Closet Diary Quarantäne-Edition mit Künstlerin Johanna Dumet

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Wir hoffen, ihr hattet schöne Ostern und starten diese Woche einen Tag später als üblich mit einem Closet Diary. In der zweiten Quarantäne-Edition begleiten wie die französische Künstlerin Johanna Dumet durch ihr Atelier und ein sonniges Berlin – natürlich immer unter den Prämisse des Social Distancing.

Wer sich jetzt schon auf eine neuen Runde bequemer Loungewear und elegant entspannten Homeoffice-Looks einstellt, hat die Rechnung ohne Johanna gemacht. Ihre künstlerische Ader zeigt sich in farbenfrohen Looks kombiniert aus Vintage- und Designerstücken. Das alles portraitiert mit einer analogen Kamera. Wir übertreiben nicht, wenn wir sagen: so ein Closet Diary habt ihr noch nicht gesehen! Also spannen wir euch nicht lange auf die Folter und lassen Johanna die Einleitung übernehmen.

Johanna Dumet (@johanna_dumet) auf Instagram:

Es ist sieben Jahre her, dass ich nach Berlin gezogen bin. Damals war ich 21 Jahre alt. Mittlerweile fühle ich mich hier zuhause. Meine Persönlichkeit hat sich in dieser Stadt maßgeblich weiterentwickelt – nicht zuletzt, da ich den Großteil meines Erwachsenenlebens hier verbracht habe. Bevor ich für meinen Job nach Berlin gezogen bin, studierte ich Modedesign in Marseille. Schon damals war meine Kleidung sehr farbenfroh und ich trug ausschließlich meine eigenen Kreationen. Durch meinen Stil konnte ich meinen Charakter zum Ausdruck bringen und eine Botschaft vermitteln, die sagt: Das bin ich! Dazu habe ich Stoffe bemalt und verschiedene Färbe- sowie Batiktechniken ausprobiert. Nach meinem Abschluss zog ich für ein Jahr nach Barcelona, wo ich mit dem Malen begann. Ich hatte dort keine Nähmaschine und es war einfacher, Farbe zu kaufen und Holz anstelle von Stoffen zu bemalen. Als Malerin ist es mir sehr wichtig, dass mein Kleidungsstil meine Kunst widerspiegelt. Ich liebe bunte, leuchtende Farben, bin humorvoll, unkonventionell und habe Spaß am Leben!

Mein Atelier habe ich in einem historischen Gebäude, der Villa Heike, gefunden. Es handelt sich um ein 106 Quadratmeter  großes Penthouse in Hohenschönhausen mit viel Licht und einem Balkon. Ich teile den Raum mit meinem Freund, dem Künstler Manuel Wroblewski. Es ist unser Rückzugsort, wo wir ungestört kreativ sein können. Obwohl meine nächsten Ausstellungen auf später in diesem Herbst verschoben wurden, arbeite ich weiter an meinen Öl-Kunstwerken.

Meine letzte Ausstellung war eine Serie mit dem Titel „Portraits of Carpets“. Gezeigt wurde sie in der Galerie Kewenig, die in der Kunstszene hohes Ansehen genießt und neben bekannten Künstlern nun auch auf die aufstrebender Talente unterstützt. Das Ganze war eine Hommage an meine Liebe zu Mode und Stoffen, denn ich habe Gemälde gezeigt, die wie Textilien aussahen. Im Moment arbeite an zwei verschiedenen Serien, darunter eine Portrait-Reihe von Tieren, die vom Aussterben bedroht sind – die Liste ist ziemlich lang. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mit Adidas. Zusammen mit verschiedenen Künstlerinnen und zum 50. Geburtstag der „Superstar”-Sneakers veranstaltet das Label eine Ausstellung. Diese findet im Rahmen des Berliner Gallery Weekend statt und wird von Karen Boros, Maike Cruse und Marie Meyer kuratiert. Es ist eine unglaubliche Ehre, mit diesen drei Frauen arbeiten dürfen. Die Exposition wurde verschoben, aber ich arbeite in meinem Atelier weiter daran. Zusätzlich dazu arbeite ich an mehreren Stilleben; Öl auf Leinwand und sehr bunt. Es geht um „le petit object du désir“, das in diesem Fall immer eine Flasche Alkohol ist.

