Closet Diary mit Myself Junior Fashion Editor Anna Walter

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Happy Monday! Langsam klettern die Temperaturen in die Höhe. Und nicht nur der Sommer rückt näher, auch ein klein wenig mehr. Die Normalität kehrt mit weiteren Lockerungen zurück. Statt Jogginghose und Couch heißt es jetzt zumindest zum Teil wieder: Business-Chic! In diesen Wochen des langsamen Umschwungs begleiten wir Moderedakteurin Anna Walter im heutigen Closet Dairy. Übergangswetter und erste nackte Beine sowie Sommersandalen stehen dabei auf dem Programm. Bühne frei für Anna:

Anna Walter (@itsannawalter) auf Instagram:

„Darf ich ehrlich sein? Auch ich habe die letzten vier Wochen schamlos in Jogginghose und Sweater verbracht, aber so langsam vermisse ich es tatsächlich, „normale“ Kleidung zu tragen. Mein Closet Diary war also die perfekte Ausrede, dies zu ändern. Getreu dem Motto #goingnowherebutfuckitimgettingdressed habe ich mich für euch in Schale geworfen – auch, wenn’s nur für den Gang zum Supermarkt war.

Modenschauen habe ich zur Freude meiner Eltern und meines Bruders übrigens schon im Kindesalter gerne veranstaltet und mir war auch früh klar, dass ich Journalistin werden möchte. Weil ein Beruf in der Modeindustrie für gewisse Menschen dem eines Zirkusdompteurs gleichkommt und ich gerne ernst genommen werden wollte, habe ich mir nach dem Abitur zunächst überlegt, Politikwissenschaft zu studieren. Glücklicherweise hörte ich dann doch auf mein Bauchgefühl und folgte dem Ruf des Zirkus, ääh, der Mode. Nach lehrreichen Stationen beim SZ Magazin, GQ und Mytheresa bin ich vor zwei Jahren in der Moderedaktion von myself gelandet. Welches Vorurteil über die Modebranche ich nicht mehr hören kann? Dass Menschen, die sich mit Mode beschäftigen, nichts im Kopf haben.“

MONTAG

Durch meinen Job bin ich ständig mit neuen Trends und Produkten konfrontiert. Natürlich kommt man da in Versuchung – und trotzdem, oder gerade deshalb hat sich mein Kaufverhalten in den letzten Jahren stark verändert. Ich überlege lange, bevor ich mir ein neues Teil zulege und investiere lieber in zeitlose Kleidung, die ich über mehrere Saisons hinweg tragen und leicht untereinander kombinieren kann. Der Mantel, den ich heute anhabe, ist so ein Investment-Piece, das ich in 10 Jahren bestimmt noch genauso gerne tragen werde wie heute. Dazu style ich einen Rollkragenpullover und weiße Jeans-Culottes, meine Lieblingskombi für kühle Tage. Mein Stil ist sehr minimalistisch und die Farben in meinem Kleiderschrank eher neutral.

Mit besonderen Accessoires und Schmuck versuche ich bei meinen Looks Highlights zu setzen. Letzteres ist für mich etwas sehr persönliches und jeder meiner Ringe hat eine besondere Bedeutung: Es sind Geschenke meiner besten Freundin, meines Freundes und meiner Mutter, sowie ein Erbstück meiner Großmutter. Ich trage sie täglich – und habe meine Liebsten auf diese Weise immer bei mir.

Mantel: ’S Max Mara, Rolli: Allude (ähnlich hier), Jeans: H&M, Tasche: Celine (ähnlich hier), Stiefel: Aeyde, Creolen: Jane Kønig (ähnlich hier), Infinity-Ring: Tiffany & Co., Ringe mit Kreis- und Herzschlagmotiv: Anna Inspiring Jewellery (Ringe ähnlich hier und hier)

DIENSTAG

Der Großteil unserer Redaktion arbeitet seit Ende März von Zuhause aus und das funktioniert bisher auch ganz gut. Pressetermine können vorerst natürlich nicht stattfinden und werden vermehrt digital nachgeholt. Heute habe ich einen Video-Call mit einer Berliner PR-Managerin, die mir ihre neuen Kollektionen vorstellt, danach bringe ich ein paar Briefe zur Post.

