen Person von Jahr zu Jahr aussieht 🙂 Also die Idee dahinter ist schon cool.. sollte ich mal „das“ Kleid finden, würd ichs auch durchziehen 😀

Hach und diese ganzen Silvesterbräuche sind schon witzig..

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.