Closet Diary mit Kristina Hellhake von compose PR

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Drei Jahre ist es mittlerweile her, dass wir Kristina Hellhake in einem Closet Diary vorgestellt haben. Seitdem ist einiges passiert. Die Arbeit mit ihrer eigenen PR-Agentur compose hat an Tempo zugelegt und an Umfang gewonnen. Viel Zeit für morgendliche Entscheidungen bezüglich des Outfits bleibt weniger, daher überzeugt Kristina mit ihrer gekonnt schicken Lässigkeit und zeitlosen Modegeschmack. Unkompliziert und stilsicher!

Seit fast 16 Jahren lebt die junge PR-Agentin nun in der deutschen Hauptstadt und den modischen Einfluss kann man auch in ihren Outfits sehen. Stilbrüche und das bewusste Spiel mit Kontrasten zeigen sich in ihren sieben Looks dieser Woche. Dabei setzt Kristina auf Klassiker, stolze Secondhand-Funde und ausgewählte Accessoires. Gerne trägt sie Modelle der Labels und Designer, die sie mit ihrer eignen PR-Agentur betreut. 2014 machte sich Kristina mit compose selbstständig und berät als Kommunikationsagentur Modeunternehmen und Labels, die sich vornehmlich auf eine achtsame Wertschöpfung und nachhaltige Designs fokussieren. 

Wie hat sich dein Stil verändert?

Manchmal habe das Gefühl, ich sei nachlässiger geworden, aber im Grunde bin ich wohl einfach im besten Sinne entspannter – mit mir und meiner Kleidung. In den letzten Jahren habe ich unbewusst eine Art Uniform entwickelt: im Sommer trage ich (kurzärmelige) weiße Blusen, im Winter schwarze Rollkragenpullover. Mein Stil ist noch schlichter und klarer geworden, weniger Farben, Boots statt Absatzstiefel, er hat sich meinem Alltag angepasst. Ich war vor drei Jahren auch schon busy und habe den Grundstein für das heutige Business gelegt, trotzdem hat die Geschwindigkeit bei compose jetzt nochmal eine andere Dimension angenommen. Ich will mir morgens nicht groß Gedanken machen müssen, sondern mich einfach anziehen und loslegen.

Was würdest du von "damals" genauso tragen? Und was nicht mehr?

In den letzten Jahren habe ich auf den Basics aufgebaut, die ich schon hatte – so werden alle Mäntel aus dem letzten Closet Diary nach wie vor getragen, manchmal auch über der Schulter im Büro. Schön finde ich, dass ich damals insgesamt bunter unterwegs war. Das hat sich geändert, nur meine Taschen wähle ich immer in Farbe, niemals in Schwarz. Außerdem sieht man mich nur noch extrem selten in Jeans, Stoffhosen sind mir inzwischen lieber. Vieles mag ich noch genauso, aber in einige Sachen von damals passe ich einfach nicht mehr rein.

Welcher Look gefällt dir aus deinem letzten Closet Diary am meisten und wieso?

Den Montag liebe ich nach wie vor, Kapuzenpulli, riesiger Mantel und Mini-Tasche, das bin einfach ich. Ich liebe die Proportionen und die Attitüde des Looks: Power und Bequemlichkeit in einem. Das ist wahrscheinlich immer noch meine Style-Devise. Fühle ich mich wohl in dem was ich trage, habe ich Spaß damit, erfüllt es seinen Zweck? Dann passt es zu mir.

Kristina Hellhake (@compose__pr) auf Instagram:

MONTAG

Ein sehr frühes Kaffee-Date mit einer Freundin treibt mich morgens aus dem Bett, an grauen Montagen im Winter kann ich die Extra-Motivation gut gebrauchen. Danach geht es um neun Uhr ins Büro nach Kreuzberg. Zwei Jahre lang hatte ich meinen Schreibtisch im The Conscious Club, der Ladenkonzept und Workshops verbindet, zum Jahresende bin ich zu den Gründerinnen des Gemini Berlin gezogen, um mich etwas zu vergrößern. Das Büro und den Showroom mit wunderschönen Steinfußböden und großen Fensterfronten kann man auch für Pop-Ups und Photoshoots mieten, bei uns ist daher immer etwas los.