Als Basic-Liebhaberin freue ich mich natürlich über das Comeback des Tanktops auf den Straßen und Runways. Eine tolle Alternative zum klassischen T-Shirt! Damit es nicht nach Muckibude aussieht, werfe ich einen coolen Oversized-Blazer darüber. Der Blazer ist meine Allzweckwaffe, die ich zum Sommerkleid genauso trage wie zum Hoodie. Die Mom-Jeans ist von Closed, der Jeansmarke meines Vertrauens. Vor allem das „Pedal Pusher“ Modell hat es mir angetan, denn es steht jeder Figur – nicht nur Frauen, die 1,80m groß (und 1,70m davon Beine) sind.

Draußen hat es sommerliche 20 Grad und ich kann zum ersten Mal Sandalen anziehen. Meine sind vom Stockholmer Label ATP Atelier und haben schon einige Reisen und überraschende Sommerregen mitgemacht. Statt Urlaub am Meer gibt es dieses Jahr wohl nur Meer um den Hals: Die Muschelkette ist von Wald Berlin und wird von Müttern und Großmüttern in Handarbeit hergestellt. Eine tolle Idee!

Blazer: COS (ähnlich hier), Tanktop: Viktoria Louise (ähnlich hier), Jeans: Closed, Shopper: Celine (ähnlich hier), Sandalen: ATP Atelier, Buchstabenkette: Celine (ähnlich hier), Muschelkette: Wald Berlin (ähnlich hier)

MITTWOCH

Ich kämpfe mich durch meine Mails und schreibe einen Artikel für die nächste Ausgabe. Dabei fällt es mir gar nicht so leicht, mich zu konzentrieren, denn ich teile mein Büro seit kurzem mit einem neuen Kollegen. Der Esstisch dient uns als gemeinsamer Arbeitsplatz, ein Strauß Pfingstrosen markiert die Grenze zwischen zwei Lagern. Der Neue telefoniert die ganze Zeit lautstark und ich weiß mir nicht anders zu helfen als ihm über die Tischkante hinweg strafende Blicke zuzuwerfen.

Eigentlich habe ich heute keinen triftigen Grund, rauszugehen. Deswegen überrede ich ihn in unserer Mittagspause zu einem kleinen Spaziergang. Die Kamera habe ich natürlich nur rein zufällig dabei. Meine Wahl fällt auf ein schwarzes Blumenkleid – es ist das einzige Print-Kleid, das ich besitze und für meine Verhältnisse ganz schön wild (ich weiß, für einige von euch wird es vermutlich geradezu brav sein). Ich mag es, mit Kontrasten zu spielen und trage dazu Sneakers oder Cowboystiefel. Die Philosophie von Aeyde ist ganz nach meinem Geschmack: Die Schuhe des Berliner Labels sind zeitlos, bequem und entstehen in kleinen Manufakturen in Italien. Die Buchstabenkette war ein Geschenk meines Freundes und das C steht nicht nur für Celine, sondern auch für ihn.

Kleid: All Saints (ähnlich hier), Stiefel: Aeyde, Buchstabenkette: Celine (ähnlich hier)

DONNERSTAG

Es ist Mittwoch. Oder Donnerstag? Wer kommt da noch so genau mit?! Ich recherchiere für unseren großen Trendreport und schaue mir die Herbst-/Winterkollektionen der großen Designer online an. Da wir im Magazinjournalismus meistens zwei, drei Monate voraus arbeiten, haben wir bereits einige Themen vorproduziert und können jetzt damit anfangen, die neue Saison zu planen: Welche Trends wollen wir zeigen? Gibt es neue, aufstrebende Marken? Und wie wirkt sich die Krise auf unsere Branche aus? Diese Fragen beschäftigen mich heute…

Der Vorwand mit der frischen Luft zieht bei meinem Freund inzwischen nicht mehr, also muss ich zu härteren Bandagen greifen, um von ihm fotografiert zu werden („Schaaaatz, wir müssen los, Klopapier ist leer…“). Das Leinenhemd und den Kunstlederrock habe ich vor fünf Jahren in Paris gekauft, als ich für ein Praktikum in die französische Hauptstadt gezogen bin. Sie erinnern mich an einen sonnigen Tag im Marais und trösten mich (wenn auch nur kurz) über die Wehmut hinweg, dass ich meine Lieblingsstadt so bald wohl nicht mehr besuchen werden kann. Die Clutch von Lala Berlin war ein Geschenk nach einem gemeinsamen Lunch mit Designerin Leyla Piedayesh und begleitet mich seither als Kosmetiktasche auf Reisen und im Sommer bei kurzen Erledigungen.