MONTAG

Wie immer beginne ich meinen Tag mit Kaffee und Frühstück im Bett. Seit vielen Jahren ist das mein tägliches Ritual. Danach ziehe ich mich an – heute greife ich zu einem Jumpsuit von Monki – und fahre ins Atelier. Dieser marineblaue Einteiler ist Teil meiner Arbeitskleidung, weshalb darauf einige Ölflecken in rosa, orange und gelb zu sehen sind. Der Look besteht aus Denim und ich super bequem; ein bisschen wie eine Uniform. Dazu trage ich meine „Superstar“-Sneakers von Adidas, ein Geschenk aus der noch laufenden Kooperation XChange mit der Brand.

Meine Lieblings-Blousonjacke, ein Vintage-Modell aus Leder von Redskins Army, macht mein Outfit komplett. Ich habe sie im Sommer in Marseille gefunden und wusste direkt, dass sie perfekt für den Berliner Winter sein würde. Die rote Farbe ist wundervoll und ich hatte das Glück, dass die Jacke überhaupt in meiner Größe verfügbar war. Ein weiteres Fundstück ist der weiße Hut aus Schafswolle, den ich auf einem Flohmarkt in Wedding gekauft habe. Mein Kopf ist ziemlich klein, weshalb mir die meisten Wintermützen nicht stehen. Diese hier ist perfekt und ein Statement-Accessoire, das wirklich warm hält. Unser Land Rover 110 ist das ideale Auto, um meine Kunstwerke und die Skulpturen meines Freundes zu transportieren. Ich habe noch keinen Führerschein, aber das werde das definitiv nachholen, sobald sich das Leben wieder etwas normalisiert hat. Wir fahren los und verbringen den restlichen Tag im Studio.

Lederjacke: Vintage von Redskins Army (ähnlich hier), Jumpsuit: Monki (ähnlich hier), Hut: Vintage (ähnlich hier), Sneakers: Adidas Superstar

DIENSTAG

Heute dreht sich alles um Kunst. Morgens beginne ich damit, ein Stillleben in Öl mit dem Titel „Le Petit Rosé“ weiterzuentwickeln. Das Bild ist eine Ode an die Dinge, die wir lieben und jetzt gerne tun möchten: Wein, Zigaretten und ein Mittagessen mit Freunden. Zum Malen trage ich einen Denim-Overall, den ich in einem Vintage-Laden auf der Torstraße gekauft habe. Mittlerweile ist er komplett mit Farbe bedeckt.

Im Laufe des Tage stehe ich außerdem für ein Instagram-Video vor der (Handy-)Kamera. Meinen Jeanslook behalte ich an, während ich live male und auf dem Account der ikonischen Schumarke Aeyde eine Tour durchs Studio gebe. Wir haben letztes Jahr während der Berlin Art Week zusammengearbeitet und ich habe eine Tasche für das Brand entworfen. Seitdem sind wir in Kontakt geblieben. Ich liebe die Schuhe von Aeyde, aber zum Arbeiten bevorzuge ich meine Dr. Martens. Diese Chelsea Boots sind mein absoluter Favorit und wirken dank des Schlangenprints trotzdem elegant.

Jumpsuit in Used-Optik: Vintage (ähnlich hier), Stiefel: Dr. Martens (ähnlich hier)

MITTWOCH

Heute bleibe ich in meiner Wohnung in Prenzlauer Berg. Mein Freund und ich nutzen die Zeit Zuhause, um zu renovieren. Wir wussten, dass sich unter dem jetzigen Bodenbelag wunderschöne rote Holzdielen verstecken, also haben wir ihn in der ganzen Wohnung entfernt. Das war eine Menge Arbeit, aber auch perfektes Timing. Wir lieben unsere Wohnung! Auch einen Schrank haben wir komplett neu gestrichen. Das Bonbon-Rosa passt perfekt zum rötlichen Boden. 

Am selben Tag erhielt ich diesen orangefarbenen Lederanzug von Closed. Es war Liebe auf den ersten Blick! Er stammt aus der neuen Kollektion „The Orange House“. Ich habe für die Kampagnen-Bilder mit der Brand zusammengearbeitet und den Look das erste Mal gesehen, nachdem ich ein Interview für die neue Hardcopy (jetzt erhältlich) gegeben habe. Daraufhin baten sie mich, an den Fotos für die neue Kollektion mitzuarbeiten und zu malen. Die orangefarbene Lederhose und Jacke stach mir bei dem Treffen sofort ins Auge. Ich musste den Look haben!