In der Regel plane ich an Montagen die Woche vor, koordiniere Termine und Samples für Editorials, bearbeite Emails und telefoniere. Dabei will ich es gemütlich haben, der Hang zum großen Mantel ist daher geblieben: Der schwarze Trenchcoat von Richert Beil ist wie eine stylische Umarmung – was man drunter trägt, ist eigentlich nicht so wichtig. Ich wähle meinen Standard-Rolli von Uniqlo, weite weiße Jeans von Cheap Monday und meine neuen Lieblingsschuhe, die Boots von Arket.

Mantel: Richert Beil (ähnlich hier), Rollkragenpulli: Uniqlo (ähnlich hier), Hose: Cheap Monday (ähnlich hier), Schuhe: Arket, Tasche: Richert Beil (ähnlich hier), Ringe: Johanna Gauder (ähnlich hier)

DIENSTAG

Heute steht ein besonderes Photoshooting mit Yara, der Gründerin der XOUXOU Handyketten, an. Für ein großes Lifestyle Magazin wird sie zu Hause in ihren Lieblingslooks fotografiert. Ich bin dabei um sicherzustellen, dass am Ende alle Beteiligten, das Magazin und meine Klientin, happy mit dem Ergebnis sind. Während Yara geschminkt und frisiert wird, gehen wir die nächsten Termine und Events durch. Genau diese Art der Nahbarkeit schätze ich an der Arbeit mit meinen Kunden. Sie ist für mich der Schlüssel zu einer authentischen Kommunikation. Oft stoße ich ganz zu Beginn der Kreation eines Labels dazu, so war es auch bei Yara. Wir sind zusammen gewachsen.

Als ich später am Abend auf dem Weg zum Töpferkurs bin, den ich viel zu oft verpasse, ist mir ordentlich kalt. In der früh habe ich mich etwas übermotiviert für den Trenchcoat von Cos entschieden. Er war ein glücklicher Spontankauf – passender Weise bei einem Projekt in Paris im letzten Herbst. Die schwarzen Boots von & Other Stories trage ich seit drei Jahren eigentlich ununterbrochen im Sommer wie im Winter, für mich passen sie zu allem. Wer mich kennt, kennt auch meine Vorliebe für kleine Handtaschen. Entweder der Laptop kommt unter den Arm, oder ich schreibe in mein Notizbuch. Die zitronengelbe, butterweiche Baguette-Tasche von Georgia Fay habe ich auf Instagram entdeckt.

Mantel: Cos (ähnlich hier), Rollkragenpullover: H&M (alt), Hose: Arket (ähnlich hier), Boots: &Other Stories (ähnlich hier), Tasche: Georgia Fay (ähnlich hier), Creolen: H&M, Ring: Johanna Gauder (ähnlich hier)

MITTWOCH

Ich versuche mir Meetings möglichst auf die Wochenmitte zu legen, daher ist heute alles eng getaktet. Morgens treffe ich Designer Jérome Berg von Jérome Studio und wir besprechen die Details der kommenden Accessoires-Kollektion und die Freigabe eines Interviews mit einem US-Magazin. Danach geht es weiter zu HUND HUND in den Wedding. Über die Kombination aus Studio & Store im Lobe Block, die das radikal transparente Konzept des Labels noch anschaulicher macht, berichtet heute eine große deutsche Tageszeitung.

Im Anschluss fahre ich zu Melagence, in der Modeagentur stehen für die kommenden internationalen Fashion Weeks Fitting-Termine mit Bloggerinnen und Schauspielerinnen an. Danach gehe ich mit Agenturchefin Melanie Bauer einige Statement-Anfragen zu den Modetrends des Jahres durch. Um 17 Uhr fahre ich nochmal kurz ins Büro um Mails zu beantworten, bevor ich später Freunde zum Abendessen treffe.