Leinenhemd: Isabel Marant (ähnlich hier), Kunstlederrock: H&M, Clutch: Lala Berlin (ähnlich hier), Loafer: Gucci, Sonnenbrille: Ray-Ban, Ohrstecker: Dior (ähnlich hier)

FREITAG

Endlich Freitag! Das Wochenende ist in Sicht und ich habe meine Mission erreicht: Ohne Kamera verlässt mein Freund nicht mehr das Haus. Trotz einiger Strapazen, die er geduldig ertragen hat („Kannst du nochmal von der anderen Seite?“, „Warte, jetzt ist die Kette verrutscht“), geht er in seiner neuen Aufgabe voll auf. Nicht mehr lange und ich wette, er zieht eine Karriere als Profifotograf in Erwägung. Mal schauen, vielleicht backe ich ihm zum Dank am Wochenende ein Bananenbrot.

Davor geht es für mich aber erstmal in die Redaktion – es ist das erste Mal seit knapp fünf Wochen und fühlt sich ganz schön merkwürdig an ohne mein Team (als Vorsichtsmaßnahme wechseln wir uns vorerst ab und aus jedem Ressort kommt nur ein Redakteur ins Büro). Ich muss gestehen, als ich das T-Shirt mit den Schulterpolstern im März zum ersten Mal anprobiert habe, kam ich mir beim Blick in den Spiegel vor wie ein Eishockeyspieler. Klassischer Fall von: „Sah auf Instagram gut aus, an mir irgendwie nicht“. Inzwischen ist es mir ans Herz gewachsen und ich mag das Spiel mit der Silhouette sehr. Ich trage dazu eine goldene Gliederkette von Nina Kastens und eine Jeans von –ihr habt es erraten– Closed. Außerdem: Meine Version von Adiletten und eine Korbtasche, die meine Chefin aus Paros mitgebracht hat.

T-Shirt: The Frankie Shop, Jeans: Closed, Sandalen: Isabel Marant (ähnlich hier), Gliederkette: Nina Kastens (ähnlich hier), Ohrringe: Maria Tash (ähnlich hier), Sonnenbrille: Celine über Vestiaire Collective (ähnlich hier)

SAMSTAG

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber der Reiz des Wochenendes hat sich in Zeiten von Corona für mich irgendwie erübrigt. Die Grenzen zwischen privat und beruflich verschwimmen aktuell mehr denn je und die möglichen Unternehmungen bleiben auch am Samstag auf das Minimalste beschränkt. Der einzige Vorteil: Selbst Montage sind eigentlich keine richtigen Montage mehr. Ich mache Yoga (das Studio, in das ich normalerweise gehe, bietet seit kurzem Onlinekurse an) und verbringe den restlichen Tag mit Lesen. Meine aktuelle Lektüre: „Woher ich kam“ von Joan Didion. Bei Basics gilt: Je einfacher das Design, desto wichtiger der Schnitt.

Das perfekte weiße T-Shirt gibt es meiner Meinung nach bei Arket (ich kaufe gerne etwas oversized oder in der Männerabteilung). In die cremefarbene Jeans mit den weiten Beinen habe ich mich bei meinem letzten Shooting verliebt. Wie der Zufall so will, ist sie ebenfalls von Closed und ich verspreche, das ist keine bezahlte Werbung, sondern wahre Liebe. Im Sessel sitze ich übrigens deshalb, weil ich es vor der Ausgangssperre nicht mehr geschafft habe, zur Änderungsschneiderei zu gehen, um sie kürzen zu lassen. So, jetzt ist es raus.

T-Shirt: Arket (ähnlich hier), Jeans: Closed, Seidentuch: Totême (ähnlich hier)

SONNTAG

Wir beginnen den Tag mit einem gemütlichen Frühstück auf dem Balkon und machen einen ausgiebigen Spaziergang. Statt zum hundertsten Mal in den Englischen Garten zu laufen, versuchen wir neue Wege einzuschlagen und uns einfach treiben zu lassen. So entdecken wir dank Corona sogar in unserer Nachbarschaft noch Neues. Inzwischen ist es zur Tradition geworden, dass wir uns sonntags mit unseren Freunden zum Facetimen verabreden – da fließt dann auch meistens der erste gemeinsame Aperol. Mir fehlt der soziale Kontakt sehr und ich freue mich schon auf viele persönliche Wiedersehen ohne Bildschirm.