Ich bin wirklich sehr glücklich über die Kollaboration mit Closed. Das Team ist sehr nett und das Outfit gefällt mir unglaublich gut. Es ist extrem bequem, die Farbe magisch und der Schnitt gibt einem so viele Styling-Möglichkeiten. Mir gefällt der luxuriöse Sportswear-Look, denn man kann dazu sowohl Sneakers als auch Heels tragen. Heute kombiniere ich dazu meine Limited Edition Dr. Martens in Schwarz-Weiß für einen schönen Kontrast. Ich genieße die Zeit Zuhause, lese in der Hardcopy von Closed und verschönere unsere Wohnung, indem ich Kunstwerke aus der „Portrait of Carpets“-Serie aufhänge, die im Februar im Rahmen der Ausstellung ROOM#2 in der Kewenig Galerie gezeigt wurden. Zwischendurch mache ich ein Nickerchen.

Ledertop: Closed, Lederhose: Closed, Schuhe: Dr. Martens

DONNERSTAG

Es geht zurück an die Arbeit in der Villa Heike. Die Fotos sind in der Vorhalle entstanden. Unser Atelier haben wir durch Zufall auf eBay Kleinanzeigen entdeckt. Als wir zur Besichtigung kamen, die Tür öffneten und den Eingang sahen, wusste ich sofort: Das ist es! Jedes Mal, wenn ich hier bin, fühle ich mich von der Architektur sehr inspiriert. Ich bin so froh, an einem solchen Ort arbeiten zu dürfen.

Heute scheint die Sonne, also habe ich für mich ein monochromes Kleid von Zara entschieden. Ob im Sommer oder Winter, man kann diesen Look immer tragen und deshalb gefällt er mir so gut. Dazu kombiniere ich von mir handgemachte Ketten, inspiriert von afrikanischem Schmuck – sie sind meine Glücksbringer. Normalerweise style ich ein Kleid mit einem langen Mantel. Heute greife ich zu einem Trenchcoat, den ich vor Jahren in einem kleinen Secondhand-Shop in Kreuzberg entdeckt habe. Ich habe ihn mit Blumen bemalt und die Knöpfe ausgetauscht. Die Silhouette ist Oversize – genau, wie ich es mag! Dazu trage ich meine Lieblingsschuhe, das Modell „Kate“ von Aeyde, die zu allem passen und super bequem sind. Meistens trage ich flache Schuhe, aber diese hier sind eine tolle Alternative, denn sie haben die ideale Höhe und der Print ist fantastisch.

Trenchcoat : Vintage (ähnlich hier), Kleid: Zara (ähnlich hier), Stiefel: Aeyde, Tasche: & Other Stories (ähnlich hier), Hut: Vintage (ähnlich hier), Schmuck: selbst gemacht 

FREITAG

Mit Ölfarben ist das so eine Sache: Man kann erst weiterarbeiten, wenn sie trocken ist. Ich arbeite oft an mehreren Kunstwerken gleichzeitig, weil man immer wieder warten muss. Ich nutze die Zeit, um meine Pinsel zu reinigen, meine Bilder zu fotografieren, zu zeichnen und online zu sein. Mein Instagram-Account ist ein wichtiges Tool für meine Arbeit. Meine Webseite habe ich aufgegeben, um mich voll und ganz den sozialen Medien zu widmen. Über Instagram vernetze ich mich mit meinen Kunden und entdecke die Werke anderer Künstler. Mein Account gibt mir die Möglichkeit, über meinen Job zu sprechen. Manchmal teile ich Bilder meiner Arbeiten, damit man die Größe besser einschätzen kann. Außerdem weiß ich, dass die Leute gerne sehen, wer hinter der Kunst steckt.

Mein neuestes Werk heißt „Frühstück für eins“, ein Gemälde aus auf Leinwand geklebtem Papier, das mit Neon-Gouache und schwarzer Sprühfarbe gemalt wurde. Heute trage ich ein neonfarbenes T-Shirt in Oversize zum Anzug von Daniel Hechter und Schuhen von Adidas in Neon-Nude. Mein Outfit passt perfekt zu meinem Kunstwerk und den Skulpturen und Stühlen von Manu. Ich schätze, ich gehe in meiner Arbeit sprichwörtlich auf; ich bin meine Kunst und sie ist ich. Von meiner Wohnung über die Möbel bis hin zu meinem Lebens- und Kleidungsstil bin ich eins mit meiner Arbeit.