Heute fühle ich mich mal nach einem Schuh mit Absatz, nur zu filigran sollte er bei dem ganzen Rumrennen nicht sein, die KATE Boots von Aeyde sind da perfekt. Den schwarzen Mantel von Weekday habe ich vor zweieinhalb Jahren blind gekauft: Ich erzählte meiner Freundin, dass ich gerne einen schönen Ledermantel hätte – zwei Tage später schickte sie mir ein Foto aus einem Second-Hand-Store von eben diesem. Vertraut, gekauft und bis heute heiß geliebt. Die ARC Bag von Jérome Studio musste ich natürlich in rot haben und sie verfehlt ihre Wirkung nie.

Mantel: Weekday (Second Hand) (als Blazer hier), Rollkragenpulli: Uniqlo (ähnlich hier), Hose: Gerald Darel (Second Hand) (ähnlich hier), Schuhe: Aeyde, Tasche: Jérome Studio (ähnlich hier), Creolen: H&M, Ring: Johanna Gauder (ähnlich hier)

DONNERSTAG

Mit den Designern von Richert Beil besuche ich vormittags die Location der kommenden Modenschau, um die Inszenierung Anfang März zu besprechen. Da wir diesmal außerhalb der offiziellen Berlin Fashion Week zeigen, bedarf es noch mehr Planung als sonst. Auch die Setdesignerin, die Stylistin und der Tontechniker sind heute vor Ort. Alle freuen sich schon sehr auf die Show.

Im Büro wartet danach schon meine Assistentin Tanja auf mich, die mich mit den Presse-Einladungen anlässlich der Teilnahme des Schmucklabels Johanna Gauder beim Berlin Showroom in Paris unterstützt. Johanna wird dort Ende Februar ihre Collection #5 vorstellen und ich begleite sie. Die Zusammenarbeit mit Johanna zeigt mir, wie sehr man von den Dingen beeinflusst wird, mit denen man sich täglich umgibt: Früher habe ich ausschließlich und kompromisslos goldfarbenen Schmuck getragen, inzwischen bin ich komplett auf Silber umgestiegen. Ihren Ring No17 trage ich immer, so auch an diesem Tag. Wenn ich in Herbst und Winter meine weißen Blusen vermisse, ziehe ich sie einfach über den Rolli. Dazu kombiniere ich eine schwarze Hose aus warmer Winterwolle von HUND HUND mit leichten Nadelstreifen und die schwarzen Boots von Arket, mit deren dicker Sohle der Look nicht ganz so formell wirkt.

Mantel: Cos (ähnlich hier), Rollkragenpulli: Uniqlo (ähnlich hier), Bluse: Arket (ähnlich hier), Hose: HUND HUND (ähnlich hier), Boots: Arket, Tasche: BY FAR (ähnlich hier), Creolen: H&M

FREITAG

Freitage haben die seltsame Angewohnheit, die intensivsten Arbeitstage der Woche zu werden. Wahrscheinlich weil vor dem Wochenende alle gerne noch schnell Entscheidungen treffen oder neue Projekte anstoßen wollen. Zum Glück ist freitags meine zweite Assistentin Kira da und wir arbeiten gemeinsam an den Aufgaben, die gerade mehr Planung und Aufmerksamkeit benötigen.

Zum Ende der Arbeitswoche ziehe ich am liebsten weite Sachen an, so wie die große schwarze Bomberjacke zur beigefarbenen Bundfaltenhose von H&M. Mehr Bewegungsfreiheit für neue Ideen oder auch ehrlich gesagt einfach zu faul, um mich schick zu machen. Heute trage ich ausnahmsweise eine große Tasche: den Shopper aus veganem Leder von Tefal habe ich zufällig online entdeckt und weil ich Umhängeschnüre nicht mag, habe ich sie kurzerhand abgeschnitten – das darf ich Jérome gar nicht zeigen. Abends geht’s auf ein, zwei Drinks und Abendessen an die Bar ins Paolo Pinkel und dann falle ich ins Bett.