Statt einem Besuch in unserem Lieblingsrestaurant gibt es für meinen Freund und mich heute Abend eine Date Night in den eigenen vier Wänden: Wir kochen gemeinsam und öffnen eine Flasche Weißwein (wenn wir nicht nach Italien gehen können, muss Italien eben zu uns kommen). Zur Feier des Tages schlüpfe ich nach dem Kochen in eine Kombi aus Seidentop und passendem Rock. Beides ist super bequem – und trotzdem elegant. Ob unser Haussegen nach vier Wochen Quarantäne schon etwas schief hängt? Ich würde sagen, das kommt darauf an, wie laut der Neue im Büro morgen wieder telefoniert…

Seidentop: Anine Bing (ähnlich hier), Seidenrock: Iris & Ink über The Outnet, Gliederkette: Nina Kastens (ähnlich hier)

Einleitung von Sarah Luisa Kuhlewind.  

Bilder via Anna Walter. 

Kommentare

  1. Mir fehlen als Rock und Kleider liebende Modeliebhaberin genau diese Stücke in vielen Diaries und es ist schön sie hier vertreten zu sehen! Natürlich ist das persönlicher Geschmack und trotzdem hat mir dieses Diary deshalb besonders gut gefallen.
    Der Humor hat für die ersten Lacher der Woche und gute Laune gesorgt!

  2. Euer Closet (fast hätte ich closed bei so viel Closed geschrieben ;)) Diary ist eine weitere Antwort darauf, warum ich die myself mag.
    Annas Stil gefällt mir total- ich mag es, wie sie erklärt und trotz Zirkusjob so natürlich, authentisch und hübsch dabei rüberkommt.
    Dieses Closet Diary war bisher eines meiner besten und ich hoffe, Anna bewahrt sich ihre Natürlichkeit und diesen Klassestil.
    Habt einen schönen Wochenstart
    Nicole

    • Liebe Nicole,
      vielen Dank für deine netten Worte! Es freut mich sehr, dass dir die myself und mein „Closed“ Diary so gut gefällt! 😉
      Liebe Grüße und ebenfalls einen schönen Wochenstart,
      Anna

  3. Ich schließe mich an: eines der besten Closet Diarys, die ich bisher gesehen habe. Weil mir die Unaufgeregtheit der Outfits gefällt, Anna total sympathisch rüberkommt und sie vor allem, da merkt man eben die Ausbildung, gut schreiben kann = supertoller Gesamteindruck!!!

  4. Super schönes Closet Diary <3
    Liebe jedes einzelne Outfit! (Muss direkt auf Instagram folgen!)
    Auch der Text ist toll geschrieben und hat mich zum schmunzeln gebracht- Vorallem der Teil mit dem Freund und der Kamera haha I can relate!

    • Liebe Steffi,
      vielen Dank! Wie schön, dass ich dich mit meinem Text zum Lächeln bringen konnte – und meinen Freund freut es natürlich zu hören, dass er nicht der einzige Mann ist, dem es so ergeht. 😉

  5. Ein wirklich wunderschönes Closet Diary. Mir gefallen ganz besonders die schönen Kleider und die dezenten Farben. Und trotzdem schaut jedes Outfit ganz besonders aus.
    Ich werde die Myself noch öfter lesen, Anna wirkt wirklich sehr sympathisch.
    Eine schöne Woche noch.

    • Liebe Ingrid,
      vielen Dank für dein Kompliment! Ich freue mich, dass dir mein Closet Diary gefällt – und über eine weitere myself-Leserin freut sich natürlich die gesamte Redaktion! 🙂

  6. Liebe Anna,
    du hast eine sehr sehr unkomplizierten und lässigen Style. Danke für dieses tolle Closet Diary.
    Deine Liebe zu Closed Jeans kann ich nachvollziehen. Bei mir im Schrank gibt es tatsächlich nur Closed Jeans. Ich bin schon oft bei anderen Marken schwach geworden aber am Ende war es nur eine entäuschende kurze Affäre.
    Meine Mutter in den 80igern hatte schon Closed Jeans an 😉 und mich angesteckt.
    Die Begeisterung liegt in der Familie.

    • Liebe Lisa,
      vielen Dank für dein Kompliment! Schön zu hören, dass die Closed-Begeisterung bei dir sogar in der Familie liegt! Ich habe meine Mutter damit auch schon angesteckt. 😉

  7. So sympathisch & lustig, liebe Anna! Und die super schönen Looks nehm‘ ich einmal genau bitte alle so einmal mit, danke!

  8. Ich hab hier schon oft gemotzt, aber der Bericht gefällt mir in jeder Hinsicht. Und closed jeans sind halt die besten!

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