Anzug: Daniel Hechter (ähnlich hier und hier), Shirt: alt (ähnlich hier), Schuhe: Adidas in Neon-Nude (ähnlich hier)

SAMSTAG

Ist schon Samstag? Wenn man von zu Hause aus arbeitet, achtet man nicht immer darauf, an welcher Tag oder wie spät es ist. Ich richte mich meistens nach der Sonne; alle meine Bilder entstehen tagsüber und da unser Atelier gen Süden zeigt, brauchen wir selten künstliches Licht. Wir haben die Sonne sprichwörtlich auf unserer Seite. Das Wetter ist mild und ich genieße einen Kaffee und eine Zigarette im Freien. Diesen Leinen-Rock trage ich heute zum ersten Mal. Ich freue mich sehr darüber, denn ich habe ihn selbst eingefärbt. Ursprünglich war er gelb und hatte rote Farbflecken. Die einzige Rettung war ein Farbwechsel. Da ich das Ganze ohne eine Waschmaschine gemacht habe, hat sich der Ton etwas verändert. Jetzt ist der Rock schwarz mit einem Grünschimmer – ganz natürlich.

Ich freue mich sehr, keine Strumpfhosen mehr anziehen zu müssen, auch wenn es erstmal nur auf dem Balkon ist. Dazu style ich einen leichten, gelben Kaschmir-Pullover von FROM FUTURE, eine Marke, die wirklich schöne Pieces aus Kaschmir zu fairen Preisen anbietet.

In meiner Freizeit lese ich viel, aktuell die Biographie der Sängerin und Schauspielerin Vanessa Paradis. Ich liebe das Buch, weil es mich inspiriert. Ich finde es unglaublich spannend zu lesen, was manche Menschen erreicht haben. Es bedeute auch, dass jeder Erfolg haben kann, wenn man hart genug dafür arbeitet. Natürlich braucht man auch ein bisschen Talent und Glück. Meine kleine französische Baskenmütze  rundet mein Outfit ab – was für ein Klischee!

Kaschmir-Pullover: FROM FUTURE (ähnlich hier), Lederrock: alt (ähnlich hier), Mütze: Vintage (ähnlich hier), Stiefel: Aeyde

SONNTAG

Ich arbeite auch am Sonntag. Glücklicherweise geht das nach wie vor im Atelier. Mein Freund und ich lieben es, zu kochen und zu backen. Wir nehmen uns immer die Zeit, um gemeinsam zu essen. Es gibt einen Salat, dann ein Hauptgericht und natürlich auch ein Dessert. Wir haben uns dazu entschlossen, heute im Studio zu übernachten. So können wir den Abend mit einem Gin Tonic und Flammkuchen auf dem Balkon ausklingen lassen.

Dazu trage ich mein Safari-Outfit, das perfekt für warme Sommertage am Strand ist. Für den passenden Hintergrund sorgen die tierischen Skulpturen von Manuel.  Der leichte 70er-Anzug stammt von ARKET, ebenso wie die pinke Jacke, die mein Freund gekauft hat. Ich finde es toll, dass wir manches in unserer Garderobe teilen können. Zu diesem simplen und eleganten Outfit kombiniere ich eine handgemachte Goldkette von der spanischen Marke Apresski. Manu hat sie mir zu meinem Geburtstag geschenkt. Hinzukommen afrikanische Ohrringe – auch ein Geschenk von ihm, obwohl er mal gesagt hat, dass er mir nie Schmuck kaufen würde. Für das perfekte Finish schlüpfe ich in meine schwarzen Stiefel von Aeyde. Die habe ich vor zwei Jahren gekauft und liebe sie immer noch!

Jacke: Arket (ähnlich hier), Stiefel: Aeyde, Kette: Apresski, Ohrringe: Souvenir aus Afrika

Er: Top: Samsoe Samsoe (ähnlich hier), Jeans: Pike Brothers (ähnlich hier), Schuhe: Red Wing

Einleitung von Sarah Luisa Kuhlewind

Übersetzung EN>DE von Katharina Hogenkamp

Fotos von Manuel Wroblewski via Johanna Dumet

Kommentare

  1. christiane sagte am

    Einfach toll. So eine interessante, schöne und inspirierende junge Lady. Es war für mich eines der schönsten Diarys seit langem. Ich habe es soo gerne gelesen und betrachtet… So farbig .. Bohemien…..genieß dieses freie Leben. Ganz viel Glück und Liebe wünsche ich dir, liebe Johanna.

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