Jacke: Second Hand (ähnlich hier), Rollkragenpullover: Uniqlo (ähnlich hier), Hose: H&M (alt), Boots: Arket, Tasche: Tefal (Henkel abgeschnitten) (ähnlich hier), Ring: Johanna Gauder (ähnlich hier)

SAMSTAG

Mein Pflichtprogramm am Samstag ist der Wochenmarkt auf dem Boxhagenerplatz. Erst besuche ich meine Freundin am Kaffeestand auf einen Plausch, danach kaufe ich die schönsten schiefgewachsenen Karotten und Zucchini, bevor ich ein paar Stunden in meinem Lieblingscafé lese oder einfach rumträume. Abends steht heute noch ein besonderes Geburtstags-Dinner an, es wurde um einen eleganten Dresscode gebeten. Da ich mich in Kleidern selten wohl fühle, leihe ich mir für das Essen bei Melagence einen wunderschönen Anzug von House of Dagmar, der mir beim Fitting am Mittwoch aufgefallen ist.

Dem Oversize Fit und den breiten Schultern versuche ich mit einem Seidenschal eine zarte Note entgegenzusetzen. Der Schal ist eigentlich der Gürtel einer Asos-Bluse, die ich vor zehn Jahren gekauft habe. In die Mini Ruffle Bag von Jérome Studio passt alles was ich heute Abend brauche,. Dann geht’s schnell ins warme Taxi und ab zum Essen.

Anzug: House of Dagmar (ähnlich hier), Shirt: Arket (ähnlich hier), Schal: Asos (alt) (ähnlich hier), Boots: Arket, Tasche: Jérome Studio (ähnlich hier), Creolen: H&M, Ring: Johanna Gauder (ähnlich hier)

SONNTAG

Den Sonntag verbringe ich nach wie vor am liebsten in Jogginghose und habe auch kein Problem damit, so vor die Tür zu gehen. Da ich heute aber noch viel vorhabe, ziehe ich die Leggings einfach unter die Hose, das hilft auch gegen die eisigen Temperaturen. Darüber trage ich meine XXL Daunenjacke von Uniqlo Men, die ich gebraucht auf Kleiderkreisel gekauft habe. Auf kein anderes Teil werde ich so oft angesprochen!

Die Yogamatte von Jade Yoga war auch beim letzten Diary dabei, langsam hinterlässt das Training auf ihr seine Spuren, auch heute kommt sie zum Einsatz. Nach der Yogastunde treffe ich meine Freunde zu unserem „Breakfast Club“, inzwischen eine feste Institution. Die Zeit vergeht so schnell, alles verändert sich andauernd, sich dabei nicht aus den Augen zu verlieren, ist manchmal gar nicht so leicht. Die Cafés wechseln und auch wer aus unserer Gruppe gerade dabei sein kann. Aber so regelmäßig wie möglich erzählen wir uns beim späten Frühstück was gerade passiert. Mir für diese gemeinsamen Momente mehr Raum zu geben, ist mein Versprechen an mich in 2020.

Jacke: Uniqlo Men via Kleiderkreisel (alt) (ähnlich hier), Kapuzenpulli: Uniqlo (ähnlich hier), Rollkragenpullover: H&M (alt), Hose: Gerald Darel (Second Hand) (ähnlich hier), Boots: Arket, Yogamatte: Jade Yoga, Kaffeebecher: Kaffeeform x selo

Fotos von Jordann Wood

Einleitung von Sarah Luisa Kuhlewind

Kommentare

  1. Super Stil! Witzig – wenn man die Sachen in der Auflistung unten sieht, passt es gar nicht so gut zusammen, aber an Kristina sieht einfach alles super aus!

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